Mittwoch, 27.5.2026

Der Grenzübertritt in Kasane zwischen Simbabwe und Botswana: erst muss das Auto durch eine Grube mit Desinfektionsmittel gefahren werden. An einer nächsten Station muss man anhalten und aussteigen und mit den Schuhen in eine Wanne mit Desinfektionsmittel treten. Die Brühe war so braun und dreckig, dass man sich fragt, ob die desinfiziert oder man danach erst recht alles an Keimen am Schuh hat, was es so gibt. Anschließend fährt man wieder ein Stück weiter und muss dann zur Einreisekontrolle von Botswana. Erst war die Schlange sehr lang, dann haben die aber mehr Schalter mit Grenzschutzbeamten besetzt und es wurde zügig weniger. Am Schalter muss man angeben, wo man als nächstes hin fährt, also die Lodge und wie lange man bleiben möchte. Bei uns waren es 8 Tage, wir haben vorsichtshalber mal für 10 Tage angefragt. Und es gibt wieder einen Stempel in den Pass. Mit einem fast vollen Pass braucht man hier gar nicht erst her zu kommen, das gibt schnell Platzprobleme. Dann wieder zurück zum Wagen, wieder eine kleine Wegstrecke weiter und dort muss man dann alle Schuhe (also wirklich alle inkl. Schlappen, Flip-Flops etc.) auspacken und alle Schuhe einzeln mit der Sohle in ein Desinfektionsbad tauchen. Hier stand ein Beamter, der immer wieder Desinfektionsflüssigkeit nachgefüllt hat. War viel sauberer als das Bad zum Durchlaufen von vorhin. Aber eigentlich hat keiner wirklich kontrolliert was wir hier tun. Die vertrauen vermutlich darauf, dass die Fahrer und Tourguides aufpassen, dass die Touristen alle ihre Schuhe eintunken. Aber die nehmen das tatsächlich ernst und passen auf, dass wir das auch richtig machen. In Botswana gibt es (noch) keine Maul- und Klauenseuche. Daher der ganze Aufwand mit den Desinfektionsmitteln. Kann man nur hoffen, dass es auf Dauer hilft. Bilder davon haben wir leider keine, dafür waren wir schon zu spät dran wegen der langen Schlange an der Einreise. Unsere Fahrer hat auch andauernd Anrufe bekommen wie es zeitlich aussehen würde, am Flughafen von Kasane wartete ja schon der nächste Fahrer für die Übernahme Richtung Chobe Game Lodge im Chobe Nationalpark.

Was aber direkt auffällt ist, dass es hier etwas gepflegter aussieht als in Simbabwe. Die Gebäude von der Grenze wirken sauberer und scheinen in einem besseren Zustand zu sein, als die auf Simbabwe Seite. Die Prozedur für Ein- und Ausreisen mit Stempeln und Zetteln ist aber die gleiche in allen drei Ländern (Sambia, Simbabwe, Botswana).

Nach kurzer Fahrt haben wir den Flughafen von Kasane erreicht. Dort erwartete uns schon „Miss T“, die unser Guide sein würde für die nächsten Tage. Am Eingang der Chobe Game Lodge nahm uns die Guest-Relations-Managerin (zuständig für die Gästebetreuung) in Empfang und wir durften wieder ein Formular unterschreiben, dass wir selbst schuld sind, wenn wir uns fressen lassen und erklärte uns die Einrichtungen und den Plan für die nächsten Tage. Als erstes gab es Mittagessen. Dann Freizeit (1,5h), dann um 15 Uhr Teatime, 15:30 Uhr Ausfahrt mit dem Boot bis zum Sonnenuntergang, dann ab 19 Uhr Abendessen. Sie nannte es den „busy-busy-Plan“.

Außerdem: im Dunkeln darf man niemals unbegleitet zwischen Haupthaus und Zimmer unterwegs sein, weil der Zaun nur Elefanten und Giraffen abhält, aber keine Raubtiere (was auch immer der Begleiter tun wird, wenn wirklich mal ein Löwe vor den Gästen stehen sollte, haben wir nie erfahren). Okay….

Dann das Programm für morgen: 6 Uhr Ausfahrt. Wann möchten wir geweckt werden? Bei 6 Uhr reicht uns 5:30 Uhr? Nein! Zu spät, weil um 5:30 Uhr gibt es doch schon Kaffee! Hatten wir zwar schon geahnt, aber noch nicht gesagt bekommen. Also dann werden sie uns um 5 Uhr wecken. Die Ausfahrt endet so gegen 8:45 Uhr, dann Frühstück bis 10 Uhr. 11 Uhr Mittagsbootstour (da kann man dazwischen hoffentlich mal duschen…) bis ca. 12:45 Uhr, dann Mittagessen bis spätestens 14:00 Uhr. Dann Freizeit (das ist jetzt keine Interpretation von uns, sondern dies wurde uns so gesagt) bis 15 Uhr, da gibt es dann Tee vor der Ausfahrt um 15:30 Uhr, anschließend Abendessen. Nachtruhe war das Einzige, dass keine Zeit gesetzt bekommen hatte… Wir merkten schon, Safari ist kein Urlaub, sondern harte Arbeit.

Nachdem alles geklärt war, wurden wir auf unser Zimmer begleitet. Wir haben (warum haben wir nie erfahren) eine von vier existierenden Suiten bekommen. Wir kamen aber erst einmal nicht hinein, da unsere Zimmerkarten, die wir bekommen hatten, nicht funktionierten. Die Gästemanagerin hat per Funk einen Kollegen beauftragt und der kam gleich angesprintet, um die Karten zu tauschen. Die Suiten verfügen über einen eigenen Infinitypool mit Liegen, einem Tisch für 6 Personen und 2 Schlafzimmern, eins mit Doppelbett und eins mit getrennten Betten. Beschweren wollten wir uns jetzt auch nicht darüber. War irgendwie sehr nett. Die Zimmer haben alle eine Minibar, die inkludiert ist und jeden Tag aufgefüllt wird. Neben Wasser und Softdrinks fand man dort auch Bier und Wein (weiß und rot), also keine schlechte Ausstattung.

Wir haben uns erst mal kurz in der Suite eingerichtet und umgesehen und sind dann zum Mittagessen gegangen. Es gab ein Vorspeisenbuffet mit diversen Salaten, Vorspeisen, Wurst, Schinken. Käse, von dem man sich bedienen konnte und ein Nachspeisenbuffet mit Mousse, Kuchen und noch einigem anderen. Die Hauptspeise konnte man sich auf einer Karte aussuchen. Wir haben uns für einen panierten und gebackenen Fisch entschieden mit Pommes. Die Pommes Frites waren zwar etwas besser, aber von „knackig“ waren sie dennoch ein Stück entfernt. Als Wein gab es einen 2025 Chenin Blanc von Beaumont… Da hat der Einkäufer einen guten Geschmack. Das war Zufall, dass wir ausgerechnet den Wein erwischt haben. Die Weinauswahl umfasste 4-5 Weißweine, 4 Rotweine und einen Rosé. Das waren die Weine, die inklusive waren, Premium hätte man extra zahlen müssen, bei der Auswahl ist das aber echt nicht notwendig. Das waren schon alles keine schlechten Tropfen.

Auch hier gab es noch eine Gesangs- und Tanzeinlage der Beschäftigten. Die bunten Röcke, die man hier sieht, sollen Pfauen symbolisieren.

Bis zur Nachmittagsausfahrt mit dem Boot hatten wir jetzt unsere anderthalb Stunden Freizeit. Diese haben wir genutzt, um die Anlage ein wenig zu erkunden. Am Wasser entlang war ein Weg aus Holz auf Stelzen gebaut, der (laut Lodge) eine Gesamtlänge von 250m hatte, vom Bootsanleger auf der einen Seite des Geländes bis zu einer Plattform mit einer potentiellen Bar für Veranstaltungen auf der anderen Seite. Dazwischen sind immer mal wieder vereinzelte Bereiche, die etwas breiter sind und auf denen einzelne Tische mit Stühlen stehen. Mit den Bäumen am Fluss, die unterwegs ein wenig Schatten spenden, ein schöner Weg um ein wenig herumzuschlendern. Am östlichen Ende des Weges, der mit der Eventplattform, war Schluss mit dem Boardwalk und man musste umdrehen. Dort haben wir zwei total begeisterte Amerikaner getroffen, die gerade eine Schlange neben dem Weg gesehen hatten und total aufgeregt waren über ihre Sichtung. Auf dem Weg zurück kam uns noch eine Dame der amerikanische Reisegruppe entgegen und die zwei haben ihr begeistert von der Schlange erzählt, auf die Frage hin, wo die ist, haben die beiden in entgegengesetzte Richtungen gedeutet… Die waren richtig witzig und gut drauf die zwei.

Zurück in unserem Zimmer mussten wir natürlich den Pool ausprobieren. Nachts ist es zwar ganz schön kalt hier, aber tagsüber ist es auch ganz schön warm. Das Wasser im Pool war kühl, aber nicht unangenehm. Aber aus der heißen Luft in den kalten Pool zu steigen war herausfordernd. Ging aber am Ende aber doch schneller als erwartet. Umlaufend um den Pool gab es (außer an der Inifinity-Seite mit dem Wasserüberlauf) eine Stufe, auf der man auch gut sitzen konnte. Wenn man drauf stand, war das Wasser so etwa knietief. Da konnte man sich dann schon mal daran gewöhnen. Der erste Schritt von der Stufe runter war dann überraschend tief. Es gab keine Angabe und eigentlich hätten wir vielleicht so 1,20m Wassertiefe erwartet, so dass jeder gut stehen kann. Der Pool hatte aber eine Tiefe von 1,60m damit machte es „flutsch“ und die „ich versuche mich langsam an die Wassertemperatur zu gewöhnen und tauche langsam unter“-Idee war hinfällig. Einmal im Pool war es angenehm. Man konnte sogar 3-4 Schwimmzüge machen, bis man an der nächsten Wand anstieß. Über die Infinity-Kante hat man allerdings vor allem die Büsche und Bäume am Fluss gesehen, den Fluss nur durch die Lücken, die die Blätter in den Bäumen gelassen haben.

Hier in dieser Lodge haben übrigens Liz Taylor und Richard Burton zum zweiten Mal geheiratet. Damals konnte man von den Zimmern aus vermutlich noch mehr vom Fluss sehen, inzwischen ist das ganz schön zugewachsen hier. Anzumerken ist, dass wir (wirklich!) zufällig auch schon in dem Hotel in Montreal gewohnt haben, in dem Richard Burton und Liz Taylor das erste Mal geheiratet haben. Die zwei hatten wenigstens eine gutes Händchen in der Wahl ihrer Heiratsorte. Leider haben sie nur zweimal geheiratet, sonst gäbe es sicher noch mehr Hotelempfehlungen. Und, zugegebenermaßen, war das tatsächlich ein Grund, dass Katja auch dieses Hotel auf die Liste für die Reise hat setzen lassen, von „alleine“ wäre es vermutlich nicht mit im Plan gewesen.

Kurz nach 15 Uhr kamen wir dann zum High Tea. Es gab Eistee, selbstgemachte Limonade und Eiskaffee. Der Gesundheitstrend setzte sich auch hier fort. Die Getränke waren zuckerfrei und dementsprechend erfrischend. Dazu gab es natürlich was zu Essen, Hühnerbeine, Cupcakes und so was ähnliches wie Windbeutel. Zu uns hat sich dann eine Auszubildende als Guide gesetzt, die sich ein wenig mit uns unterhalten hat.

Die Guides sind alle weiblich in dieser Lodge und die Namen setzten sich aus ‚“Miss“ und dem ersten Buchstaben des Vornamens zusammen. Unsere Guide war „Miss T'“, es gab auch „Miss „E“ (Ellie) u.s.w. Man wurde irgendwie an den Film „Man in Black“ mit Agent J und Agent K erinnert.

Danach ging es auf zum Bootsanleger, an dem die Guides schon warteten. Hier lernten wir die übrigen Mitglieder der Gruppe kennen, zwei Paare aus Spanien und ein Paar aus Australien. Das mit den Spaniern war Zufall, die kannten sich vorher auch noch nicht und sie haben auch in unterschiedlichen Landesteilen gewohnt. Eigentlich standen die Stühle am Rand des Bootes so dass alle einen guten Blick nach vorne hatten, einer der Spanier, der größte und breiteste, hat sich den Stuhl ganz vorne am Bug in die Mitte des Bootes gestellt und damit allen anderen die Sicht genommen. Die Guides haben es aber drauf geschickt die Boote in der Strömung drehen zu lassen, so dass jeder mal von seiner Seite aus einen guten Blick auf die Tiere hat.

Zuerst ging es raus Richtung Osten zu einer kleinen Insel. Dort sonnen sich gerne die Krokodile und wärmen sich für den nächtlichen Beutezug auf, Flusspferde haben es sich gemütlich gemacht und außerdem war gerade eine Familie Elefanten auf der Insel zum baden. Diese Familie hatte auch einen ganz kleinen Baby-Elefanten mit dabei. Wir haben gelernt, dass Elefanten gut schwimmen können, auch schon die ganz kleinen. Der Fluss ist nämlich ganz schön tief. Die kleinen werden von den großen Elefanten beim Schwimmen in die Mitte genommen, damit sie vor den Krokodilen geschützt sind. Die Guides haben die Boote sehr gut umeinander kreisen und dann in der Strömung an den Tieren vorbei treiben lassen. Zusammen mit den verwendeten Elektrobooten, war es angenehm ruhig und man konnte die Elefanten beim baden und spielen sehr gut und lange beobachten.

Im Laufe der Zeit kam noch eine zweite Familie Elefanten durch den Fluss geschwommen und es gab ein wenig Geschiebe zwischen den zwei Gruppen auf der Insel, aber keinen ernsthaften Kampf.

Es kam dann noch ein Motorboot von einer anderen Lodge dazu, das hatte lauter Männer mit Fotoapparaten mit Riesenobjektiven an Bord. Es hatte nur eine Stuhlreihe und an jedem der Stühle ein festverankertes Stativ in dem die Kameras montiert werden konnten. Was es nicht alles gibt…

Nachdem wir eine ganze Zeit lang den Elefanten beim baden und spielen zugeschaut hatten, sind wir weiter gegen Westen gefahren, um ein wenig die Landschaft zu genießen und ein paar Tiere am Wasser zu beobachten. Es gab noch mehr Krokodile, viele Vögel, Kormorane, die sich zum Trocknen aufgestellt haben, einen Seeadler (sieht aus wie der von den USA, nur ein bisschen kleiner) und einen Leguan, von dem es hier zwei Arten geben soll. Der am Flussufer entlanglief ist einer, der sich auf das Fressen von Krokodileiern spezialisiert hat und damit die Menge an Krokodilen in und am Fluss reguliert. Jedes Tier hat hier eine wichtige Funktion inne. Selbstverständlich waren auch Kudus und Impalas am Wasser. Impalas, eine Gattung der afrikanischen Antilopen. Impalas werden auch „McDonalds of Africa“ genannt, hier mit der Begründung: Die sind einfach überall im südlichen Afrika. Dass sie eine Zeichnung am Hintern haben, die wie ein geschwungenes „M“ aussieht und sie eine der Hauptbeuten von Löwen sind, eine andere. Beim Jagen von Antilopen bekommt „Fast Food“ eine ganz neue Bedeutung, ihr wisst schon…

Zum Sonnenuntergang wurden die Boote dann in die Mitte des Flusses gesteuert, so dass die Strömung diese langsam zurück Richtung Lodge treiben konnte und dann wurde die große Getränkekiste geöffnet. Es gab eine große Auswahl an Softdrinks, Wein und Spirituosen. Wir haben uns für einen Gin and Tonic entschieden. In der Box war auch alles dabei, inkl. extra Eiswürfel (obwohl alle Getränke in einer großen Menge Eiswürfel steckten) und Zitrone. Die Sonnenuntergänge auf dem Breitengrad hier in Afrika sind sehr viel schöner und bunter als bei uns. Die Sonne geht zwar schneller unter, aber die Farben und das Rot bleiben wesentlich länger am Horizont stehen.

Nachdem die Sonne untergegangen war, ging es rasch zurück zum Anleger. In Safaribeschreibungen findet man viel zu den Themen „was zur Safari anziehen“ und „was am Abend anziehen“. Da steht immer, man soll sich wenigstes ein wenig was Schickes, z.B. ein weißes Hemd und eine passende Hose, einpacken, weil man froh sein wird, nach dem ganzen Staub auf den Ausfahrten etwas Sauberes, Sandfreies anziehen zu können. Da sich die Chobe Game Lodge insgesamt als schicker und toller für uns (vielleicht wegen Liz und Richard?) dargestellt hat, haben wir uns extra etwas zum Umziehen für das Abendessen gekauft und eingepackt. Ausgestiegen vom Boot wurde uns gesagt, wir sollten doch bitte jetzt zum Abendessen gleich da bleiben, denn es wäre schon 19 Uhr und ansonsten müsste uns jemand zum Zimmer begleiten und nach dem Umziehen wieder abholen, da wir nicht alleine gehen dürfen. Gesagt hat das tatsächlich niemand, aber es hat sich so angefühlt. Naja gut, dann halt in Safari-Outfit mit den festen, hohen Schuhen, wenn es nicht stört. Hat es auch nicht, die meisten, die jetzt nicht direkt ein Zimmer im Hauptgebäude hatten, konnten sich auch nicht umziehen.

Zum Essen gab es einen Salami-Melonen-Salat (spannende Kombination, aber würzig), Schweinebauch (#makeschweinebauchgreatagain) und Gemüse-Korma und als süßen Abschluss ein Tiramisu. Dazu haben wir ein Gläschen sehr guten Spätburgunder und ein Gläschen Pinotage getrunken.

Für die Essen bekommt bekommt man seinen persönlichen Restaurantmitarbeiter zugewiesen, der sich bei allen Essen um einen kümmert. Schon beim Mittagessen wurde uns Mary vorgestellt, eine Auszubildende, die das schon ganz hervorragend gemacht hat, sie war nur noch ein wenig schüchtern und hat etwas leise geredet. Bei der Menge an Menschen hier musste man sich ein wenig konzentrieren, um alles zu verstehen. Im Restaurantbereich gab es für alle Gäste gleichzeitig Tische. Diese waren immer so zusammengestellt, wie die Gruppengrößen sich zusammensetzten, also zweier Tische, wie für uns, aber auch dreier, vierer und große Gruppen. Bei den Gruppen war klar, welche Tische gemeint waren, bei den zweier Tischen konnte man sich einen der freien aussuchen, der einem gerade am Besten gefiel.

Nach dem Abendessen haben wir uns noch die obere Bar (es gab derer zwei, eine im Erdgeschoss zwischen Eingang und Terrasse und eine im ersten Stock) angesehen. Diese hatte einen Innenbereich mit Snooker-Tisch und zwei Sätzen Kugeln: den kompletten Snookersatz und die üblichen 15 + weiße Kugel für Pool (auf dem Riesentisch mit den kleineren Löschern sicher auch nicht einfacher zu spielen). Wir haben uns für einen After-Dinner-Cocktail und ein Glas eines lokalen Brandys entschieden. Ein großer Teil der Spirituosen waren hier auch inklusive, nur ein paar Premiumprodukte, wie teure Whisk(e)ys wären extra zu bezahlen gewesen. Aber warum sollte man in Afrika Whiskey aus Schottland oder Japan trinken wollen, wenn es auch interessante einheimische Produkte zu entdecken gibt? Man muss trotzdem einen 0 Pula-Beleg unterschreiben, für die interne Abrechnung der verbrauchten Mengen.

Wir sind dann ins Bett gefallen, denn morgen klingelt der Wecker um 5:00 Uhr.

Donnerstag, 28.6.2026

Der Wecker klingelte auch um 5:00 Uhr. Den haben wir nur nicht gehört, weil er dummerweise auf „lautlos“ stand. Eine echt dämliche Einstellmöglichkeit auf dem Smartphone. Zum Glück hatten wir ein Backup um 5:05 Uhr eingestellt, das hat uns dann aus dem Schlaf gerissen. Für eine kurze Wäsche und zum Anziehen reicht die Zeit trotzdem locker. Wir mussten dann noch ein wenig warten, bis Miss T vorbei kam, um uns abzuholen. Sie hatte uns auf dem Boot gestern Abend gesagt, dass es in der Früh ungefährlich wäre selber zum Frühstück zu laufen, aber die Guest Relations Managerin am Vorabend hat uns nur gefragt „wann“ wir abgeholt werden wollen zum Morgenkaffee, nicht „ob“. Diese Option war nicht verfügbar. Am Kaffee herrschte großes Gedränge. Außerdem war der Kaffee irgendwie dauernd leer. Wir haben uns dann einfach einen Saft gegönnt. Wenn man gewollt hätte, hätte man gleich wieder anfangen können zu essen. Es gab kalte Hühnchenbeine und Muffins. Man sollte nicht auf die Idee kommen eine Diät zu machen und gleichzeitig auf Safari zu gehen. Das wird nicht gut gehen.

Als wir kurz vor 6 Uhr zu den Autos gelaufen sind, saßen zwei der Spanier schon im Safariwagen in der ersten Reihe (also die gleichen Beiden, die auch gestern schon im Boot ganz vorne gesessen haben, um den Blick zu verstellen), wir haben uns dann die zweite Reihe ausgesucht. In die Reihen eins, zwei und vier kommt man ohne Hilfe, Reihe drei ist genau über dem Hinterrad und damit fehlt einem eine Trittstufe zum Erklimmen des Wagens und man benötigt Klettergeschick oder eine externe Treppe (die gibt es natürlich, aber man benötigt Hilfe von außen zum ein- und aussteigen). Die Australier hatten Reihe 3 und das zweite Paar aus Spanien Reihe 4. Für jeden gab es eine Dose Wasser und eine Decke (sehr gut bei den morgendlichen Temperaturen). Die Ausfahrt war schön bei Sonnenaufgang, es gab jetzt aber keine spektakulären Tiere zu sehen und die, die wir gesehen haben, die wirkten selbst noch ein bisschen verschlafen. Ein paar Giraffen, Warzenschweine, Mungos, jede Menge Impalas und viele Vögel.

Das Ereignisreichste war noch ein Stopp an einer Toilette mitten im Park. Dort gab es eine Gruppe Vervet Monkeys (Südliche Grünmeerkatze), die sich diesen Platz ausgesucht haben, da hier die Safari-Fahrzeuge halten und die Lodges von außerhalb des Parks ihre Morgenpause mit den Gästen mit Kaffee und Snacks machen. Die Affen waren flink, um sich von dem aufgebauten Essen was zu klauen oder sich irgendwelche Tüten und Sachen aus den Autos zu greifen, um zu schauen, ob was Essbares dabei ist. Wir haben aber hier nur kurz einen Halt wegen der Toiletten eingelegt und sind dann danach zurück gefahren, in die Lodge, zum Frühstück.

Das Frühstück war schon fast ein Brunch, denn es war ein großes Buffet aufgebaut mit Früchten, Joghurt, Süßspeisen, geräuchertem Lachs, Wurst, Käse, Salat und dann dazu noch warme Gerichte, diverse Würstchen, Speck und eine Station mit Eierspeisen. Brot gab es dort keines, das hat man sich am Tisch bestellt. Kam dann aber auch in „zu viel“. Bei der Bestellung von einer Scheibe Toast „braun“, kamen vier Scheiben, 2 weiß, 2 braun. Die wollen nicht, dass man nicht zunimmt…

Nach dem Frühstück hatten wir kurz Zeit uns zu duschen und uns der ganz warmen Sachen zu entledigen. Denn um 11 Uhr ging es schon wieder weiter auf die Mittagsausfahrt mit dem Boot. Auf der kleinen Insel, auf der gestern die Elefanten standen, hatte sich heute die Familie Nilpferd eingefunden, auch mit einem kleinen Hippo dabei. Bei Nilpferden muss man anscheinend sehr aufpassen, wenn die übel gelaunt sind, greifen die auch schon mal die Boote an und die Tiere sind wohl sehr schnell. Auch auf Land… 40 km/h dauerhaft, da kann man als Mensch nicht weglaufen, nur auf Bäume klettern. Auch die Guides mit den Booten müssen wohl aufpassen, damit sie ggf. schnell das Weite suchen können, wenn so ein Nilpferd meint, es müsste im Wasser angreifen.

Nilpferde haben eine empfindliche Haut und können sich nicht so lange in der Sonne aufhalten. Daher schlafen sie meist tagsüber im Wasser und kommen dann in der Nacht an Land, um zu fressen. Wir sind dann noch mal in Richtung Westen gefahren, es waren aber weniger Tiere zu sehen als am Vorabend. Ein paar Krokodile dösten am Ufer, ein paar Vögel waren zu sehen, ansonsten war es einfach nur eine sehr entspannte Fahrt. Die Elektroboote sind schön leise, da kann man die Landschaft genießen, die an einem vorbei zieht. Auf der einen Seite ist Botswana, auf der anderen Flussseite im Norden ist schon Namibia, was auf den ersten Blick etwas komisch wirkt, da Namibia eigentlich viel weiter im Westen liegt. Aber auf Grund irgendwelcher Absprachen und historischen Verträge hat Namibia einen schmalen Korridor zwischen Chobe River und Sambesi, bis knapp an die Viktoria Fälle. Auf dem Rückweg gab es natürlich noch ein Getränk… Vormittags für uns noch ohne Alkohol. Spanier sind da nicht so wählerisch. Wir wissen nicht, ob Gin mit an Bord gewesen wäre, Weißwein auf jeden Fall.

Auf dem Weg vom Boot zum Zimmer sind wir gleich im Restaurant hängen geblieben. Mary hatte jetzt ihre freien Tage und Kenny hat übernommen, um uns am Tisch zu umsorgen. Heute war italienischer Mittag, in der Früh wurde schon ein großer, gemauerter Pizzaofen angeheizt und nun gab es eine Liste mit Zutaten, aus denen man sich seine individuelle Pizza zusammenstellen konnte. Da wir uns inzwischen mit den Portionsgrößen hier zurecht gefunden haben, haben wir nur eine Pizza zum teilen bestellt. Es gab ja auch noch Vorspeisenbuffet, ein Nudelbuffet mit verschiedenen Soßen und ein Nachspeisenbuffet und wenn man nicht satt geworden ist, spätestens um 15 Uhr die Teatime mit wieder was zu essen. Zur Pizza haben wir uns einen Rosé ausgesucht, der sich sehr gut trinken ließ.

Eine Familie Mungos huschte während des Mittagessens unablässig durch den Restaurantbereich und hat nach heruntergefallenem Essen Ausschau gehalten. Sie haben aber nicht gebettelt und haben auch einen Sicherheitsabstand zu uns eingehalten. Auf dem Weg vom Restaurant zum Zimmer stand dann eine Familie Warzenschwein auf dem gepflegten Rasen und hat von den kurzen Grashalmen noch ein Stück abgefressen. Der Gärtner der in der Nähe stand und sich das angeschaut hat, meinte nur, dass seine Helfer gerade den Rasen pflegen. Wir haben dann gesehen, dass am nächsten Tag alle Löcher im Rasen, die die Warzenschweine gegraben haben, wieder aufgefüllt waren.

Jetzt hatten wir wieder unsere 1,5 Stunden Freizeit am Tag. Die waren gut zu nutzen, um noch einmal im Pool zu plantschen, etwas aus der Minibar zu trinken und schon mal unsere Weiterreise vorzubereiten. Als nächstes ging es wieder auf Fly-in-Safari. Das bedeutete wieder alles umpacken, da wir wieder nur max. 20 kg Gepäck (15 kg für die Tasche, die im Gepäckfach verladen wird + 5 kg Handgepäck) mitnehmen konnten und die Taschen die Vorgaben (max. Größe, keine Rollen, kein harten Kanten, kein Metallgestell) erfüllen mussten. Alles was wir jetzt nicht mehr brauchten, musste in große Tasche, die als Fracht nach Maun gebracht werden sollte, und die Safari-Sachen in das kleine Gepäck zum mitnehmen. Zum Glück bekommt man hier in allen Lodges, die wir ansteuern, kostenlos die Sachen gewaschen. Damit kann man sich auf ein Mindestmaß an Anziehsachen beschränken. Allerdings haben wir schon gemerkt, alles was warm ist, muss mit auf Safari.

Um 15 Uhr gab es wieder Tee und was zu essen. Safari ist an der Stelle schon anstrengend, aber es gibt erstaunlicherweise Leute, die trotzdem schon wieder essen konnten. Die Sachen sehen alle so gut aus, aber auch die halbe Pizza war schon viel und wir waren noch richtig satt. Aber: hier in der Lodge würde es auch einen Fitnessraum geben, mit tollem Blick auf den Chobe, man könnte also tatsächlich versuchen wieder ein paar der Kalorien abzutrainieren, wenn man nur auch Zeit dafür hätte.

Heute Nachmittag um 15:30 Uhr stand noch einmal eine Ausfahrt an. Wir waren diesmal schnell und haben die erste Sitzreihe im Auto ergattert vor den Spaniern, gefolgt von den Australiern auf Reihe zwei. Für eine gute Sichtung von Tieren sprechen sich die Guides von einer Lodge ab, wer welchen Weg durch den Park nimmt, und über Funk wird kommuniziert was man gefunden oder eben nicht gefunden hat, damit die Autos dann schnell zu einer interessanten Stelle kommen können, wenn jemand was gesehen hat. Immer wenn ein Auto einer anderen Lodge entgegen kommt, wird kurz angehalten und die Guides tauschen sich über ihre Sichtungen aus. Auf diese Weise kann man viele Tiere sehen, weil die Guides gezielt einzelne Punkte anfahren können. Außerdem wird immer auf Spuren geachtet, die die Tiere im Sand hinterlassen haben, um zu versuchen diese aufzuspüren. In Chobe dürfen dabei (wie in Namibia, wo wir waren) die Wege nicht verlassen werden. Wenn eine Tierspur dann ins Gelände führt, hat man Pech gehabt und muss sich was neues suchen. Heute Nachmittag hatten wir mehr Glück und es gab mehr Tiere zu sehen, wie Elefanten, Giraffen, Kudus, Paviane, ein paar Vögel und die anderen Leguanart im Vergleich zu heute Vormittag.

Das Highlight der Sichtungen war ein Gepard, der gerade ein Impala erwischt hatte und dabei war dieses zu verspeisen. Dabei war gut zu erkennen, dass er sich immer wieder umschauen musste, ob nicht ein Löwe ankam. Löwen sind nicht so wählerisch, die fressen auch Geparden. Normalerweise sind solche Sichtungen hier angeblich sehr, sehr selten. Der letzte Gepard, der gesehen wurde, war wohl schon 5-6 Jahre her, laut Miss T.

Geparden sind die schnellsten Läufer im Busch und rennen ihrer Beute hinterher. Im Gegensatz zu Löwen, die nicht weit laufen können und sich daher verstecken müssen vor der Beute, bevorzugt ein Gepard ein offenes Gelände mit kurzem Gras und ohne oder nur wenigen Versteckmöglichkeiten. Von den „Big Five“ in Afrika, Löwe, Nashorn, Elefant, Wasserbüffel und Gepard, hatten wir nun in unserem Leben damit die Nummer vier auf der Liste gesehen. Löwe und Nashorn hatten wir 2012 auf einer kurzen Safari zu Gesicht bekommen, damals und diesmal auch den Elefant. Nashörner gibt es hier nicht (mehr). Die sind entweder getötet worden oder sind ausgewandert. Jetzt fehlt nur noch ein Wasserbüffel und ein Löwe auf dieser Reise zum Komplettieren der Liste. Aber hier auch noch ein Bild wie das aussieht, wenn sich dann alle Wagen in der Nähe um eine solche Sichtung scharen.

Zwei Wasserbüffel fanden die Guides heute am späten Nachmittag auch noch, allerdings standen die im Schatten unter einem Baum. Man musste schon genau hinschauen, um die schwarzen Tiere im Schatten hinter den vielen Blättern ausmachen zu können. Egal, wenigstens einmal einen Wasserbüffel gesehen bzw. wenigstens erahnt. Auf den Fotos sind die Tiere kaum zu erkennen, auf denen sind die noch schwerer auszumachen als in der Realität, wenn man nur ein paar Meter mit dem Auto entfernt steht.

Zum Sonnenuntergang wurde ein sicheres Gelände angefahren. Sicher ist es, wenn außen kurzes Gras herum ist. Löwen können weder besonders weit springen, noch besonders ausdauernd laufen. Daher reicht es, wenn man ein passendes, übersichtliches Stück Land findet. Jetzt war auch wieder Zeit für einen Gin and Tonic.

Nach dem Sonnuntergangs-Cocktail ging es zurück zur Lodge. Wir wurden schon im Restaurant begrüßt, aber da es noch ein bisschen hell war, wollten wir uns noch schnell was anderes anziehen und zurück kommen, zu Abend essen und den letzten Abend an der Bar ausklingen lassen. Als wir die Tür zu unserer Terrasse aufmachten, um zum Zimmer zu gelangen, fanden wir eine weiß gedeckte Tafel mit Kerzenleuchter und eine Flasche Rosé in einem Weinkühler vor.

Wir waren sehr überrascht und hatten zuerst die Vermutung, dass uns jemand von der Familie oder Freunden eine Freude machen wollte. Es hat sich aber dann keiner dazu bekannt und wir haben an der Rezeption nachgefragt und die meinten, das wäre nicht von außerhalb, sondern eine Aufmerksamkeit des Personals. Sie würden jemanden vorbeischicken für die Bestellung, wir sollten es uns gemütlich machen. Also haben wir uns erst mal umgezogen und gewartet. Nach einem zweiten Anruf kam dann Kenny, hat die Kerzen alle angezündet und die Bestellung aus der Menükarte vom Abend aufgenommen. Die Flasche Wein war schon bereit gestellt, weil uns der am Mittag geschmeckt hätte, die könnte man aber auch noch tauschen. Beim Essen haben wir uns für den Fisch-Kuchen und dann das gegrillte Babyhühnchen und den Fisch und zum Dessert für einen traditionellen Malva Pudding (zumindest der Beschreibung auf der Karte nach wenigstens ein traditionelles Gericht) und ein Sorbet entschieden. Das war ein ungeplanter, aber dafür um so schöner Abend!

Kenny hat dann abgeräumt und gesagt er kümmert sich um alles, inklusive der Kerzen, und wir sind ins Bett gefallen, denn in weniger als 7 Stunden mussten wir schon wieder aufstehen für die Morgenausfahrt. So eine Safari ist kein Urlaub. Das ist harte Arbeit. Haben wir das schon erwähnt?

Freitag, 29.5.2026

Heute stand die Weiterreise in das Okavango-Delta an. Abfahrt war angegeben mit 10:20 Uhr. Die Camps und Lodges geben die Check-Out Zeit meist mit 10 Uhr an, richten sich aber dann zum Glück nach den Flugzeiten der Gäste. Wir mussten also nicht Punkt 10 Uhr aus dem Zimmer und konnten somit noch nach der Ausfahrt mit Frühstück und dem Zusammenpacken planen. Eigentlich plant die Lodge für die Gäste die abreisen am letzten Tag morgens eine Sonnenaufgangsfahrt mit dem Boot. Die beginnt erst um 6:30 Uhr und endet auch schon um 8 Uhr, damit man etwas mehr Zeit hat. Das war der Plan, den man uns zu Beginn mitgeteilt hatte. Gestern Nachmittag wurden wir aber gefragt, ob wir die Sonnenaufgangsfahrt mitmachen wollten oder lieber noch einmal die Morgensafari durch den Park. Da gäbe es Tiere zu sehen, auf dem Boot nur den Sonnenaufgang, sonst gibt es da nichts was erwähnenswert wäre. Da sich das mit der Ausfahrt bis ca. 8:45 Uhr und dem Frühstück mit der Abfahrt um 10:20 Uhr ausgehen würde, haben wir uns für die Ausfahrt entschieden.

Das war auch gut so, nachdem wir erst einem wunderschönen Schakal begegnet sind, haben heute die Guides die Löwen aufgespürt und weil die Chobe Game Lodge als einzige im Park selbst drinnen liegt, waren deren Wagen auch alle rechtzeitig zur Stelle, bevor die Gruppe weitergezogen in ein Gebiet weitergezogen ist, das nicht befahren werden darf.

Die Gruppe umfasste etwa ein Dutzend Tiere, weibliche und mind. zwei junge männliche Löwen, die vorbeizogen und ganz nah an den Fahrzeugen vorbei und zwischendurch gelaufen sind. Das war schon aufregend, da man nicht durch ein Gitter oder Graben von den Tieren getrennt ist und wenn die wollten, dann könnten die auch ins Auto springen. Die laufen nur so 1-2 m entfernt an einem vorbei und man hat das Gefühl, die schauen einen dabei auch an.

Später sind wir noch einmal einer einzelnen Löwin begegnet, die von der Gruppe getrennt war und hinterher zog, hier waren wir mit unserem Wagen recht alleine unterwegs.

Wir sind dann noch ein Stück den Chobe entlang gefahren und haben den Fluss und seine Bewohner im schönen Morgenlicht bewundern können.

Wer sich übrigens schon immer mal gefragt hat was für Töne Nilpferde so von sich geben…

Noch einmal ein wenig später gab es noch eine Löwin mit zwei kleinen Löwenbabys. Die Mutter hinkte und man merkte, dass sie eine Verletzung an der rechten Vorderpfote oder dem Bein hatte und nicht mehr richtig auftreten konnte. Damit kann sie auch nicht mehr jagen und ohne Futter gibt es keine Milch mehr für die Kleinen. Sehr, sehr traurig. Miss T meinte, dass es schlecht aussieht und die Löwen nur eine Chance hätten, wenn die Mutter vom Rudel etwas zu fressen abbekommen könnte. Das kann funktionieren, weil auch ein verletztes Tier immer noch Teil des Rudels ist, aber so wirklich eine Chance haben sie für die Löwenbabys nicht gesehen. In dem Nationalpark sind die Tiere auf sich selbst gestellt, es wird nicht eingegriffen, wenn ein Tier krank oder verletzt ist. Die Aussage dazu war „that’s the circle of life“ (der Lauf des Lebens). Sehr traurig, muss man aber so akzeptieren. Was eigentlich noch schlimmer war, waren die Massen an Autos, die sich um die Mutter mit den Kleinen gedrängt haben. Das waren nicht nur die paar Wagen der Chobe Game Lodge, sondern hier waren auch diverse Autos anderer Lodges und Camps im Gewühl und dazu haben sich auch noch die Privatfahrer mit ihren Mietwagen gedrängt, die wenig Abstand hielten. Die Guides wissen wenigstens wie man sich verhält und haben sich alle nach einer kurzen Weile wieder zurückgezogen.

Ein paar Giraffen und Vögelchen später war es dann auch schon wieder Zeit in die Lodge zum Frühstück zurückzukehren und uns von Miss T zu verabschieden.

Wir trafen so gegen 8:45 Uhr ein und bekamen die Nachricht, der Flug wäre vorverlegt worden, Abfahrt wäre schon um 10:00 Uhr. Damit wird es mit duschen und packen schon knapp, wenn man noch frühstücken möchte. Wir hatten zum Glück das meiste schon fertig gemacht gestern Nachmittag und mussten nur noch die restlichen Sachen verstauen. Das hat ganz gut geklappt und wir konnten nach der Dusche sogar noch stressfrei ein letztes Frühstück in der Lodge genießen, bevor es los ging zum Flugplatz.

Am Flugplatz in Kasane angekommen, hat uns eine Dame von der Lodge bis zum Check-In begleitet und dort abgeliefert. Der Check-In war kein Schalter zur Gepäckaufgabe, wie man ihn bei uns kennt, sondern da stand ein Herr der Fluggesellschaft im Terminal, der ein Tablet hatte und das Gepäck entgegen genommen und zur Seite gestapelt hat. Bei ihm bekamen wir die Bordkarten für die nächsten drei Flüge, nach Gomoti, Monachira und Maun. Über unseren Gepäcktransfer war er nicht so wirklich informiert, aber wir hatten die Ausdrucke von unserem Reiseveranstalter dabei, da stand der Gepäcktransport mit Airline-Buchungscode drauf, damit konnte er was anfangen und hat uns unsere großen Reisetaschen abgenommen und eine Quittung für die Abholung in Maun ausgestellt. Dabei hat er auf die letzte Bordkarte wegen dem Abholdatum geschaut und den 31.5. als letztes Flugdatum notiert. Irgendwie kam uns das komisch vor, weil wir am 3.6. von Maun nach Hause fliegen wollten und nur eine Nacht in Maun gebucht hatten. Da passte irgendwas mit dem 31.5. nicht. Wir haben einen Blick auf die Bordkarten geworfen und festgestellt, dass wir eine Bordkarte am 31.5. von Gomoti nach Monachira hatten, aber direkt danach auch eine weitere Bordkarte am 31.5. von Monachira nach Maun. Das machte rein logisch keinen Sinn, da man eigentlich eine Bordkarte von Gomoti nach Maun hätte, wenn man diese Strecke fliegen möchte. Die Flüge sind alle Charter und keine Linie, d.h. welchen Weg das Flugzeug nimmt um von A nach B zu kommen, ist nicht beeinflussbar und jeden Tag anders. So war unser Flug von Kasane nach Gomoti mit ca. 50 Minuten zum ersten Stopp, dann 10 Minuten zu Stopp 2 und dann noch mal 10 Minuten nach Gomoti geplant. Uns wurde auch gesagt: Bitte unbedingt erst am dritten Stopp aussteigen, nicht zu früh! Wir haben den Herrn vom Check-In darauf angesprochen und er hat gesagt, er kuckt mal, wir sollen schon mal durch die Sicherheitskontrolle gehen, er kommt dann nach wegen der falschen Bordkarte.

Auf den Airstrips im Landesinnere ist keiner. Da befindet sich nur eine Schotterpiste in der Wildnis, ohne Haus, ohne Wartesaal, ohne Sicherheitskontrollen. Da ist dann auch egal was man im Handgepäck dabei hat, Flüssigkeiten spielen z.B. auch keine Rolle. Plötzlich hat man hier einen Kasane International Airport und den ganzen normalen Sicherheitswahnsinn. Was man wissen muss ist, dass man durch den Metaldetektor sehr sehr langsam durchgehen muss, sonst piepst der immer. Haben wir aber spätestens im zweiten Anlauf geschafft. Dann haben wir gewartet auf den Herrn von der Airline. Es kam ein anderer, dem wir unsere Bordkarte gezeigt und das Problem damit erläutert haben. Er hat Fotos geschossen mit seinem Smartphone und gesagt er kümmere sich drum. Wir haben noch schnell im Flughafen WLAN eine Email an unseren Reiseveranstalter geschrieben, damit der sich um die Fehlbuchung kümmern kann. Dann mussten wir aber auch schon einsteigen, d.h. erst mal wieder über das Vorfeld zum Flieger laufen. Es handelte sich um eine Cessna 208B Gran Caravan, wie wir sie so ähnlich von Air Wilderness schon kannten, nur hier von Mack Air. Unterschied zu Namibia war, dass hier tatsächlich ein Pilot und Copilot an Bord waren. In Namibia gab es nur einen Piloten. Die Machine war recht voll und nachdem man sein Gepäck identifiziert hat zum Verladen, hat der Pilot die Gäste nach Reisezielen auf die Sitzreihen verteilt. Die, die zuerst raus mussten in die letzte Reihe u.s.w. Wir mussten erst bei Landung Nr. 3 aussteigen, der nächste Stopp wäre dann Maun gewesen. Was jetzt mit unseren falschen Tickets ist, haben wir in Kasane nicht mehr erfahren.

Sonntag, 24.5.2026

Der Flug war ereignislos, es gab wie immer bei Airlink die Auswahl zwischen Rind und Hühnchen als Essen. Das einzig spektakuläre war beim Abflug der letzte Blick auf die Kapstadt Berge und dann beim Anflug der erste Blick auf die Gischt der Fälle, die man tatsächlich über mehrere Kilometer hinweg sehr gut erkennen konnte, da die Wasserwolke deutlich nach oben aus der Ebene herausragt.

Einreisen nach Simbabwe ist nicht ganz so einfach. Es gibt Visa für genau eine Einreise, Visa, die mehrfache Einreise erlauben und teuer sind und ein spezielles Touristenvisum, dass genau die Variante „ich will die Fälle von allen Seiten sehen“ abdeckt. D.h. man kann beliebig oft zwischen Simbabwe und Sambia hin und her wechseln und es erlaubt eigentlich auch einen Tagesausflug nach Botswana. Für Sambia braucht man als Deutscher kein Visum, für Botswana auch nicht, aber man kann mit dem „normalen“ Visum für Botswana aus-, aber dann nicht mehr einreisen. In so fern haben wir uns das „Kaza Univisa“ vorher beantragt und bezahlt. Ansonsten kostet das „Einmal-„Visum $35, zu zahlen bei Einreise. Man muss alle Daten für das Visum im Internet angeben und per Kreditkarte bezahlen. Was man dann zum ausdrucken bekommt ist nur eine „Vorabbezahlungsbestätigung“, das Visum bekommt man erst bei Einreise, muss dann aber nicht mit einem Haufen Dollarscheinen hantieren. Die Bezahlbestätigung ist ein PDF, das man ausdruckt und nach Anleitung zweimal falten muss. Also gingen wir mit unseren Pässen und dem säuberlich gefalteten Zettel zum Einreiseschalter am Flughafen. Der tolle Zettel war völlig nutzlos und sehen wollte den auch keiner. Die Daten waren alle im Computersystem der Einreisebehörde gespeichert, ein simples Scannen der Pässe hat den Barcodedruck für den Visum-QR-Code ausgelöst, der in den Pass geklebt wurde. Daneben wurde der Einreisestempel gesetzt und dann hat am längsten das Drucken der Quittung über die Bezahlung gedauert. Neben uns stand ein Paar aus Großbritannien am Nachbarschalter. Die hatte sich bei den Passnummern verschrieben, da diese in UK anscheinend komplizierter sind. Die mussten ein neues Visum bezahlen. Da hatten wir Glück, alles richtig gemacht und damit ging es recht fix mit der Einreise.

Wir haben unser ganzes Gepäck eingesammelt und draußen wartete schon ein Fahrer von der Pioneers Lodge, um uns in unser Hotel/die Lodge für die nächsten drei Nächte zu fahren. Auf der Fahrt hat er uns etwas über den Ort Victoria Falls erzählt, über den Stamm aus dem er stammt und was eine Heirat kostet, also was man an die Familie der Frau zahlen muss, um sie heiraten zu dürfen. Der normale Preis läge bei 10 Kühen. Es wird billiger, wenn man sich eine geschiedene Frau aussucht und Frau mit Kindern ist noch preisgünstiger, so ab 2 Kühe. Andere Länder, andere Sitten. Er hat uns noch darauf hingewiesen, dass man nachts auf jeden Fall ein Taxi nehmen muss, denn da könnten Elefanten und Wasserbüffel im Ort herumlaufen und bei Wasserbüffeln wären die Löwen nicht weit entfernt. Vielleicht ein guter Ratschlag.

Im Hotel angekommen wurden wir freundlich empfangen und wir haben die Formalitäten auf der Terrasse des Hotels bei einem Glas Eistee erledigt. Die großen Bücher, in die man sich einträgt hat man hier nicht. Wichtiger als irgendwelche Meldezettel sind die Hinweise über die Gefahren in der Wildnis und die Erklärung, dass man die Lodge nicht verklagen kann, wenn man dann doch gefressen wird. Die Formalitäten hat eine nette Dame von der Rezeption mit uns erledigt und uns die wichtigsten Dinge zur Lodge (Frühstückzeiten, Pools, Bar, Restaurant, Toiletten…) erklärt.

Wir hatten im Vorfeld der Reise einmal bei Pinto angefragt, was es uns kosten würde einen Fahrer zu bezahlen, der uns auf die sambische Seite der Fälle bringen kann. Die Antwort, bzw. der Preis, hat uns fast aus den Socken gehauen. Zumindest waren wir vorgewarnt, dass Victoria Falls ein ganz schön teures Pflaster ist. Daher haben wir das von zu Hause aus nicht weiter verfolgt und im Hotel gefragt, ob sie jemanden wüssten, der uns auf die andere Seite bringen kann. Man kann mit dem Taxi zur Grenze von Simbabwe fahren, dann über die Grenze gehen, dort ein zweites Taxi nehmen, das einem zur Grenze von Sambia bringt und nach der Grenze mit einem dritten Taxi zu den Fällen fahren. Und umgekehrt zurück natürlich genauso. Nach kurzem Überlegen, hat die Dame (Name ist uns bekannt, wir wollen den hier nur nicht nennen) gemeint, sie würde auf der Sambiaseite wohnen und sowieso dauernd hin und her fahren und könnte uns mitnehmen. Das war ein super Angebot, weil eigentlich wollten wir ja auch nur jemanden der uns fährt. Die Fälle anzuschauen, das schaffen wir auch selbst. Der Park ist ja nicht groß und die Wasserfälle sollten nicht so schwer zu erkennen sein. Der hohe Preis der Agentur war Fahrt + Reiseführer für die Fälle auf beiden Seiten. Unsere Vermutung war auch, dass die Reiseführer einen nur bis hin bringen und man sich dann so oder so sich alles alleine anschaut. Deutschsprachige Reiseleitung hätte noch mal ca. 50% auf den eh schon viel zu hohen Preis als Aufschlag gekostet. Das Angebot uns mitzunehmen erschien uns so gut, dass wir das angenommen und uns für den nächsten Tag morgens abseits des Hotels verabredet haben.

In Victoria Falls ist einfach alles teuer. Zum Glück hatten wir unsere Wäsche, die wir waschen lassen mussten, schon in Swellendam und Kapstadt waschen lassen. Kapstadt war ein wenig teurer als Swellendam, aber hier in VicFalls sind alle Preise so wie bei uns zu Hause in Deutschland. T-Shirt waschen war hier mit 4 US-$ auf der Liste, in Kapstadt haben wir 25 Rand (ca. 1,25 EUR) gezahlt und in Swellendam lag der Preis bei 20 Rand (ca. 1 EUR). Wenn man sehr gut und zu vertretbaren Preisen Essen gehen möchte, dann empfiehlt sich Namibia und Südafrika. Das Preis-/Leistungsverhältnis ist einfach unschlagbar. Hier, in der Touristenregion der Fälle, ist das schon eine eher teure Angelegenheit.

Weil wir uns noch gar nicht auskannten hier, haben wir uns erstmal unser Zimmer angesehen und einen Tisch im hoteleigenen Restaurant für diesen ersten Abend reserviert, war dann nicht weit und wir konnten uns mit den Gegebenheiten vor Ort erst einmal vertraut machen.

Wir wussten, dass es eine Brücke zwischen Simbabwe und Sambia geben soll, über die auch Züge fahren und über die man auch laufen kann, also oben drüber, die Victoria Falls Bridge. Es werden aber auch Touren unter der Brücke angeboten, die man geführt und mit Klettergurt und Seil gesichert machen kann. Bei den Sight-Seeing-Dinner-Zügen stand dabei, dass die auch mal auf der Brücke halten, damit man sich die Fälle auch anschauen kann. Die Brücke kostet auch keine Gebühren, d.h. da kann man mal hin und sich ein erstes Bild machen. Außerdem soll man abends im Wassernebel einen Regenbogen sehen können.

Wir sind dann zur Rezeption und haben gefragt, wie man denn zu der Brücke hinkommen würde. An der Rezeption stand an der Seite gerade ein Herr, der sich mit einem Mitarbeiter unterhalten hat. Die Dame von der Rezeption hat ihn dann einfach gefragt, ob er grad Zeit hat, um uns zur Grenze zu fahren und er hat sofort gesagt, macht er. Er hatte kein Taxi (also die mit Schild auf dem Dach), war aber ein offizieller Fahrer mit einem kleinen Kleinbus. Sein Name war Clever. Er hat uns auch seine Karte gegeben, damit wir ihn anrufen lassen können bei Bedarf. Unser Pässe hatten wir dabei, denn soweit war uns bekannt, dass die Brücke über der Schlucht im Niemandsland zwischen Simbabwe und Sambia liegt. Mit unserem Kaza-Visum wäre das mit aus- und wieder einreisen auch kein Problem gewesen. Aber Clever (Name ist da Programm) hatte einen Tipp für uns: Wir sollen nicht die Pässe stempeln lassen, sondern nach einem „Free-Pass“ fragen, dann könnten wir zwar nicht nach Sambia einreisen, aber wir könnten auf die Brücke und wieder zurück und müssten nicht zur Einreisekontrolle, sondern könnten bei der Rückkehr einfach rausgehen. Außerdem würde er uns in anderthalb Stunden wieder abholen. Auch ein gutes Angebot, dann müssen wir uns nicht mit der Suche nach einer Fahrgelegenheit herumschlagen (was aber auch wenig ein Problem ist, denn es stehen überall an den touristisch interessanten Orten Fahrer herum, die auf Kundschaft warten). Aber er war sympathisch und er wussten wo wir unsere Lodge hatten. Gefühlt jeder der in Victoria Falls ein Grundstück größer als ein Handtuch besitzt und ein wenig Geld hat, baut eine Lodge und vermietet, keine Ahnung, ob die Fahrer alle kennen und man somit auch nicht erst über die Lage diskutieren muss.

Wir sind zur Ausreisekontrolle gegangen und haben gesagt, wir hätten gerne einen „Free Pass“, wir würden nur gerne einen Blick von der Brück werfen und der Herr vom Grenzschutz hat einen kleinen Papierstreifen genommen, Datum und Anzahl Personen draufgeschrieben und seinen Stempel draufgehauen. Damit durften wir dann die Grenze passieren und konnten in Richtung Brücke laufen.

Der Weg zur Brücke ist ziemlich genau 1km lang. zwischen den Grenzen stauen sich die LKW zur Grenzabfertigung und dazwischen sind PKW unterwegs. Man muss ganz schön aufpassen, weil die Straße dadurch ziemlich eng wird, wenn beidseitig die Fahrzeuge stehen und sich dann noch in beide Richtungen die PKW durch die schmale Fahrstraße quälen. Dazwischen sind auch Menschen, die ihr Geld mit dem Verkauf von Waren an die LKW-Fahrer verdienen. Wir hatten schon gehört, dass immer nur ein Auto gleichzeitig auf der Brücke unterwegs sein darf. Die Straße ist auch nur einspurig und keine Ahnung, wie das funktioniert, wann mal die eine Richtung und mal die andere Richtung fahren darf. Man muss aufpassen auf der Brücke, da es schon sehr, sehr eng ist und immer wieder LKW oder PKW über die Brücke fahren. Es sind schon viele Leute hier, um einen kostenlosen Blick auf die Fälle zu werfen. Auch der Regenbogen war da, auch zum Teil nicht als Bogen, sondern als farbiger Kreis in dem Wassernebel aus der Gischt der Fälle zu sehen. Wer will kann hier auch einen Bungee-Sprung an den Victoria Falls machen von der Mitte der Brücke in die Schlucht, wenn mans mag… Der Blick lohnt sich und preisgünstig ist es alle mal, der Eintritt in den Park zu den Fällen kostet pro Person 56 US-$. Da kann man nicht „nur mal schnell einen ersten Blick werfen gehen“. Das wird dann schnell teuer, wenn man dann auch nochmal „richtig“ in den Park möchte. Während wir auf der Brücke standen, kam ein ganz langer Güterzug über die Brücke gefahren. Wenn sich wegen Alter und Stabilität der Brücke immer nur ein Auto gleichzeitig auf der Brücke befinden darf, was passiert dann, wenn ein ganzer Güterzug auf der Brücke ist? Der fährt auch nicht jeden Wagen einzeln von der einen zur anderen Seite. Will man eigentlich nicht wissen, wenn man grad drauf steht. Nachdem wir genug gesehen hatten, haben wir uns auf den Rückweg gemacht. Außerdem wollten wir Clever wieder treffen, damit er uns weiter fährt. Ausreise war tatsächlich wie angekündigt: einfach aus der Grenze rausgehen. Da steht auch keiner zum Aufpassen. Anscheinend ist man hier so ordentlich und geht immer, wenn notwendig, von selbst zu den Grenzbeamten wegen der Stempel.

Clever wartete schon auf uns und hat den Vorschlag gemacht, wie sollten noch das Lookout Café besuchen, wir müssten auch gar nichts trinken dort, einfach nur um einen Blick in die Schlucht mit dem Wasser zu werfen. Auf dem Weg dorthin lief auf der Straße eine Familie Warzenschweine herum. Victoria Falls liegt als Stadt mitten im Nationalpark, daher dürfen hier die Tiere alles. Da wir noch nichts weiter vor hatten und ein Drink zum Abend gerade gelegen kam, haben wir Clever nicht auf uns warten lassen, sondern uns in einer dreiviertel Stunde wieder verabredet. Im Lookout Café haben wir zwei Gin and Tonic (G&T) bestellt und uns die beeindruckende Schlucht mit den Wassermassen am Grund der Batoka Gorge angeschaut. Nebenan gibt es Slacklines, für die, die mal über die Schlucht schweben möchten. Wir haben uns das Menü angeschaut, uns fehlten ja noch die Restaurants für die nächsten zwei Abende. Wir haben dann einen Tisch direkt am Geländer zum Abgrund reserviert für 17 Uhr morgen, damit man noch ein wenig Licht hat. Abendessen gibt es ab 17:30 Uhr, aber wenn man erst mal einen Aperitif trinkt, dann ist es schnell 17:30 Uhr. Als wir von der Terrasse wieder Richtung Parkplatz gelaufen sind, haben wir bemerkt, dass die Familie Warzenschwein inzwischen hier auch angekommen ist und zwischen dem Eingangstor vom Parkplatz zum Gelände vom Restaurant hin, die Rasenpflege übernommen hat. Es sieht komisch aus, wenn die Tiere auf den Ellenbogen über den Rasen rutschen, um mit dem Kopf weit genug nach unten zu kommen, um das kurze Gras noch weiter abzuweiden, aber irgendwie auch nett. Dahinter haben grad ein paar Paviane den Inhalt der Mülltonne inspiziert und als sie nichts Passendes gefunden haben, hat einer mit einem lauten Knall beleidigt den Deckel mit Schwung wieder zugeschmissen. Daneben sind noch ein paar Mungos den Weg entlang gejagt. Auch hier im Innenhof: ganz schön viel Wildlife.

Clever hat uns dann wieder in unsere Lodge zurückgefahren und noch ein paar Essenstipps gegeben, z.B. einen Burgerladen, der sehr gut wär, aber er hat uns auch von einem Restaurant erzählt, das simbabwische Küche anbieten würde, das „Dusty Road“.

Wir hatten gelesen, dass die Taxis keine Taxameter benutzen und die Preise auf Verhandlungsbasis sind, es gibt aber eine „Schmerzgrenze“ unter die lassen sich die Fahrer nicht drücken. Es gibt Richtwerte im Netz, eine Kurzstrecke innerhalb der Kernstadt kostet 5 US-$ und Fahrten zu den etwas außerhalb liegenden Lodges (so wie unsere) liegen bei 10 US-$. Für die drei Fahrten wollte Clever von uns dann 30 US-$ haben, das von den Strecken her genau zu den drei mal 10$ passt. Die Fahrer kooperieren mit den Hotels und werden von denen immer wieder angerufen, wenn Gäste irgendwo hin wollen. Abzocke kommt da sicher auch nicht gut an.

Zurück im Hotel haben wir gefragt, ob sie uns einen Tisch zum „High Tea“ im Victoria Falls Hotel buchen könnten. Luke hatte uns gesagt, das wäre viel billiger als dort zu übernachten und so könnte man sich das Hotel auch anschauen. Für 200 US-$ pro Person konnte man das Erlebnis auch über einen Veranstalter buchen… Selbstgebucht muss man 15 US-$ + Trinkgeld pro Person rechnen zzgl. Fahrtkosten so um die $20 hin und zurück.

Wenn wir gerade wieder einmal bei US-Dollars sind… Simbabwe hätte theoretisch eine eigene Währung, das ist der „Simbabwe Gold„, der den Simbabwe-Dollar im April 2024 abgelöst hat. Nachdem es so wahnwitzige Scheine gab, wie den 3 Milliarden Dollar-Schein, hat die Regierung beschlossen eine neue Währung einzuführen und die alte Währung über Nacht für ungültig erklärt, ohne sich die Mühe zu geben zuerst eine neue Währung zu etablieren. Wegen der hohen Inflation und weil der Simbabwe-Dollar nichts wert war (nicht stabil und nicht konvertierbar), hat sich seit 2009 der US-$ als Zahlungsmittel eingebürgert. Die Regierung wollte das abschaffen und eine neue Währung, die durch Gold- und Diamantenreserven gedeckt und damit stabil ist, schaffen. Das hat wohl auch fast funktioniert, bis die Regierung ein halbes Jahr nach erscheinen des neuen Geldes, dieses massiv abgewertet hat. Seit dem ist der US-Dollar fester als vorher als Zahlungsmittel etabliert und der Simbabwe-Dollar existiert nur noch auf dem Papier. Es gab wohl gedruckte Scheine in kleinen Stückelungen, die geplanten größeren Scheine sind aber dann schon überhaupt nicht mehr gefertigt und ausgegeben worden. Ein neuer Anlauf soll aber wohl gestartet werden.

Wir hatten noch einen Moment Zeit und haben uns mal Garten und Pool angeschaut. Das Hotel hat zwei, einen am Hauptgebäude, ein paar Stufen nach oben und einen direkt bei uns vor der Zimmertür, auf der unteren Ebene. Der Pool hat auch einen Vogel, genauer gesagt zwei Gänse (Gelbbrust-Pfeifgans), die nicht viel größer sind wie unsere Enten. Die laufen um den Pool, baden darin und haben auch auf dem Rasen eine Futter- und eine Wasserschüssel stehen. Trinken tun die beiden aber meist das Chlorwasser aus dem Pool. Die zwei machen immer alles zusammen, total süß. Und sie haben keine Angst, die stehen auf dem Weg und schlafen und man kann ganz nah an denen vorbei gehen, ohne, dass sie zur Seite gehen oder sich gestört fühlen.

Nachdem wir uns umgezogen haben, sind wir ins Restaurant zum Essen gegangen. Es gab ein paar ungewöhnliche Gerichte auf der Karte, wie frittiertes Krokodil, einen Spieß mit Straußenfleisch (das bekommt man als einziges von den ganzen Fleischsorten hier auch in Deutschland zu kaufen) und als Tagesgericht gab es noch Warzenschwein. Also Krokodil ist ein sehr festes weißes Fleisch, dass von der Konsistenz so eher an Seeteufel erinnert und von den Gewürzen lebt. Man könnte auch sagen (Vorsicht, Wortspiel), es ist schon ein wenig „bissig“. Aber Warzenschein ist echt gut. Geschmack irgendwo zwischen Schein und Wildschwein. Haben wir auch später noch mal auf Safari gehört, dass Warzenschein gut ist. Können wir bestätigen. Dazu gab es einen „lokalen“ Rotwein, was uns verwunderte, denn jenseits der Kapregion, finden sich eigentlich eher keine Winzer. Dieser war aus der Westkap-Region von Südafrika. Erstaunlicherweise ist uns der Wein noch einmal als „lokaler Wein“ über den Weg gelaufen. Wie uns der Ober hier erklärte, wäre der Winzer und Weingutsbesitzer Tinashe Nyamudoka von „hier“, also aus Simbabwe, was den Wein zu einer lokalen Spezialität macht. Der war zudem auch noch gut.

Danach haben wir uns zurückgezogen, morgen sollte es ja dann den ersten Ausflug an die Fälle geben.

Montag, 25.5.2026 – Afrikatag

Das Frühstücksbuffet bot eine gute Auswahl an Wurst, Käse, vielen frischen Früchten, Müslis, süßen Teilchen und vielem mehr. Dazu gab es noch eine ganze Karte mit Eierspeisen. Es waren auch Eggs Benedict dabei, aber nicht für heute. Milchprodukte waren wichtig, wegen der Malaria-Tabletten. Laut Packungsbeilage, soll das die Aufnahme des Wirkstoffs verbessern.

Während des Frühstücks hat uns dann ein Kellner noch unsere Verabredung angerufen und uns sein Smartphone gegeben, damit wir die Details des Treffen ausmachen können. Wir haben uns ums Eck bei einem Supermarkt verabredet um 9 Uhr. Im Supermarkt haben wir noch Wasser gekauft. 30 US-Cent die Flasche. Wir haben uns schon gefragt, ob es hier überhaupt Kleingeld gibt und was die verwenden dafür. Die Antwort war mit unserer einen Flasche schnell gegeben: Es gibt kein Kleingeld, nimm 3 und zahle $1, war die Ansage. Auch okay, Wasser kann man brauchen. Nur das Rabattsystem ist dabei etwas merkwürdig, wenn man gleich mehr nimmt, aber vielleicht haben wir es auch nur falsch verstanden und wir hätten noch 3 Flaschen zusätzlich nehmen sollen.

Wir mussten eine Viertelstunde warten, bis unsere Mitfahrgelegenheit kam. Was wir übersehen hatten ist, dass am 25. Mai Afrikatag ist, an dem die Gründung der Organisation der Afrikanischen Einheit (inzwischen Afrikanische Union „AU“) gefeiert wird. Das ist hier ein Feiertag und viele Menschen sind auf den Straßen unterwegs und entsprechend viel auf der Brücke und an den Grenzen los. Wir waren ja im Urlaub und hatten keinen Stress. Mit dem Auto ging es erst mal an die Grenze, an der wir ausgereist sind aus Simbabwe (Stempel in den Pass). Dort haben wir noch einen Fahrer getroffen, der die weitere Fahrt übernommen hat. Die Menschen, die dauernd zwischen Sambia und Simbabwe wechseln, haben spezielle DIN-A4 Blätter mit Ihren Daten drauf, die gestempelt werden, damit sie nicht alle paar Wochen einen neuen Reisepass beantragen müssen. Dann ging es durch die zwischen den Grenzen wartenden LKW hindurch. Das ganze wirkt etwas chaotisch, da die nutzbare Fahrbahn zwischen den Reihen oft nur die Durchfahrtbreite von einem Auto hat und die LKW so dicht stehen, dass man auch kaum ausweichen kann. Irgendwie gewinnt der mutigere und unser Fahrer hatte das ganz gut drauf hier durchzukommen. Nebenbei muss man auch noch auf die ganzen Fahrradfahrer mit Gepäck oder Waren und Fußgänger achten, die oft aufgrund der Schwere der transportierten Waren recht wackelig unterwegs sind. Auf der anderen Seite der Brücke (die von gestern, es gibt nur diese eine Verbindung) wartet dann die Grenze mit Einreisekontrolle (Stempel in den Pass für die Einreise in Sambia). Für unsere Begleiter gab es einen Stempel auf ihr Formular und für das Auto einen kleinen Zettel, wie der für den Free-Pass gestern. Den musste der Fahrer dann an einen weiteren Grenzbeamten abgeben, der dann eine Kette, die über die Straße gespannt war, geöffnet hat, um uns durchfahren zu lassen.

In Sambia angekommen, wollten wir erst mal zu einem Cache in Livingstone (bzw. Maramba), welches als erste weiße Kolonie hier nach dem englischen Missionar und Entdecker David Livingstone benannt wurde. Hier sollte es tatsächlich eine Dose geben. Livingstone liegt etwa 25km von der Grenze entfernt und ist mit einer guten Straße angebunden, die Fahrt dauerte daher nicht so lange. In der Beschreibung vom Cache stand schon, dass es schwierig werden könnte wegen der Händler und so war es auch. Obwohl wir in einheimischer Begleitung unterwegs waren, war es praktisch unmöglich den Händler abzuwehren. Wir haben letztendlich nur noch den Magneten gefunden von der Dose, aber kein Logbuch.

Die Dose lag vor dem Livingstone-Museum, dem größten und ältesten (gegründet 1934) Museum in Sambia. Es befasst sich mit der Kultur und dem Naturerbe von Sambia. Wir hatten Zeit und so konnten wir dem Museum einen Besuch abstatten. Die Highlights des Museum sind ein sehr gut erhaltener Schädel (Original in Großbritannien, Verhandlungen über die Rückführung nach Sambia laufen seit Jahrzehnten) und wenige Knochen des Homo rhodesiensis, besser bekannt als „Broken Hill Man“ oder auch „Kabwe 1“. Nach neusten Messungen liegt das Alter etwa bei 299.000 ± 25.000 Jahren. Der Mann war etwa zwischen 179–184 cm groß und wog wohl so ca. 64–81 kg. Hirnvolumen lag an der unteren Grenze des modernen Menschen und stammt aus einer Linie die sich früher einmal aufgespalten hat und sich somit parallel zu der Linie entwickelt hat, aus der dann der Homo sapiens hervorgegangen ist. Ein weiteres Highlight sind Originalbriefe von David Livingstone, die ausgestellt sind. Sehr gut aufbereitet in Holzrahmen zwischen zwei Glasplatten in Holzkästen, aus denen man die Briefe herausziehen und lesen kann. Dafür braucht man aber Zeit, es sind gar nicht so wenige.

Sambia hat eine eigene, stabile Währung, die wir natürlich nicht hatten, aber hier kann man aber überall alles zum Glück mit Karte zahlen. Wir hatten 30 min vorgesehen für die Besichtigung, der Herr am Eingang hat gesagt, das Museum befindet sich nur auf der Erdgeschossebene. Aber auch eine Ebene kann ganz schön groß sein. Aufgeteilt ist es in die Entwicklung des Menschen von der Frühsteinzeit über Bronzezeit, Eisenzeit bis heute, inkl. der Änderung des Lebens der einheimischen Bevölkerung vom traditionellen Dorf hin zur Großstadt. Ein eigener Ausstellungsbereich beschäftigt sich mit den heimischen Tieren und Pflanzen mit vielen Präparaten und Dioramen. Den Abschluss bildet eine Ausstellung über das Leben und Wirken von David Livingstone, der als Missionar nach Afrika gekommen ist und seit der Zeit unterwegs war dier Quelle des Nils zu suchen und diese aber nie gefunden hat. Aber dafür hat er als erster Weißer die Victoria Fälle gesehen und ihnen ihren Namen gegeben. Sein Herz ist in Sambia beerdigt worden, die übrigen sterblichen Überreste wurde zurück nach England überführt. Das Museum ist überhaupt nicht modern, aber auf jeden Fall einen Besuch wert, da es sehr schön aufgebaut ist. Wir waren froh, uns die Zeit genommen zu haben, es uns anzuschauen. Wir hatten nur die Größe unterschätzt (eine Ebene…) und hätten noch mehr Zeit hier verbringen können. Leider haben wir keine Fotos, denn Fotografieren ist nur im Eingang und im Innenhof erlaubt, aber nicht in den Ausstellungen. Es gibt aber eine Internetseite mit Bildern, der wichtigsten Exponate: https://livingstonemuseum.org/

Vom Museum aus ging es dann wieder zurück in Richtung Fälle. Unterwegs gab es tatsächlich noch einen richtigen Cache mit Dose, die wir dann alle zusammen suchen gegangen sind. Man hat gesehen, dass hier immer wieder Elefanten durchkommen, zum Glück waren grad keine da und wir konnten die Dose gut und schnell finden. Die Stelle lag in unmittelbarer Nähe des Sambesi, der die Fälle speist. Eine sehr schöne Stelle mit viel Natur und in der ferne, flussabwärts konnte man schon die Gischt der Fälle erkennen. Hier bekommt auch den ersten Eindruck davon, wieviel Wasser hier vorbeifließt. Laut amtlicher Veröffentlichung über 3.000 m³ pro Sekunde. Auch unsere Begleiter haben hier ein paar Fotos geschossen. Wir haben noch einen zweiten Cache versucht zu suchen, der an einem sehr alten „Baobab“-Baum (Affenbrotbaum) liegen sollte. Aber auch hier gibt es Händler, die es einem nicht einfach machen. Aber sie hatten sehr schöne Sachen zu verkaufen und so haben wir ein schönes kleines Schüsselchen und Armbänder gekauft. Dank unserem Fahrer zu einem guten Preis. Gut wenn man jemanden dabei hat, der weiß wie man hier handelt.

Dann ging es auf zu unserem ersten Besuch bei den Fällen auf der Sambia-Seite. Der Eintritt in den Mosi-oa-Tunya National Park ist mit umgerechnet etwa $20 vergleichsweise preisgünstig. Einwohner aus dem Süden von Afrika zahlen weniger, Sambier noch weniger, sonst könnten sich hier das kaum einer leisten. Nach dem Ticketverkauf kommt ein Häuschen in dem die Tickets abgestempelt wurden, außerdem muss sich jede Gruppe in ein großes Buch eintragen, mit Herkunftsland, Wohnort und Anzahl Personen. Hinter dem Eingang bekommt man gegen $2 pro Person (hier werden auch US-Dollar akzeptiert) eine Kombination aus einem dünnen Folien- und einem dickeren Gummi-Poncho. Am Eingang ist es noch nicht so ersichtlich, ob man nass werden wird, die Verleiher sagen natürlich, du wirst ganz schön nass werden. Wir haben uns die Ponchos überstreifen lassen und sind weiter gegangen. Erst mal ist der Weg recht harmlos durch den Wald, bis man zu einer kleinen Metallbrücke kommt, die sogenannte „Knife Edge Bridge„. Die Brücke ist etwa 40 m lang und befindet sich 100 m über dem Sambesi und man hat einen spektakulären Blick auf die Fälle, den östlichen Katarakt und den „Boiling Pot“ mit Schlucht, in die das Wasser fällt. Das mit dem was man alles sieht, sagt einem die KI. Näher kommt man an keiner Stelle an die Fälle heran und bei der Hochwassersaison, wie jetzt, wird man hier richtig, richtig nass und wegen dem vielen Wasser sieht man von der Brücke aus gar nicht so viel und als Brillenträger ist das noch mal weniger. Aber das Gefühl, die Vibrationen vom donnernden Wasser und dass man mitten in der spritzenden Gischt steht, ist sehr beeindruckend. Die Wassermassen, die hier herunterstürzen, sind spektakulär und man hat einen wirklich sehr guten Blick auf die Fälle. Auch wenn Sambia nur 25% der Gesamtbreite besitzt, ist die Sicht etwas besser und man kommt näher heran. Allerdings wohl nur zur Regenzeit, Oktober und November fällt laut Internet auf der Sambiaseite meist gar kein Wasser herunter und man kann sich nur die trockenen Felsen anschauen.

Erstaunlicherweise ist die Luft sehr trocken, trotz all dem Wasser und dem Nebel in der Luft. Man wird nass, trocknet aber auch wieder ab. Das nützt einem nur nichts, weil man auf dem Rückweg wieder über die Knife Edge Bridge muss, auf der das herunterprasselnde Wasser ein paar Zentimeter hoch steht. Wenn die Schuhe bis jetzt noch gehalten haben, danach standen wir in den Schuhen im Wasser. Wie wir schon in Franschhoek beim durchwaten der Überflutung lernen mussten, heißt wasserdichte Schuhe nicht nur, dass durch die Schuhe kein Wasser hineinkommt, es heißt auch, das Wasser das oben am Bein in die Schuhe hineinläuft auch nicht mehr hinaus geht. Wir hatten vorher darüber mit unseren Begleitern gesprochen gehabt, dass wir sicher nass zurück kommen und uns wurde versichert, das macht dem Auto nichts. Der Poncho hat einiges abgehalten, aber die Hose, die unten rausragte war klatschnass und das Wasser, das in die Schuhe gelaufen ist, war auch noch da, aber das kam nicht wieder raus.

Nach dem Besuch der Fälle sind wir wieder zurück über die Grenze. Gleiche Prozedur wie auf dem Hinweg, Ausreise (Stempel), durchdrängeln mit dem Auto über die Brücke, bevor der Gegenverkehr merkt, dass er fahren könnte, Einreise nach Simbabwe (Stempel) und Abgabe des kleinen Zettels, den sich unser Fahrer besorgt hat an der Grenze, für das Auto. Wenn man hier mehrfach wechseln will, sollte man sich einen zweiten Pass mitnehmen, wenn einer voll ist. Von da aus haben wir noch einen Boabab-Baum, der angeblich ca. 1.200 Jahre alt sein soll, besucht, da es hier auch noch eine Dose zum Suchen geben sollte. Unser Fahrer ist dann mit unserem GPS losgestürmt und hat die Dose tatsächlich auch gefunden! Nach ein paar Fotos mit der Dose ging es dann wieder zurück zum Hotel. Unsere nette Begleitung musste sich dann noch im Auto fertig schminken und umziehen, da ja heute Afrikatag war und heute keine Uniformpflicht bestand, sondern „Afrikanische Kleidung“ (also zumindest welche die ein wenig danach aussieht) getragen werden sollte von den Angestellten.

Das passte zeitlich sehr gut, so konnten wir uns umziehen, die Schuhe in die Sonne stellen und uns und unsere nassen Sachen am Pool auf einer Liege im Schatten trocknen. Die Liegen waren alle bereits mit einem frischen Handtuch versehen, es gab aber auch noch einen Korb mit noch mehr Handtüchern, so dass man keine aus dem Zimmer mitnehmen musste. Alles ganz toll organisiert. Um 15 Uhr war Heißwasserstunde, heißt „High-Tea“ mit Tee und Gebäck zum Essen. Als wir von dem netten Herrn vom Restaurant gefragt wurden, was wir möchten und einen Kaffee und einen Rock Shandy haben wollte, meinte er, der Kaffee hier beim Tee ist nur Filterkaffee, er macht lieber einen richtigen und er bringt uns alles an den Pool. So konnten wir entspannt noch ein wenig die Sonne genießen und den zwei Gänsen beim Plantschen im Pool zuschauen. Die Hotelgäste haben eigentlich nur den oberen Pool benutzt, die Gänse den unteren.

So viel Zeit hatten wir nicht, wir hatten schon für 17 Uhr zum Abendessen reserviert, damit noch die Sonne schien, um auch was zu sehen von der Sambesi-Schlucht. Wir haben uns umgezogen und sind zur Rezeption gegangen, um uns ein Taxi zu bestellen. Ein Fahrer war gerade da und der hat versucht ein zweites Taxi zu bekommen, die waren aber alle aktuell belegt. Er hatte aber schon zwei Fahrgäste, zwei Italiener, die auch zum Lookout Café gefahren werden wollten. Also hat er uns vorgeschlagen zusammenzufahren und uns die Fahrtkosten von $15 zu Teilen, $7 für jeden. Halbe Dollars gibt es hier halt nicht. War allen recht und wir sind zusammen hingefahren. Für den Rückweg, hat er uns noch seine Nummer gegeben, damit das Restaurant ihn anrufen kann, wenn wir wieder zurück wollten.

Wir bekamen, wie gestern gewünscht, einen Tisch mit Blick in die Schlucht. Wir hatten das gar nicht so realisiert, dass die Terrasse über den Abgrund raus gebaut war und die Tische direkt an einem Geländer stehen, welches nur aus Gitterstäbe mit breiten Lücken bestand. Alles was einem auf dieser Seite v0m Tisch gefallen wäre, wäre direkt 150m tiefer in den Sambesi gestürzt.

Wir haben unsere Telefone krampfhaft versucht auf der Gebäudeseite auf den Tisch zu legen, weil wir totale Panik hatten, dass man es aus Versehen anstupsen und in den Fluss fallen lassen könnte. Aber die Sache mit dem Licht, der Sonne und dem Drink bis zum Beginn des Abendessens ging komplett auf und wir hatten einen sehr schönen Sonnenuntergang mit hübscher Beleuchtung der Felsen gegenüber. Dadurch, dass der Mond gerade zunahm und schon knapp über einen viertel groß war, hatten wir auch nach Sonnenuntergang immer noch genug Licht, um die Schlucht und das tosende Wasser unter uns zu betrachten. Auch die Brücke, auf der wir gestern Standen konnten wir von hier aus sehen. Zum Sonnenuntergang parkte darauf ein historischer Zug, in dem man eine Dinnerfahrt buchen könnte, mit Sonnenuntergang auf der Brücke (die Kosten haben wir gar nicht erfragt, hier ist alles richtig teuer). Das Essen hier war recht gut. Vorspeise Straußcarpaccio und Chili-Cheese-Nuggets. Aber keine Chili-Cheese-Nuggets, wie man die meist bei uns kennt, mit einer undefinierbaren gelben Masse und ein paar grünen Stückchen (meist Paprika statt Chili), sondern richtig gute, vermutlich selbstgemachte mit richtiger Füllung mit verschiedenfarbigen Paprika und Chilis. Hauptspeise Lamm und ein Rinderfilet. Das Rind war an sich zwar teuer, aber für den Preis bekommt man in Deutschland nicht einmal die Hälfte der hiesigen Portion. Insofern war es immer noch ein gutes Preis-/Leistungsverhältnis.

Nach einer Nachspeise zum Teilen (die Portionen sind schon groß hier) haben wir uns den Fahrer, der uns hergebracht hat wieder rufen und uns ins Hotel zurückfahren lassen und sind erschöpft ins Bett gefallen.

Dienstag, 26.5.2026

Nach Sambia gestern, stand heute die Besichtigung der Fälle der simbabwischen Seite an. Unser Plan war, uns nach dem Frühstück, wenn wir uns fertig gemacht hatten, ein Taxi zu den Fällen zu bestellen und drauf zu hoffen, dass es genug Taxis dann dort gibt, von denen uns eines zurück fährt. Bis jetzt waren an den touristisch wichtigen Orten immer Taxis gestanden, sollte also hoffentlich kein Problem sein.

Zum Frühstück gab es heute die Eggs Benedict. Da es sich wieder um zwei Eier handelte, war die Portion genau richtig zum teilen. Außerdem brauchte es einen Joghurt, für die Malariaprophylaxe. Kaffee kam hier mal nicht aus einer Jura-Kaffeemaschine, sondern aus einer (vermutlich) italienischen Siebträgermaschine, damit gab es einen hervorragenden Cappuccino zum Frühstück. Wir haben den Besuch der Fälle in Ruhe angehen lassen. Vor dem Frühstückraum stand ein Zeitplan für eine Gruppenreise… Wecken 6 Uhr, 6:45 Abfahrt zu den Fällen, 8:45 Frühstück, 10 Uhr Abreise. Die waren schon wieder zurück, da waren gerade erst fertig mit dem Frühstück, viel können die nicht gesehen haben.

In der trockenen Luft hier, waren die Schuhe tatsächlich seit gestern getrocknet und die Strümpfe waren auch schon trocken. In Franschhoek hat das drei Tage gedauert und war nur so bedingt erfolgreich. Das war gut, denn so konnten wir alles wieder frisch nass werden lassen. Nachdem wir uns umgezogen und alles im Zimmer gelassen haben, was nicht nass werden sollte (gestern konnten wir unsere Sachen ja noch im Auto lassen), sind wir zur Rezeption gegangen, damit sie uns einen Wagen rufen können. Clever stand gerade draußen, zusammen mit einem größeren Kleinbus. Die Dame von der Rezeption hat ihn gefragt nach einem Wagen zu den Fällen, er hat kurz telefoniert, unglücklich geschaut und dann gemeint, er fährt mit einer Gruppe zu den Fällen, wenn es uns nichts ausmachen würde, dass wir zusammen mit anderen im Auto sitzen, könnten wir hinten bei ihm noch mitfahren. Er hat dann zwei Sitze noch umgeklappt und damit dann statt Kofferraum eine dritte Sitzreihe in seinem Wagen. Wir sind hineingeklettert und haben auf die anderen Teilnehmer gewartet. Es handelte sich um eine Gruppe Italiener, die zusammen mit den zwei Italienern von gestern (Fahrt zum Lookout Café) unterwegs waren. Die haben sich auf die zwei bereitstehenden Wagen verteilt und schon ging es los. Gegenüber des Einganges zum Park hat sich eine großer Bereich mit Souvenirverkäufern angesiedelt. Einer, genannt Alex, den Clever schon kannte, stand schon bereit, um uns abzufangen wegen Regenschutzmänteln. Hier kosten die $3 das Stück als Miete, wir haben die dann genommen. Clever wollte jetzt kein Geld haben, sondern erst auf der Rückfahrt. Ganz clever, so kann man keinen anderen Wagen nehmen. Alex kennt seine Nummer, der soll ihn dann anrufen, wenn wir zurück sind, meinte er nur.

So ausgerüstet sind wir dann zum Eingang und haben unsere zweimal $58 Eintritt entrichtet. Kurz hinter dem Eingang lagen Schädelknochen diverser Tiere. Die Gattung der Tiere mussten wir für einen Cache herausfinden, leider gab es aber keine Beschriftungen. Wir hatten Glück, eine andere Gruppe mit Guide kam gerade vorbei und der Guide hat seine Gruppe erst einmal raten lassen, zu welchen Tieren die Schädel jeweils passen und dann aufgelöst. So sind wir an unsere Informationen gekommen, die wir brauchten, ganz ohne eigenen Guide.

Die ersten Menschen, die wir gesehen haben, waren alle trocken. Wir hatten uns gefragt, ob man hier überhaupt nass wird. Wir mussten ein wenig an den Fällen entlangspazieren, um eine Antwort zu finden. Der Weg führt einem zunächst oben an den Sambesi und dann an die Kante und weiter entlang der Fälle. Zunächst war die Sicht gut und wenig Wasser in der Luft. Das änderte sich aber je weiter wir nach hinten kamen. Das Rätsel der trockenen Personen hatte sich damit gelöst. Sie waren nicht weit genug gegangen oder schon wieder getrocknet auf dem Rückweg.

Manche hatten anstatt Regenschutz einfach wenig an, eine Familie hatte die Kinder in Neoprenanzüge gesteckt und mit Flip-Flops versehen. Das Wasser war viel, aber es war nicht wirklich kalt. Es gab Stellen, da kam eine Wassermenge von oben auf einen heruntergeprasselt, die macht jedem Starkregen mit Gewitter eine Ehre. Kein Wunder, dass es hier an den Fällen ein kleines Stück tropischen Regenwald gibt. Bei sehr viel Wasser in der Luft war es auch dunkel und die Sonne hatte keine Chance durchzukommen. Ist man von den Fällen wieder auf einen Weg weiter weg gewechselt, war sie dann wieder da. Eigentlich waren die Fälle im weiteren Verlauf der Wegstrecke nicht oder nur schwer zu sehen. Man musste immer warten, bis der Wind einmal so stand, dass er das Wasser in eine andere Richtung geblasen hat. Ansonsten sind die Fälle einfach im weißen Nebel (Mosi-oa-Tunya = donnernder Rauch) verschwunden. Aber man hatte immer mal wieder einen Blick auf die Fälle und der war dann grandios. Diese Wassermassen und die Länge, über die diese die rund 150m nach unten stürzen, sind einfach überwältigend. Wir sind hier auch im Starkregen der Gischt so richtig, richtig nass geworden, trotz Schutz. Auch die Smartphones und wir mussten feststellen, dass starker Regen, der auf das Display auftrifft, auf dem Telefon herumtippt. Das macht es nicht einfach zu fotografieren oder was nachzusehen, wenn dauernd komische Dinge passieren, Apps auf- und zugehen, der Regen auf der Tastatur herumtippt, wenn man was schreiben will und ähnliches. Es war irgendwie auch alles nass und aufgeweicht, inkl. der Hüllen der Telefone. Nur gut, dass wir alles, was entbehrlich war, im Hotel zurückgelassen haben. Schuhe und Strümpfe waren auch wieder komplett vollgelaufen.

Am hinteren Ende des Parks kam man dann an die Schlucht, die Simbabwe von Sambia trennt. Hier sieht man auch wieder die Auto-/Eisenbahnbrücke von gestern und vorgestern. Und wir hatten jetzt von dieser Seite einen Regenbogen, der scheinbar direkt unter dem Brückenbogen zu liegen schien. Von der Brücke hat auch grad jemand einen Bungeesprung absolviert, wenn einem das halt Spaß macht kopfüber an einem Seil zu baumeln. Wir sind noch ganz bis ans Ende des Weges gegangen, da es hier noch einen Cache zu finden gab. Hier tummeln sich viele Leute, aber die achten nur auf Brücke und Wasser und nicht auf Leute, die Dosen suchen.

Von hier aus gab es zwei Wege zurück zum Ausgang. Den, den wir gekommen sind und einen hinten herum, durch den Park. Lösung Nummer zwei, warum die Leute trocken wirkten, ein Weg auf dem man schon mal wieder trocknen kann bis zum Ausgang. Wir haben uns für den nassen Rückweg entschieden, da es auf dem hinteren Weg wenig zu entdecken haben soll. Wir haben uns noch mal in den Starkregen begeben, die allzu nassesten Orte allerdings ausgelassen, da man hier wegen des vielen Wassers auch nur sehr wenig sieht. Unterwegs sind wir einer Gruppe Pavianen begegnet, die uns entgegen kamen. Weil der Weg es nicht anders zuließ, haben wir uns beim ersten Affen ruhig an den Rand gestellt und gewartet bis er vorbei war. Danach kam zum Glück eine Abzweigung zu einem Aussichtspunkt, die wir dann erst mal genommen haben, um zu warten, dass die ganze Affenbande vorbei gezogen ist. Die Gruppe war groß und bestand aus vielen Pavianen von ganz klein bis alt und groß. In der Abzweigung stand auch ein Guide der vermutlich auf seine Gruppe gewartet hat. Wir haben gehofft der weiß ggf. wie man mit den Affen umzugehen hat. Allerdings hat uns die Tatsache, dass er da an einem trockenen Punkt stand und gewartet hat, auch in unserer Annahme bestärkt, dass es nicht notwendig ist, so viel Geld für eine geführte Tour auszugeben, wenn man eigentlich nur abgesetzt wird und dann so oder so alleine herumlaufen muss. Von den Guides, die wir gesehen haben, war auch keiner nass. Einige hatten einen Regenschirm dabei, denn manchmal kam feiner Sprühnebel von oben auf den Weg geweht. Also man kann das ganze Erlebnis auch mit geringeren Ausgaben haben und hat damit vermutlich auch noch mehr Zeit, um sich genau das anzuschauen was einem wirklich interessiert oder auch mal länger stehen zu bleiben, wo es einem gefällt.

Wir haben es nicht geschafft wieder trocken zu werden auf dem Rückweg. In einem Shop, der noch zum Park gehört, kurz vor dem Ausgang, haben wir noch Ansichtskarten gekauft. Das Stück kostet sagenhafte $2. Mit den Preisen machen die auch Touristenhochburgen in Deutschland Konkurrenz. Zurück auf dem Parkplatz mit den Souvenirverkäufern sind wir noch immer vollkommen durchgeweicht zurückgekommen. Alex hat uns in Empfang genommen, uns den Regenschutz wieder ausgezogen und dann Clever angerufen, damit er uns holen kann. Zum Dank haben wir ihm noch ein süßes kleines Nilpferd aus Holz abgekauft.

Clever kam dann auch ca. sieben Minuten später (das war die häufigste Zeitangabe, die wir hier in Victoria Falls gehört haben, wenn es um Wartezeiten, z.B. auf das Taxi geht. Hier passiert anscheinend immer alles in einem 7 Minuten-Takt). Er hat uns trotz nasser Kleidung eingeladen und wir sind zurück zum Hotel gefahren. Er hat dann gefragt, was wir noch vor hätten und wir haben ihm gesagt, dass wir eine Reservierung zum High-Tea im Victoria Falls Hotel haben und dann am Abend ins Dusty Road möchten, das er uns vor zwei Tagen empfohlen hatte. Wir haben dann eine Zeit ausgemacht, wann er uns an der Lodge abholen und zum Victoria Falls Hotel fahren sollte.

Bis dahin haben wir uns erst einmal wieder trocken gelegt, Schuhe in die Sonne gestellt, trockene Sachen angezogen und die nassen Klamotten wieder am Pool in der Sonne getrocknet. Dabei konnten wir den Gänsen wieder zuschauen, die keine Scheu vor den Gästen hatten und munter im Pool plantschten. In der Lodge hat man genau gesehen, wer heute die Fälle besucht hatte. Überall in der Anlage und vor den Zimmern standen Schuhe zum trocknen in der Sonne. Wie bereits erwähnt lagen auf allen Liegen frische Handtücher bereit. Damit wird das Besetzen von Liegen mit einem Handtuch richtig kompliziert, weil ausgebreitete, herrenlose Handtücher einfach eingesammelt und durch frische ersetzt werden. Ein deutsches Paar, das zwei Liegen auf der schräg gegenüberliegenden Seite in Benutzung hatte, hat das Problem damit gelöst, dass sie zwei Stofftiere dabei hatten, die sie auf den Liegen platziert haben. Kreative Lösung für ein deutsches Problem. Es gab genügend freie Liegen um die Pools herum.

Nach dem Umziehen für den Afternoon Tea, den uns der Arzt unseres Vertrauens in Sachen kaputter Fuß empfohlen hat, sind wir wieder zum Ausgang gegangen. Clever hat, wie vereinbart, auf uns gewartet und uns Richtung Victoria Falls Hotel gefahren. Wir haben ihn dann kurz davor an einer Post halten lassen. Zum einen hätte es hier einen Cache gegeben, aber das zuverlässig unzuverlässige Mobilfunknetz hat genau an der Stelle versagt, an der wie die Fragen und den genauen Startpunkt benötigt hätten. Wir sind dann in die Post, um Briefmarken zu kaufen. Die wollen $5 für eine Marke nach Deutschland. Wegen der hohen Preise haben wir nur die benötigte Mindestanzahl gekauft. Die Marken in Südafrika kosten so ca. 1,60 Euro das Stück und die Postkarten ca. 50 Cent. Nach dem Schreck sind wir das letzte kurze Stück zum Hotel gelaufen und haben uns zum Tee auf die Stanley Terrasse mit Blick auf die Brücke und die Gischt begeben. Man kann aus einer größeren Anzahl an Tees auswählen und bekommt eine schöne Etagere mit allerlei Kleinigkeiten auf den Tisch gestellt. Es gab z.B. Gurkensandwich, Hühnchensandwich, Schwarzwälder Schinken (also so was ähnliches zumindest), gefüllte Teigtaschen, Scones, Cupcakes, Schokotartstückchen, Zitronencreme, irgendwas aus Brandteig und Macarons. Das ist für $15 echt schön und lohnt sich wirklich. Für $35 bekommt man auch noch ein Glas Sekt dazu. Das hätten wir uns allerdings sparen können. Angeblich soll es ein MCC (Methodé Cap Classic) brut sein. Geschmeckt hat er wie eine zu süße Version eines billigen Proseccos. An der Stelle hat uns das Hotel echt enttäuscht, für das Geld hätten wir schon ein bisschen Qualität erwartet.

Wir hatten mit Clever eine Abholzeit vereinbart und wir hatten noch ein paar wenige Minuten, um uns das Hotel anzuschauen, dessen Gänge mit diversen Kunstwerken ausgestattet sind. Ein Gang enthält duzende Karikaturen über Engländer, echt witzig Eigentlich waren wir auf der Suche nach der Geschichte des Hotels, erbaut 1904 und damit das älteste Hotel Simbabwes, aber dies scheint keine Ausstellung wert zu sein. Auf Nachfrage an der Rezeption haben die uns aber immerhin die Historie des Hotels ausgedruckt.

Clever wartete schon auf uns am Ausgang und hat uns wieder ins Hotel zurück gefahren. Wir haben noch schnell eine Abholung vereinbart, damit er uns zum Abendessen fährt und haben erst einmal einen Gin and Tonic auf der Terrasse unserer Lodge bestellt, sozusagen als Sundowner bzw. Aperitif. Umziehen mussten wir uns nicht mehr groß und konnten einfach warten bis es zum Abendessen los ging. Clever hat uns hingefahren und wir haben eine Zeit ausgemacht für die Abholung, mit der Option, wir lassen ihn anrufen, wenn sich was ändert.

Das Dusty Road liegt im ältesten Townships (Chinotimba) von Victoria Falls, in dem viele der Hotel- und Lodgeangestellten leben. Sarah Lilford, die Inhaberin, ist selber Köchin und möchte den Touristen ein wenig vom Essen und Leben der einheimischen Bevölkerung näher bringen. Verwendet werden nach Möglichkeit nur lokale Produkte, gekocht wird traditionell auf Holzfeuer. Viele Gewürze, Nüsse und sonstige Zutaten stammen von den hier heimischen Pflanzen und sind in der traditionellen Küche Simbabwes verankert. Wenn man im Restaurant ankommt, wird man zunächst von der Inhaberin begrüßt, die einem dann weiterleitet an ihre einheimischen Mitarbeiterinnen, die über die Zutaten und deren Herkunft Auskunft geben. Dabei darf man die ersten typischen Getränke probieren, einen Tee aus Roibusch, Hibiskus, Tamarinde und wilden Beeren, eine Art Bier aus Mais und anderen Getreidesorten und ein nicht alkoholisches Maisgetränk. Das Bier ist gewöhnungsbedürftig (man bekommt auch nur einen kleinen Schluck), der Rest lässt sich trinken.

Anschließend wird man noch in den Ort hier eingewiesen. Das Buffet und die Köche, Toiletten, Haus und Räume usw.

Dann wird man an den Tisch begleitet und bekommt ein Vorspeisenbrett mit Maisbrot und Pasten (Hummus und getrocknete Tomaten), zudem gibt es noch ein paar warme Happen und Nüsse.

Danach darf man sich bei den Köchen am warmen Buffet selbst mit den Hauptspeisen (Rindfleischeintopf, Hühnchen in Erdnussbutter und Fisch), Beilagen und Salaten bedienen. Die Nachspeisen werden dann wieder an den Tisch gebracht und dazu kann man Kaffee mit Koffein oder eine Nicht-Kaffeepflanzenvariante ohne Koffein wählen oder aus einer Reihe von Tees, die alle unterschiedliche Eigenschaften (guter Schlaf, langes Leben, blutdrucksenkend etc.) besitzen.

Ein Teil des Geldes wird für die Gemeinschaft im Township verwendet. So wird daraus z.B. auch das Schulgeld für 12 Kinder finanziert. Sarah hat uns dann auf Nachfrage auch noch ein wenig über die Probleme im Land berichtet, den Staat und so weiter. Jedes Unternehmen muss vom Umsatz direkt 35% an den Staat abführen. Dafür scheint es aber keine Gegenleistung, wie Straßenbau, Schule oder ähnliches zu geben. Immer wenn man über Geld und Staat spricht in Simbabwe, dauert es nur Sekunden, bis das Wort „Korruption“ fällt. Scheint eine echt schwierige Lage zu sein. Dabei hat uns ein Uber-Fahrer in Kapstadt, der sagte, er stamme aus Simbabwe, noch erzählt seit dem letzten Jahr gehe es aufwärts und die Kriminalitätsrate ist gering, auf jeden Fall sehr viel kleiner als in Südafrika und das, obwohl die Leute sehr arm sind. Letzteres mag stimmen, wir haben nie gehört, das es irgendwo wegen Menschen gefährlich wäre hinzugehen, nur wegen der Elefanten und der Wasserbüffel und der vielleicht oder vielleicht auch nicht vorkommenden Löwen.

Wir hatten mit Clever zwei Stunden Aufenthalt kalkuliert und obwohl das Essen auch wieder recht zügig ging, haben wir die zwei Stunden fast exakt eingehalten. Clever wartete beim Verlassen des Restaurants auch schon auf uns und hat uns wieder ins Hotel zurückgefahren. Er hat uns dabei noch erzählt, dass es jetzt nach der Regenzeit ruhig wäre auf der Straße. Jetzt da alles grün ist, sind die Elefanten irgendwo anders unterwegs. In der Trockenzeit, also so September-Januar zieht es die Elefanten und Wasserbüffel in die Stadt mit ihren beregneten Gärten. Die Elefanten würden sehr gerne die Früchte von Pflanzen fressen, die die Leute eigentlich für sich im Garten angebaut hätten. Da würde man öfters mal großen Tieren in der Nacht in der Stadt begegnen. Auf die Frage hin, ob es hier Löwen gibt, war die entschiedene Antwort: Nein, natürlich nicht. Bei unserer Ankunft hat der erste Fahrer vor den Löwen gewarnt… Also was sollen wir jetzt glauben? Clever wollte für 6 Fahrten die erwarteten $60 haben. Wenn jemand einen zuverlässigen Fahrer benötigt in Victoria Falls, wir haben seine Karte (die benutzen im Südlichen Afrika alle Whats App, was wir ja nicht haben… man kann ihn auch darüber erreichen).

Unser Weg führte uns vom Taxi aus direkt in unser Bett, denn wir mussten auch noch packen, denn morgen um 10 ging es schon wieder weiter nach Botswana.

Mittwoch, 27.5.2026

Zur nächsten Lodge konnten wir noch alle Taschen mitnehmen und wir wurden mit Autos gefahren. Daher konnten wir zügig unsere Sachen packen und mussten noch nicht aufpassen, was in welche Tasche soll. Wir haben hier noch einmal das Frühstück genossen und dann ging es auch schon kurz vor 10 Uhr los. Die Abfahrtszeit hatte sich nach vorne verschoben, damit die Abholung am Kasane Airport funktioniert. Oft wird der Austausch von Gästen passend koordiniert zwischen denen, die zum Flughafen gebracht und die nächsten, die dann gleich wieder mitgenommen werden.

Unser Fahrer war sehr erfahren und die Strecke verlief viel durch bewaldetes Gebiet. Einmal haben wir einen Elefanten am Straßenrand stehen sehen. Wir hätten gerne an einem Boabab-Baum noch einen Cache gesucht, aber unser Fahrer meinte, dass Aussteigen auf der Strecke wäre verboten, wegen der vielen gefährlichen Tiere, dass kann er nicht machen, vor allem, wenn es dann auch jemand mitkriegen würde. Wie es der Zufall auch will, er macht wenigstens langsam, damit wir den Baum aus dem Auto heraus sehen können, kommt ein Polizeiauto uns entgegen gefahren. Da hätten wir uns dann eine schöne Geschichte ausdenken müssen, um zu erklären was wir hier tun. Wir haben ihn zumindest gesehen, wenn wir auch die Dose nicht finden konnten.

An der Grenze angekommen muss man erst einmal wieder aus Simbabwe ausreisen (und noch ein Stempel in den Pass)….und dann wirds spannend 🙂

Noch eine kurze Anmerkung: geplant war laut Pinto nur ein Aufenthalt von zwei Nächten in VicFalls, das wäre super hektisch geworden bzw. dann hätte der Besuch auf beiden Seiten der Fälle vermutlich gar nicht geklappt. Mit den 3 Nächten war es super, sehr entspannt, wir konnten in Sambia und Simbabwe die Fälle ohne Stress besuchen und die nächsten beiden Länder in Ruhe becachen, plus natürlich ein weiteres Welterbe wirklich zu erleben (inklusive High Tea im ehrwürdigen Victoria Falls Hotel und Dusty Road Erfahrung) und nicht nur dran vorbei zu huschen. Ohne Geocaching und nur um mal die Fälle einseitig anzuschauen, da reichen aber vermutlich auch 2 Nächte.

Mittwoch, 20.5.2026

Es war jetzt so gegen 16 Uhr. Das scheint in Kapstadt die Rushhour zu sein und es kommt auch zu Staus in der Stadt. Mit Geduld und Navi haben wir es dann zu unserem Hotel hier geschafft, dem Derwent House in der Derwent Street, einem ruhigen Wohnviertel unterhalb des Tafelbergs, gleich bei der Kloof Street, einer angesagten Straße hier in Kapstadt. Wir durften wegen der geringen Belegung des Hotels unser Auto in einer Einfahrt des Hotels parken, was das entladen sehr vereinfacht hat.

Die nette Dame (Patience) vom Empfang hat uns in die wichtigsten Einrichtungen des Hotels eingewiesen. Pool und Hot Tub (24h nutzbar, nach 23 Uhr bitte leise), Kaffee, Tee, täglich wechselnde Suppe und Kuchen kostenlos. Ansonsten gibt es noch gegen Bezahlung einen großen Kühlschrank mit Softdrinks, Wasser und Bier, verschiedene Rot- und Weißweine und Gins zum Aufschreiben auf einen Zettel als Honesty Bar.

Viel Zeit das Angebotene direkt zu nutzen blieb uns nicht. Erst einmal Zimmer beziehen und fertig machen für das das Abendessen. Für heute war nichts vorgebucht, wir wollten den Sonnenuntergang auf einer Rooftop-Bar genießen, die neben Drinks und Cocktails auch Kleinigkeiten zum Essen anbot.

Im Dark Horse haben Plätze mit guten Blick auf die umgebenden Berge, insbesondere dem Tafelberg, ergattert und erst einmal einen Gin and Tonic bestellt. Anschließend folgten noch MCCs (soll heißen Sekt in traditioneller Flaschengärung hier vom Kap) und klassische Weine mit diversen Kleinigkeiten zum Essen, wie Brot mit Hummus und Auberginenpaste, dicke Pommes mit Mayonnaise und Bitterballen (eigentlich eine holländische Spezialität, aber auch hier immer wieder zu finden) und Baobuns mit #makeSCHWEINEBAUCHgreatagain, gefolgt von einem kleinen Stück Cheesecake.

Zu erwähnen ist noch, das im Hotelzimmer ein Zettel liegt, mit dem Hinweis, das Kapstadt unter einer Wassserknappheit leidet und ebenso unter einer Elektrizitätsknappheit. Daher möge man bitte Lichter und Klimaanlage beim Verlassen des Zimmers ausschalten. Wie wir so auf der Bar-Terrasse saßen und der untergehenden Sonne zuschauen und uns über die rötliche Abendbeleuchtung des Tafelberges erfreuten wurde es immer dunkler und plötzlich gingen Lichter an und die Spitze des Tafelberges wurde mit Scheinwerfern angestrahlt. Während wir uns noch über „Bitte Lichter im Zimmer ausmachen, um Energie zu sparen“ unterhielten und dass sie ja nur einen Teil des Berges beleuchten und wenigstens nicht den ganzen Berg, gingen plötzlich noch mehr Lichter an und sie beleuchten nachts tatsächlich den ganzen Tafelberg! Kirchen, Schlösser oder die Niagarafälle okay, aber einen ganzen Berg? Das hat schon was Kurioses.

Gut gesättigt sind wir ins Hotel zurückgelaufen und haben uns noch ein letztes Glas Rosé von der schön bestückten Bar im Hotel erlaubt und am Blog gearbeitet.

Nochmal zurück zur Nachhaltigkeit… Dafür, dass man Energie sparen soll, werden einem nachts im Zimmer alle Lichter und der Fernseher angeschaltet, so dass man alle Schalter finden muss, um alles wieder auszumachen. Inklusive einer Heizmatte im Bett, die anderswo ganz angenehm gewesen wäre, aber hier doch etwas zu warm ist.

Donnerstag, 21.5.2026

Die Dusche stellte uns heute Morgen vor Herausforderungen. Nicht nur, dass der Hebelmischer nicht gezogen, sondern nach hinten gedrückt werden musste für die Wassermenge, auch die übrige Bedienung war unterhalb des Äquators andersherum als gewohnt: Kalt links, warm rechts. Eigentlich gab es nur zwei Einstellung: viel zu heiß und viel zu kalt.

Das Frühstück hat sehr viel zu bieten, inklusive einer Karte für warme Gerichte. Wir haben uns hier für ein Brot mit Rührei und Lachsforelle aus Franschhoek entschieden.

Beim Frühstück kamen wir noch mit den beiden anderen Gästepaaren ins Gespräch, einem Professor der Berkeley Universität mit Frau, der erst Medizin studiert und als Arzt gearbeitet hat, dann aber sich für NMR-Physik interessiert und umgestiegen ist und immer wieder in Deutschland unterwegs ist, da er viel mit Siemens zusammengearbeitet hat und einem Paar aus der Nähe von Zürich. Beide wollten heute abreisen, die beiden Kalifornier hatten aber das Problem, dass ihr Flug am Abend Verspätung hatte und sie damit den Anschluss in New York nicht bekommen würden. Sie wussten noch nicht wie sie nach Hause kommen. Vielleicht über Amsterdam oder auch gar nicht.

Für heute hatten wir einen Ausflug nach Robben Island gebucht, dem Weltkulturerbe in der Bucht vor Kapstadt. Laut Hotel kann es wetterbedingt zu Absagen kommen und man hat dann Vorrecht auf die Touren am nächsten Tag. Hat man die Tour an seinem letzten Tag in Kapstadt gebucht, wäre das dann nicht so gut, also besser gleich den ersten Tag nehmen.

Das Wetter war grau, windig und kühl. Die besten Voraussetzungen für eine Fahrt mit der Fähre… Da parken in Innenstädten meist schwierig ist, haben wir uns per Uber zum Hafen fahren lassen. Auf dem Weg gab es noch einen Cache zu finden. Der Hafen war bei dem Wetter auch nicht attraktiv und so haben wir uns ein paar Seelöwen angeschaut, die auf einer eigens eingerichteten Plattform geschlafen haben. Dabei haben wir uns vertan und an einer falschen Stelle gestanden in der Nähe der Fähren, aber nicht am richtigen Fährterminal. Als dann das Einsteigen begann, haben wir unseren Fehler bemerkt und haben uns dann ganz hinten in der Schlange angestellt. Hier wurden tatsächlich Ticket und Ausweis kontrolliert. Die besten Plätze waren zwar schon weg, aber es gab noch Platz auf dem Oberdeck, welches aber offen war und damit ein bisschen zugig. Die Fahrt ist bei schönem Wetter sicher spektakulär, wenn man einen Blick vom Meer aus auf den Tafelberg hat. Wegen der tiefhängenden Wolken hat man aber leider nicht mal erkannt, dass es hier Berge hat.

Robben Island war früher einmal eine Verbannungsstelle für Leprakranke und andere Kranke, die man loswerden werden wollte, wie z.B. auch psychisch kranke Menschen. Das ist schon seit der Kolonialisierung so gewesen und das Apartheidregiem hat sich die Insel dann zu Nutze gemacht um dort ein Hochsicherheitsgefängnis für Regimekritiker und -gegner zu errichten. In den Gewässern rund um die Insel gibt es auch Haie, inkl. dem großen weißen Hai. Da ist fliehen (ohne Hilfe und Boot) unmöglich. Der bekannteste Insasse war Nelson Rolihlahla Mandela, der 18 Jahre hier verbracht hat.

Direkt nach der Ankunft wurde man in Busse verladen und es folgte eine 45-60 Minuten Tour über die Insel, die neben dem Gefängnis immer schon einen Wohnort beherbergt hat, der bis zu 1000 Menschen beherbergen konnte. Aktuell hat die Insel immer noch 150 Einwohner. Mehr gehen nicht, denn das ist die Kapazität des dort stationierten Bootes für den Fall einer Evakuierung. Die Insassen des Gefängnisses wussten nicht, dass es hier ein Dorf gibt. Auf der Fahrt über die Insel erfährt man einiges über die Apartheid und deren Auswirkungen auf das Leben, vor allem der farbigen Bevölkerung und die Angst der weißen Regierung vor Aufständen. Deswegen wurden alle Opositionsbemühungen unterbunden und deren Initiatoren und Mitstreiter eingesperrt. Streng getrennt nach Hautfarbe, wobei es „Indern“ besser ging als den schwarzen Insassen. Inder waren alle, die nicht schwarz waren, wie weiße, Mischlinge, Asiaten etc. Unser Führer im Bus konnte sehr gut erzählen und erklären. Auch wie man zu einem Apartheidsregime kommt, dass es nicht auf die Rassentrennung weiß/schwarz begrenzt sein muss, also auch in anderen Gesellschaften existiert bzw. existieren könnte und was es braucht, die Denkweise der Menschen zu ändern. Dafür muss man bei den Kindern anfangen und benötigt mehrere Generationen.

Es wurden sogar Gesetze geändert, nur um einen bestimmten Insassen, Robert Mangaliso Sobukwe, für immer hier einsperren zu können. Nach dem Ende der Rundfahrt an ein paar anderen Teilen des Gefängnisses vorbei und an einem Kalksteinbruch, in dem die Insassen arbeiten mussten, nicht um Kalkstein abzubauen, sondern nur weil der Kalksteinstaub die Augen reizt und die Lunge schädigt und müde macht, kam man ans Hochsicherheitsgefängnis. Hier gibt es einen geführten Rundgang, bei dem man von ehemaligen Insassen das Leben hier erklärt bekommt. Unser Führer hat hier 7 Jahre eingesessen, wegen Terrorismus. Er hat für den bewaffneten Arm der ACP Leute angeworben und war eigentlich zu einer längeren Haftstrafe verurteilt, aber mit dem Fall des Apartheidregimes wurden die politischen Gefangenen nach und nach erst in andere Gefängnisse umgesiedelt und dann nach und nach auch freigelassen.

Man erfährt, wie unterschiedlich die Gefangenen behandelt wurden. Das hatte nichts mit den Vergehen zu tun, sondern allein mit der Hautfarbe. Schwarze haben nur eine kurzärmeliges Shirt und eine kurze Hose bekommen (keine Unterwäsche), Weiße bekamen ein langärmeliges Shirt, lange Hose, Jacke, Strümpfe und Schuhe. Bilder, die Nelson Mandela in anderer Kleidung zeigen, waren für die Presse, es sollte ja nicht so aussehen als ob politische Gefangene schlecht behandelt werden würden. Zum Schlafen hatte man 3 Decken: eine zum Unterlegen, eine als Kopfkissen und eine zum Zudecken. Also auch im Winter. Die Zellen hatten vergitterte Fenster, aber keine Scheiben, so dass es kalt durchzog und reinregnete. Viele sind krank geworden und gestorben. Wir haben die ehemalige Zelle unseres Gästeführers besucht, in der 60 Gefangene untergebracht waren. Er hat uns vom Alltag erzählt, das bei Vergehen der Gefangenne in die Wachstube geführt und dort geschlagen wurde, bis er auf die Sanitätsstation musste, wegen der Verletzungen. Gab es niemanden, der etwas falsch gemacht hatte, habe sich die Wachen jemanden ausgesucht zum misshandeln. Außerdem kam immer mal wieder ein Hubschrauber und dann wurde einer der Gefangenen auf Festland gebracht, um ihm dort zu erschießen oder zu erhängen. Die Gefangenen hatten daher immer Panik, wenn sie einen Hubschrauber landen hörten, weil man nicht wusste, wen sie mitnehmen würden.

Es gab auch unterschiedliche Mengen und Arten von Essen. Weiße haben z.B. Brot bekommen, Schwarze nicht. Von dem, was beide bekommen haben, wurde Weißen eine größere Menge zugeteilt. Für Schwarze gab es noch eine milchig-weiße Flüssigkeit, die angeblich eine Nährflüssigkeit hätte sein sollen, wer die getrunken hat, konnte später keine Kinder mehr zeugen.

Montag bis Samstag wurde 8 Stunden im Kalksteinbruch gearbeitet, wer nicht schnell genug gearbeitet hat, auf den wurden die Deutsche Schäferhunde gehetzt, nicht selten endete dies wohl in der Amputation von Gliedmaßen.

Das ganze Gefängnis war nicht auf Resozialisierung ausgelegt, sondern rein darauf die Insassen zu bestrafen und zu misshandeln.

Am Ende des Rundganges wurden wir noch in den Bereich der Einzelzellen geführt, in dem auch Nelson Mandela einsaß. Damit die Insassen nicht miteinander kommunizieren konnten, gab es Abhöreinrichtungen, die jeden Versuch der Kommunikation mit anderen Insassen im Trakt erkannten und meldeten. Wie bereits erwähnt hat Nelson Mandela hier 18 Jahre eingesessen. Dadurch, dass die Insassen hier so lange zusammen eingesperrt waren, gab es natürlich schon Kommunikation über die Situation und was später einmal sein könnte. Viele der Insassen waren an der ersten Regierung nach dem Fall der Apartheid beteiligt oder waren Abgeordnete im Parlament.

Die Geschichten sind ganz schön bedrückend und man hat Angst, dass so etwas recht leicht wieder eingeführt werden kann, wenn einfach behauptet wird, dass eine Gruppe von Menschen besser ist als eine andere. Man muss nur bei den Kindern anfangen, es ihnen zu lehren und dann die Nachrichten kontrollieren, damit diese die Erklärungen der Eltern und der Schule wiederholen, damit keiner hinterfragt, ob das auch stimmt oder nicht, weil das bekannte Weltbild bestätigt wird.

Was vor allem Katja sehr berührt hat, ist die aktuelle Geschichte unseres Begleiters durch das Gefängnis. Er war jahrelang unter sehr schlechten Bedingungen hier gefangen gehalten worden, wurde misshandelt und hatte Todesangst. Und trotzdem ist er wieder auf die Insel dieses Grauens zurückgekehrt. Er wollte das nicht, er wollte nicht wieder hierher zurück an den Ort des Schreckens, aber es blieb ihm nicht groß etwas anderes übrig. Die versprochene Entschädigung, verabschiedet von der Regierung, kam nie an, sein Haus war zerstört, er bekam ob seiner Vorgeschichte nie eine Arbeit und wusste nicht wie er weiter leben sollte. Das Angebot als noch lebender Vertreter der Gefängnisinsassen Besuchern seine Geschichte zu erzählen, das hat ihn erst erschreckt, er wollte nicht zurück nach Robben Island, er wollte nicht tagtäglich an die Zeit erinnert werden, hat es aber dann doch aus Ermangelung anderer Alternativen getan und ist jetzt froh darüber, dass er zumindest die Chance hat, eine Wiederholung der Geschichte zu verhindern durch die Weitergabe der Erlebnisse an interessierte Besucher. Aber die Insel eigentlich nie hinter sich lassen zu können, das ist schon auch eine schlimme Geschichte in sich.

Nach dem Besuch des Gefängnisses ging es zurück zur Fähre und damit auf Festland. Dort angekommen haben wir uns die Victoria and Albert Waterfront näher angeschaut. Hier gibt es viele Hochglanzgeschäfte, schicke Bars und Restaurants, Museen und ein Aquarium. An einem Haus stand eine große Menge an Menschen. Wir haben erst mal kurz darüber nachdenken müssen, was es hier wohl umsonst gibt, aber ganz klar: hier ist entweder die Startnummernausgabe für die 5 und 10 km Läufer am Samstag und den Marathon am Sonntag oder eine Sponsoring-Veranstaltung. Schon seit dem letzten Wochenende finden immer wieder Veranstaltungen und Läufe der Sponsoren statt. Außerdem ein Rahmenprogramm mit Musik und Tanz.

Das Wetter war, trotz anderslautendem Wetterbericht, immer noch nicht besser geworden und wir hatten vor in einer (schicken) Halle mit vielen Essens- und Getränkeständen ein Gläschen Wein trinken. Die Preise haben aber München alle Ehre bereitet. Der preisgünstigste Wein, ein Gewürztraminer, begann bei ca. 5 EUR, Chardonnay gab es für über 10 und es ging noch teurer, und da wurden keine Pälzer Viertel ausgeschenkt. Wir haben dann verzichtet und sind wieder ins Hotel gefahren, um ein Kapitel von diese Blog zu veröffentlichen. Dort war der Wein auch wesentlich preiswerter und es war nicht so laut. UNd es gab den Nachmittagstee und die schöne Gin und Tonic Bar.

Am Abend waren wir im Restaurant ëlgr essen. Das Restaurant ist in ca. 10-12 Minuten (immer bergab) zu Fuß gut zu erreichen. Um uns nicht für 3 Gerichte und eine Wein entscheiden zu müssen, haben wir uns für eine Art Überraschungsmenü mit Weinbegleitung entschieden. Es kamen immer mehrere Gerichte zum Teilen in mehreren Etappen in die Mitte vom Tisch und dazu gab es dann den korrespondierenden Wein. Sehr gut. Leider schließt das Restaurant am Ende des Monats. Wir haben noch mit dem Küchenchef gesprochen, seine Frau hat ein Kind bekommen und er zieht das Restaurant um nach Stellenbosch, um näher bei seinem Kind sein zu können. Aber wir haben ihm bei dem netten Gespräch immerhin noch das Rezept für eine beeindruckende Pistazien-Butter-Creme entlocken können.

Zurück (bergauf) haben wir uns dann fahren lassen. Es war noch nicht so spät und wir haben uns noch ein Glas Wein geteilt im Hotel und sind dann schlafen gegangen.

Am ersten Tag hatten sie uns die beheizbaren Bettunterlagen auf Stufe „eins“ gestellt gehabt. Das war schon zu warm. Heute war die Klimaanlage mit Heizfunktion an, das Zimmer damit sehr warm, die Heizdecken auf Stufe „eins“ vorgeheizt und dann haben wir zusätzlich noch eine Wärmflasche im Bett gefunden.

War heute damit noch wärmer wie gestern und damit eindeutig sehr viel zu warm. Aber natürlich lieb gemeint!

Freitag, 22.5.2026

Heute war vom Hotel aus gar kein Berg mehr zu sehen. Zudem regnete es auch noch. Beim Frühstück haben wir mit Patience und Luca gesprochen, was man bei dem Wetter machen könnte. Sie meinten, das Wetter in und um Kapstadt wäre unberechenbar und die Wettervorhersage würde selten stimmen. Kann sein, dass es in Kapstadt sonnig ist, am Kap aber regnet oder andersherum. Heißt: keiner kann einem sagen wie sich das Wetter weiter entwickelt. Da wir einmal zum Kap fahren wollten, versuchten wir es einfach mal.

Auf dem Weg haben wir noch versucht den einen oder anderen Cache zu finden. Einen haben wir bei einem schönen, idyllischen alten Friedhof in Kalk Bay bei der Trinity Church gesucht. Leider hat es gerade so richtig angefangen zu regnen in dem Moment und wir sind recht nass geworden. Viele Caches lagen ungünstig irgendwo abseits der Strecke. Einen gab es noch mit Parkplatz. Bezahlparkplätze sind hier interessant. Es gibt keine Parkautomaten und keine Parkuhren, egal ob es sich um größere Parkplätze oder kostenpflichtige Parkplätze längs der Straße handelt. In allen Fällen gibt es dort eine Person, die in Uniform dort steht und Parkzettel mit Ankunftszeit ausstellt. Je nach dem wie es von der jeweiligen Stadt angedacht ist, zahlt man im Voraus oder die verbrauchte Zeit, bevor man wegfährt. Unser Aufenthalt hat 7 Rand gekostet (30 min, also die Hälfte von 15 Rand pro Stunde. 20 Rand sind ca. 1 Euro).

Bei dem Wetter sind wir dann lieber weiter Richtung Süden gefahren, in der Hoffnung, dass es aufklart. Über Simon’s Town, einen Stützpunkt der südafrikanischen Marine, wo wir die Statue von Just Nuisance besucht haben, ging es weiter zum Boulders Beach, der bei so ziemlich jedem Kap-Reisenden vermutlich auf der Liste steht. Man kann hier entweder den Holzsteg außen herum nehmen und Eintritt bezahlen und hinunter an den Strand gehen. Auch ohne den Eintritt zu bezahlen kann man die Pinguine beobachten, die z.T direkt am Steg leben. Und auch der Blick auf die Riesensteine ist von hier aus gut, außerdem liegt ein Cache am Wegesrand 🙂

Am Eingang zum Tafelberg-Nationalpark muss man Eintritt bezahlen. Es geht nur Kartenzahlung. Wenn Kartenzahlung gerade geht. Wir haben eine ganze Zeit gestanden (vor uns nur ein Auto) bis die Mitarbeiter an der Zahlstelle das Kartenzahlungssystem wieder zum Laufen gebracht haben. Dann ging es wieder zügig weiter. Der Park ist sehr schön (auch bei Wolken und Regen) und man kann sich gemütlich umschauen, denn die Höchstgeschwindigkeit ist auf 40 km/h begrenzt. Auch hier wurden natürlich viele Caches versteckt, viele aber zum Erwandern und nicht in der Nähe der Straße oder auf glitschigem, nassen Terrain, also für heute unter ungünstigen Bedingungen.

Als wir im Süden angekommen sind, war der Parkplatz am Cape Point schon voll mit Autos und Bussen. Neben Souvenirshops und Restaurants sollte es hier angeblich noch einen Leuchtturm geben. Gesehen haben wir ihn nicht weil der Nebel oder die Wolken so tief hingen, dass alles oberhalb der Shops unsichtbar blieb. Der Parkplatz war überfüllt, vor allem mit Bussen. Da man nichts sehen konnte und es so aussah als könnte es jederzeit wieder anfangen zu regnen, haben wir uns entschlossen uns nicht den Nebel anzusehen, sondern einem kleinen Wegweiser an einer Abzweigung am Boden auf dem „Cape of Good Hope“ (Kap der Guten Hoffnung) stand, zu folgen.

Auf dieser Seite des Berges war das Wetter deutlich besser und es schien hier tatsächlich die Sonne, während entlang des anderen Wegs die Wolken immer noch den „Cape Point“ dicht einhüllten. Nach 2-3 km Fahrt kamen wir an einem kleinen Parkplatz an, auf dem nur wenige Autos und Busse Platz hatten. Eigentlich haben sich die Busse und Autos die ganze Zeit angehupt, weil sich alle gegenseitig im Weg standen. Wir haben unser Auto vor dem Chaos am Straßenrand abgestellt und sind die letzten paar Meter zu Fuß gelaufen, was sicher entspannter war, als sich auch noch in das Getümmel um die 4 Busse und ca. 7 Autos zu stürzen.

Vorne angekommen, haben wir das Schild gefunden, das das Kap der Guten Hoffnung markiert, den südwestlichsten Punkt von Afrika (am südlichsten Punkt waren wir in Kapitel 8, um Verwechslungen zu vermeiden). Eigentlich bestand das Schild aus 3 Teilen, rechts und links war es mit „Cape of Good Hope“ beschriftet, in der Mitte eine Tafel mit den Koordinaten des Punktes. Auf der rechten und linken Seite fanden Fotosessions statt mit größeren und kleineren Gruppen von Leuten. Links sah es etwas durcheinander aus, rechts standen die Leute mehr in Schlange und daher haben wir uns rechts angestellt. Man hat dann gegenseitig die Fotos von einander gemacht, damit immer alle aus einer Gruppe aufs Foto kommen. Wäre eine ähnliche völkerverbindende Stelle wie der südlichste Punkt, nur dass hier wesentlich mehr Betrieb ist, hier kommen schließlich auch die Busse hin. Nach einigen Aufnahmen und dem Zuschauen des Treibens hier, haben wir uns wieder auf dem Weg gemacht. Wir wollten noch den Chapman’s Peak Drive zurück nehmen und hatten auch noch eine Reservierung zum Abendessen.

Der Chapman’s Peak Drive ist eine landschaftlich sehr schöne Strecke entlang der Küste und da wir östlich der Berge zum Kap gefahren sind, hat es sich angeboten auf dem Rückweg die Berge auf der westlichen Seite zu umfahren, um nicht den gleichen Weg zurück zu nehmen. An einigen Stellen ist die Strecke spektakulär an den Berg gebaut, zum Meer hin kann es auch mal am Straßenrand steil nach unten gehen. Es gibt recht viele Aussichtstellen, von denen man aus die Landschaft bewundern kann.

Einer dieser Aussichtspunkte war abgesperrt wegen Filmaufnahmen und dort war ein großer Autokran geparkt, der irgendein Metallgestell über die Schlucht hielt. Der nächste Parkplatz hatte einen Cache, also haben wir dort angehalten. Auf dem Parkplatz standen viele Leute herum oder saßen in ihren Autos, ein par hatten sich auch Campingstühle mitgebracht. Wir haben Bilder gemacht und sind dann von einem Herrn aus einem Auto heraus angesprochen worden. Erstaunlicherweise hat er uns nicht verboten Bilder zu machen, er hat uns nur darum gebeten, die nicht auf Instagram oder Facebook zu veröffentlichen. Er hat uns auch noch erklärt was passieren wird und wie die Sendung heißt… Irgendeine indische Version von „Fear Factor“. Die indische Version kennen wir eh nicht, wir mussten aber auch die amerikanische Version (und das holländische Original!) googlen. Auf jeden Fall sollte ein Mann das komische Gestell über dem Abgrund hochklettern und dann herunter springen. Das Hochklettern hat sicher ewig gedauert, „runterspringen“ war am Seil gesichert ein paar Meter abwärts, so dass er dann zwischen zwei der Querträger hing. Die eigentliche Herausforderung war sicher das Hochklettern auf dem wackeligen Gerät. Das ältere Ehepaar mit den Campingstühlen hat sich das Ganze angeschaut, hat die Stühle nach dem Sprung zusammengeklappt und ist mit dem Wagen weitergefahren. Vielleicht sieht es gut gefilmt spektakulärer aus.

Der Chapman’s Peak Drive kostet eine Gebühr, wenn man ganz rüber fährt. Es gibt aber einen Parkplatz vor der Mautstelle, der ein Schild, „Achtung, ab hier muss man zahlen“ stehen hat. D.h. man kann die Strecke vermutlich bis ca. zur Hälfte von beiden Seiten befahren und muss nicht zahlen, wenn man umdreht und nicht durchfährt. Auch eine Variante. Wir haben bezahlt, um einmal rumfahren zu können. Auf der schönen Strecke sind wir dann weiter in Richtung Hotel.

Abends ging es dann ins Restaurant „Upper Union“ (bergab in Laufdistanz zum Hotel). Wir haben uns für das Menü entschieden, welches aus Brot, Vorspeisen (es gab Tartar oder Ceviche zur Auswahl, wir haben eins und eins genommen), Hauptspeise (Lammsteak) und Nachspeise bestand. Es war alles sehr gut, nur die Klimaanlage hat ein wenig gezogen.

Am Nachbartisch saßen einige Läufer mit Kapstadt-Marathon-Merchandising-Artikeln (Marathon ist übermorgen in der Früh). Dabei saß eine farbige Frau, die sich wenig an den Gesprächen der übrigen, weißen Personen am Tisch beteiligte und eher unglücklich und deplatziert hier gewirkt hat. Also nicht wegen der Hautfarbe, sondern weil das Restaurant kein Essen für Marathonläufern bietet und sie sicher gerne woanders zum Essen hingegangen wäre, z.B. mit Pasta oder ähnlichem. Darauf angesprochen, ob sie auch den Marathon mitlaufen will, hat sie das bejaht und uns als Zielzeit 2 h 30 min genannt. Die 10. Frau kam mit fast 2 h 45 min ins Ziel. Für eine Spitzenläuferin war das ganz sicher nicht ihre eigene Wahl gewesen hierher zu kommen. Das erklärte dann auch unseren Eindruck. Leider haben wir ihren Namen nicht erfragt, so konnten wir nicht nachschauen, wie es ihr ergangen ist. Auf den Bildern der Siegläuferinnen haben wir sie leider nicht widererkannt.

Zurück haben wir für bergauf wieder eine Uberfahrt bemüht, weil es einfach einfacher war.

Samstag, 23.5.2026

Als wir heute aufgewacht sind, war er wieder da, der Tafelberg, schön beleuchtet von der Morgensonne. Da wir nicht nach Kapstadt kommen wollten, ohne einmal oben gewesen zu sein, haben wir das Wettergeschehen beobachtet beim Frühstück. Auch hier konnte keiner der Belegschaft des Hotels eine verlässliche Wetterauskunft geben. Also haben wir beschlossen, wir fahren einfach hin und hoch und schauen, ob wir Glück oder Pech haben.

Auf dem Weg zum Tafelberg, ca. 240 Mio Jahre alt, 1087m hoch, haben wir noch schnell online Karten gekauft, damit wir uns nur in die Schlange von der Seilbahn anstellen müssen, nicht aber auch noch vorher in die Warteschlangen am Ticketschalter. Die Seilbahn hat zwei gegenläufige Gondeln, die pro Fahrt ca. 25 Personen fassen, eine Fahrt dauert ca. 5 Minuten. Wir haben schon ein wenig anstehen müssen um ein paar Kurven herum, bis wir endlich einsteigen konnten. Die Schlangen hinter uns wurden aber immer länger, insofern hatten wir noch Glück. Während wir anstanden kam noch eine Durchsage, dass die Sicht „mittel bis schlecht“ wäre. Die Ticktes sind 4 Tage gültig… Dann sind wir aber nicht mehr da, also jetzt oder nie. Die Fahrt mit der Seilbahn ist sicher bei richtig guter Sicht spektakulär. Jetzt war sie etwas eingeschränkt, aber auch der Blick auf de in Wolken eingehüllte Stadt war toll. Der Clou dieser Seilbahn ist, dass die Gondeln rund sind und innen einen Drehboden besitzen, der sich bei einer Fahrt einmal 360° um die Mittelachse dreht, so dass man einen Blick in alle Richtungen erhält, egal, wo man steht. Eine gute Idee.

Oben angekommen, gab es Sonnenschein. Man konnte nur nicht ins Tal schauen, da hier eine Wolkendecke die Sicht auf die Stadt versperrte, aber die Wolken hingen unterhalb der Tafelebene, so dass wir hier auf dem „Gipfel“ schönes Wetter hatten. Entsprechend haben wir uns auf den Berg selbst konzentriert und die Sicht ins Tal war wechselnd, mal war sie gut, mal schlecht. Man musste nur ein wenig warten, irgendwann bekam man schon einen Blick auf die Stadt. Ganz bis zum höchsten Punkt sind wir nicht gekommen. Das ist hier kein schwieriger Aufstieg, da die Höhenunterschiede nur wenige Meter betragen, aber der Weg ist weit und mit ca. 45 min angegeben. Bei dem wechselnden Wetter und der Möglichkeit, dass es auch regnen könnte oder man dann mitten in den Wolken steht, wollten wir nicht zu weit rauslaufen.

Auf unserem Weg ist uns ein junger Mann (so Anfang 20) begegnet, der uns gefragt hat, ob wir Fotos von ihm machen könnten… Das wurde eine richtige Fotosession mit vielen, vielen Bildern, verschiedenen Posen, mit und ohne Sonnenbrille, verschiedenen Haarvarianten, die er sich mit den Fingern hingewischt hat… Aber er hatte ganz genaue Vorstellungen, wie die Felsen und der Himmel als Hintergrund ins Bild positioniert werden sollten. Leider haben wir davon kein Video, das wäre sehenswert gewesen. Die Fotositzung hat ein wenig Zeit in Anspruch genommen, war aber auch sehr amüsant. Nachdem wir lange genug auf dem Tafelberg herumgelaufen sind und uns alles angeschaut hatten, inklusive einem sehr schönen großen Cache, und nicht wollten, dass wir den Berg noch flacher treten, haben wir die Rückfahrt angetreten. Hier gab es keine Schlange und wir sind sofort mitgekommen.

Unten haben wir uns ein Uber gerufen und da die laufend Gäste zur Talstation fahren war auch schon Sekunden später eines verfügbar. Wir haben uns nicht ins Hotel, sondern nochmal runter in die Stadt zu einem Markt fahren lassen. Der Oranjezicht City Farm Market (OZCF Market) wird so schön beschrieben als „wo lokale Bauern und lokale Lebensmittelproduzenten ihre Produkte anbieten“. Der Markt ist immer samstags (9-14) und sonntags (9-15 Uhr) geöffnet. „Lokale Bauern“ haben wir eher nicht gefunden. Ganz in der Mitte gibt es einen Bereich mit Obst und Gemüse, der aber von seinem gestylten Aufbau her eher wie eine Deko wirkt. Hier was zu verkaufen würde vermutlich eher das „Bild“ für die Touristenfotos zerstören. Ansonsten gibt es noch allerlei Modisches, Kunsthandwerk etc.

Die Hauptattraktion sind aber die „Streetfood“ Stände. Konzentriert auf einen Bereich, der auch mit Tischen und Bänken ausgestattet ist, kann man aus einer breiten Palette an Verkaufspunkten wählen, die eine große Auswahl an Essen aus aller Welt anbieten. Da wir gefrühstückt hatten und abends eine Reservierung im Fyn anstand, haben wir nur eine Kleinigkeit ausprobiert… Eine deutsches Bratwurstbrötchen mit Pommes. Die Bratwurst war fein (also keine grobe Pälzer), aber gut gewürzt. Das Brötchen war so was wie ein Laugen-Hotdog-Knautsch-Brötchen, ohne Kruste. Es hatte schon den typischen Laugengeschmack, aber es war halt nicht knusprig, sondern total weich. Außerdem lagen unter der Bratwurst noch Rucola und Tomaten… Die Wurst kam schon sehr an eine deutsche Bratwurst heran, die Präsentation war „gewagt“. Die Pommes waren (wie immer) nicht wirklich knusprig, außerdem lebt das Land sehr gesund, da salzarm.
Auch ein Stand mit Hummer war da und da wir da plötzlich an unseren USA-Besuch 2022 denken mussten, gab es auch noch eine kleine Lobster-Roll im Gedenken an diesen letzten Urlaub. Wir haben noch einen Stand gefunden, der diverse Getränke und darunter auch diverse Weine (weiß, rot, rosé, Sekt) angeboten hat. Hier haben wir noch ein wenig das Sortiment getestet und dann schloss der Markt auch schon für diesen Samstag.

Gegenüber des Marktes war noch ein Cache versteckt, den wir gut finden konnten. Weil das Wetter inzwischen hier am Meer sonnig geworden ist, sind wir noch ein wenig auf dem Weg am Wasser entlang gelaufen. Leider endete der Weg bei einer Baustelle und einem Hotel (Interconti). Der Wachmann am Hotel hat uns leider aber den Zutritt verwehrt. Auch zum Kaffeetrinken, was wir durchaus in Betracht gezogen haben. Ihn Wien wohnen wir (privat) auch gerne im Interconti (das in Kapstadt ist außen optisch aber sehr viel schöner). Er hat uns erzählt, es gäbe überall Überwachungskameras und wenn er uns reinlassen würde und wir gehen vorne (oder hinten, je nach Sichtweise) raus, ohne einen Kaffee zu trinken, wäre er seinen Job los und er müsste seine Familie mit zwei Töchtern ernähren… Wir sind dann den ganzen Weg wieder zurück gelaufen. Wenn wir noch mal hierher kommen, werden wir wohl dieses Hotel nicht wählen. Gute Werbung sieht anders aus.

Wir sind dann noch ein wenig an der Waterfront herumgelaufen und haben noch einmal bei einigen der Events vorbeigeschaut, die hier für den Marathon aufgebaut und veranstaltet wurden und sind dann wieder zurück ins Hotel gefahren. Der Whirlpool wollte auch mal getestet werden. Der war schön warm, hat schön gesprudelt und man hatte im Pool sitzend einen tollen Blick auf den Tafelberg (aktuell wolkenlos).

Das Restaurant „Fyn“ war ein wenig weiter entfernt, so dass wir einen Uberfahrer bemüht haben uns hinzubringen. Das Restaurant liegt in einem höheren Stockwerk und unten am Empfang wird die Reservierung erfragt. Oben mit dem Fahrstuhl angekommen, wird man dann schon mit Namen begrüßt. Die Kommunikation funktioniert gut. Es gibt nur ein Menü, die Zutaten sind „gewagt“, zumindest für uns Europäer. Abalone, eine Schnecke die in warmen Ozeanen lebt, ist noch das bekannteste. Ansonsten kommen noch diverse Tang- und Algenarten, wie z.B. der hier überall vorkommende Kelb, zum Einsatz. Als Getränkebegleitung kann man sich zwischen drei Varianten entscheiden. Die „Experience“-Variante zum Experience-Menü ist die „preisgünstigste“ Wahl und beinhaltet neben lokalem Wein auch einen Sake. Für diese Variante haben wir uns entschieden, unsere Absicht bestand ja darin den hiesigen Wein zu probieren und nichts von einem anderen Kontinent… Über den Sake sehen wir mal hinweg, Abalone ist ja auch eine asiatische Spezialität. Außerdem steigen die Preise ganz schnell in ungeahnte Höhen. Die zweitteuerste Version übersteigt den Menüpreis (Essen) deutlich. Und die teuerste Version kostet für eine Person soviel wie wir am Ende für zwei Menüs und zwei Getränkebegleitungen bezahlt haben. Die Leute im Restaurant waren aber auch bei der „Billig-Variante“ sehr freundlich.

Nett war auch unser Nachbartisch, da saß unter anderem Donovan Rall mit dabei, ein ehr bekannter Winzer, mit dem wir uns auch noch kurz unterhalten haben (und nebenbei auch wieder ein kleines Rezept aus der Küche für den Strauß abgreifen konnten, Strauß weil man das am ehesten ei uns noch bekommen wird).

Als kulinarisches Süfarika-Fazit kann man sagen, wenn wir uns noch einmal genau ein Restaurant aussuchen dürften, in dem wir noch mal Essen gehen können, wäre es das Épice in Franschhoek, ganz, ganz knapp gefolgt vom Fyn. Fyn ist übrigens auch preisgünstiger als das Le Petit Colombe (auch Franschhoek).

Zurück haben wir uns dann wieder fahren lassen. Deutsche Autos sind bei Uberfahrern anscheinend sehr beliebt (BMW, Audi) gefolgt von Toyota Corolla und VW Polo.

Diesmal war die Klimaanlage wieder an, haben wir aber nicht bemerkt und die Heizdecken standen auf zwei. Die Heizdecken haben wir ausgeschalten, aber die Klima hat weiter vor sich hin geheizt. Die Klimaanlage stand auf 18°C, obwohl die Hotelmappe sagt: „Nie unter 21°C einstellen, sonst tropft die!“. In anderen Hotels haben sie uns die Klimaanlage sehr gerne auf 30°C und 32°C eingestellt. Wenn es 40°C+ wird im Sommer, sind 20°C im Winter vermutlich eisig.

Sonntag, 24.5.2026 (Marathontag in Kapstadt)

Der Marathon in Kapstadt startet sehr früh. Daher waren auf der Hauptstrecke auch schon Straßensperrungen ab 4 Uhr angekündigt, bei uns in der Gegend so gegen 6:45 Uhr. Da wir uns jetzt nicht wirklich auskennen und nicht wissen, wie gut das Navi in Südafrika Straßensperrungen gemeldet bekommt, haben wir uns dazu entschieden, vor möglichen Problemen aus der Stadt heraus zu sein und sind schon um 6 Uhr zum Flughafen aufgebrochen. Wir mussten ja auch noch tanken, das Auto zurückgeben und von der Mietwagen-Rückgabestelle zum Terminal laufen mit all unseren Taschen. Hin wurden wir ja gefahren, aber so früh war das nicht zu erwarten und der Weg war schon weit.

Ein paar Straßenecken weiter standen schon die Absperrgitter und die Verkehrspolizei blinkend auf der Straße, aber wir konnten noch problemlos in Richtung Flughafen abbiegen und die Straße nutzen. Später hätten wir die Marathonstrecke kreuzen müssen, da wäre es dann schon knapp geworden. Eine Tankstelle lag auch noch auf dem Weg raus aus der Stadt. Ein Hoch auf die digitalen Tankanzeigen, die nur in 1/8 Tankfüllungen die Anzeige aktualisieren. Bei > 1000km Reichweite kommt man mit einem achtel Tank ganz schön weit und es zeigt immer noch „komplett voll“ an, da muss man sich dann keinen Stress am Flughafen mit Tankstellensuche machen, um nochmal „voll“ zu tanken.

An der Autovermietung herrschte schon Betrieb und die Rückgabe ging ganz schnell. Beim Öffnen des Kofferraums kam schon ein „Porter“, ein Herr mit Gepäckwagen an und hat unsere Koffer gekonnt auf einen Wagen verladen und ist dann mit uns bis zum Check-In von Airlink gelaufen. Für die Leute, die unter „laufen“ Spazierengehen verstehen, war der ziemlich schnell und wir mussten auch ohne Gepäck schauen, dass wir hinterherkommen. Die Leute leben vermutlich rein vom Trinkgeld und je mehr Fahrten pro Tag, desto besser der Verdienst. Aber wir waren froh nicht ohne Wagen unser Gepäck tragen und rollern zu müssen und den Weg selber suchen zu müssen. Das war durchaus ein paar Rand wert und viel entspannter für uns.

Nachdem wir den ersten Koffer auf die Waage gestellt haben, hat die Dame gemeint, die Tasche hätte aber 22 kg! Ja stimmt, deswegen haben wir auch einen Eco-Tarif mit 30kg Gepäckmenge gekauft? Auf diesen Hinweis hin hat sie noch mal einen Blick in den Computer geworfen und wir konnte alle unsere Taschen problemlos aufgeben. Sie hat sogar noch versucht einen „Lounge-Zugang“ für uns zu organisieren, aber es war ein Internationaler Flug und die Slow-Lounges, mit denen Airlink kooperiert, gibt es dort nicht in Kapstadt im internationalen Terminal, nur bei „national“ (Domestic). Sie hat sich entschuldigt, aber sie kann ja nichts für die Gegebenheiten. Wir kommen ja auch in eine andere Lounge und von denen gab es sogar zwei in einem Terminal mit vielleicht fünf Flugsteigen (alle Bus).

Das mit der Lounge kam uns recht, denn wir hatten noch kein Frühstück (gab es im Hotel erst ab 7:30 Uhr), außerdem mussten wir was essen, am Besten mit Milch, da wir die Malariaprophylaxe beginnen mussten. Früher hat man den „alten“ Wirkstoff wohl eher schlecht vertragen mit vielen Nebenwirkungen, wir waren gespannt, ob wir bei dem aktuellen Wirkstoff etwas merken würden. Die Nebenwirkungen haben wir vorsichtshalber nicht gelesen, denn Statistiken sagen, dass man dann auch häufiger an diesen erkrankt. Die Lounge war nett, wir waren auch eine ganze Zeit die einzigen Gäste und konnten die Ladestationen für die Mobiltelefone und das Notebook ganz für uns nutzen. Das Essen war auch abwechslungsreich und gut. So ging die Zeit schnell herum, und wir konnten in den Flieger nach Victoria Falls steigen.

Auf Wiedersehen in Kapstadt!
Denn wenn es wahr ist, was wir mehrfach gesagt bekommen haben, dann kommt man immer mindestens zweimal im Leben in die Mother City.

Sonntag, 17.5.2026

Auf dem Weingut angekommen, wurden wir zuerst von den Hunden begrüßt, von zwei ausgewachsenen Ridgebacks und einer kleineren Hundedame (Rasse/Mischung uns nicht bekannt).

Die Hunde sind total lieb und die großen Ridgebacks als Wachhunde nicht zu gebrauchen, dafür haben die viel zu viel Angst vor Fremden.

Sebastian, der Eigentümer von Beaumont Family Wines und Winzer (verantwortlich für die Arbeit draußen in den Weinbergen), hat uns begrüßt und uns das Pepper Tree Cottage gezeigt, welches die nächsten drei Nächte unsere Unterkunft sein wird.

Außerdem hat er uns noch in ein paar Details eingeführt. Das Deli vom Weingut, in dem auch Essen angeboten wird, schließt schon um 16 Uhr. Das Essen gibt es aber auch tiefgefroren zum Auftauen. Weil wir zu spät angekommen sind, haben sie uns eine Platte mit Käse, Schinken/Wurst und eingelegtem Gemüse vorbereitet, dazu ein ganzes Brot. Zwei Weine, die wir uns gewünscht hatten, standen auch schon im Cottage, neben zwei weiteren Rot- und zwei Weißweinen, die sozusagen zur Minibar gehören. Außerdem gab es als Grundausstattung 4 Eier, ein Stück Butter, eine Karaffe Wasser und eine große Flasche Milch. Verhungert wären wir damit nicht. Wir haben uns aber aus der Tiefkühlung noch eine mittlere Packung Bobotie und eine Schale Basmatireis mitgenommen. Tiefgefrorener Basmati zum Aufwärmen hatten wir noch nie. Selbermachen ist eigentlich gar nicht so schwer… Problem war das ganze soweit aufzutauen, dass man es im Backofen fertigbacken konnte. Zum Glück gab es eine Mikrowelle. Die Tiefkühlschränke im Deli scheinen deutlich unter -18°C zu liegen. Stehen lassen zum Auftauen dauert ewig.

Teile der kalten Platte haben wir gegessen als Vorspeise, Wurst und Käse haben aufgehoben zum Frühstück. Bobotie mit Reis haben wir auch nur halb geschafft, aber morgen brauchen wir ja auch noch was zum Essen.

Weil es recht kühl war, haben wir uns den Ofen angefeuert. Neben dem Kamin im Wohnzimmer gibt es auch noch einen in der Küche, wenn man sich dort etwas grillen möchte und es für den großen Grill draußen zu kalt ist. Hätte auch seine Reiz, mit Holzfeuer in der Küche zu arbeiten.

Mit eine paar weiteren Arbeiten an diesem Blog und nach anderthalb Flaschen Wein ging der Abend dann zu Ende.

Montag, 18.5.2026

Der Tag startete erst einmal mit einem Selbstversorgerfrühstück. Wir hatten noch Wurst und Käse vom Vorabend und in der Küche stand eine Nespressomaschine. Bevor wir los sind haben wir noch einen „richtigen“ Capuccino im Deli getrunken. Um unser Abendessen (Reste vom Bobotie und Reis) noch zu erweitern, haben wir uns gleich noch ein Chickencurry mitgenommen, damit es lange genug Zeit hat zum Auftauen.

Heute war große Aufregung auf dem Weingut. Ein LKW mit einer Abfüllanlage war da und heute wurde der erste Chenin Blanc 2026 abgefüllt. Eigentlich zu früh, aber die 2025 Abfüllung ist schon ausverkauft und es wird Nachschub benötigt.

12.500 Liter, ca. 16.500 Flaschen heute und morgen noch mal die gleiche Menge. Das entspricht in etwa 1/4 der Gesamtmenge. So hat es uns Sarah erzählt, die Leiterin des Kellers, eine junge Frau mit einem unglaublichen Enthusiasmus und einem nicht zu versteckenden Stolz auf ihre Arbeit. Zusammen mit Joshie, der schon seit 20 Jahren auf dem Weingut arbeitet und der die rechte Hand von ihr und Sebastian ist, hat sie uns die ersten gefüllten Flaschen präsentiert. Wirklich für alle ein großer Moment!


Wir durften zuschauen und auch mal in den Laster und eine Schluck probieren. Auch mal spannend das zu sehen. Anscheinend haben hier nur die ganz großen Weingüter eine eigene Flaschenfüllanlage. Alle anderen nutzen den Service von 6-7 Firmen mit mobilen Abfüllanlagen. Der Herr mit seinem LKW hier soll der Beste sein, da man beim Abfüllen noch viel falsch machen kann und damit Jahre an Arbeit vernichten kann, muss man darauf achten, dass der Abfüller sauber arbeitet. Kosten liegen bei ca. 90 Ct (= ~18 Eurocent) pro Flasche.

Danach ging es auf Entdeckungs- und Cachetour, erst auf dem Weingutsgelände selbst, an der alten Mühle, dann in der näheren Umgebung.

Durch Zufall haben wir den Bahnhof entdeckt, der heutzutage keine Bedeutung mehr hat, aber früher wichtig für die Gegend war. Wir mussten feststellen, das auch Bot River/Botrivier einen „schönen“ Teil und ein getrenntes Wohngebiet für die arme, farbige Bevölkerung hat.

Wir haben versucht ein paar Caches zu suchen. Die ersten beiden haben wir nicht gefunden. Uns ist dann aufgefallen, dass die letzten Funde zwar im April und Mai waren, wir hatten aber übersehen, dass es 2024 und 2023 war. Wir haben noch zwei probiert, sind dann aber umgedreht, es war nichts zu finden. Eigentlich hätten hier über 20 Dosen liegen sollen, aber jetzt alle abzufahren, um zu schauen, ob wenigstens eine noch da ist, war uns dann doch zu doof.

Wir wussten noch vom Koch vom Protégé, dass es hier irgendwo einen Laden geben soll, in dem man ganze getrocknete Fische kaufen kann, ein Riesenfrühstück zu einem Spottpreis bekommen soll und der auch sonst sehenswert wäre. Der Laden lag nicht so weit entfernt, außerdem hatte der einen Cache mit einem Fundlog von diesem Jahr. Wir sind dort hin, fanden den Parkplatz gut besucht vor und konnten auch die Dose rasch finden.

Aus Neugier, eigentlich wegen der Fische, sind wir dann in den Laden noch hineingegangen. Hier gab es gefüllt alles. Von Antiquitäten, altem Kruscht über Blumen, Lebensmittel, Lampen, einem Restaurant, Schuhe, Kleidung, Töpfe, Geschirr, Holzkochherde, Werkzeug bis hin zu Ziegeln und vieles, vieles mehr, also einfach alles, wie in einem Kaufhaus inklusive Baumarkt. Wir haben nur die Fische nicht oder einfach über-sehen.

Neben dem Restaurant gab es auch noch eine weitere Verkaufsstelle mit frischen Pies, bei denen wir uns eine mit Rindfleisch gekauft haben. Die war noch so heiß, dass man beim Essen aufpassen musste, sich nicht die Zunge zu verbrennen. Aber sehr gut und gut gewürzt. Schließlich heißt es, wenn man in Südafrika keine Pie gegessen hätte, dann wäre man auch nicht da gewesen.

Als Übernachtungsgast hat man bei Beaumont eine Weinprobe inklusive. Da die Probierstube nur bis 16:30 Uhr geöffnet hat, sind wir nur noch zu ein paar Caches gefahren und dann langsam wieder zurück zum Weingut. Es gab noch zwei Tische, die ein spätes Mittagessen oder ein frühes Abendessen gemacht haben und auch in der Probierstube gegessen haben. Draußen war es frisch. Da ist es hier in schönen Ambiente und windgeschützt und bei angenehmer Temperatur eine gute Option zu sitzen. Wir durften fünf Weine probieren: Chenin Blanc 2025 (der mit den allerletzten Flaschen), Chenin Blanc Hope Marguerite (Barrique), Raoul, Pinotage und einen Mourvédre. Alles tolle Weine. Beim Chenin Blanc (Stahltank) würde ich auf den 2026 warten. Für die Nachspeise haben wir uns noch eine Chenin Blanc Spätlese und eine roten Portwein mitgenommen.

Wir hatten es nicht weit zu unserem Cottage und konnten uns dort wieder den Kamin anheizen, um es etwas warm zu machen. Dabei haben wir an diesem Blog weiter geschrieben und Bilder ausgesucht. Das Hühnchencurry war nach 8 Stunden schon fast aufgetaut (wir wundern uns immer noch welche Kühlschranktemperatur die im Laden hatten) und wir konnten alles für eine halbe Stunde in den Ofen schieben.

Zum Abschluss des Abends gab es noch eine Rest Zimteis mit Süßwein und Port.

Dienstag, 19.5.2026

Wir hatten noch jede Menge Brot und vier Eier. Daher gab es zum Frühstück getoastetes Brot mit Rührei. Wir hatten uns gestern als eine Art Saftersatz noch eine Flasche „Cordial“ Geschmacksrichtung irgendwas in Richtung Maracuja, mitgenommen. Cordials sind so eine Art Sirup-Wasser-Mischung, aber weniger süß. Wobei die Beschreibung „weniger süß“ es nicht wirklich trifft. Man musste sich an die Säure erst einmal gewöhnen, dann schmeckte die Variante, die wir hatten ganz gut.

Die Flaschenabfüllung lief schon wieder, es war auch für die zweite Charge über 8 Stunden Arbeit angesetzt (2000 Flaschen pro Stunde, 16.500 Flaschen).

Heute ging es nach dem Frühstück nach Hermanus, berühmt für die Walsichtungen währen der Saison. Ein kleinen Ort am Meer, der früher vom Fischfang gelebt hat, heute fangen sie eher Touristen. Der Ort wurde schön hergerichtet mit Promenade, Museen, einem alten Hafen, vielen Bars und Restaurants und jeder Menge Klippschliefer, nahen Verwandten der Elefanten (auch wenn die erst mal gar nicht so aussehen). Aber es gab hier auch ein paar Caches, vor allem auch einen Multi, Labcaches und einen Mystery, den Typ hatten wir bisher in Südafrika noch nicht. Der Mystery führte uns in den Ort zu einem Antiquariat, voller alter und ganz alter Bücher. Für den Cache wussten wir den Autor und da die Bücher super sortiert waren, hatten wir auch gleich das richtige Buch mit dem Logzettel in den Händen. Wir kamen dann noch mit der netten Besitzerin ins Gespräch, die uns erstaunt fragte, ob wir den Cache selbst gefunden hätten. Bei der Ordnung in den Büchern war das keine Kunst. Sie meinte, die meisten würden herumirren und sie würde diese Menschen dann ansprechen. „Die Leute kennen keine Autoren mehr“ meinte sie und es würde kaum einer auf die Idee kommen, dass sich der Cache in einem Buch befindet. In einem Buchladen sollte das eigentlich offensichtlich sein. Wir haben noch über unsere Reise gesprochen und sie hat uns gesagt, was wir in Victoriafalls machen sollen und was auf keinem Fall: die Elefanten versuchen anzufassen, die da gerne mal durch den Ort spazieren. Außerdem hat sie uns geraten an der Küste entlang nach Kapstadt zu fahren.

Nachdem wir noch den Multi und den Labcache abgeschlossen haben, stellte sich die Frage: noch weiter nach Bettys Bay oder zurück?

Das Wetter war heute durchwachsen und morgen soll es besser werden. Daher haben wir uns dazu entschlossen heute noch das Deli im Weingut (schließt um 16 Uhr) zu besuchen und dort etwas frisch Gekochtes zu essen und Bettys Bay auf morgen zu verschieben, wenn wir nach Kapstadt fahren. Dort können wir den Weg nach Kapstadt beginnen. Für den Rückweg sind wir durch die Weinregion Hemel-en-Arde gefahren, eine Weinregion, die für ihr kühles Klima berühmt ist. Das war sehr schön, wir konnten ein bissel cachen und uns umschauen. Wir dachten ja erst das wäre nur so ein kleines Tal, aber das ist ne superschöne Strecke!

Im Deli gab es eine Suppe aus gerösteter Karotte mit Rosmarin und Tahini und Baobuns mit mariniertem Hähnchenschenkel und anschließend Roastbeef mit Bratkartoffeln. Die Bratkartoffeln waren richtig schön braun und das Roastbeef war so zart, das ist einfach auf der Zunge zergangen und hatte eine herrlichen Geschmack. So eine Fleischqualität bekommt man bei uns in Deutschland schwer bis gar nicht. Dazu gab es eine Flasche Raoul’s.

Sebastian hat uns noch einen Wein eines anderen Weingutes eingeschenkt, ohne zu sagen was es ist. Ohhh…

Im ersten Moment und zu kalt hatte er die Säure von einem Riesling, beim wärmer werden wurde er fruchtiger und hat mehr an einen trockenen Muskateller erinnert.

Das Wetter war unfreundlich, windig und kalt. Also sind wir bei schönem Abendlicht zurück ins Cottage, haben uns den Kamin noch einmal eingeheizt, um es gemütlich zu machen. Zum Bilder für den Blog auszusuchen haben wir uns eine Tüte Chips aufgemacht, den Rest von der Weinflasche getrunken und dann noch eine Flasche Pinotage geöffnet. Wir sind zum Weintrinken hierher gekommen, da soll sich das auch lohnen.

Das Bett war zum Glück nicht weit weg.

Mittwoch, 20.5.2026

Das Frühstück reduzierte sich zusehends. Aus Ermangelung an Zutaten schrumpfte es auf Brot mit Butter, dem Rest Cordial und einer Tasse Kaffee. Unser Plan sah vor, noch einen Cappuccino und ein Müsli im Deli zu bestellen. Auch nicht so einfach, es gibt da nämlich gleich mehrere zur Auswahl. Wir haben zwei ausgewählt, um dann halbe-halbe zu teilen. Beim Frühstück konnten wir uns dann von den Hunden verabschieden und haben auch noch die Mutter von Sebastian kennengelernt, die ihren eigenen Wein macht. Handgepresst und nur ein Fass, ganz klein und exklusiv. Pinot Noir, Chardonnay und einen „weißen Pinot Noir“. Bei uns müsste man den als Blanc de Noir deklarieren und hier irgendwie als Rose. Aber die Dame hat es tatsächlich irgendwie geschafft den als „White Pinot Noir“ labeln zu dürfen.

Sebastian hat dann noch das Weinrätsel aufgelöst. Wir hatten auf eine untypische Rebsorte getippt. Es gibt auch Bukettweine in Südafrika, also so eher die Muskateller Richtung…. es war dann, total peinlich, der Riesling von Saurwein, den wir schon im Epice getrunken haben und der uns damals schon als „nicht typisch für Riesling“ aufgefallen war. Hätten wir uns auch dran erinnern können, aber wer rechnet bei den hunderten von Weingütern schon damit, dass wir zweimal auf den gleichen Wein stoßen?

Sarah, die Kellermeisterin, hat uns noch stolz ihre heutige Abfüllung des Rosés gezeigt. Ein toller lachfarbener Ton und hat sich total gefreut, dass ihr der Farbton genauso gelungen ist, wie sie sich das gewünscht hatte.

Heute kommt noch ein Sondercuvee für „Marcus“ in die Abfüllung und Portwein. Mit Marcus ist Marcus van Rissen gemeint, der Besitzer vom St. Annen Hotel in Hamburg, bei dem dem wir 2014 einmal übernachtet und zum ersten Mal Beaumont Wein probiert haben und wegen ihm hatten wir überhaupt nur die Idee hierher zu kommen und zu übernachten.

Wir haben uns dann von den ganzen Leuten beim Flaschenfüllen verabschiedet und von Sarah, leider haben wir Sebastian nicht mehr gesehen, um ihm auf Wiedersehen zu sagen. Er fliegt am Wochenende nach Hamburg, um sich mit Marcus van Rissen zu treffen und auf die Grand Cru Veranstaltung in Amsterdam zu fahren.

Sarah will zur Lese dieses Jahr an die Loire reisen, aber vielleicht auch mal zur Lese nach Deutschland. 2020 wollte sie an die Mosel, das fiel aber wegen Corona dann leider aus.

Abschied von Beaumont, war schön hier!

Wir haben uns für eine Route über Betty’s Bay und an der Küste entlang nach Kapstadt entschieden. Bei Betty’s Bay gibt es eine Kolonie von Südafrikanischen Pinguinen am Stony Point. Hier in den Dünen gibt es ein paar natürliche Bruthöhlen und viel künstliche, um den Pinguinen ein Überleben zu sichern, da sie auf der Liste der sehr vom Aussterben bedrohten Arten gehören. Angefangen hat es hier mit einem Brutpaar, aber im Laufe der Jahre habe sich hier mehr Pinguine angesiedelt. Die Pinguine waren schon einmal vom Aussterben bedroht und es ist gelungen die Art zu erhalten. Als sie es dann fast vom Status „sehr bedroht“ auf „gering bedroht“ geschafft hatten, gab es eine Ölkatastrophe vor der Kapküste. Dadurch sank die Pinguinanzahl auf 25%. Das klingt zunächst nicht dramatisch, aber Pinguine sind monogam und wenn ein Partner stirbt, suchen sie sich keinen neuen. Damit sinkt die Anzahl an Brutpaaren dramatisch ab.

Wir hatten mit mehr Pinguinen gerechnet, aber wir haben auch so genug gesehen. Dir Bereich war gut angelegt, mit einem Holzsteg für Besucher unter dem die Pinguine möglichst ungestört zwischen den Bruthöhlen weiter oben und dem Meer hindurch wechseln konnten.

Wir haben noch einen Cache gesucht in der Gegend, der aber leider nicht mehr zu finden war, wir hatten aber auch keine Dosen dabei, um den Cache zu ersetzen.

Bei bestem Wetter und Sonnenschein hatten wir eine schöne Fahrt an der Küste entlang. Da hier links gefahren wird, ist der Weg nach Kapstadt für uns die bessere Variante als von Kapstadt aus gegen Osten, da man so auf der dem Ozean zugewandten Seite fährt und die bessere Sicht aufs Meer hat.

Wir haben ein paar Stopps für Dosen eingelegt unterwegs. Alles paar hundert Meter gibt es Parkplätze auf der Route. Wir haben immer nach Walen Ausschau gehalten, da es sich um die Whalewatching Route handelt… Aber heute wollten sich keine Wale zeigen. Walsaison ist erst ab Juni und offensichtlich haben die Wale Verträge, die erst ab 1. Juni laufen. Haie scheint es hier auch zu geben, zumindest gibt es Haibeobachter zur Badesaison, die per Sirene warnen, wenn ein Hai in Strandnähe auftaucht.

Gegen Ende der Strecke sind wir vom Navi abgewichen, das unbedingt über die N2 fahren wollte und wir sind unten am Wasser geblieben. Dabei sind wir an einem „Township“ vorbei gekommen, das einfach riesig war und sich bis zum Horizont erstreckte. Das gibt einem schon zu denken und zeigt immer wieder wie gut es uns geht, auch wenn das viele nicht wahrhaben wollen. Entlang des Ozeans schloss sich irgendwann ein Mittelklassewohngebiet an und dann kam man nach Kapstadt. Hier ist alles aufgeräumt und sauber und hier sieht man, dass die Leute die hier wohnen, weniger Geldsorgen haben.

Donnerstag 14.5.2026

Nach einer kurzweiligen Fahrt mit ein paar Caches unterwegs, u.a. am größten roten Stuhl Afrikas, sind wir gegen Abend in Swellendam eingetroffen und haben unser Domizil „Schoone Oordt Country House“ grandios verfehlt, weil uns das Navi vom Auto „das Ziel ist rechts“ angesagt hat, es war aber links. Also sind wir zunächst in die nächste Straße eingebogen, um das Auto zu wenden. Das war gar nicht so einfach, da auch hier der Sturm ganze Arbeit geleistet und einige Bäume beschädigt hat. Die Straße war zwar wieder frei, aber alle Bäume, Äste und Grünzeug lagen am Straßenrand und man musste erst einmal eine Stelle finden, die breit genug war zum Wenden.

Endlich angekommen im „Schoone Oordt“, einem Gebäude aus dem vorletzten Jahrhundert, wurden wir von den Mitarbeitern herzlich begrüßt und auf unser Zimmer begleitet. Dabei wurden wir auch mit „Fat Cat“ bekannt gemacht, die genauso heißt wie sie aussieht und die uns auch gleich mit bis in unser Zimmer begleitet hat. Sie musste dann von der Dame vom Hotel aus dem Zimmer getragen werden und stand dann noch ein paar Minuten vor der Zimmertür. Als wir uns soweit eingerichtet hatten, ging es zum Check-In. Dazu gab es eine Kanne Schwarzen Tee mit Sahne und Scones mit Butter und Konfitüre. Dabei hat uns Fat Cat noch mal begrüßt und sich ausgiebig kraulen lassen, bis wir genug verhaart waren, danach war erst mal Fellpflege angesagt, ist vermutlich besser, wenn die losen Haare erst mal alle an den Gästen hängen, dann hat man die als Katze nicht mehr auf die Zunge, viel angenehmer.

Das „Small Country Hotel“, wie es sich selbst beschreibt, verfügt über 8 Zimmer und die „Honeymoon Suite“, die wir mit unserem 3-Tagespackage, beziehen durften. Für heute Abend war ein Abendessen im Package inkludiert im hoteleigenen Restaurant. Auf die Frage wann wir denn Essen wollten, hatten wir zurückgefragt, wann denn die anderen Gäste so kommen würden. Es hieß „um 18:30 Uhr“ und da die Zeit ganz gut passte mit noch ein wenig im Zimmer frisch machen, haben wir auch 18:30 Uhr gewählt. Das Zimmer ist sehr schön mit großem Bett, Kamin und einem schönen großen Badezimmer mit Badewanne und großer Dusche. Die Toilette hatte einen echten (!) alten Wasserkasten, also einen von denen knapp unter der Decke mit Schnur zum ziehen, Ansonsten gab es noch frische Blumen auf dem Schreibtisch, einen Couchtisch mit Sofa und Sesseln. Alles sehr schön und stimmig eingerichtet. die Frage, ob wir den Kamin angezündet haben möchten, haben wir allerdings verneint. Wenn wir Essen gehen, wäre es schade das Holz zu verbrennen, ohne den Kamin wirklich zu nutzen.

Um 18:30 Uhr waren außer uns natürlich keine Gäste im Restaurant. Zumindest konnten wir uns so den Tisch aussuchen, also den mit dem Gasheizstrahler. Die Menükarte war klein, es las sich aber alles so gut, dass man trotzdem Probleme hatte sich zu entscheiden, weil es nicht möglich war einfach alles zu essen. Wir konnten uns dann doch für ein Tartar und ein Risotto (mit Pilzen) als Vorspeise entscheiden. Das Tartar war einfach grandios. Obwohl es viel gröber geschnitten war als bei uns zu Hause, war es total zart und zerging auf der Zunge. Das Risotto bekommt man in Italien auch nicht viel besser, cremig und ein bisschen bissfest, wie es sein soll. Als Hauptspeise hatten wir dann #makeSCHWEINEBAUCHgreatagain mit Bitterballen (eine holländische Spezialität) und lokalen Hasen. Das Essen hier im The Conservatory kann man empfehlen. Die Portionen waren zwar nicht besonders groß, aber nach all dem Essen der letzten Tage habe wir uns lediglich auf eine Limoncello Pannacotta zum Teilen eingelassen.

Anschließend sind wir noch an die Bar und haben einen lokalen Brandy und einen lokalen Grappa mit einem Espresso genossen, ein Betthupferl gab es später auch noch. Eine Wärmeflasche lag auch noch im Bett.

Zu erwähnen ist noch, dass an einem Tisch am Rand zwei Paare saßen. Mit den beiden Männern hatten wir schon mal kurz Kontakt am Abend draußen am Parkplatz. Beim Abendessen haben wir erfahren, dass die vier beim Unwetter alles (also wirklich alles) verloren haben. Dagegen ist unsere „Evakuierung“ also tatsächlich richtig harmlos und unbedeutend.

Freitag 15.5.2026

Wie hier üblich war das Bad nicht besonders warm. Das Wasser in der Dusche war aber richtig, richtig heiß dafür. Man musste das Wasser aber beherzt sehr weit aufdrehen, damit es überhaupt angefangen hat zu fließen, d.h. man musste es hinbekommen eine angenehme Temperatur zu erzielen und sich nicht zu verbrühen. Aber mit kurzer Übung gelang auch das Auf- und Zudrehen des Duschwassers (man will ja nicht zu viel verbrauchen. Wir hatten unterwegs auf der Fahrt hierher Banner über der Straße gesehen mit dem Inhalt „Spare Wasser, damit du in Zukunft noch etwas hast, was du sparen kannst“). Nach dem Abendessen von gestern waren wir auf das Frühstück gespannt. Als wir den Frühstückraum betreten haben, waren alle Tische gedeckt, aber auf drei Tischen befand sich Butter, Konfitüre und eine Karaffe mit Orangensaft. Wir haben uns den Tisch vom Vorabend, mit dem waren wir inzwischen vertraut, ausgesucht. Auf dem Tisch befand sich noch ein „Frühstücksmenü“, auf dem neben dem Hinweis „das Gourmet-Frühstück wird in drei Gängen serviert“ auch die Gänge aufgelistet waren. Gang eins war fest, ein Müsli mit Joghurt und frischen Früchten, danach Scones und Käsekräcker mit Wurst, Schinken und Käse. Danach konnte man im zweiten Gang zwischen einem Smoothie und noch was Süßem wählen, als drittes gab es noch diverse Eiergerichte und vegetarische Alternativen. Wir mussten Gang zwei auslassen und uns bei Gang drei ein Omelette teilen. Nach all dem Essen der letzten Tage ist ein so großes Frühstück eine Herausforderung. Und dabei ist es so gut, dass man am liebsten alles probieren möchte.

Während wir drinnen gemütlich gefrühstückt haben, wurden draußen einmal alle Autos der Gäste gewaschen, und zwar ordentlich mit allem drum und dran. So sauber hatten wir das Auto nicht mal von der Vermietungsfirma bekommen!

Für heute hatten wir uns einen Fahrer organisieren lassen. Geplant waren Besuche auf einem Weingut mit Mittagessen (auch dafür musste man beim Frühstück schließlich Platz lassen) und eine Verkostung von Brandy. Links fahren und Alkohol trinken passen nicht so zusammen, so dass uns die Vorstellung jemanden zu haben, der uns herumfährt, als eine sehr gute Idee erschien. Abfahrt war um 11:30 Uhr, damit konnten wir noch das schöne Zimmer nutzen, einen Berg Wäsche zum waschen abgeben und endlich die ersten zwei Seiten Blog fertig machen zum veröffentlichen.

Unser Fahrer, Dewald, war pünktlich hier. Er ist in Swellendam geboren und auf einer Farm aufgewachsen. Für ihn war es zum Glück kein Problem bei Geocaches auf dem Weg anzuhalten, damit wir danach suchen konnten. Die Strecke war sehr schön und führte und über den Tradouw Pass, einer landschaftlich tollen Strecke, an einem grandiosen Canyon entlang. Dewald hat uns erzählt, seine Tochter, hätte hier im Canyon mit den Pfadfindern eine Fünftagestour gemacht. Kajak, Rucksack, Essen für fünf Tage mitnehmen… Ein echtes Abenteuer, das oben am Pass beginnt und den Fluss abwärts zum Ausgang führt. Wir haben an landschaftlich schönen Stellen (und Geocaches) halt gemacht und an ein paar anderen Punkten die uns Dewald zeigen wollte. Es gab zwei Stellen mit Quellen, die reines, bestes Bergquellwasser geliefert haben. Wir haben auch Leute gesehen, die sich das Wasser abgefüllt haben für zu Hause. Bei uns rennen ja auch schon mal Hasen oder andere Tiere über die Straße. Hier sind es Paviane… Auch wenn vieles an Europa erinnert, spätestens jetzt merkt man, dass man in Afrika unterwegs ist. Dewald hat noch an einem Gedenkstein angehalten. An dieser Stelle wurde Marleen Konings ermordet aufgefunden. Der Mordfall der 24-jährigen Studentin aus den Niederlanden war auch bei uns damals in den Nachrichten. Dewald war bei der Polizei und beim Auffinden der Leiche und der Suche nach dem Täter beteiligt. Man hat gemerkt, dass ihn die Geschichte auch nach so vielen Jahren sehr beschäftigt und keine Ruhe lässt. Es ging um ein Handy und ein paar wenige Tausend Rand. Der Täter wurde gefasst und sitzt immer noch im Gefängnis.

Unser erster Stopp in Barrydale führte uns zu einer Weberei „Nest at Mud„, die lokale Produkte und auch welche aus nahegelegenen afrikanischen Staaten angeboten hat. Schöne Sachen, wenn man nur Platz hätte noch irgendwas mitzunehmen…

Danach ging es erst kurz an der Kirche vorbei und dann weiter auf ein Weingut (Joubert-Traudauw), das neben einer Weinprobe auch Essen angeboten hat.

Zunächst gab es mit dem ersten Wein eine Platte mit Leberpastete, Hummus, Tapenade und einer Marmelade mit geröstetem Brot. Richtig gut und eigentlich schon wieder zu viel zum essen. Wir hatten nicht geahnt, dass es noch mehr zum essen geben wird. Neben den weitern Weinen kam noch eine Platte mit zwei verschiedenen Pies, Kartoffeln, Süßkartoffeln, Samosas, Birnen, Äpfeln und noch mehr. Wir waren zu dritt, das Essen hätte problemlos aber auch für sechs gereicht. Wir haben dann den Rest für Dewald und seine Frau einpacken lassen. Die Weine waren gut, aber jetzt nicht so umwerfend, dass wir uns für zu Hause hätten etwas bestellen müssen.

Anschließend sind wir weitergefahren, um noch Brände zu probieren. Vor unserer Reise hatten wir eigentlich „Weinbrand“ als Ziel angegeben gehabt. Die Brennerei Metanoia macht aber auch lokalen Gin mit den lokalen Kräutern und Pflanzen. Da wir in Namibia gelernt hatten, dass Gin and Tonic hier schmeckt (muss so ein Effekt sein, wie mit Bärwurz im Bayrischen Wald, der auch und einzig und allein nur dort schmeckt, nie mit nach Hause bringen!) haben wir Brandy und Gin probiert. War ganz gut, leider haben wir keinen Platz zum mitnehmen und die Brennerei exportiert leider (noch) nicht nach Europa.

Auf der Rückfahrt haben wir noch einen Cache versucht zu finden, der an einem sehr schönen Wasserfall hätte liegen sollen. Leider haben wir den nicht gefunden, aber der Wasserfall war einen Stopp wert. Dewald hat uns noch eine Stelle gezeigt an der das ganze Jahr über Wasser heruntertropft, selbst im Hochsommer, wenn alles trocken ist. Außerdem hat er uns noch sein Elternhaus und Häuser seiner Verwandten, wie z.B. von der Großmutter auf dem Weg gezeigt und ist daran vorbeigefahren.

Zum Sonnenuntergang sind wir zurück nach Swellendam gekommen. Es war ein toller Tag mit vielen Eindrücken.

Am Abend sollte es nur noch einen Kleinigkeit zum Essen geben. Eine Wurst- und Käseplatte, welche so „nur ein bisschen was“ sein sollte. Von der konnte man gut satt werden, auch wenn es keine Butter dazu gab und kein Brot. Es waren auch Gurken und Erdbeeren und geröstete Nüsse dabei. Dazu haben wir den Sekt getrunken, den wir gestern auf dem Zimmer stehen hatten. Gestern war keine Zeit auch noch eine Flasche Sekt zu trinken, heute hat es zum zum Abendessen gut gepasst. Dazu haben wir uns zum Aufwärmen den Kamin anzünden lassen. Dafür kommt extra Charlie mit einem Set zum Anzünden. Holz zum Nachlegen lag mit im Kamin. Wir haben dann etwas gegessen und uns um unseren Blog gekümmert.

Samstag, 16.5.2026

Heute Morgen hatten wir zum Glück wieder etwas Hunger. Nach dem Müsli mit Joghurt und frischen Früchten gab es eine pochierte Vanillebirne, ein Signature Dish vom Hotel. Es wäre zu schade gewesen diese auslassen zu müssen. Die Küche war so nett und hat uns das Rezept zum abfotografieren überlassen. Anschließend haben wir uns ein Rührei geteilt, mit dem Vorsatz diesen Mittag wirklich nichts zu essen.

Nach einem kleinen Verdauungsspaziergang durch den Hotelgarten am Koi-Teich und Pool vorbei, ging es dann langsam los.

Der Plan sah vor nach Kap Agulhas zu fahren, der südlichsten Stelle Afrikas und der Punkt an dem indischer und atlantischer Ozean zusammentreffen. Mit dem von gestern frisch geputzten Auto ging es los und auf der Nationalstraße gen Süden wurden wir erst Mal wieder aufgehalten durch eine Polizeikontrolle. Die wollten aber nur den Führerschein sehen, haben irgendwas abgeschrieben, den Führerschein fotografiert und die Zulassung vom Auto gescannt. Hier hat man nicht wie bei uns aufwendig Fahrzeugschein per Papier oder als App dabei, hier klebt in der Windschutzscheibe ein PDF417-Barcode und der wird einfach abgescannt und schon durften wir weiterfahren. Die Dame von der Polizei war bestimmt, aber sehr höflich.

Auf dem Weg haben wir auch mal ein bisschen was von der Landwirtschaft hier gesehen, es wurde gerade ein Feld neu eungepflanzt, aber mit Maschinen in einer Größe, die man bei uns auch eher selten in der Pfalz sieht. Die Flächen sind bei uns dafür zu klein.

Unterwegs haben wir noch ein paar Cachedosen gesucht und u.a. auch das Shipwreck Museum in Bredasdorp besucht. An der Küste hier gab es im Laufe der Zeit sehr viel Schiffsunfälle und viele Menschen haben ihr Leben dabei verloren. Das Museum zeigt in einer alten Kirche eine Sammlung von Stücken, die zu diesen Unfällen gehören, wie z.B. der HMS Birkenhead oder der Arniston, sowie auch Kutschen, ein Feuerwehrauto, Anker und das alte Pfarrhaus mit Einrichtungsgegenständen.

Etwas später sind wir dann am Cape Agulhas angekommen. Wir hatten erwartet, dass hier am Wochenende bei schönen Wetter die Hölle los ist. Erstaunlicher Weise war auch der kleine Parkplatz ganz vorne nicht voll und wir mussten nicht suchen, wo wir unser Auto stehenlassen konnten. Es gab auch kein Anstehen am „Monument“, also dem Stein mit Inschrift und der Trennlinie für die beiden Ozeane. Eigentlich hat die Besucherfrequenz gerade so gepasst, dass man immer eigene Bilder gemacht bekommen hat und dann die Bilder für die nächste Gruppe aufgenommen hat. Eigentlich ein guter Ort für Völkerverständigung, da hier alle Nationen gemischt zusammen kommen.

Erstaunlich ist auch, das der südlichste Punkt und die Trennung der Meere genau auf dem Ost 20° Meridian liegt. Der Nullmeridian ist ja in Greenwich UK, also hier ein wirklicher Zufall, dass es so genau trifft. Gleich dabei ist auch noch das „Map of Africa Monument„, eine riesige begehbare Landkarte des ganzen Kontinents.

Nach einer Weile Fotos machen, das Meer beobachten und einen Cache finden, ging es dann weiter, am Leuchtturm vorbei und über kleine Straßen (nicht mehr geteert, aber bis auf ein paar Schlaglöcher zügig befahrbar). Wir hatten gestern von Dewald noch den Tipp bekommen, in Struisbaai gäbe es große Stachelrochen im Hafen. Die haben dort extra Tafeln aufgestellt „Parrie the Stingray Welcomes You“. Genau heute hat aber die Wasserrettung im Hafen mit mehreren Booten geübt. Beim dem Krach war kein Stachelrochen zu sehen und wir sind weiter nach Arniston, einem alten Ort (benannt nach dem untergegangenen Schiff), in dem es alte, weiße Fischerhäuser gibt, die unter Denkmalschutz stehen, aber immer noch bewohnt sind. Die Einwohner damals haben angeschwemmtes Parafin benutzt, um ihre Häuser zu bauen. Langsam wurde es Abend und wir mussten zurück für das Abendessen.

Eigentlich war ein anderes Restaurant im Package, aber das hat um diese Jahreszeit geschlossen. Das Hotel hatte uns ein paar Alternativvorschläge gemacht und wir haben uns für Christell’s Bistro entschieden. Laufzeit wären so ca. 20-25 min gewesen, aber da es wohl nachts sehr menschenleer sein soll auf der Straße, haben wir uns zu einem Transfer überreden lassen. Das Hotel hat einen Fahrer empfohlen, der wohl viele Fahrten innerhalb der Stadt durchführt. Dieser war auch überpünktlich vor dem Hotel und wir sind ein wenig zu früh los, was jetzt auch nichts ausgemacht hat, denn wir waren zur Abwechslung tatsächlich ein wenig hungrig.

Vor Ort angekommen durften wir uns einen Tisch aussuchen. Wir haben einen Tisch im Raum mit Kamin gewählt, aber auf der gegenüberliegenden Seite, warm, aber nicht zu heiß. Noch bevor wir überhaupt eine Speisekarte bekommen haben, gab es erst einmal den Gruß aus der Küche, eine sehr würzige Kürbiscremesuppe. Ein gelungener Einstieg.

Wir haben uns dann für Peri-Peri Hühnerleber und Ziegenkäseschaum entschieden. Als Hauptspeise gab es einmal Hühnchencurry und einmal drei Sorten Wild. In dem Fall war das Wild Kudu, Strauß und Springbock. Jedes Stück Fleisch wurde mit einer eigenen Soße versehen. Von der Soße zum Strauß haben wir das Rezept verraten bekommen. Die anderen Soßen waren auch hervorragend, aber Kudu und Springbock zu Hause zu bekommen ist eher schwierig. Straußenfarmen gibt es auch ein paar wenige bei uns. Zum Essen gab es einen guten Cabernet Sauvignon von 2024.

Nachspeise ging zum Glück auch noch… Pochierte Birne mit Sorbet und Käsekuchen mit Vanilleeis.

Nach dem Essen haben wir uns noch einige Zeit mit dem Koch unterhalten. Er und seine Frau besitzen ein Haus im Norden von Frankreich und dort sind sie immer im hiesigen Winter. Von dort aus unternehmen sie auch Ausflüge in andere europäische Länder und so waren sie auch schon Mal in Deutschland unterwegs, genauer in Ulm auf dem Weihnachtsmarkt. Und wie der Chef meinte: nach der dritten Feuerzangenbowle wäre ihm richtig schön warm gewesen. War ein schöner Abend und unser Transfer hat funktioniert und hat uns gut wieder im Hotel abgeliefert.

Da es erst so gegen 21 Uhr war, haben wir uns noch an die Bar begeben zwei einheimische Brandys verkostet mit einem Espresso und sind dann glücklich und zufrieden in unser Zimmer, an den Kamin und ins Bett.

Sonntag, 17.5.2026

Zum Abschied aus dem Schoone Oordt gab es erst Mal wieder ein üppiges Frühstück. Müsli mit Joghurt und Früchten haben wir genommen, auf die Wurst- und Käseplatte mit den Scones jedoch verzichtet. Denn heute gab es auf der Frühstückskarte „Signature Eggs Benedict“. Für die mussten wir unbedingt noch Platz lassen. Dazwischen gab es noch gebackenen Apfel und eine Art Müsli-Smoothie. Der schmeckte gut, aber auch sehr gesund. Während des Frühstücks wurde unser Auto wieder frisch geputzt. Das letzte Putzen hatte auf der Fahrt etwas gelitten, da die Straßen nicht immer geteert sind und dann ganz schön stauben.

Nachdem wir unsere Sachen gepackt und im Auto verstaut hatten, haben wir ausgechecked. Wir wollten noch das lokale Museum besuchen und wir durften unser Auto stehen lassen. Wir wollten wegen einem Cache eigentlich auch noch die Fairy Sanctuary besuchen, uns wurde aber geraten den Hidden Dragon Garden zu besuchen, da könnte man nach dem Museum einfach hinlaufen und bräuchte das Auto nicht.

Das Drostdy Museum besteht auch hier, ähnlich dem in Stellenbosch, aus mehreren Gebäuden, die sich über den Ort verteilen. Mit dem Eintritt kann man aber alles besuchen. Begonnen haben wir, weil es am nächsten zum Hotel lag und am einfachsten zu finden war, mit dem Gefängnis. Hauptsächlich für Sklaven, die widersprochen haben oder ohne Pass und Laterne auf der Straße aufgegriffen wurden. Sklaven durften nur mit Erlaubnis in die Stadt und wenn abends eine Glocke geläutet wurde, mussten sie so schnell wie möglich aus der Stadt verschwinden. Die Sklaven aus dem Gefängnis mussten auch den Tradouwpass mit bauen, das wird auf dem Pass selbst z.B. gar nicht erwähnt, dort gibt es nur ein Schild, das den tollen Baumeister lobt.

Die Wohnhäuser, die man besichtigt, waren natürlich alle von weißen Kolonialisten, hauptsächlich aus Deutschland und den Niederlanden. Auch dieses Museum ist auf das Leben der Sklaven eingegangen und wie diese systematisch unterdrückt wurden.

Anschließend sind wir zum Dragongarden gegangen. Eigentlich wollten wir nur einen Cache suchen. Aber das Grundstück hat eine ältere Dame vor einigen Jahren gekauft, um daraus eine große Fantasiewelt, mit einer überdimensionalen Drachenskulptur in der Mitte, zu erschaffen. Sie hat alles selbst getöpfert und gestaltet. Es gibt einen Weg, der einem an vielen detailverliebten Bauten rund um Zwerge, Mäuse und Vögel und andere Fantasiegestalten vorbeiführt, inklusive Fußspuren der kleinen Wesen, die man mit Lupen suchen gehen kann. In allen Ecken findet man neue lustige Stellen. Das ist alles mit sehr viel Herz und Liebe gestaltet.

Es gibt auch einen Audioguide der einen führt, damit man nichts übersieht. Inklusive einen Stück Monty Pythons Ministry of Silly Walks.

Wir haben uns hier viel länger als geplant aufgehalten, weil es so viel zu entdecken gab. Nach dem Rundgang gab es noch ein kleines Café, in dem Tee und Kaffee und kleine Kuchen gibt. Ganz passend zum Gesamtkonzept kommt der Tee in Reagenzgläsern zum Selberbrühen und auch der Kaffee kommt als Pulver mit Kaffeefilter und einem Kännchen heißem Wassers zum selber aufgießen. Wenn schon, dann wenigstens gleich komplett richtig, ohne Abstriche. Hat uns sehr gut gefallen.

Jetzt waren wir aber ganz schön weit hinter unserem Zeitplan zurück und nicht ganz sicher, ob wir noch was zum Essen bekommen. In Botrivier / Bot River haben alle Essenmöglichkeiten sonntags geschlossen oder machen schon um 16 oder 17 Uhr zu.

Wir wollten auch noch ein Stück die Route 62 fahren, eine landschaftlich sehr schöne Strecke, die aber ein wenig mehr Zeit in Anspruch nimmt. Wir haben uns dann für die lange Route entschieden mit der Option „wir kaufen uns was an der Tankstelle zum mitnehmen“. Nach eine Fahrt durch Berge und Täler (und ein paar Caches später) sind wir dann auch an einer Tankstelle vorbeigekommen und haben das Auto vollgetankt und uns was zum Knabbbern mitgenommen. Das es Wein geben sollte auf einem Weingut haben wir einfach vorausgesetzt.

Sonntag, 10.5.2026 – Muttertag

Anflug war in Kapstadt über das Meer. Das Wetter war nicht gut, Regen und Wind, entsprechend war der Anflug auch ein wenig „holprig“. An der Parkposition wartete ein Bus auf uns, der uns zum Terminal gebracht hat. Wir waren leider an keiner guten Stelle, so dass viele vor uns zur Einreisekontrolle anstanden. Aber die Passkontrolle war super organisiert und man war in wenigen Minuten durch, obwohl viele andere Passagiere vor einem standen. Das Gepäck kam zügig und zum Glück vollständig.

Mit unserem Koffertrolley haben wir uns dann aufgemacht in Richtung Autovermietungen. Der Weg war schlecht ausgeschildert. Unterwegs fanden wir ein „Transport zu den Autovermietungen“ Schild und dort wartete gerade ein Golfwagen von Avis. Genau zu denen wollten wir ja. Der Fahrer hat dann unser Gepäck auf seinen Wagen geladen und uns zur Vermietstation gefahren. Ein sehr guter Service. Das Anmieten ging ganz unkompliziert und schnell und schon bald hatten wir unser Gepäck ins Auto verstaut und konnten uns auf den Weg nach Franschhoek machen.

Es ist immer etwas ungewohnt links zu fahren und man muss aufpassen, dass man sich beim Abbiegen nicht vertut. Erst beim Schauen, wo der Verkehr her kommt und dann muss man auch noch auf die richtige Spur kommen (links fahren, rechts gucken). Das Wetter sah, wie angekündigt, nicht sehr rosig aus.

Wir haben es aber gemeistert und sind gut in unserer Unterkunft dem Plumwood Boutique Hotel angekommen. Nach einer Einführung ins Haus uns was sich wo befindet, konnten wir unser Auto hinter dem Haus beim Aufgang zu unserem Zimmer parken und unser Gepäck hoch schleppen. Gerade als es anfing wieder etwas stärker zu regnen. Eine wunderschöne Anlage, ein tolles Zimmer, auf dem sogar schon eine Flasche Wein auf uns gewartet hat, man ist ja schließlich in einer der berühmtesten Weingegenden der Welt!

Uns bliebt nur ein wenig Zeit zum Umziehen, da wir um 19 Uhr einen Tisch im „Eleven“ reserviert hatten. Das Restaurant war nur zwei Straßenecken weiter, das ist bei dem Wetter vorteilhaft gewesen. Wir kamen relativ trocken dort an und wurden von Stefan, dem Restaurantmanager begrüßt. Wir haben uns für ein Gläschen rosé Kap-Sekt entschieden für den Start und dann für das Degustationsmenü mit Weinbegleitung. Sehr spannend, ein Bier war auch mal darunter. Der Sommelier hat uns auch über die Hintergründe aufgeklärt, warum er denkt, dass gerade der Wein, den er einschenkt besonders gut zum Essen passen würde.
Nur ein paar Bilder, es war da recht dunkel im Restaurant, aber die Weinetiketten sind gut zu erkennen 🙂


Ein Screenshot vom ganzen Menu:

Während des Essens hat es draußen manchmal ganz schön starke Regengüsse gegeben. Gut gesättigt und abgefüllt haben wir das Restaurant verlassen, genau in einer Regenpause, so dass wir relativ trocken wieder im Hotel eingetroffen sind. Es war auch schon spät genug gleich ins Bett zu fallen und zu schlafen.

Montag, 11.5.2026

In der Nacht sind wir ein paar Mal von lautem Wind geweckt worden. Das Wetter sah echt schlecht aus, der Regen kam eigentlich nicht senkrecht von oben, sondern waagrecht durch den Sturm durch die Luft getrieben. Die Bäumen haben sich im Wind gebogen. Wir haben versucht eine ruhigere Phase zu nutzen, um zum Frühstück zu gelangen. Ein schönes kleines Buffet mit allem was man so zum Frühstück braucht. Das Brot wird einem auf Wunsch getoastet und es gibt noch eine Karte mit Extras, diverse Eierspeisen und mehr. Also unter anderem auch ein „Full English Breakfast“. Eier, Baked Beans, Würstchen, Pilze… Muss man mögen. Wir haben uns dann doch lieber „Eggs Benedict“ geteilt. Die Portion mit zwei Eiern und zwei Muffins ist auch etwas zu groß für eine Person.

Nachdem das Wetter noch schlimmer werden würde und uns alle im Hotel darin bestätigt haben, dass es gefährlich sein kann bei dem Wetter unterwegs zu sein, haben wir uns auf unser Zimmer zurückgezogen, um am Blog zu schrieben. Leider ist mit dem Wetter die Klimaanlage (= Heizung) und das Internet ausgefallen, so dass das mit dem Blog und dem Veröffentlichen der erste Seite, immer noch nicht funktionierte…

Dabei haben wir immer einen Blick auf das Wetter draußen gehabt und auf den Regen der dicht und waagrecht über die Dächer geweht wurde. Die Vögel draußen wurden auch verweht. Wir waren uns nicht sicher, ob die wirklich in die Richtung fliegen wollten, in die sie geweht wurden oder ob es nicht so gewollt war. In ein paar Bäumen rund ums Hotel haben sich über die Zeit ganze Schwärme gebildet. Gerade in einer Windpause sind die als Schwarm aufgestiegen und gegen die Windrichtung davongeflogen. Mal sehen, ob es das Auge des Orkans ist und schlimmer wird oder ob es langsam abflaut.

Jetzt gehen wir erst mal schauen, ob wir was Warmes zu trinken bekommen. Angeblich gibt es auch immer einen Kuchen, den man sich nehmen kann. So anderthalb Tees haben wir noch geschafft, dann war der Strom ganz weg. Es gab sehr gute und künstlerisch gestaltete Muffins dazu. Da wir kein Internet mehr haben, haben wir uns nun einen Wein aufgemacht. Wir sind gespannt, ob wir heute Abend was zu essen bekommen. Das ganze Tal ist ohne Strom. Die Dame vom Hotel meinte, wenn sie unsere Reservierung haben und sie uns nichts anderes geschrieben haben, dann auf jeden Fall. Allerdings würden wir das aber ohne Internet ja auch nicht mitbekommen, wenn sie uns was schreiben würden.

Nach einer halben Flasche Wein kam dann plötzlich Wasser durch die Decke vom Frühstücksraum. Das war noch sauberes Wasser. Während sich auf der einen Seite der Boden vom Frühstücksraum mit Wasser füllte und wir Richtung Ausgang gingen, kam plötzlich auch Wasser quer durch den Flur gelaufen. In Sekundenschnelle stieg das Wasser an und bildete einen reißenden Strom zwischen den Häusern. An der Hintertür zum Gebäude drückte das Wasser gegen die Tür und stand draußen 30-40 cm höher als im Haus. Wir sind dann zunächst mit zwei anderen Gästen in das obere Stockwerk gegangen, um dem Wasser aus dem Weg zu gehen. In nicht mal einer Minute war der Swimmingpool nicht mehr zu erkennen, nur die Liegen und Sonnenschirme haben noch die ungefähre Lage des Pools angezeigt.

Das Hotelpersonal hat sich mit dem Manager zusammen darum bemüht eine Lösung zu finden, was sie unternehmen können. Die Entscheidung war dann, das Hotel zu evakuieren. Dafür mussten wir aber durch das strömende Wasser waten und durch die Spalte zwischen den Häuser war es richtig reißend. Man liest immer, dass man bei Überflutungen nicht durch strömendes Wasser laufen soll, dass mehr als knöcheltief ist. Jetzt wissen wir auch warum, es wirkt nicht tief, aber die Kraft des Wasser kann einen leicht von den Beinen holen. Um dem tiefsten und am schnellsten strömenden Wasser zu umgehen, konnten wir nicht den gepflasterten Weg nehmen (hat man eh nicht mehr gesehen), sondern mussten durch das Blumenbeet, welches auch schon ganz schön matschig war. Aber mit vereinten Kräften haben wir es zu dem Haus geschafft in dem sich unsere Zimmer befanden.
Hier links mussten wir durch:

Zwischen uns 6 Gästen hatten wir zwei Autos zur Verfügung, zusätzlich zu denen des Personals. Wir sind dann auf unsere Zimmer, um alles schnell zusammenzupacken. Unser Zimmer war zum Glück im ersten Stock und damit trocken. Das Gebäude hatte auch noch als einziges in der Anlage Licht durch die Solaranlage auf dem Dach. Da es auch einen höheren Sockel hatte als der Rest des Hotels, waren alle belegten Zimmer trocken und auch der Flur war trocken, so dass wir uns dort sammeln und das Gepäck sortieren konnten. Nachdem wir ausgemacht hatte, wer welche Koffer einlädt und wer wo mit fährt, mussten wir noch durch das Wasser zum Auto, um alles einzuladen. Das war zwar auch so 10-15cm tief, stand aber still, so dass hier keine Gefahr drohte. Wir sollte zu einem drei Straßen höher gelegenen Hotel fahren, das zur gleichen Gruppe gehört und noch Zimmer frei hatte. Das brasilianische Pärchen, das bei uns im Auto saß, war schon einmal dort um das Spa zu nutzen und kannte zum Glück den Weg.

Angekommen im Chapter House hat man uns gleich mit dem Gepäck geholfen und die Zimmer fertig hergerichtet. Das Hauptgebäude hatte noch ein letztes bisschen Strom und ein letztes bisschen WLAN. Wir haben erst mal eine Nachricht nach Hause abgesetzt, dass es uns gut geht, vor allem nachdem inzwischen auch das Auswärtige Amt eine Katastrophenmeldung für die hiesige Region herausgegeben hat und angefangen uns und unsere Sachen am Kamin zu trocknen. Da hat man zwar extra wasserdichte Schuhe dabei, aber wenn das Wasser oben rein läuft, dann werden auch da die Füße sicher nass. Mit einer heißen Schokolade sah die Sache aber schon wieder viel besser aus.

Das Zimmer ist nicht so schön wie das was wir im Plumwood Boutique Hotel hatten. Außerdem hatte der Gebäudeteil keinen Strom, aber wir haben frische Blumen auf dem Zimmer und eine LED-Notleuchte, die echt hell macht. Aber es hat fließendes, warmes Wasser, auch wenn der Raum ohne Strom und Heizung kalt und feucht ist, aber im ersten Stock und damit erst mal wieder sicher.

Wir waren uns nicht sicher, ob wir was zu essen bekommen würden heute Abend. Das ganze Tal hat keinen Strom und außerdem floss die braune Brühe auch durch die Straßen mit den Restaurants. Als wir hoch fuhren zum Chapter House, unserem jetzigen Domizil, hatte das eleven, in dem wir gestern essen waren, Licht an. Daher haben wir den „Manager on Duty“ gefragt, ob das Protégé offen haben könnte und ob es denen etwas ausmacht, wenn wir ggf. nicht den frischesten Eindruck machen, weil wir uns eben nur bedingt umziehen können. Das Restaurant meinte wohl, wir sollen kommen, wie wir wollen, wäre alles kein Problem. Der Manager hat uns dann sogar noch mit seinem Auto zum Restaurant gefahren. Vom Plumwood aus wären es 2 min Fußweg gewesen, von hier aus sind es 4 min. Alles nicht weit auseinander.

Vor Ort haben wir direkt den Küchenchef getroffen, der gerade vor dem Eingang stand. Sehr nett und… sehr groß. Wir wurden an einen Tisch begleitet und uns wurde die Speisekarte gereicht, die mehrere Menüvarianten aufwies, inkl. dem 8-Gänge Degustationsmenü, welches wir bei der Reservierung im Auge hatten.

Der Restaurantleiter kam dann und hat gemeint, man hätte uns leider die falschen Karten gebracht. Sie hatten heute auch eine Überschwemmung gehabt und das Wasser wäre durch das ganze Hotel und auch durch das Restaurant geflossen und sie hätten noch schnell alles wieder putzen müssen und daher gäbe es nur das 2- oder 3-Gangmenü (dazu gehört noch ein Brotgang, also sind es eigentlich 3 oder 4 Gänge). Im Prinzip beinhaltet das 3-Gang Menü auch alle Gerichte des 8-Gang Menüs, aber mit vielen „oder“s zum Auswählen, was man haben möchte. Uns wurde geraten einfach bei jedem Gang einmal das eine und einmal das andere zu nehmen, dann hätten wir auch alles zum Probieren. Gut es gab 3 Hauptgänge zur Auswahl, Fisch, Lamm, Wagyu. Hier mussten wir natürlich auf eines verzichten.

Wir haben uns dann für die drei (also vier) Gang-Variante entschieden. Auf Nachfrage, weil wir den Chefs-Counter reserviert hatten, war das gar kein Problem und wir sind an den Tresen an der Küche umgezogen.

Es kam zweimal kurz zu Stromausfällen. Die Köche haben einfach ihr Handy gezückt und mit der Taschenlampe weiter gearbeitet. Praktisch, wenn man zum Kochen hauptsächlich einen Grill verwendet, dann ist das mit dem Strom nicht so wichtig. Die Stromausfälle haben aber immer nur sehr kurz gedauert.

Im Laufe des Abends haben wir den eigentlich noch wichtigeren Grund für das gekürzte Menü erfahren. Wegen des Wetters und der schwierigen Straßenverhältnisse wollte das Personal um 21 Uhr in einem Konvoi nach Hause fahren, damit man sich bei Problemen gegenseitig helfen kann. Das ist natürlich absolut verständlich und wurde auch von allen Gästen, also uns und zwei weiteren Personen, sofort unterstützt.

Wir hatten aber einen schönen Abend im Protege mit dem Brotgang, der mit zwei angerösteten Scheiben Sauerteigbrot kam. Dazu gab es Schweineschmalz mit Chorizo und eine spezielle Butter von einer Farm, bei der die Halter der Kühe 50% des Gewinns abbekommen. Die Butter lag auf einem Bett aus Öl, in dem man Knoblauch schmeckte. Das ganze wurde ergänzt durch hausgemachte Chorizo und Waguy-Schinken und eingelegte, grüne Oliven.

Als Vorspeise hatten wir Riesengarnelen vom Grill auf Risotto und Thunfisch mit einer großartigen Soße.

Zur Hauptspeise wurde dann gegrillter Lammrücken und Wagyu serviert. Beides kombiniert mit guten Soßen und Gemüse, welches präzise auf dem Teller drapiert war.

Als Nachspeise hatten wir die Erdbeervariation gewählt. Es hätte alternativ auch eine Käseauswahl gegeben.

Das Essen war sehr gut und die Portionen ausreichend groß. Vielleicht war es nach all der Aufregung heute gar nicht so schlecht, dass es kein großes Menü gab. Wir waren auch so sehr satt geworden und es war noch nicht spät.

Das Restaurant hat uns für den Rückweg noch einen Kellner mitgeschickt, der uns den Weg zeigen sollte. Der wäre auch noch bis zum Hotel mit uns mitgelaufen, aber wir haben ihn an der ersten Kreuzung, an der wir abbiegen mussten wieder zurück geschickt. Wir hatten unsere Taschenlampen dabei, es war ja stockdunkel, weil auch keine Straßenbeleuchtung funktioniert und die letzten 300m haben wir auch alleine geschafft.

Zurück im Hotel mussten wir klingeln. Man hat hier zwar Zimmerkarten, es gibt aber keine Außentür, die man damit öffnen kann. Wie wir dann erfahren haben, muss man immer klingeln, um ins Gebäude zu kommen. Der Herr Nachtportier kam auch mit Taschenlampe zur Tür. Inzwischen waren wohl auch die Akkus vom Haupthaus leer und das gesamte Anwesen hatte keinen Strom mehr. Wir sind dann aufs Zimmer gegangen und haben uns in unser kaltes Bett gelegt.

Dienstag, 12.5.2026

Aufstehen heute Morgen kostete Überwindung. Es war kalt und feucht. Nicht nur im Zimmer, sondern im Bad natürlich auch. Wir hatten Glück und es gab noch warmes Wasser zum Duschen und die tragbare Notleuchte spendete halbwegs Licht im Bad. Es war aber schon sehr frisch.

Auf dem Frühstücksbuffet stand auch eine Notleuchte. Ein Feuer im Kamin spendete etwas Wärme im Raum. Es gab ein sehr ähnliches Frühstück wie im Plumwood, auch die Karte für die warmen Optionen zum Frühstück war die gleiche. In Ermangelung an Strom gab es nur heißen Wasser für Tee oder löslichen Kaffee. Tee zum Frühstück ist auch gut und wir haben zu unseren zwei Croissants (die sind zu Tee irgendwie unpassend) noch ein Rührei zum Teilen bestellt. Wir wurden dann gefragt, ob sie dann vier Eier machen sollten… Das wären ja dann auch zwei Portionen gewesen. Wir konnte die nette Dame aber auf zwei Eier für uns zusammen herunterhandeln.

Nach dem Frühstück sind wir in den Eingangsbereich des Hotels umgezogen, da hier auch ein Kamin existiert. Hier kann man sich gut aufwärmen, schön sitzen und die Schuhe trocknen. Wir hatten die Schuhe vorsichtig davor gestellt. Dann kam ein Mitarbeiter des Hotels, hat die Einlagen herausgenommen und alles vorsichtig am Rande des Feuers in den Kamin platziert. Die Schuhe sind zwar nicht ganz trocken, ober inzwischen sehr viel weniger nass als noch heute Morgen. Diese Einlagen von Stefan, also diese, die immer in den Sportschuhen drin sind, haben jetzt ein paar Grillstreifen, sind aber wenigstens nicht mehr durchgeweicht.

Der Platz ist ganz nett, da immer mal wechselnde Gäste hier Platz nehmen. Die Südamerikaner, die auch gestern die gleiche Prozudur durchmachen mussten wie wir im Plumwood, haben uns ein paar sehr schöne Bilder von Brasilia gezeigt. Sie lieben vor allem den Himmel. Immer blau. Die wollen morgen nach Johannesburg fliegen und in das Pilanesberg Game Reserve weiter. Da waren wir 2012 auf unserer Weltreise auch schon. Malariafrei und jede Menge Tiere, eine sehr gute Wahl.

Ein paar Bilder vom Chapter House…wir konnten heute ja nicht viel machen, die Ansage war weiterhin: besser drin bleiben, auf den Straßen liefen ja noch Aufräumarbeiten und man will ja auch nicht im Weg rum stehen.

Später kam noch ein anderes Pärchen aus Kapstadt hier an, das erst einmal mit ihrer Reiseagentur telefoniert hat, ob die sie nicht wieder zurück nach Kapstadt bringen kann, da es hier keinen Strom gibt.

Aber inzwischen ist ein Generator angekommen und nun wartet man auf die Elektriker, die diesen an das Hausnetz anschließen. Dann soll es wieder normal Strom und Internet geben. Licht wird völlig überbewertet, aber Internet bräuchte man mal schon. Wir müssen ja auch noch herausfinden, ob es in den folgenden Hotels allen gut geht oder wir ggf. umplanen müssen. Wegen des großflächigen Stromausfalls geht zwar das Mobiltelefonieren, aber es gibt aktuell auch kein mobiles Internet.

Bei der Frage, kommen wir nach Swellendamm und wie sieht so insgesamt aus, sind wir auf den Besitzer der „Living Journeys“ Hotelkette gestoßen. Einem Deutschen, der in der Hotelbranche gelernt und die ganze Laufbahn mit England, USA etc. durchlaufen hat und unter anderem Direktor vom Hilton in Frankfurt war. 2009 kam er nach Südafrika und sich 2015 gedacht, er macht ein eigenes Hotel auf. Das erste war wohl ein kleines Haus in Kapstadt mit sieben Zimmern, nun sind es schon acht Hotels in der Kapregion.

Zum Derwent House in Kapstadt konnte er uns sagen, dass es denen gut geht, da die Besitzerin eine gute Freundin von ihm ist und er gestern Abend mit ihr telefoniert hat. Drücken wir die Daumen, dass es so bleibt. Von ihm haben wir nun seine Visitenkarte, für den Fall, dass wir unsere Reisepläne umwerfen müssen und er uns helfen kann, in einem seiner Hotels unterzukommen.

Wie er uns weiter erklärte, ist die Stärke des Landes hier für Probleme schnell eine Lösung zu finden. So hat er in allen seinen Hotels angerufen, er benötigt von jedem Hotel um 8 Uhr drei Personen vom Personal, um im Plumwood beim Aufräumen zu helfen. Er meinte es sähe schon wieder ganz passabel aus, außer dem Pool. Der sieht aus wie das Wasser, dass den Berg herunter kam. Anscheinend muss irgendwas weiter oben am Berg „gebrochen“ sein (ohne weitere Erklärung was), da es schon immer mal zu starken Regenfällen kommt, aber eine solche plötzliche Flutwelle wäre schon sehr ungewöhnlich. Für unsere Weiterfahrt hat er uns erklärt, wie wir zur N2 kommen, einer großen Straße, die frei ist. Normal wäre der schöne Weg eigentlich durch die Berge, aber da sind mindestens ein Pass und ein Tunnel gesperrt. Was mit den ganzen kleinen Orten auf der Strecke und deren Brücken aussieht kann zur Zeit keiner sagen. Also sollen wir lieber die großen Hauptverkehrswege verwenden.

Er kommt übrigens aus Köln und hat sich dann auch mit einem typischen „Tschö“ verabschiedet.

Unsere aktuell letzte Information zum Wetter ist, dass es gestern Wind von bis 135 km/h gegeben hat und für heute ist zwar weniger Regen, aber Wind mit Geschwindigkeiten von bis zu 220 km/h vorhergesagt. Wir wissen nur nicht wann, ob er ausgeblieben ist oder noch kommt. Ohne Internet, keine Wettervorhersage.

Wir haben bis Punkt 14:00 Uhr gewartet, um uns fragen zu trauen, ob man jetzt schon einen Gin Tonic trinken kann. Die Dame an der Rezeption hat gesagt: Natürlich und ist mit uns zu der „Honesty-Bar“ gegangen und hat uns zwei Gins empfohlen. Sie hat sogar noch Eis organisiert und uns die Drinks gemischt, einen mit Grapefruit-Scheibe und Blaubeeren und einen mit Zitrone und Blaubeeren, da sie meinte, das würde am besten passen. Wir haben auch noch ein Schälchen Chips dazu bekommen.

So haben wir ein wenig an diesem Blog weitergeschrieben. Währenddessen haben die Elektriker draußen vor dem Haus ein richtig dickes Kabel an die Hausstromversorgung angeklemmt. Alle sind der Meinung, dass heute Abend die zentrale Stromversorgung repariert sein würde. Aber so ging um ziemlich genau 14:30 Uhr das Licht an und wenige Minuten später hatten die Router gestartet und wir hatten endlich wieder Internet. Weil hier so überhaupt gar nichts ging, auch kein Mobilfunk, haben sich unsere Angehörigen zu Hause angefangen sorgen zu machen, da wir nicht online waren und auch sonst nicht zu erreichen. Aber irgendwann versagt auch der Mobilfunk, bei zu langem Stromausfall. Parallel zum Anschluss an den Generator wurde vorsichtshalber aber auch noch mehr Holz eingelagert, Nachschub durch die umgefallenen Bäume an neuem Holz gab es genug…

Also wir wieder zu unserem Zimmer gegangen sind, um zu schauen, ob es da auch wieder Strom hat, kam uns eine Dame des Hotels entgegen mit der Nachricht, es gäbe doch einen kleinen „Issue“ mit unserem jetzigen Zimmer. Das Gebäude, in dem unser Zimmer liegt hat immer noch keinen Strom. Wir müssten bitte unsere Sachen zusammenpacken, sie würde jemanden in 10 Minuten schicken, der die abholt und uns auf unser neues Zimmer im Hauptgebäude bringt. Wir durften zwischen zwei Zimmer wählen, eines im Erdgeschoss, nahe des Generators oder eines im Obergeschoss, das allerdings dafür Dusche und Waschbecken im Zimmer hat. Nach ein paar Tagen frieren (also eigentlich so ziemlich genau einem Tag), haben wir uns für das Zimmer mit Dusche im Zimmer (und damit warm) entschieden. Außerdem ist das Erdgeschoss inzwischen gefühls- und gedankensmäßig mit „durchfließendem Wasser“ verbunden und der erste Stock erscheint uns sicherer. Die Klimaanlage war auf kuschelige 30°C eingestellt. Nach ein wenig Suche haben wir die Fernbedienung in einer Schublade gefunden und konnte die Temperatur auf (für Europäer) erträglichere Werte senken.

So ein wenig aufgewärmt haben wir uns dann doch einmal raus gewagt auf die Straße, damit wir wenigstens irgendwas vom Ort gesehen haben. Am einen Ende der Hauptstraße lag in der Nähe vom Hugenottendenkmal ein Cache. Das Denkmal ist auf vielen Webseiten über Franschhoek zu sehen. Auf den Straßen gab es immer noch Sandansammlungen vom Vortag, aber es liefen auch schon die Aufräumarbeiten.

Wir sind die Hauptstraße einmal auf der einen und einmal auf der anderen Seite abgelaufen. Eigentlich hätten wir auch einen Bargeldautomaten benötigt. Aber auch die Geldautomaten hatten alle keinen Strom.

Zurück im Hotel haben wir uns dann für unser Abendessen fertig gemacht. Für heute Abend hatten wir im „Epice“ reserviert. Das befindet sich im gleichen Hotel wie das Protégé gestern nur auf der linken Seite vom Gang.

Hier gab es heute nicht nur das volle Menü, sondern auch ein paar Gäste mehr. Gestern war es mit zwei Paaren für ein ganzes Restaurant schon sehr einsam.
Zu Beginn hat man uns einen „Geschmackspapillenreiniger“ gereicht. Eine mit mehreren Alkoholen gefüllte Praline, die nur eine extrem dünne Schokoschicht umgab, die im Mund sofort zerplatzt ist. Ein toller Start.

Anschließend folgten verschiedene Gänge, die alle eine individuelle Art von „Gewürzexplosion“ auf der Zunge zu bieten hatten. Herausgestochen hat ein eigentlich einfaches Gericht, eine große, warme Platte, auf der mehrere Gewürze, flüssiges Fett und Tinkturen gegeben wurden und dazu gab es Brot, um das ganze Arrangement aufzutunken. Hätte den ganzen Abend über gereicht, das zu essen.

Aber die übrigen Gänge waren auch genial und man musste einfach alles essen. Schade, dass es nicht mehr Gänge gab. (Wir hätten aber auch nicht mehr essen können.) Das war ein wundervoller Abend und eine absolute Empfehlung. Vielen Dank auch an liebe Freunde für die Empfehlung hierher zu kommen!

Nur einige wenige Eindrücke.

Neben einem schönen Geschenk des Hauses in Form eines Pflanzpads mit Chilisamen für zu Hause, haben wir es auch geschafft zwei Saucenrezepte von der wundervollen Chefköchin Charné Sampson zu bekommen. Die versuchen wir dann an Weihnachten mit in unser Menu zu integrieren.

Für den Weg zurück mussten wir wieder unsere Taschenlampen benutzen, da es immer noch stockdunkel war auf den Straßen. Nur die Geschäfte und ein paar Häuser hatten Licht und hier hörte man die Generatoren brummen. Zurück im Hotel haben wir uns auf unser (inzwischen warmes) Zimmer begeben und sind recht schnell eingeschlafen.

Mittwoch, 13.5.2026

Beim Frühstück gab es immer ein paar kleine Änderungen, so dass es schwierig war, was man essen möchte. Zumal man nach dem Abendessen vom Vortag eigentlich gar nichts mehr essen kann… Mit Strom gab es auch wieder die Kaffeemaschine und so zum munter werden einen frischen Cappuccino. Viel zum Frühstück konnten wir eh nicht essen.

Wir haben uns noch von unseren neu gewonnen Freunden aus Brasilien verabschiedet. Einschneidenden Erlebnisse verbinden und sie sind heute nach Kapstadt zum Flughafen gefahren, um nach Johannesburg zu fliegen. Für sie geht es nun zur Pilanesberg Game Reserve, in der wir 2012 (siehe Block „In 35 Tagen um die Welt„) schon waren. Nach letzten gemeinsamen Bildern mussten wir leider Abschied nehmen. Wir wünschen ihnen auf jeden Fall eine stressfreie Zeit und viele tolle Tierbegegnungen!

Da das Wetter wieder besser wurde, haben wir uns die Gegend um Franschhoek ein wenig angesehen. Zunächst ging es nach Paarl. Allerdings ein wenig auf Umwegen, da in einer Straße in Franschhoek noch die Aufräumarbeiten liefen, nach dem Unwetter. Dort wurde mit Baggern der angespülte Sand auf LKW geladen und abgefahren. In dem Eck muss sich das Wasser irgendwie gestaut haben. Auf dem Weg haben wir noch mehr Stellen gesehen, an denen Arbeiter in Einfahrten (vornehmlich von Weingütern entlang der Straße) den Sand weggeschaufelt haben, um den Weg wieder frei zu machen. Außerdem sah man einige umgeknickte (!) und entwurzelte Bäume entlang der Straße.

In Paarl haben wir dann versucht die Innenstadt zu finden, um uns die Stadt anzusehen. Wir haben die irgendwie eingekreist, sind aber an Einbahnstraßen und Sackgassen kläglich gescheitert. Nachdem wir auch einen Cache nicht gefunden haben, sind wir entnervt weitergefahren nach Stellenbosch.

Stellenbosch ist die eigentlich bei uns bekannteste Weinanbaugemeide in Südafrika. In Stellenbosch selbst hatten wir erst mal Probleme einen Parkplatz zu finden. Die Stadt war total zugeparkt. Auch die ersten Parkplätze, die wir gesehen haben, hatten schon Schilder „belegt“ stehen. Wir fanden dann noch einen kleineren Parkplatz hinter einem Supermarkt, der mehr Fluktuation hatte und nach wenigen Minuten anstehen, haben wir auch einen Parkplatz bekommen. Der Parkplatz war mit mehreren Personen Personal ausgestattet. Einer hat einem beim Einfahren einen Zettel mit Uhrzeit gedruckt, einer hat angezeigt, wo man einen noch freien Parkplatz finden kann und einer am Ausgang das Geld kassiert. Die ersten 30 min waren sogar kostenlos.

Von dort aus haben wir die Stadt erkundet, sind durch eine Gasse mit mehreren kleinen Restaurants und Cafés geschlendert in Richtung eines Caches, der sich irgendwo in einem Museum befinden sollte.

Der Eingang des Dorp Museum ist zunächst halbwegs modern gestaltet und dort befinden sich Informationen zum Ort und dessen Geschichte. Statt einer Eintrittskarte bekommt eines dieser bunten Papierarmbänder angelegt, die man auch bei uns von verschiedenen Veranstaltungen her kennt. Der Hintergrund, warum man ein Armband bekommt und nicht eine herkömmliche Eintrittskarte, erschließt sich am ersten Haus, das man besuchen kann. Das ganze Museum umfasst neben dem Eingangsbereich vier weitere Häuser aus vier Epochen der Besiedlung von Stellenbosch. Die Reihenfolge ist chronologisch, so dass man die Entwicklung und die jeweiligen Veränderungen über die Zeit gut nachvollziehen kann. In jedem Haus erwartete uns eine Dame, die in der Kleidung der jeweiligen Epoche die Tür öffnet und einem die Geschichte des Hauses und Informationen zur Architektur und den Bewohnern näher bringt. Zum Beispiel wurden über mehrere Generationen hinweg auf dem Dachboden Särge gelagert, damit man einen hat, wenn ein Todesfall eintritt. Praktisch, aber irgendwie wirkt es heute doch ein wenig makaber. Danach darf man die Häuser, die komplett eingerichtet sind, über Küche, Schlafzimmer, Wohnbereiche etc. selber erkunden. Es gibt viel Information, auch über die damals dort übliche Sklaverei. Darüber zu lesen ist echt übel, zum Glück gab es das bei uns in dieser Form nicht, auch wenn im Mittelalter die Lehensherrschaft keine wirklich besseren Arbeitsbedingungen dargestellt hat, so wurden die Bauern und Handwerker wenigstens nicht rein als „Ware“ deklariert. Wenn jemand den Cache suchen gehen will, der ist leicht zu erkennen. Im ersten Haus oben links neben der Feuerstelle steht eine Dose, die so gar nicht in die Zeit von 1600-1700 passt.

Man beginnt im Schreuderhuis, erbaut 1709, eingerichtet mit Gegenständen aus der Zeit von 1680-1720.

Weiter geht es im Blettermanhuis, erbaut 1789 im typischen Stil des 18. Jahrhundert hier am Kap.
Im Damenzimmer gab es Fußwärmer für die Damenkränzchen, es wird ja schon frisch hier im Winter, wie wir selbst schon erlebt haben.

Es wird hier auch auf die Zeit der Sklaverei eingegangen mit einem Raum mit Dokumentationen über die Sklaven in Stellenbosch, wie diese entwürdigt und wie Ware behandelt wurden, eine sehr erschütternde und bedrückende Ausstellung, aber leider auch ein Teil der Geschichte hier.

Das dritte Haus ist Grosvenor House, erbaut 1782, in seiner letzten Ausbaustufe von 1803, schon ein zweistöckiges Gebäude mit einem großen Garten.

Das letzte Gebäude ist das Heim von O.M. Bergh, das Berghhuis, das im 19. Jahrhundert ausgebaut wurde und das typische Beispiel für ein Haus Mitte des 19.Jahhunderts ist. Die Familie Bergh lebte hier von 1836 bis 1877.

Nach dem Besuch des Museums habe wir uns noch den Botanischen Garten besucht. Dieser beherbergt nicht nur die älteste Welwitschia in menschlicher Obhut (neuere Exemplare haben wir in Namibia beim Besuch des „Petrified Forest“ kennen gelernt) sowie die ältesten Bonsais Afrikas. Ein sehr schöner botanischer Garten, der ganze 15 Rand (~75 Cent) pro Person Eintritt kostet (mit Karte zu zahlen versteht sich). Es gibt Gewächshäuser, Freilandpflanzen, Wasserpflanzen und natürlich einen (Multi-)Cache zu finden.

Das Café im botanischen Garten ist sehr zu empfehlen. Wir wollten eine Kleinigkeit essen. Getränke und Essen sind zu günstigen Preisen zu bekommen, daher haben wir mit entsprechend kleinen Portionen gerechnet. Wir hatten ja noch eine Reservierung für abends. Die Portionen, die wir bekommen haben waren aber viel zu groß und haben alleine für die nächsten Stunden satt gemacht. Beeindruckend ist die Weinkarte. Es gibt ein paar wenige Weine glasweise im Ausschank, aber das Café bietet eine breite Auswahl an Flaschenweinen an. So was ist man bei uns gar nicht gewöhnt. Man kann das Café auch für Veranstaltungen buchen. Ist vermutlich keine schlechte Wahl.
Wir hatten

Nach der Stärkung und dem Auffinden des Caches im botanischen Garten, haben wir uns wieder auf den Rückweg zum Hotel gemacht, eigentlich eine wunderschöne Gegend, auch und gerade mit den tollen Herbstfarben, aber ehrlich, uns steckte der Umzugstag irgendwie noch im Kopf, war gar nicht so leicht abzuschütteln.

Im Hotel konnten wir uns frisch machen und noch einen Gin and Tonic als Aperitif genießen zum Sonnenuntergang. Eis war heute leider keines da, aber gut gekühlt ging das auch so. War kalt genug hier in Afrika. Für den Transport zum Restaurant hatten wir uns bei Uber einen Fahrt vorbestellt. Auch das Hotel hätte über Uber bestellt, aber so läuft die Bezahlung automatisch über die Kreditkarte.

Unser Fahrer war überpünktlich. War aber nicht schlimm, denn der Abend konnte lang werden. Das Restaurant ist nur so 3 km weit weg. Aber wir hatten gelesen, dass man einen Ausweis mitbringen sollte. Das warum und wieso war uns noch nicht so ganz klar, aber als wir am ersten Kontrollpunkt ankamen wurde es klarer. Das Restaurant befindet sich in einem Hotel, das wohl sehr viel Wert auf Exklusivität legt. Entsprechend ist der Eingang mit Sicherheitspersonal und Schranken ausgestattet. Nachdem kontrolliert wurde, dass wir auch wirklich eine Reservierung dort hatten, wurde noch die Fahrerlaubnis von unserem Fahrer geprüft und die Zulassungsdaten des Autos gescannt. Erst dann durften wir weiterfahren. Es gab dann noch einen weiteren Kontrollpunkt mit Schranke, den wir passieren mussten, bis uns unser Fahrer endlich an einem Weg durch einen Park, der auch zum Restaurant führte absetzen konnte.
Weg und Park sind mit vielen Skulpturen versehen und wir hatten bis zur unserer Reservierung noch ein wenig Zeit uns ein paar davon anzusehen.

Danach ging es ins Restaurant, in dem wir von freundlichen Mitarbeitern und dem Restaurantleiter (ein Weißer, wie es halt so ist…) begrüßt wurden.

Wir wurden in eine Art Wintergarten geführt. Im hiesigen Sommer sicher mit schöner Aussicht, jetzt im Herbst hatte man zwar eine schöne große Fensterscheibe, aber mit Blackout und ohne Sonne, war draußen alles schwarz. Hier bekamen wir einen Aperitif und ein „Picknick“ serviert, in drei Gängen.
Plus effektvoll rauchende Servietten.

Erst danach ging es weiter ins Restaurant. Auch hier gab es große Fensterscheiben und die Tische waren Richtung Fenster ausgerichtet. Ist halt bei pechschwarzer Nacht nicht wirklich spannend. Die Küche, das was spannend gewesen wäre, hatte man damit im Rücken. Im Winter hier müsste man alles umdrehen aus unserer Sicht. Das Menü war spannend und überraschend, aber mehr französisch und nicht so würzig wie gestern Abend im Epice.

Wenn es uns jemand nachmachen will, bitte erst La Petite Colombe und dann Epice, das wäre unsere Empfehlung, aber Geschmäcker sind natürlich verschieden. Beim Dessert gab es eine Tonka-Bar. Die war super und wir haben versucht das Rezept zu erfahren. Man hat uns dann aber zu verstehen gegeben, dass es sich um ein Geheimnis handelt. Zumindest das Grundrezept für den „Fudge“ ohne Tonka konnten wir der Küche aus den Rippen leiern. Die Küche war sowieso lustig, weil es auf jede Ansage des Chefs einen komischen Laut der Küchen-Crew gab, der (so vermuten wir) so etwas wie das französische „Oui“ bedeutet hat, aber eben immer wie ein „Wääähhhh“ rüber kam.

Mit der Küche haben wir es auch noch geschafft in Gespräch zu kommen. In Europa, vor allem auch in Deutschland, funktioniert oft die Frage nach dem PacoJet oder auch schon mal nach dem Rotationsverdampfer. In Südafrika vermutlich eher nicht. Aber es gab einen Gang mit Wurmsalz. Das ist bitte wörtlich zu verstehen, da sind tatsächlich gemahlene Würmer drin. Darin wurde ein Schaum aus einem Isi-Sahnesiphon gewälzt. Die Frage mit was sie denn die Flüssigkeit aufschäumen für den Zwischengang, Lachgas, Stickstoff oder Kohlendioxyd brauchte uns dann in Kontakt mit dem Chefkoch, der uns das aber auch nicht beantworten konnte, was sein Patissier da eigentlich macht. Einer seiner Köche konnte dann die Packung mit den Sahnekapseln organisieren, es war Lachgas (Distickstoffmonoxid). Aber so konnten wir uns noch ein wenig mit dem Chef unterhalten und haben noch ein schönes Foto mit uns und einem großen Teil der Küchencrew bekommen, wofür wir sogar die Küche betreten durften. Auch nicht selbstverständlich.

Das Essen war ausgezeichnet und die Weinbegleitung, obwohl die preiswerteste Variante, auch ganz hervorragend!

Für die Rückfahrt haben wir wieder Uber bemüht. Die Wartezeit war erstaunlich kurz, dafür, dass der Fahrer erst einmal wieder alle Sicherheitschecks durchlaufen musste. Die Fahrt über das Gelände des Ressorts zurück zur Straße hat gefühlt genau so lange gedauert, wie der Weg dann zum Hotel. Was uns beim erreichen der Straße auffiel ist, dass das Tal nicht mehr so dunkel wirkte. Der Fahrer (das Uber-Komfort-Fahrzeug war ein VW Polo mit erstaunlich viel Beinfreiheit im Fond auch hinter dem Fahrer) meinte dann auch, der Strom würde wieder funktionieren und tatsächlich waren auch in den Straßen von Franschhoek die Straßenlampen wieder in Betrieb. Das Hotel hat noch den Generator am laufen gehabt, mit der Begründung: zur Sicherheit. Aber es war warm und hell und das war schon mal gut.

So sind wir dann schlafen gegangen, denn morgen war Hotelwechsel angesagt nach Swellendam.

Donnerstag, 14.5.2026 – Vatertag in Deutschland

In Deutschland Vatertag, hier nichts, also auch kein Feiertag. Weil wir auf große Tour Richtung Swakopmund aufgebrochen sind, haben wir uns zum Frühstück noch mal ein Eggs Benedikt gegönnt (also eins = geteilt, da eine Portion zwei Eier sind).

Da wir noch „Pigcasso“ bzw. inzwischen „Baanksy“ besuchen wollten und die Farm laut Internet erst später öffnet, haben wir die Zeit bis zum Checkout noch genutzt und die ersten beiden Kapitel dieses Blogs fertig zu stellen und zu veröffentlichen. Nachdem wir dann alles gepackt hatten, unsere noch offenen Rechnungen bezahlt und uns verabschiedet hatten, war es dann aber dann doch schon wieder Zeit für den Aufbruch. Die Menschen hier haben sich rührend um uns gekümmert und alles für uns getan, damit wir trotz aller Umstände einen schönen Aufenthalt hatten. Und das obwohl sie natürlich auch selbst betroffen waren und sich um Familie und Freunde gesorgt haben und kümmern mussten. Aber auch auf mehrfach Nachfrage wurde uns immer wieder versichert, dass alle Glück im Unglück hatten und nichts ganz Schlimmes passiert wäre. Aber ob sie es uns auch wirklich gesagt hätten, wenn es anders gewesen wäre? Wir wissen es nicht.

Pigcasso was ein Schwein, das erstaunlich tolle Bilder gemalt hat, so richtig mit Pinsel und Farbe. Die haben so gewirkt, als wüsste das Schwein, was es malen wollte. Leider ist Pigcasso inzwischen verstorben. Aber es gibt einen Nachfolger, ein Schaf namens Baanksy. Die Farm befindet sich am Rand von Franschhoek, wenn man schon mal da ist, muss man da auch hin. Die Straße, die wir gestern schon umfahren mussten war immer noch gesperrt. Der größte Teil vom Sand war zwar weg, aber immer noch nicht alles. Weiter Richtung Farm gab es dann noch einmal eine Sperrung. Ein Baum lag quer über die Straße und das Navi kannte auch keinen Weg von hinten ran an die Farm. So mussten wir ohne Besuch weiterziehen. Jetzt ist man schon einmal in der Gegend und dann will irgendwer weder, dass wir die Weingegend besuchen, noch dass wir einmal in unserem Leben bei Pigcasso/Baanksy vorbei fahren… Ist schon komisch alles.

Vor zwei Tagen hieß es noch: Nehmt die N2, die ist sicher befahrbar. Aber heute schien eine Route weiter nördlich durch die Berge auch wieder befahrbar. Daher haben wir uns für diese Route entschieden, Schnellstraßen und Autobahnen sind meist doch sehr unspektakulär. Entgegen der Aussage vom Herrn bei der Autovermietung „Mautstraßen gibt es hier nicht“, sind wir prompt auf einer gelandet bzw. mussten Maut für einen Tunnel bezahlen. Man benötigt wenigstens keine High-Tech-Abrechnungsgeräte (die kann man nutzen, wenn man eines hätte), es funktioniert auch Kreditkarte (Bargeld: nein). Auf der Straße gab es noch teilweise Überflutungen und Aufräumarbeiten, aber die Straße an sich war, wenn auch stellenweise nur einspurig, befahrbar. Unterwegs haben wir viel Zerstörung durch das Unwetter gesehen. Vor allem auch in Teilen von Armutsvierteln, bei denen es nicht klar erkennbar war, ob das Bruchholzwirrwarr angeschwemmtes Holz ist oder ob es sich mal um Hütten gehandelt hat.

Eine immer noch wegen Unwetter gesperrten Straße mussten wir uns eine alternative Route suchen. Da sind wir durch ein Wohngebiet gekommen, dass übel aussah. Wir können nur jedem empfehlen, der über Deutschland und dass bei uns alles so schlecht ist, schimpft, sich das hier einmal anzuschauen. Dann merkt man erst, dass wir im Paradis leben und es uns richtig, richtig gut geht und sich eigentlich keiner beschweren darf.

Samstag, 9.5.2026

Der Flug zum Windhoek International Airport hat knapp über eine Stunde gedauert und hat wieder tolle, letzte Ausblicke auf die herrliche Landschaft geboten. Am Flughafen angekommen, hat uns ein Flughafenmitarbeiter die Taschen auf einen Kofferwagen aufgeladen und uns nach draußen ins Terminalgebäude begleitet. Dort hat Wilderness Air eine Lounge in der wir auf unseren Fahrer warten konnten. In der Lounge hat ein amerikanisches Pärchen gewartet. Diese waren auch aus San Francisco, kamen gerade aus Kapstadt und wollten weiter nach Sossusvlei. Vermutlich dann wieder mit Collin.

Unser Fahrer verspätete sich ein wenig, da Windhoek zwei Flughäfen hatte und seine Agentur ihn zum falschen geschickt hat. Da wir seine letzten zwei Fahrgäste für heute waren, hat er einen kleinen Umweg durch die Stadt gedreht, um uns wenigstens kurz Windhoek-Downtown zu zeigen.

Im Galton House angekommen, haben wir das Zimmer bezogen und uns schnell frisch gemacht.

Heute Nachmittag waren wir mit Barbara verabredet, eine Künstlerin, die als Kind deutscher Eltern in Namibia geboren wurde. Barbara und ihre Mutter haben wir 2006, auf einer Reise nach Ägypten kennen gelernt. Wir hatten schon mehrfach darüber nachgedacht nach Namibia zu fliegen, um sie zu treffen, aber sie war dann immer unterwegs oder bei uns kam wieder was dazwischen. Auch heute hatte sie nur kurz Zeit, da sie (eigentlich mit ihrer Schwester, der namibischen Botschafterin in Frankreich) nach Paris fliegen wollte. Sie hatte ihren Flug, ihre Schwester musste aber erst noch zum Arbeiten nach Kenia. Aber ein paar Stunden blieben und Barbara hat uns von unserem Hotel abgeholt und zu sich nach Hause mitgenommen. Lag zum Glück nicht weit auseinander. Dort gab es einen Gin Tonic, kleine Snacks (Biltong, Salzbrezeln, namibische Datteln, alles ganz hervorragend!). Die Snacks mussten wir vor ihren beiden Hunden sichern, die versucht haben an das Biltong zu kommen. Die Hunde waren beide aus dem Tierheim und sehr nett und anhänglich. Barbara hat uns ein paar von ihren Bilder gezeigt, die in ihrem Atelier hängen und uns ihre Maltechnik erklärt. Sehr interessant und nur von ihr genutzt und gemeistert. Das war ein sehr netter Nachmittag. Hoffentlich sehen wir sie mal wieder und wenn es in Paris sein sollte.

Kurz vor 18 Uhr hat uns Barbara dann zu einem Restaurant gefahren, dass sie für uns gebucht hatte, um den Sonnenuntergang nicht zu verpassen. Das Windhoek Sky Restaurant ist oben auf dem Independence Museum untergebracht, hoch oben über der Stadt mit einem guten Rundumblick und zwei Außenterrassen. Wir haben einen Tisch am Fester zur Terrasse mit Blick auf den Sonnenuntergang zugewiesen bekommen. Wir haben die Bedienung gefragt, ob wir kurz rausgehen dürfen und sie meinte ja, sie könnte uns einen Sundowner servieren, draußen und anschließend könnten wir uns dann um die Essensbestellung kümmern. Die nette Dame hat uns ihren Special-Sundowner-Cocktail empfohlen. Er kam leuchtend blau und mit Bubbles (genau wie im Bubbletea). Schmeckte sehr gut, sehr alkoholisch und süß. Beim Beobachten des Sonnenuntergangs haben wir dann noch Deutsche getroffen aus Essen, die gerade heute Vormittag angekommen sind und morgen mit dem Mietwagen selber auf Tour gehen wollten.

Nachdem es dunkel wurde haben wir uns hinein zum Essen begeben. Die Karte war einfach zu groß, um schnelle Entscheidungen zuzulassen. Wir haben uns dann für eine Vorspeise, Pulled Lamb Mini Pita Bites und Garnelen mit Spinat und einer Creamsoße entschieden und als Hauptgang Wagyu-Burger (so preisgünstig bekommt man den kein zweites Mal, obwohl das Restaurant sicher teuer ist für lokale Verhältnisse) und ein Oryx-Gulasch. Alles wirklich sehr gut. Eine Nachspeise haben wir uns dann noch geteilt. Die Aussicht über die Stadt bei Nacht mit all ihren funkelnden Lichtern ist schön von hier oben aus anzusehen.

Der Fußweg zurück zum Hotel wäre über eine Stunde gewesen, aber man sollte das wohl aus Sicherheitsgründen sowieso nicht machen. Das Hotel hatte uns eine Visitenkarte gegeben von einem Fahrer „Benny“, den wir anrufen (lassen) sollten. Unsere Bedienung hat das dankenswerter Weise für uns erledigt (schon in Ermangelung einer hiesigen Telefonkarte) und Benny hat erst noch zwei weitere Gäste von einem Restaurant und dann uns abgeholt. Die beiden anderen waren auch frisch angekommen, im gleichen Hotel wie wir untergebracht und wollten morgen auf Selbstfahrsafari gehen. Nach kurzem Austausch in Englisch, haben wir festgestellt, dass sie Schweizer und wir Deutsche sind und uns einfacher auf deutsch unterhalten können.

Zurück im Hotel sind wir eigentlich dann auch gleich ins Bett gefallen, schließlich stand morgen schon wieder packen und die Fahrt zum Flughafen, Abfahrt 10:40 Uhr, an.

Sonntag, 10.5.2026 – Muttertag

Es gab ein reichhaltiges Frühstück. Toast durfte man sich selber nehmen, ansonsten standen Konfitüre und Joghurt+Müsli auf dem Tisch. Wurst, Käse, frisches Obst wurde auf einer Etagere serviert. Wir haben uns zu einem Rührei mit Würstchen breitschlagen lassen, aber zum teilen. Hier nichts zuzunehmen ist kein leichtes Unterfangen. Kaffee gab es aus einem Jura Kaffeevollautomaten. Im Damaraland und in Camp Sossus waren die Kaffeemaschinen auch von Jura. Der Juraverkäufer in Namibia muss echt gut sein.

Nachdem wir alles übrige zusammengepackt haben, haben wir uns in den Gemeinschafts-Aufenthaltsraum begeben, um an diesem Blog zu schreiben und auf unseren Transfer zu warten (Check-Out-Zeit war 10 Uhr). Unser Fahrer war aber ein wenig früher da, wir hätten noch warten können, aber, da es evtl. Schlangen am Check-In geben sollte, sind wir gleich losgefahren. Was einem auffällt, sind die relativ vielen Menschen, die am Rande der 2-spurigen Autobahn joggen und Fahrrad fahren. Laut unserem Fahrer ist es ganz normal am Wochenende. Die würden zum Teil die 35 km zum Flughafen joggen oder fahren und wieder zurück. Wirkt irgendwie verrückt. Irgendwann auf dem Weg haben wir einen Jogger gesehen, der auf der Gegenfahrbahn Richtung Windhoek lief. Unser Fahrer meinte, den hätte er erst vorhin am Flughafen gesehen… 35km hin und zurück. Die Luft war zwar noch nicht so warm, aber die Sonne brennt auch um diese Jahreszeit ganz schön vom Himmel.

Am Flughafen angekommen hat uns unser Fahrer noch die Taschen bis zum Check-In gebracht. Am Band sollten wir erst mal unsere Taschen stapeln und der Herr am Schalter meinte, das würde jetzt Übergepäck kosten (die Zahl haben wir uns nicht gemerkt). Auf einen Hinweis hin, wir haben da einen Tarif mit mehr Gepäck gebucht, hat er noch mal in seinen Computergeschaut, gemeint, oh tatsächlich, dann wäre ja alles in Ordnung und hat unsere vier Taschen angenommen und auf die Reise geschickt. Hinter uns muss eine Reisegruppe angekommen sein, denn plötzlich hatte sich am Check-In eine Schlange gebildet. Zum Glück waren wir ein paar Minuten zu früh losgefahren.

Nach Verabschiedung von unserem Fahrer haben wir uns zur Sicherheitskontrolle begeben. Dort befand sich ein einzelner Herr, der alles alleine erledigt hat. Er hat uns geholfen die Taschen richtig auf Band zu legen und hat sein Durchleuchtergerät bedient. Noch war nichts los und es ging alles ganz schnell. Unser Handgepäck hat keine Aufmerksamkeit erregt und der Metalldetektor hat nicht gepiept. Es gab eine Lounge an dem Flughafen, den man in weniger als 5 Minuten komplett gesehen hat (nur 6 Gates). Jetzt waren wir vom Frühstück noch satt. In der Lounge sah das Essen echt gut aus und es gab auch diverse kalte und warme Speisen. Wir haben uns für eine Sprite und ein lokales, alkoholfreies Bier entschieden. In der Lounge war eine Frau, die mit ihrer Mutter unterwegs war. Die konnten auch deutsch, sprechen aber wegen ihrem Vater zu Hause eher englisch. Die beiden Damen waren auf den Weg nach Johannisburg zu Verwandten.

An unserem Gate, beim Warten auf das Boarding, kamen wir mit zwei US-Amerikanern ins Gespräch, die irgendwo aus der Mitte von Amerika waren und niederländische Pässe hatten. Er war Niederländer, einer seiner Elternteile war aus Deutschland, seine Frau war zwar in Amerika geboren, aber ihre Vorfahren waren beide deutschstämmig (ausgewandert irgendwann so Ende 1800). Er war sehr kommunikativ und hat sich mit jedem am Gate unterhalten, der dort in unserer Nähe stand. Seine Frau war sehr viel ruhiger. Sie hoffen wohl bei den Midterms auf einen Sieg der Demokraten, haben wir noch herausgehört.

Der Flieger war diesmal eine Embraer 190 mit Zweier-Sitzreihen auf jeder Seite und ziemlich voll. Auf dem Weg zum Flugzeug, man musste ein Stück über das Vorfeld laufen, standen Aufpasser, die einem gesagt haben, wo man langzulaufen hat. An der Abzweigung vom Fußweg zum Flieger stand eine Dame mit einem „Cape Town“-Schild, damit man auch nicht den falschen Flieger erwischt… Es kam schon zu Begegnungen mit Passagieren anderer Flieger auf dem Weg, die kreuzten. Beim Einsteigen ins Flugzeug wird auch die Bordkarte noch mal kontrolliert, damit da auch wirklich nichts schief geht.

Nach dem Getränkeservice gab es wieder die Auswahl zwischen Hühnchen mit Couscous und Rind mit Nudeln. Wir dachten schon das wären die Gerichte des Monats, weil wir das ja schon auf dem Hinflug hatten. Es klang zwar gleich, war aber doch ein klein wenig unterschiedlich zum Flug nach Walvis Bay. Das Rind war gezupft mit Soße anstatt in Scheiben und statt Cracker gab es einen Biskuit mit Sahne und einem Tropfen Erdbeersoße und einem Caramel-Fudge. War auch gut. Da isst man nichts in der Lounge, die viel zu essen zu bieten hat, aber dann das Flugzeugessen…

Wir hatten einen angenehmen Flug, das Flugzeug wurde kurz vor der Landung „desinfiziert“ (also es lief eine der Flugbegleiterinnen mit einer Spraydose durchs Flugzeug und hat etwas versprüht, das keinerlei Schaden am Menschen anrichten sollte… aber man wurde gebeten die Luft anzuhalten, wenn sie vorbei kommt… ahja….). Das Wetter beim Anflug auf Kapstadt sah nicht so toll aus, aber es war ja auch schlechtes Wetter angesagt.

Donnerstag, 7.5.2026

Die Landung auf einer Sandpiste mit so einem kleinen Hoppser ist schon einmalig. Man sitzt ja keine 2m über dem Boden.

Auf dem Airstrip hat der dortige „Flughafenbeauftragte“ (da gibt es tatsächlich jemanden, der sich um die Abfertigung der Maschinen kümmert) geholfen das Gepäck auszuladen und wieder unter uns zu verteilen. Wir, inklusive Fluffy, haben uns von Collin, unserem Piloten im Cessna-Anzug verabschiedet und weiter ging es.

Auf uns wartete Nahas aus Camp Sossus am Rande des Airstrips, hat uns begrüßt und unsere Taschen in sein Fahrzeug geladen. Auch hier ist der Weg zum Camp eine holprige Schotterpiste. Diese „Straßen“ wurden auch schon im Damaraland „free massage“ genannt, weil es einen ganz schön durchrütteln kann. Auf dem Weg zum Camp erklärte uns Nahas, dass er unser Guide sein wird während unseres Aufenthaltes. Und dann noch, dass wir die einzige Gäste sind. Nicht nur heute, sondern bis zu unserer Abreise. Neue Gäste würden erst anschließend eintreffen. Wir waren uns nicht so sicher, ob das nicht zu viel Aufmerksamkeit bedeuten würde. Auf dem Weg zum Camp haben wir unsere Lunchtüte mit Nahas geteilt und auch schon ein paar Tiere sehen können, wie eine Gruppe Springböcke, die über die Straße gesprungen sind. Die Hüpfen mit allen vieren in die Luft, um Räubern zu zeigen, dass sie gut genährt und kräftig sind. Da sieht man, wie die Tiere zu ihrem Namen gekommen sind. Leider ging das alles zu schnell und wir haben keine Bilder von diesem „pranking“. In Afrikaans heißen die Tiere wohl auch Gemsbok. Die meisten Tiere waren aber weit weg, wie z.B. eine Oryx-Antilope. Doch kurz vor unserem Camp, stand dort gerade eine Gruppe Hartmann-Bergzebras. Da die so selten in die Nähe von Menschen kommen, haben wir gestoppt, um ein paar Fotos schießen zu können.

Das Camp ist nur durch zwei Tore zu erreichen, da es sich um Privatbesitzt handelt. Kurz vor dem zweiten Tor befindet sich rechter Hand noch ein Campingplatz und links sind zwei überdachte Parkplätze für Gäste, der Pick-Up-Point. Ab hier dürfen nur noch Autos vom Camp fahren. Unterwegs kommt man am „Swimmingpool“ vorbei, ein altes Wasserreservoir, das zur Farm gehört hat, die hier früher stand. Die Tourismus-Gruppe, der das Gebiet jetzt gehört, hat das Reservoir instandgesetzt und zum Swimmingpool umgebaut. Gehört alles zum Nachhaltigkeitskonzept, dem man sich hier verschrieben hat. Neben dem Swimmingpool steht noch ein altes Windrad, mit dem früher das Wasser gepumpt wurde. Jetzt ist es nur noch Deko, das Wasser wird mittels elektrischer Pumpen und dem selbst erzeugten Solarstrom gefördert.

Der Solarstrom ist auch der Grund, dass es nur möglich ist seine Mobilgeräte zu laden. Großverbraucher wie Fön oder ähnliches kann man gar nicht betreiben.

Im Camp angekommen, wurden wir mit Eistee und vom Campmanager begrüßt, der uns alles gezeigt und erklärt hat. Im allgemeinen Bereich in der Lodge gab es alles, Softdrinks, Gin, Wein getrennt in zwei eigenen Kühlschränken nach weiß und rot, die Leseecke etc. Weil es schon so spät war, haben wir zwei Gin Tonic als Sundowner genommen und es uns an der Feuerstelle vor der Lodge zusammen mit dem Manager gemütlich gemacht. Der Sonnenuntergang ist in diesem Fall nicht zu sehen vom Camp aus, da das Camp vor einem Berghang gebaut wurde und der Berg schon sehr früh die Sonne abschirmt. Ansonsten ist das Camp sehr auf Nachhaltigkeit ausgelegt. Die Hütten bestehen aus einem Zelt, welches mit einem Dach und Wänden aus alten Ölfässern versehen wurde. Für die Wände des Nassbereichs (Dusche, Toilette, Waschbecken) wurden die Steine des angrenzenden Berges, zusammengehalten von Armierungsgittern, aufgestapelt. Durch die rote Farbe der Steine und des verrostenden Stahls, ist der Camp von weitem nur zu erkennen, wenn man weiß, wo es sich befindet, da es mit der dahinterliegen Felswand verschmilzt.

Das Camp hat auch Wifi, im Damaraland war es nur in der Lodge… Hier war es eigentlich nur draußen zu empfangen. Es gab eine eigene „Wifi-Lounge“ mit Router und Satellitenschüssel. Überdacht (so ähnlich wie eine Bushaltestelle) mit zwei Stühlen, einem Tisch (alles aus Eisen), aber zwei Steckerleisten, im Tisch eingelassen. Das WLAN war im Haupthaus schlecht, in den Hütten gar nicht vorhanden, aber bis zum Lagerfeuer hat es ganz gut gereicht. Hier konnte man auch, bisschen grisselig, Videoanrufe per App führen.

Im Doro Nawas Camp war das Feuer noch aus echtem Holz, so dass wir uns dort gar nicht lange aufgehalten haben, damit die Kleidung nicht zu sehr den Geruch annimmt. Hier im Camp Sossus war das Feuer ein Gasfeuer mit Lavasteinen. Nach einiger Zeit hat es auch gewärmt und es war komplett geruchlos. Damit musste man sich keine Gedanken machen, was man anzieht. Für uns hatten sie drei Stühle aufgestellt, zwei für uns, einen für den Camp Manager. Als Tischchen dienten runde Holzstämme. Stefan hat einen GinTonic in „klassisch“ mit normalem Tonic-Water bekommen, Katja ihren mit rosa Tonic. Sieht cool aus, ist aber ganz schön süß. Ein paar leckere Häppchen gab es auch gleich noch dazu.

Am Feuer wurde uns dann der Plan für den nächsten Tag eröffnet. Abfahrt in die Namib-Sand um 6:30 Uhr in der Früh, kurzer Stopp zum Sonnenaufgang und dann weiter an Düne 1 und Düne 40 + 45 vorbei. An den Dünen 40 und 45 kann man direkt parken, um diese zu besteigen, alle anderen Dünen darf man auch besteigen, muss aber erst von einem Parkplatz aus hinlaufen. Auf die Frage, wann wir geweckt werden wollen und wir gesagt haben, wenn wir 6:30 Uhr los fahren, dann um 6 Uhr, wurde uns mitgeteilt: zu spät. Sie wecken uns dann 5:30 Uhr. Wir werden eine Kanne heißes Wasser bekommen und Kaffee. 6 Uhr leichtes Frühstück, 6:30 Abfahrt. Wenn es so sein soll, dann ist es halt so.

Um 19:15 Uhr gab es Abendessen. Erst ein sehr geschmackvolles Oryx-Carpaccio, dann gegrilltes Schweinenackensteak mit guter dunkler Soße, dazu einen guten Cabernet Sauvignon. Nach dem Dessert, einer wunderbaren Rotweinbirne mit Vanillesauce und Nusscookiekrümel, haben wir uns verabschiedet und sind sehr zeitig schlafen gegangen, denn der nächste Morgen würde früh werden. Da lag dann auch schon jeweils eine Wärmeflasche in den getrennten Betten, das war erst ein bissel heiß am Hintern, aber nach unten geschoben und an den Füßen dann gar nicht so schlecht.

Freitag 8.5.2026

Der Wecker klingelte pünktlich um 5:30 Uhr und eine Minute später kam schon Nahas mit einem Tablett mit der Kanne warmen Wassers (das Wasser aus der Wasserleitung ist morgens sehr frisch), zwei French Press Kaffeekannen mit Kaffeepulver und Thermoskannen mit heißem Wasser.

Wir haben uns dann frisch gemacht, im wahrsten Sinne des Wortes, denn Toilette, Waschbecken und Dusche waren außen an die Hütte angebaut und es hatte so was wie 5-8°C und es war windig, dafür hatte man einen tollen Blick auf den Sternenhimmel. Also sehr schnell fertig gemacht, einen Kaffee gekocht und getrunken und dann war es auch schon 6 Uhr und wir mussten zum Frühstück eilen. Es gab Joghurt mit Müsli und frische Früchte und einen Heizstrahler.

Danach sind wir gleich ins Auto und auf dem Weg hinaus aus dem Camp hat Stefan dann festgestellt, dass er das GPS im Zimmer hat liegen lassen! Fürchterlich, ein Unesco Welterbe und wir würden keinen Cache finden!


Zum Umdrehen war es schon zu spät und so mussten wir uns damit abfinden, dass wir nicht wissen, was es vor Ort für Caches geben würde. Nach einer längeren Anfahrt kamen wir zu einem ersten Checkpoint. Hier werden alle Nummernschilder der einfahrenden Autos mit Anzahl Insassen registriert, damit auch keiner zurück bleibt, wenn der Park am Abend geschlossen wird, weder bewusst noch unbewusst.
An einem zweiten Kontrollpunkt muss man dann den Eintritt in den Park bezahlen. Der Eintritt war in unserem Reisepreis schon enthalten, also mussten wir uns um nichts weiter kümmern, außer die letzte feste Toilette zu besuchen, die super sauber war und dauernd geputzt wurde.

Internet- und Telefonempfang ist in Nambia nicht so einfach, aber an der Bezahlstelle hatte Nahas Empfang und konnte uns einen Wifi-Hotspot mit seinem Handy aufmachen. Er musste noch Datenvolumen aktivieren… Er meinte, da es am Camp keinen Empfang hat und er das dortige Wifi nutzt, verfällt sein Datenvolumen regelmäßig, das wäre also kein Problem für ihn. Damit konnten wir uns die wichtigsten Caches aufs Handy laden und wenigstens den Earth-Cache am Unesco-Gedenkstein versuchen zu lösen. Das war wenigstens etwas. Die übrigen Caches lagen sowieso nicht am Weg sondern irgendwo in den Dünen mit entsprechendem Besteigen der Dünen oder längeren Anmärschen.

Nach dem Besuch vom UNESCO-„Denkmal“ ging es weiter an den Dünen vorbei, wobei Nahas immer wieder einmal anhielt, um uns etwas über die Dünen, Entstehung und die „Feenkreise“ zu erzählen und damit wir Fotos schießen konnten von den Farben und der tollen Landschaft. Zu ein paar Straußen, die wir auf der Ebene am Straßenrand gesehen haben, hat uns Nahas erklärt, dass die bis zu 60-65 km/h schnell laufen können. Sollten wir Lust verspüren ein Straußenei aus dem Nest klauen zu wollen, sollten wir sehr schnell laufen können. Die vielen schönen lila Blümchen, die die Ebene violett einfärben, heißen wohl „Straußenblumen“/Ostrich-Flowers, weil die Strauße diese gerne fressen würden.

Die Dünen sind mit die ältesten auf der Erde. Daher hatten sie lange Zeit, damit das im Sand enthaltene Eisen oxidiert und die Dünen damit nicht im bekannten gelb, sondern in ihrem besonderen Rostrot erstrahlen. Mit einem Magneten hat uns Nahas gezeigt, wieviel Eisen in den Dünen ist. Man muss nur mit einem Magneten darin herumrühren, um die Eisenpartikel zu extrahieren. Das geht ganz schnell und einfach.

Die Feenkreise, also kreisrunde Stellen in der Vegetation, am Fuße der Dünen, bei denen keine Pflanze wachsen, kann keiner erklären, daher auch der Name. Es gab Theorien über Termiten, die dort leben würden, die hat aber keiner gefunden. Eine andere Theorie war, dass dort eine giftige Pflanze wächst/gewachsen ist und damit keine anderen Pflanzen überleben können, aber wenn man den Boden aus diesen Stellen nimmt, in einen Topf füllt und dort etwas einpflanzt dann wachsen diese Pflanzen problemlos. So wird es weiterhin ein Mysterium bleiben, warum es hier kreisrunde, vegetationslose Stellen gibt. Dafür sind wir aber nochmals einer wunderschönen Oryx-Gazelle begegnet.

Überhaupt waren die Dünen und die Flächen dazwischen sehr grün und farbig durch Blumen. Und so ging es weiter am Parkplatz für die Zweirad-Fahrzeuge (angeblich gäbe es von dort aus einen Shuttle weiter nach hinten) vorbei durch sehr lockeren Sand auf dem Weg bis hinter zum Parkplatz für die 4×4-Fahrzeuge. Dort hätten wir dann die Möglichkeit gehabt, die Düne „Big Daddy“ zu besteigen. Für gut trainierte so ca. 1.5-2h. Wohl mit einem „Slide“ zum Deadvlei. Wir haben uns die Menschenmassen, die sich auf dem Kamm hochgearbeitet haben angeschaut, das untere Drittel, welches wirklich einen sehr steilen Aufstieg verspricht, und haben nach kurzem Überlegen gefragt, ob wir da hoch müssen? Zum Glück nicht. Das indische Paar, welches wir im Damaraland getroffen haben, hatte uns von dem anstrengenden Aufstieg berichtet und dass sie nicht so begeistert waren…

Also haben wir uns nur für die direkte Tour zum Deadvlei entschieden. Das war schon anstrengend genug, die Düne und den losen Sand ein ganzes Stück hinaufzulaufen. Oben angekommen, eröffnete sich ein Tal mit weißem, harten Boden und vielen toten Bäumen. Vor ca. 900 Jahren haben die Dünen das Tal, durch welches damals ein Fluss floss, auf zwei Seiten abgeschnitten und das Tal fiel trocken. Dabei hat sich angewehter Kalksandstaub abgesetzt und eine betonharte Oberfläche erschaffen, die jetzt weiß aus dem Rot der Dünen herausleuchtet. Durch den festen Kalkstaubboden konnten die Bäume nicht umfallen. Und durch die große Trockenheit hier im Deadvlei war es auch nicht möglich, dass die Bäume sich zersetzen, da hierfür Wasser notwendig gewesen wäre. Damit steht hier ein kleine Gruppe von toten Bäumen seit über 900 Jahren. Es ist eine Attraktion und so gibt es hier viele Touristen und es sieht so aus, als würde sich jeder seinen Lieblingsbaum aussuchen, um sich mit diesem fotografieren zu lassen. Wir sind auch Touristen, also haben wir uns auch unseren Lieblingsbaum ausgesucht.

Ein paar Bäume weiter gab es ein (vermeintlich) asiatisches Pärchen, welches versucht hat Aufnahmen von sich zu machen. Sie in einem schönen weißen Kleid… und beide barfuß. Wir haben die zwei ein wenig beobachtet, vor allem der Freund/Mann/Bräutigam, der seine Kamera eingerichtet hat, barfuß über den Boden gerannt ist, was sichtlich nicht einfach war, dabei schnell zu sein, dann haben sie in die Kamera gegrüßt noch einmal ein wenig hin und her stolziert und dann ist er wieder zurück gerannt, um die Aufnahme zu kontrollieren. Dieses Schauspiel hat sich einige Male wiederholt.

Nach dem Besuch der Bäume sind wir am Rand der Ebene an einer Tafel vorbeikommen, auf die Touristen ihre Aufkleber geklebt hatten. Neben dem obligatorischen „Nett hier“-Aufkleber der Baden-Württemberger, konnten wir auch einen von einem 1.FCK-Fanklub finden. Später noch einen Riesling-Aufkleber mit Dubbeglas. Wenn man die Aufkleber zählt, sind die meisten Besucher offenbar Köln-Fans.

Wir mussten erst einmal wieder ein Stück die Düne hoch, bis wir uns an den Abstieg zum Parkplatz hin aufmachen konnten. Zurück am Auto sind wir noch zu einem See gefahren, der dem Tal den Namen gegeben hat. Aktuell, nach den Regenfällen letzten Monat, ist dort tatsächlich ein See mit Wasser.

Unter einem Baum hat Nahas das Auto in den Schatten geparkt und unter dem Baum angefangen einen Brunch aufzubauen. Mit Handwaschbecken (warmes Wasser und Flüssigseife hatte er auch dabei), zwei Tischen, bequemen Stühlen, Wurst und Käse, Salat, Nudelsalat, Hähnchenkeulen, frischen Früchten, Brot, Butter, Kaffee, Tee, Saft, Joghurt mit Müsli und, jetzt kommts, einen Gaskocher. Auf dem hat Nahas ein perfektes Rührei zubereitet aus frischen Eiern und dann Würstchen gebraten. Speck wäre auch noch dabei gewesen… Aber das was er alles auf den Tisch gestellt hat, war so schon viel, viel zu viel. Zur Krönung gab es noch eine Flasche Sekt aus der Kapregion. Sehr, sehr gut gekühlt. Die Flasche ließ sich ganz normal öffnen. Nach dem ganzen Geruckel und Geschaukel auf den Straßen und Sandpisten hatten wir erwartet, dass es beim Öffnen erst mal so richtig rumspritzt. Noch nie in einer Wüste so ein reichhaltiges Frühstück erlebt. Ein paar Vögel haben uns beobachtet und sich über die runtergefallenen Krümel gefreut.

Ein Bus mit Touristen aus Südafrika hat hier auch halt gemacht und die Gäste sind ein wenig am See herumgelaufen. Eine Dame aus der Gruppe hat dann noch eine ganze Weile mit uns erzählt, sie hat einfach angefangen. Sie musste aber dann irgendwann gehen, weil die Gruppe weiterfahren wollte. Ansonsten hätten wir vermutlich die ganze Lebensgeschichte der Dame erfahren. Irgendwie nett, wie freundlich hier alle sind.

Nachdem wir alles wieder ins Auto verladen hatten ging es weiter. Wir hatten da noch einen Tradi im Blick. Als wir an dem 2×4-Parkplatz vorbeigekommen sind, war der aber noch mehr als 2km entfernt hinter den Dünen. Aber wir haben noch einen gelösten Whereigo entdeckt auf der Karte, der mit 500m Entfernung zum Parkplatz noch in der Ebene liegen musste. Nahas hat noch mal gewendet und ist zum Parkplatz zurückgefahren und ist dann mit uns auf die Suche gegangen. Wir konnten die Dose tatsächlich in einem großen Baum am „Wegesrand“ finden. Wobei das Wort „Weg“ es nicht so richtig beschreibt. Auf dem GPS war ein Weg eingemalt. Gesehen hat man aber nur Sand und grüne Pflanzen. In weiten Abständen waren gelb markierte Stöcke, ca. 1,5m lang, in den Boden geschlagen, an denen man sich orientieren konnte, in welche Richtung man zu gehen hatte. Den Pfad in dieses Hidden Valley durfte man laut Schild am Parkplatzrand auch nur zu dritt begehen, vermutlich aus Sicherheitsgründen.

Jetzt ging es zurück in Richtung Camp, mit einem kleinen Abstecher zum Sesriem-Canyon, ca. 2km lang, 20m breit und 30m tief. Der Name bedeutet übersetzt so etwas wie „sechs Seillängen“. Das kommt von den San, die früher hier gelebt haben. Weil es zu viel Kraft gekostet hätte das Wasser über Umwege zu Fuß aus dem Fluss am Grunde des Canyons hinauf zu tragen, um Wasser für die Tiere und sich selbst zu bekommen, haben die Buschleute sechs Seile zusammengeknotet und mit einer Tierhaut das Wasser aus der Tiefe nach oben gezogen. Clever gemacht und daher der Name.

Nahas hatte für uns zum Erfrischen und um den Sand abzuwischen noch zwei kalte, feuchte Tücher dabei. Es war etwas schwierig diese auseinanderzufalten, da sie eingefroren waren. Damit waren sie aber auf jeden Fall erfrischend kühl.

Jetzt ging es aber wieder zurück ins Camp mit „kostenloser Massage“ und einem Tankstopp inklusive. In diesen Wagen geht einiges rein…der hat auch zwei Tanks, die gefüllt werden wollen, das dauert schon mal ne kleine Weile und ist dann auch entsprechend gar nicht so preiswert, es wurden dann knapp 4000N$, so ca. 200€.


Die Buckelpiste ist schon recht buckelig… Auf dem Weg kam uns ein alter 911er Porsche entgegen. Der hatte zwar viele Ralley-Aufkleber, aber irgendwie passt ein Auto mit so wenig Bodenfreiheit und so harter Federung nicht recht zu den Sand- und Schotterpisten hier. Im Camp angekommen habe sie uns erst mal einen Schokoladenkuchen angeboten. Einen ganzen… Wir waren aber noch vom Brunch so abgefüllt, dass wir ihn nicht mal haben probieren können. Das tut einem echt leid, wenn die sich so viel Mühe mit uns zwei geben und wir können das nicht mal kosten. Zeitgleich haben die netten Mitarbeiter schon begonnen uns eine Dusche vorzubereiten. Es war auch noch ganz angenehm warm und der Wind hatte noch nicht begonnen zu wehen. Die Dusche besteht hier aus einem Sack mit einer Art Gießkannentülle und einem Hebel mit Kugelventil. In den Sack wird von oben warmes Wasser per Eimern eingefüllt, dann kann man duschen. Die Angst eingeseift ohne Wasser unter der Dusche zu stehen, die duscht aber immer mit. Am Ende war der Sack aber, nachdem wir beide geduscht hatten, immer noch zur Hälfte gefüllt. Hätte man gar keine Angst haben müssen. Aber wir hatten ja bisher noch keine Erfahrung mit einer solchen Dusche.

Endlich (nach zwei Tagen ohne Dusche) fühlten wir uns wieder einigermaßen frisch. Wir hatten nicht viel Zeit uns auszuruhen, denn es stand schon der „Sundowner“ auf dem Programm. Wir wurden an die schon vorbereitete Stelle gefahren, mit ein paar Erklärungen über die Büsche und Gräser am Wegesrand. Das Gras besteht aus „Kalahari Sauergras“ (grün und kleiner) und einem Buschmann-Gras, etwas größer und mit hellem Samenwedel an der Spitze. Angekommen am Ort, an dem man den Sonnenuntergang beobachten konnte, befand sich ein eingeebneter Bereich, umgeben von Lampen im Stil von Petroleumlampen, ein Baum, zwei Stühle für uns, in Richtung Sonnenuntergang ausgerichtet und eine feste, aus Holz gebaute Bar, die mit allen möglichen Alkoholika (harte wie Gin, Whiskey etc. und Wein rot, weiß, rosé) und Softdrinks bestückt war. Es gab auch wieder ein mobiles Handwaschbecken mit einer Kanne warmen Wassers . Wir haben uns für das heimliche Nationalgetränkt „Gin and Tonic“ entschieden (single shot… Es gab auch „double shot“ zur Auswahl). Eigentlich ist Gin Tonic jetzt nicht unser Getränk, aber es ist wie in jedem Urlaub: Luft, Gerüche und Umgebung verändern den Geschmack und was im Urlaub schmeckt, muss zu Hause nicht unbedingt gleich gut sein oder eben umgekehrt. Was daheim nicht schmeckt, das kann dort wo es „hin gehört“ dann einfach toll sein. Dazu gab es sehr gute Chips, Wurst-und-Käse-Spieße, Pistazien und Obst, auch hier scheint Liebe durch den Magen zu gehen.

Anstatt die Stühle zu nutzen, sind wir einfach an der Bar stehen geblieben und haben uns mit Nahas unterhalten. Er hat uns dann noch zeigen wollen, dass da irgendwo am Horizont Oryx-Antilopen und Springböcke zu sehen wären… aber selbst mit Fernglas waren für uns nicht mehr als schwarze Punkte zu erkennen, die sich bewegt haben. Er hat sich sehr amüsiert, dass wir das nicht als die genannten Tiere erkannt haben.

Es gab einen sehr schönen und wie immer, schnellen Sonnenuntergang. Nachdem es dunkel wurde, hat uns Nahas wieder zurück zur Lodge gefahren, zum Abendessen. Es gab eine Vorspeise, Antipasti mit „Black Forest Ham“ (Schwarzwälder Schinken). Da fliegt man Stunden durch die Welt, um Schwarzwälder Schinken zu bekommen. Es war natürlich kein Schwarzwälder wie wir ihn kennen, sondern eine Art Kochschinken, schwarz geräuchert, aber sehr gut. Als Hauptspeise gab es ein sehr zartes Rindersteak mit Pilzsauce bzw. einer schönen sämigen und intensiven Demiglace. Und Pommes! Eine fleischfreie Variante fürs Abendessen hätte es hier auch immer gegeben.

Für den Nachtisch sind wir ans Feuer gewechselt. Dort war ein kleiner Barwagen aufgebaut, es gab Sherry oder Portwein zur Auswahl und diverse Käse, Haselnuss-Schoko-Tarte, frische Früchte und Pekannüsse (die von unserem Gastgeber auf Wunsch geknackt wurden).

Nach dem wir abgefüllt und kugelrund satt gegessen waren, haben wir uns auf unser Zimmer begeben, um noch ein paar Fotos vom Sternenhimmel zu schießen. Über dem Badezimmer befindet sich eine Plattform mit einem Bett im Freien. Dort haben wir versucht das Stativ aufzubauen, da man hier einen guten Rundumblick hat. Aber die Plattform wackelte leicht bei jeder Bewegung von uns, daher sind wir dann noch vor die Hütte gewechselt, auf den Betonboden. Zu schade, dass wir das Sternenbett nicht auch um Übernachten nutzen konnten, aber dafür war es definitiv zu kalt, da hätten auch die Wärmeflaschen, die wir schon in den Betten unten in der Hütte bekommen haben, vermutlich nicht für die ganze Nacht ausgereicht. Hier Bilder vom Außen-Tagesbett und vom Sternenbett auf dem Dach, aufgenommen im Hellen.

Aufgenommen mit dem Handy:

Aufgenommen mit „richtigen“ Kamera:

Anschließend sind wir früh ins Bett gefallen, da der Tag dann doch ein langer geworden ist, wenn man schon um 5:30 Uhr aufstehen muss.

Samstag, 9.5.2026

Heute geht es schon wieder weiter, leider recht früh, so dass wir gar nichts weiter hier unternehmen konnten. Daher haben wir uns für ein Frühstück gegen 8:30 Uhr entschieden und haben uns frisch gemacht und unsere Sachen wieder verpackt für den nächsten Flug.

Das Frühstück war wieder viel zu viel zu essen. Das hätte auch locker für 3 oder 4 Personen gereicht. Wir wurden gefragt, ob wir noch Rührei oder Omelette haben möchten. Aber das was jetzt schon auf dem Tisch stand mit Wurst, Käse, Joghurt,Müsli, frischen Früchten war schon zu viel zum Aufessen. Die ganzen Zutaten und vor allem das frische Obst wird täglich in Windhoek geholt und per Auto ins Camp gefahren. Welch ein Aufwand in der Wüste. Diesen müssen ja auch alle anderen Camps und Lodges leisten. Die nächste Stadt war mit ca. 120km Entfernung auf den Straßenschildern ausgeschrieben. Google versucht einem einzureden, es wären ca. 4h Fahrzeit nach Windhoek, aber es gibt keine ausgebauten Straßen, nur Schotterpisten. Ein ganz schöne Leistung von den Mitarbeitern, die hier jeden Tag und aktuell nur für uns zwei alleine, bewältigt wird.

Nach dem Frühstück haben wir uns noch eine ganze Weile die Landschaft von der Terrasse des Hauptgebäudes aus angeschaut. Beim Check-Out haben wir dann noch erfahren, dass heute gar kein Gast mehr kommt, morgen (Sonntag) kommt noch jemand und am Montag ist dann voll. Zum Abschied haben wir noch zwei kleine Fläschchen mit Dünensand geschenkt bekommen. Angeblich darf man den mitnehmen, sie hätten genug davon. Mal sehen wir weit wir kommen und wann die Dünen weg oder viel einfacher zu besteigen sind (weil flacher).

Einfach noch ein paar Eindrücke vom Camp Sossus, wo man sich z.B. auch Mountainbikes hätte ausleihen können bzw. wohl geführte Touren für Sportliche gemacht werden würden.

Nahas hat uns dann zum Airstrip gefahren mit ein paar Zwischenstopps, da Springböcke und eine richtig große Herde Oryx-Antilopen ganz nah an der Straße standen.

Vor Ort landete gerade eine 208B Gran Caravan und wir freuten uns auf ein großes Flugzeug, aber das war von einer anderen Fluggesellschaft, hat einen Haufen Leute ausgespuckt und ist dann leer wieder abgeflogen. Der (also der einzig und alleinige) Airportmitarbeiter hat uns dann gesagt, dass es eine 208B sein würde und wir wären die einzigen Passagiere nach Windhoek. Die Maschine hat aber Verspätung. Sofern man ca. 8 Minuten wirklich als Verspätung werten möchte.

Die Maschine kam an, spuckte viele Leute aus, die sich auf zwei große Geländewagen verteilten. Als der Pilot ausstieg erkannte Katja sofort, dass der aussieht wie Collin von unserem Flug hierher. Und er war es tatsächlich. Er meinte dann, heute fliegt er uns mit einer größeren Maschine und dann hat er gleich gefragt, ob wir unseren „lucky charm“ (er meinte Fluffy) dabei hätten. Aber klar doch! Die Cessna 208B ist viel gemütlicher, weil man einfach mehr Beinfreiheit hat als in der 210 und wir uns so schön einer rechts, einer links an die Fenster setzen konnten.

Über der Namib-Sand werden Ballonfahrten angeboten. Eigentlich eine Stunde lang. Von den Steirern haben wir erfahren, dass die je nach Witterung und Wind auch mal viel kürzer ausfallen können, nur so 20-30 min, bei vollem Preis. War uns etwas suspekt, vor allem das mit der Landung. Gestern hatten wir auch einen gelandeten Ballon gesehen, bei dem die Gondel umgekippt war und auch das indische Pärchen hatte uns erzählt, dass auch sie fast umgekippt wären bei der Landung. Wenn man mit dem Auto hier anreist, ist ein zusätzlicher Blick aus der Vogelperspektive sicher toll und lohnenswert, da wir die Landschaft aber schon von oben aus dem Kleinstflieger gesehen haben, haben wir auf eine solche Tour gerne verzichtet.

Montag, 4. Mai 2026

Am Airstrip von Doro Nawas wartete schon ein Guide mit Geländewagen auf uns und die drei Mitreisenden aus LA. Nachdem das Gepäck verstaut war, ging es auch gleich. Die Fahrt zum Doro Nawas Wilderness Camp dauert nur ca. 5 Minuten.

Angekommen in der Lodge, wird man zunächst mit einem kalten, feuchten Handtuch und einem Willkommensdrink (ein Getränk aus einer hier einheimischen Beerenart) am Auto willkommen geheißen. Anschließend wird man zur Rezeption gebeten. Hier wird man mit einem Willkommensgesang der Mitarbeiter begrüßt (wiederholt sich für jeden neu angereisten Gast). Da steht dann schon ein Chor mit acht oder neun Personen parat und die haben alle sehr schöne Stimmen! Dann erfolgt der Check-In. Keine großen Meldezettel zum Ausfüllen, man muss nur noch unterschreiben für die Formalitäten und man muss die „Hausordnung“ auch noch abzeichnen. Aber jetzt nichts Dramatisches, man bestätigt eigentlich nur, dass man weiß wo man ist, also z.B. in einer Umgebung mit wildlebenden Tieren. Die haben wir auch schon beim ersten Rundgang gesehen, einmal raus auf die Terrasse getreten, stand schon eine ganze Gruppe Elefanten in vielleicht 100m Entfernung am Wasserloch, das war ein atemberaubender Anblick und eine wunderschschöne Anlage!

Gut, dass es auf dem Flug nichts zu essen gab. Wir kamen direkt zum Mittagessen. Einen gab einen Salat, gebratenes Fischfilet mit Gemüse und ein Karamelleis zum Schluss. Wir waren schließlich ausgehungert nach den ganzen Entbehrungen der letzten Tage. Begleitet wurde das Essen von der Elefantengruppe, die sich langsam aber stetig auf das Camp zubewegt hat und dann schön an den Hütten vorbeispaziert ist. Einer der Jungbullen hat es anscheinend auf die Wasserleitung an Zimmer 15 abgesehen und zerstört diese immer wieder um dort zu trinken. Aus Sicherheitsgründen wird die Hütte auch nicht vermietet, die Wasserleitung wird einfach immer wieder repariert, man befindet sich schließlich in der Heimat der Elefanten und diese haben „Hausrecht“.

Wir konnten schnell mal auf unser Zimmer und haben alles erklärt bekommen (innen Dusche, Außendusche, kaltes Wasser erst in den Eimer laufen lassen, das wird dann zum Putzen verwendet…), inklusive den 3 „Flaschen“ auf dem Regal, ein Doom-Spray für größere Insekten wenn man es denn benutzen wollte), ein Mosquito-Spray und eine laute Tröte, wenn wirklich was Schlimmes sein sollte, z.B. Feuer. Dann 3 mal tröten, das Licht im Zimmer anmachen und dann würde auch gleich jemand kommen. Haben wir nicht gebraucht, war aber beruhigend. Auf Wunsch hätten wir uns auch das Bett nach draußen auf die Terrasse zum Übernachten schieben lassen können, aber wir wollten erst einmal abwarten wie sich die Temperaturen so entwickeln hier in dieser Steppenlandschaft.

Nach dem Mittagessen (Gemüsesalat, Fisch, Karamell-Eis) wurde mit uns das Programm der nächsten zwei Tage besprochen. Das sind die Hauptattraktionen, für den dritten Tag gäbe es dann noch optionale Aktivitäten. Unsere erste Tour soll uns zum „Petrified Forest“ führen, einem Gebiet mit versteinerten Bäumen. Da die Tour schon um 15 Uhr startet und das Mittagessen bis 14 Uhr ging, war nicht mehr viel Zeit zum Zimmer beziehen, Kleidung wechseln etc.

Hier starten die Touren pünktlich. Also sollten wir auch schnell wieder bereit stehen. Auf der Fahrt zur ersten Aktivität wurden wir von einem sehr netten Paar aus der Steiermark begleitet. Zunächst mussten wir aber auch erst einmal zu den versteinerten Bäumen hinkommen. Auf dem Weg wurde schon kurz nach Start an einer Farm die Straße von Ziegen und Schweinen blockiert, um die unser Guide herumfahren musste. Da Straße und der Bereich daneben alles flach und sandig ist, ging das zum Glück ganz einfach.

Beim Petrified Forest handelt es sich um ein Nationales Monument, welches man nur in Begleitung eines dort angestellten Guides betreten darf. Das Mitnehmen von versteinertem Holz wird übrigens mit Gefängnis bestraft, sollte man also besser nicht versuchen. Es war eine sehr interessante Tour mit Anblick von Urwaldriesen, die vor ca. 280 Millionen Jahren, also zu Zeiten von Gondwana, aus Zentralafrika angeschwemmt und hier unter Sedimenten begraben wurden. Durch den Druck und die umgebenden Mineralien hat ein Versteinerungsprozess eingesetzt, so dass die Baumstämme noch komplett erhalten, aber hart und schwer sind wie Stein. Die Stämme sind wohl bis zu 45m lang, der größte am Stück freiliegende Teil misst so ca. 32m. Die Stämme, die zu sehen sind, wurden rein durch Erosion freigelegt, es gibt bewusst keine Ausgrabungen, da die Stämme, einmal freigelegt, anfangen durch Hitzeschwankungen zu zerbrechen und noch viele Stämme für die Nachwelt erhalten bleiben sollen.

Neben den versteinerten Bäumen gibt es hier auch viele Exemplare von Welwitschia Mirabilis zu sehen, Pflanzen, die aus einer Wurzel, einem kleinen Stamm und nur zwei Blättern bestehen und auch sehr alt werden können.

Nach der Tour konnten wir uns entscheiden: Entweder schnell auf der (sehr unspektakulären) „Hauptstraße“ (Straße ist hier so eine holprige Sand- und Schotterpiste) zurück zum Camp oder über eine „scenic route“ auf einem Weg durch die Berge zurück mit Natur und schöner Landschaft. Zum Glück waren unsere Mitreisenden entspannt und hatten nichts gegen die „lange“ Version zurück. Auf diese Weise haben wir einen schönen Einblick in die Natur und die Landschaft bekommen, mit einigen Stopps an schönen Stellen zum Fotografieren oder um uns Pflanzen erklären zu lassen, inkl. wie man einen bestimmten Kaktus essen kann (wir haben nichts zum Probieren abbekommen… Vermutlich für verweichlichte Europäer nicht so einfach genießbar und auch leicht bitter). Unterwegs sind wir auch noch Straußen und Springböcken begegnet, inkl. einem Schakal.

Kurz vor Sonnenuntergang hat Athan, unser Guide (eigentlich Athanasius) den Jeep eine Anhöhe hinaufgefahren (im zweiten Anlauf, beim ersten war er zu langsam…) und wir hatten einen supertollen Blick. Während wir vom Sonnenuntergang abgelenkt waren, hat er schnell eine kleine Bar am Jeep aufgebaut, mit Gin und Tonic, Bier, Softdrinks und Weißwein. Wir haben uns für ein Glas Weißwein als „Sundowner“ entschieden.

Anschließend ging es zurück zum Camp, an dem wir (inzwischen im Dunkeln) angekommen sind. Wir wurden wieder mit kalten, nassen Tüchern empfangen, um ein wenig den Sandstaub los zu werden und einem Gläschen Apfelsaft.

Weil wir erst nach Sonnenuntergang (nach 19 Uhr) zurück gekommen sind, konnten wir uns nur noch schnell duschen, da dann auch schon das Abendessen gegen 20 Uhr startete. Duschen am Abend deswegen, weil a) das Wasser nur per Sonne aufgeheizt wird und wir Bedenken hatten, es könnte über Nacht auskühlen und b) die Zimmerwände nur aus Zeltplanen bestehen und es nachts und damit auch morgens, ganz schön frisch wird im hier beginnenden Winter.

Aufgefrischt und umgezogen zum Abendessen, waren wir gespannt was wir bekommen würden. Heute Abend gab es erst eine super Linsensuppe und dann „alles vom Grill“: Rind, Hähnchenschlegel, Würstchen, Gemüse (auch gegrilltes), dazu Soße (Chakalaka und auch eine Chilisoße des Typs „die kann was!“, die war echt „herausfordernd“) und noch ein paar Kleinigkeiten. Als süßen Abschluss noch einen Blaubeer-Crumble. Und zu allem dazu ein paar prima Weine.

Zum Abschluss des Abendessens gab es noch eine Gesangsdarbietung durch die Mitarbeiter. Zunächst in der hisingen Heimatsprache, einer Art Klicksprache, die von der hier einheimischen Volksgruppe im Damaraland gesprochen wird und dann noch auf Englisch einen Dank an die Gäste, bei dem die Mitarbeiter eine Polonaise bilden und mit den Gästen „High-Five“-Abklatschen.

Eigentlich war unser Plan am Blog zu schreiben, aber wir sind dann erst kurz noch auf das Dach der Anlage auf die Sternenterrasse gegangen und dann erschöpft ins Bett gefallen.

Dienstag 5.5.2026

Nach dem Aufwachen haben wir uns darin bestätigt gesehen, nicht in der Früh duschen zu wollen. Es hatte so ca. 10°C draußen und im Zimmer war es nur unwesentlich wärmer. Also nur eine kurze Wäsche am Waschbecken, angezogen und es ging auf zum Frühstück. Uns wurde gestern Abend noch mitgeteilt: Schuhe zum Laufen, Hut, Sonnencreme nicht vergessen, wir werden ein ganzes Stück laufen. Also haben wir alles schon mitgenommen, es sollte um 8 Uhr losgehen, natürlich pünktlich. Neben vielen deutschen Vornamen (Stephan, Heinrich, usw.) hat man wohl auch die Pünktlichkeit übernommen.

Das Frühstück war wunderbar, es gab Saft, Wurst, Käse, frisches Obst, Nüsse, Müsli, Yoghurt, Eierspeisen, Scones, Croissants und hervorragenden Kaffee.
Außerdem ging gerade die Sonne auf und das Licht war wunderschön. Etwas weiter entfernt hat man die Berge und die Feuchtigkeit gesehen, die ausreicht um hier alles am Leben zu erhalten und zum Teil urweltlich anmutende kleine grüne Oasen zu erschaffen. Das Meer ist etwa 150km weit entfernt, aber der Wind treibt die Wolken und das Wasser bis hierher.

Heute haben sich unsere steirischen Mitreisenden von gestern einen Vormittag „Auszeit“ genommen und wir wurden dafür mit der Gruppe aus L.A., die wir im Flieger schon kennen gelernt haben, für den Ausflug nach Twyfelfontein. zusammengestellt. Das stellte sich abermals als Glücksfall heraus. Zum einen waren die echt nett und lustig, zum anderen hatten die keine Probleme damit, als wir beim ersten Stopp am heutigen Tag einen Cache auf dem GPS entdeckt haben und den suchen wollten. Wir haben versucht zu erklären was „Geocaching“ ist und sie waren gleich so begeistert, dass sie sofort auch noch nach einem zweiten Cache gefragt haben. Unser zweiter Halt war am „verbrannten Berg„, einer Lavaansammlung, die aber nicht von einem Vulkanausbruch stammt, sondern unter der Erdoberfläche erstarrt ist und durch natürliche Erosion übrig blieb. Dort hat uns Athan eine Landkarte von Namibia in den Sand gezeichnet und uns die Volksstämme und ihre Wanderungen und Re-Lokalisationen erklärt, die einerseits durch natürliche Vorgänge hervorgerufen worden, wie Wasser/Wetter, zum anderen aber auch die sehr unrühmliche Geschichte der Kolonisierung.

Am ersten Stopp, dem „Wondergat“, einem sehr tiefen Loch in der Erde, bei dem man den Boden nicht sieht, Steine aber sehr tief fallen (vermutlich ist hier das „Dach“ eines unterirdischen Höhlensystems eingebrochen), hatten wir noch 60m den Abhang hinauf zur Dose. Zum Glück war die Koordinate auf 1m genau und die Dose war schnell unter einem kleinen Steinhaufen zu finden.

So waren die gleich Feuer und Flamme und bei unserem nächsten Stopp den „Orgelpfeifen„, einer Basaltformation, die lange senkrechte Basaltsäulen hat entstehen lassen, konnten wir gleich noch einen Cache finden. Athan ist uns mit dem GPS vorausgegangen, ist aber erst einmal am Versteck vorbeigelaufen, obwohl er direkt daneben stand. Das ist beim ersten Cache normal.

Nachdem sich alle (also wirklich alle) mit der Dose fotografiert haben, ging es dann weiter an das eigentliche Ziel, wegen dem wir hierhergekommen sind, Twyfelfontein oder /Ui-//aes mit den Petroglyphen der „San“ (Buschleute), Felsgravuren, die vor (Angaben schwankend) 1.000-10.000 Jahren entstanden sind und mittels Quarzstein in Sandstein geritzt wurden. Man nimmt an, dass es sich um eine Art „Erzählung“ handelt oder für den Schulunterricht genutzt wurden. Man erkennt einige Darstellungen, wie Giraffen, Zebras, Nashörnern, die Bewegung von Straußen u.v.a.m., also Informationen, die gut geeignet sind Kindern etwas beizubringen, aber auch Darstellungen von Seehunden und Pinguinen. Letztere gibt es in einer Wüste eher nicht. Die Erklärung ist hier, dass die San Nomaden waren und auch bis zum Meer gekommen sind und daher die Tiere kannten und die Informationen aufzeichneten oder weitergaben. Unter anderem gibt es auch eine Landkarte der aktuellen Gegend, die die permanente Quelle (die Twyfelfontein) verzeichnet, so wie temporäre Wasserlöcher. So wusste man, wenn man hier wieder herkam sofort, wo man Wasser finden kann. Ein doch recht anspruchsvoller Rundweg, da die Felszeichnungen weiter oben am Berg angebracht sind und der Weg nicht gut ausgebaut ist, da muss man schon mal über Felsplatten balancieren. Besuche sind auch nur mit zugelassenen Führern erlaubt, um das Welterbe zu schützen.

Nach den Felszeichnungen haben wir uns noch ein Museum über das Volk der Damara angesehen. Es gab dort keine Exponate wie man diese von gewöhnlichen Museen kennt, sondern die Damara haben selbst über ihre Bräuche und Lebensweisen erzählt, ein „Living Museum„. Das Museum wurde nicht nur für die Touristen gebaut, sondern auch für die Kinder, die etwas über das Leben ihrer Vorfahren erfahren sollen, damit die alten Bräuche und handwerklichen Techniken nicht verschwinden. So wurden wir eingeführt in die Medizinpflanzen in der Steppe, die Schmuckfertigung, das Herstellen von Eisen für z.B. Pfeil und Speerspitzen und in Tanz und Gesang. Im Camp von Doro Nawas haben wir schon bemerkt, dass die Damara sehr gerne singen und tanzen. Sie sagen von sich selbst, dass ihre Sprache schon so eine Art Gesang ist und ihnen damit das Singen schon im Blut liegt. Interessant war ein altes Brettspiel, dass auch vorgeführt wurde. Wenn es Streitigkeiten zwischen zwei Stämmen gab, dann haben die Kontrahenten dieses Spiel gespielt, anstatt zu kämpfen und der Verlierer hat alles verloren, der Gewinner alles bekommen. Alles = Haus, Land, Tier, Frau, Kinder etc. und er musste das Gebiet verlassen. Der Ausgang ging ganz modern durch den Museumsshop. Hier gab es viele schöne Sachen zu sehen, leider ist kaum mehr Platz in unserem Gepäck. So haben wir uns einen kleinen Elefanten zum Andenken mitgenommen, ein Armband aus Straußenei und eine Halskette aus einem bestimmte Pflanzensamen, Jacaranda.


Feuer spielt natürlich auch hier eine große Rolle und wir haben auch gezeigt bekommen wie das Feuer entfacht wird. Wichtig: man muss mit dem Feuer sprechen, es ermutigen zu entfachen, sonst klappt das nicht!



Ein paar Tiere haben wir unterwegs natürlich auch gesehen, z.B. Strauße und Springböcke.

Anschließend ging es zurück ins Camp zum Mittagessen. Das Mittagessen heute bestand aus Rote-Bete-Salat und einem Schweinesteak bzw. frittierten Gemüsepuffern, gefolgt von einem Limetten- und Zitronen-Sorbet.

Viel Zeit zum Ausruhen blieb uns nicht, das wir dann schon wieder auf die Nachmittagsausfahrt „gebucht“ waren, begleitet wieder von dem netten Paar aus Österreich und einem Pärchen aus Indien. Athan wollte versuchen die Giraffen zu finden. Die Spuren konnte er in einem ausgetrockneten Bachbett finden, aber die Giraffen haben sich irgendwo in der Ebene hinter Bäumen versteckt und so wurde es eine schöne Rundfahrt mit tollen Ausblicken auf die Landschaft und die Weite. Dafür haben wir aber nochmals eine Gruppe Elefanten gesehen mit ein paar spielenden „Jugendlichen“.

Zum Sonnenuntergang hat Athan seinen Wagen einen Hügel hinauf gesteuert, aber als wir fast oben waren, war der Platz, auf dem er sein Auto abstellen wollte, schon von einer anderen Gruppe eines weiteren Camps besetzt, so haben wir nur ein paar Bilder von dort geschossen und sind weitergefahren auf einen anderen Hügel. Hier haben wir den Sonnenuntergang schon knapp verpasst und es gab keine Drinks. Es war sehr windig und Athan und das Paar aus Indien haben gefroren. Ist halt Spätherbst hier und wenn man Mumbai bzw. Wüste gewohnt ist, sind 20°C mit windchill einfach zu kalt.

So ging es zurück ins Camp zu einer Dusche und einem Buffet-Abendessen, bei dem wir nicht geschafft haben alles zu probieren, weil es einfach zu viel Essen gab.

Nach dem Abendessen gab es wieder die Gesangsdarbietung der Campcrew mit einem sehr lustigen Koch, der offensichtlich sehr viel Spaß am Tanzen hatte.

Anschließend haben sie noch ein Happy Birthday für ein Mitglied der L.A.-Gruppe gesungen und getanzt. Er hat zwar erst morgen Geburtstag, aber da wollten die drei schon weiterfliegen in den Norden. Nach dem Abendessen haben wir uns an ein paar Bildern vom Sternenhimmel versucht, sind aber an der Kamera gescheitert, die wir noch nie für solche Zwecke ausprobiert hatten. Hier nur ein Handy-Foto, aber man kann das Kreuz des Südens erkennen.

Mittwoch, 6.5.2026

Beim Frühstück hat uns die Dame aus der L.A.-Gruppe noch einmal angesprochen zum verabschieden und wegen diesem „Geocaching“. Wir haben ihr die Caches in L.A. gezeigt. Einen gibt es gleich bei ihr ums Eck, an einer Stelle, an der sie täglich mit dem Hund beim Gassigehen vorbeikommt. Nach dem reichhaltigen Frühstücksbuffet (von dem wir inzwischen nur noch echt wenig essen konnten, weil wir noch satt waren vom Vortag) haben wir eine Ausfahrt durch die Berge unternommen, zu einem alten Canyon. Begleitet wurden wir von einem Paar aus Lyon. Er kannte irgendwoher Bilder von dem (oder einem ähnlichen) Canyon und Athan meinte er kennt so eine Stelle und wir können versuchen dort hinzukommen. Unterwegs gab es wieder wundervolle Landschaften und viele tolle Felsformationen zu bestaunen, vor allem verwitterten und ausgewaschenen Sandstein. Und wir haben auch nochmals eine Gruppe der hier vorkommenden Wüstenelefanten (oder besser: dem Leben in der Wüste angepassten Elefanten) gesehen nachdem wir erst ein Stück das Flußbett entlang gedüst und dann in die Berge abgebogen sind.

Tiere waren rar in der Gegend. Angekommen am Canyon hat man auch gesehen warum. Hier gab es mal eine dauerhaft fließende Quelle, die allerlei Wildtiere, wie z.B. Zebras und auch Löwen, angezogen hat. Nachdem die Quelle vor ein paar Jahren versiegt ist, mussten die Tiere sich eine neue Gegend zum Überleben suchen. Von dieser Geschichte des Canyons zeugt auch ein mumifizierter Gepard, der dort am Rand liegt. Verhungert, weil das Futter „weggezogen“ ist. Die Feuchtigkeit reicht hier nicht mal für eine Verwesung aus und gefressen wurde der verendete Gepard auch nicht, er liegt noch vollkommen erhalten inkl. Fell auf einer Terrasse des ehemaligen Wasserfalls.
Es gibt hier auch große Büsche aus der Wolfsmilchfamilie, die haben zwar viel Feuchtigkeit, aber sind hochgiftig. Nur ganz wenige Tiere haben sich so entwickelt, dass sie die Dornenbüsche gefahrlos beweiden können und die milchige Flüssigkeit, die die Pflanzen absondern auch überleben können.

Während wir die Schlucht aus alles Winkeln fotografiert haben, hat Athan den Wagen umgeparkt und es gab eine Runde Kaffee und Kekse für die Gruppe. Anschließend haben wir uns auf den Rückweg zum Camp begeben, schließlich wurde es langsam schon wieder Zeit für das Mittagessen, Vorspeise, Rindersteak und ein Sahne-/Vanilleeis zum Nachtisch. Auf dem Weg zu Doro Nawas sind wir dann aber noch einer Gruppe Paviane im Flußbett begegnet.

Den Nachmittag haben wir uns „freigenommen“. Eigentlich dachten wir Athan kann die neu angekommen Gäste dann zum Petrified Forest fahren, aber anscheinend hatte auch er damit den Nachmittag einmal frei und konnte ausspannen. Wir haben uns den Tag am Pool gemütlich gemacht, zusammen mit dem französischen Pärchen von heute Vormittag und dann noch weiteren Gästen, auch aus Frankreich, zwei Männer, welche vermutlich die Mutter mit dabei hatten. Eine sehr resolute, ältere Dame, die genau gesagt hat, was zu tun ist.
Zur Tea-Time gab es Eiskaffee, der seinem Namen echt Ehre gemacht hat, eiskalt und es war Kaffee, ungesüßt und „natur“. Selbst zwei Löffel Zucker und Milch haben nur bedingt geholfen. War aber erfrischend.

Leider kamen keine Tiere vorbei, wir hatten auf die Giraffen gehofft, die gestern wohl, wie die Elefanten am ersten Tag, einfach erst zum Wasserloch und dann an der Lodge entlang spaziert sind. Gegend Abend kam dann die Abendgruppe Elefanten zum Wasserloch. Zum Sundowner kam ein Herr der Camp-Crew und hat alle am Pool gefragt, was sie gerne für einen Sundowner-Drink haben möchten. Kurze Zeit später wurden die gekühlten Drinks serviert, ganz hervorragende Rock Shandy. Da die Elefanten in Richtung der Hütten gelaufen kamen, sind wir dann kurz vor Sonnenuntergang zu unserem Zimmer zurück gegangen, um die Möglichkeit zu haben einen Elefanten vor unserer Terrasse zu fotografieren. Leider machte er uns nicht die Freude zu schauen, ob die Wasserleitung bei Zimmer 15 wieder repariert wurde. Wir haben dann die Zeit bis zum Abendessen genutzt zum Duschen und um den Sonnenuntergang zu beobachten.

Zum Abendessen gab es wieder eine gute Auswahl aus einer Kürbis-Kokos-Orangensuppe und einem Schweinesteak bzw. Lamm Tagine (es gab auch immer noch eine vegetarische Option, das wäre heute Abend z.B. Auberginen-Zucchini-Moussaka gewesen, auch vegan hätte es heute Abend gegeben). Das Essen ist hier echt gut und vor allem reichlich. Hierzu hatten wir einen Pinotage Rotwein und als Nachspeise gab es einen Sticky Toffee Pudding. Wir waren diesmal die ersten beim Abendessen und irgendwie dann auch wieder die letzten Gäste. Weil wir die letzten zwei Abende immer die letzten waren und die Nachspeise (als einzige) erst nach dem Gesang der Crew serviert bekommen haben, wollten wir mal früher sein, so dass wir nach der Verabschiedung für den Abend gleich in unsere Hütte gehen konnten. Aber die ganzen anderen Gäste sind sehr schnell verschwunden, so saßen wir wieder zuletzt hier und die Gesangsdarbietung fiel aus. Eigentlich schade, weil die sind wirklich eine gute Gesangstruppe.

Was für dafür aber noch bekommen haben, das war eine kurze Einführung in die Klicksprache der Damara. Wir haben es auch versucht, aber wer weiß was wir da geklickt haben, es schien allerdings recht komisch zu sein, da sich Elerie fast kaputt gelacht hat 🙂

Dafür haben wir die Zeit noch mal genutzt für ein paar Bilder von den Sternen und der Milchstraße. Leider ist es hier nicht so dunkel wie erhofft, da das Hauptgebäude und alle Wege zu den Hütten sehr gut ausgeleuchtet sind. Mal kann man die Sterne schön sehen, dann die Milchstraé, aber dafür etwas verwackelte Sterne…

Donnerstag, 7.5.26

Heute mussten wir schon mal alle unsere Sachen packen, denn es geht leider weiter. Für uns war noch eine Ausfahrt geplant und anschließend der Transfer zum Flughafen. Die Ausfahrt war super. Wir waren diesmal alleine mit Athan und er ist eine Strecke durch die Berge gefahren, die er zuletzt vor 7 Jahren einmal gefahren ist. Man hat den Spuren auf den Wegen angesehen, dass hier schon lange kein Fahrzeug mehr entlang gekommen ist. Manchmal musste Athan aussteigen und schauen, ob der Weg noch befahrbar ist (vor allem an Hängen) oder ein paar Felsbrocken aus dem Weg räumen. Es war eine herrliche Landschaft, es gab frische Zebra-Spuren, das Gebiet ist aber so groß, dass wir die leider nicht gesehen haben. Aber die Landschaft war trotzdem überwältigend. Die Weite ist einmalig und es war total ruhig. Kein Handygebimmel, keine Autos, kein Flugzeuglärm, nur Ruhe und ein paar Vögel.

Nach ein paar Stunden kamen wir dann an einer Farm vorbei, bei der Athan meinte, er war schon lange nicht mehr hier, aber er wusste noch, dass er an dieser Farm herauskommen wollte. Von hier aus konnte man dem trockenen Flussbett zurück Richtung Camp folgen. Nur ein kleines Stückchen weiter gab es dann auch Wasser in dem Fluss! Etwas oberhalb gibt es wohl natürliche Quellen, die nicht versiegen und so gibt es hier einiges an Leben. Vögel, Fische und Katja hat eine Wasserschildkröte entdeckt… Leider nur kurz, so gibt es kein Bild. Auf die Aussage von uns hin, dass es doch sicher eine gute Lage für die Farm wäre, mit dem Wasser in der Nähe, meinte Athan „nicht so wirklich“. Das Wasser zieht viele Tiere an und so haben die ein paar Mal im Jahr ein Problem mit Löwen auf der Farm. Keine 2 km weiter war es mit dem Wasser auch schon wieder vorbei. Der Fluss ist einfach im Flussbett versickert und man hatte wieder das trockene Flussbett vor sich, auf dem es weiter ging zu unserem Abschied aus der Lodge.

Wir kamen pünktlich wieder zurück (was bei den vorherigen Ausfahrten nicht immer so war und wir die Mittagsessenzeit oft überzogen haben) und haben uns noch einen Rock Shandy (eigentlich eines der namibischen Nationalgetränke neben Gin und Tonic) geteilt. Geteilt, weil wir noch einen Flug vor uns hatten und die Flieger keine Toilette an Bord haben. In der Rezeption beim Check-Out haben wurden wir mit einem „Aufwiedersehenslied“ verabschiedet. Bei dem wieder jeder von der Camp-Crew, der gehört hat dass gesungen wird, herbeigeilt kam, um mit einzustimmen. Wir hatten Tränen in den Augen und es ist uns schwergefallen Abschied zu nehmen von all den herzlichen Menschen im Damaraland und im Doro Nawas Wilderness Camp.

Athan hat uns noch zum Airstrip (mit Lounge!) gefahren. Wir hatten auch noch unser Lunchpaket an der Rezeption stehen lassen. Wir wollten darauf verzichten, aber Athan hat noch schnell die Lodge angefunkt und es hat uns noch einer die Tüten mit einem Sandwich, Studentenfutter, Keksen, selbstgemachten Müslirigel und einem O-Saft gebracht. Auf dem Flugfeld standen ein paar Maschinen. Unser Gepäck wurde aber nicht auf eine Cessna 208B Grand Caravan verladen sondern in was ganz kleines (Cessna 210). Wir wurden von Collin, unserem Piloten, begrüßt. Eine imposante, große Erscheinung, der sich die Cessna eher anzieht als einsteigt. Unser erster Flug für heute ging nach Windhoek, um dort noch zwei (!!!) Passagiere aufzunehmen. Der Flug war schon spektakulär in einer so kleinen Maschine, die eigentlich nur 6 Plätze (2 + 4) insgesamt (ohne Gepäck) hat. Das modernste in der Maschine war ein Garmin-Flug-GPS. Die Tafel mit den Sicherungen hat man besser nicht angeschaut. Über den Bergen wurde es etwas wackelig, aber Collin hat das alles sehr gut gemeistert.

In Windhoek angekommen mussten wir aussteigen und Collin hat die Sitze umgebaut, damit auf der ganz hinteren Sitzreihe noch eine Person Platz nehmen konnte. Beinfreiheit war nicht mehr gegeben. Ein Sitz wurde für das Handgepäck verwendet, so dass alles besetzt war, inkl. dem Copilotensitz. Das Pärchen, das zustieg war aus South Carolina. Collin hat uns dann im Flugzeug verteilt. Vor unserer Reise mussten wir unsere Körpergewichte angeben und so mussten wir strategisch einsteigen. Katja durfte neben Collin ganz vorne sitzen. Sie hatte allerdings Angst irgendwas zu berühren, ein- oder auszuschalten oder am Steuerhorn, das sich vor ihr in alle Richtungen bewegte, hängen zu bleiben. Es ist aber alles gut gegangen und irgendwann während des Fluges konnte sich auch Katja entspannen und den Flug genießen. Gestartet sind wir auf der großen Startbahn, auf der auch die großen Ferienflieger starten und landen. Der Flug dauerte ca. 1:05 h und ging eigentlich ganz schnell vorbei. Aus der geringen Höhe (3000m üNN. / ca. 2000-2300 m über Grund) hat man einen spektakulären Blick auf die Landschaft, die zur Zeit außergewöhnlich grün ist, selbst Richtung Sossusvlei, einer der weltweit ältesten Dünenlandschaften der Welt.

Dieses Kapitel ist recht kurz… Unser Aufenthalt war ja auch keine 24h lang.

Sonntag, 3. Mai 2026

Im Fritz Manor wurden wir von Rose herzlich in Empfang genommen und sie hat uns mit dem Haus vertraut gemacht.

Rose hat noch einen Mitarbeiter „Ruben“, der für alles unangenehme zuständig ist. Rose kümmert sich um alles angenehme, wie sie uns augenzwinkernd mitgeteilt hat. In Deutschland hatten wir noch die Info bekommen, wir müssen unser Gepäck, das nach Windhuk transferiert werden soll, bis 19 Uhr bereit stellen. Zum Glück hat Rose kurzfristig die Info bekommen, dass die Abholung erst am nächsten Tag um 8 Uhr geschieht, so konnten wir uns für das geplante Abendessen noch aus der „normalen“ Kleidung bedienen, ansonsten wären wir im Safari-Look zum Essen gegangen. Da wir auch nicht sofort die Taschen umpacken mussten, konnten wir noch eine kleine Runde durch die Stadt drehen und einen Cache suchen und auch finden. Für einen weiteren Cache wurde es dann leider schon langsam zu dunkel.

Swakopmund ist schon wirklich besonders, man fühlt sich wie in einer etwas skurrilen Version Deutschlands, da gibt es Bäckereien und Floristen und alles ist sehr aufgeräumt, aber irgendwie halt auch anders…

Sonnenuntergang gab es auch keinen. Es war ausgesprochen bewölkt oder nebelig hier, durch den Ozean. Um nicht zu sagen, dafür, dass wir uns in Afrika befinden, ist es ganz schön kalt und feucht! Wir haben es uns aber nicht nehmen lassen wenigstens einmal ans Meer zu gehen und den Wellen zu zu schauen, vorbei an dem schönen Leuchtturm, dem Museum und der Seebrücke.

Danach haben wir uns den Weg zurück gesucht zum Restaurant im „Hansa Hotel“. Das Restaurant hatte uns Barbara gebucht. Barbara ist Künstlerin in Windhuk, aber ihre Mutter lebt in Swakopmund und sie meinte, wir sollten dort zum Abendessen gehen. Rose war davon nicht so begeistert. Das Hotel wäre zu „deutsch“, aber es wäre anders als in Deutschland, die meisten wären dann enttäuscht, weil es nicht so schmeckt wie in Deutschland. Aber wir hatten nun mal die Reservierung und waren gespannt, was die namibische Interpretation von „Deutschem Essen“ sein würde.

Am Nachbartisch saß schon mal eine Gruppe Deutsche. Wir haben versucht uns unauffällig zu benehmen. Die Speisekarte besteht aus einer Mischung typisch deutscher Gerichte, wie Schnitzel (allerdings vom Hühnchen) und vermeidlich namibischen Grundzutaten mit Europäischer/Deutscher Machart. Wir haben uns für das „Fusion Food“ entschieden. Ein Süppchen aus Kalahari-Trüffeln (die gibt es tatsächlich und sind Knollen, die in der Erde wachsen) und namibische, gefüllte Datteln als Vorspeise und Springbock und Kapseehecht als Hauptspeise. Der Springbock war sehr gut und in einer Parmesankruste gebacken mit Rotkraut und Kartoffelgratin. Der Kapseehecht war paniert und frittiert (als „echter“ Fisch, also kein „Blockfisch“), mit Remoulade und Kartoffelsalat. Es war wirklich Fusion… wobei man sagen muss, das Rotkraut war perfekt gegart und der Kartoffelsalat mit einer hervorragenden Senfvinaigrette angemacht. Springbock hat so einen Geschmack zwischen Rind und Lamm und war sehr zart.

Als Nachspeise haben wir einen (angeblich typisch namibischen) „Don Pedro“ genommen, ein Vanilleeis aufgemixt mit hauseigenem Kaffeelikör und einem Kumquatsorbet.

War alles ein bisschen sehr schnell, aber so kamen wir früher zurück zu unserem Bett, denn wir mussten ja noch die Sachen fertig packen und um 8 Uhr die Taschen fertig vor die Tür stellen.

Montag, 4. Mai 2026

Am nächsten Morgen hat uns der Wecker geweckt. Wir mussten früh aufstehen, wegen der Koffer… Rose hatte uns zwar gesagt, wir dürfen auch noch nach 9 Uhr zum Frühstück kommen und sollen uns erst einmal ausruhen, aber die Koffer… Also haben wir die normale Frühstückzeit (7:30-9:00) nutzen können.

Kaffee und Saft gab es auf einer Anrichte. Zuerst kam ein Joghurt mit Müsli und frischen Früchten. Als wir dieses aufgegessen hatten gab es eine Etagere mit Schinken, Bratwürstchen, Rührei, eingelegten Tomaten, Baked Beans und einen großen Brotkorb. Der Essensfluss riss nicht ab. Wir konnten das alles gar nicht aufessen.

Beim Frühstück hat uns Rose gesagt, die Reiseagentur hätte ihr eine Nachricht geschrieben, wir sollen, wegen des trüben Wetters schon um 9:20 Uhr abgeholt werden. Dann kam aber keiner und Rose hat den Fahrer angerufen. Sie meinte, wenn es doch 10:20 Uhr wird könnte man doch noch mal in die Stadt gehen. Der Fahrer meinte wohl, sie kann uns in die Stadt schicken, aber sie soll uns sagen, wir sollen spätestens bis 10:05 Uhr wieder zurück sein, weil die Abholung wäre zwischen 10:20 und 10:30 Uhr. Verstehe die Logik wer will.

Wir waren dann nicht mehr weg und haben ein wenig Blog geschrieben und uns mit Rose unterhalten, die im Januar ihr B&B schließen möchte, um sich dem Designen einer eigenen Kleiderkollektion widmen zu können. Außerdem will sie erst mal, nach all dem Stress vier Monate durch Europa reisen. Sie war bisher erst einmal in Europa und das war wohl ein echtes Trauma. London: mieses Wetter und schlechtes Essen. Ihrem Vater hat sie bei der Rückkehr nach Namibia gesagt, sie braucht erst mal ein kaltes Bier (obwohl sie eigentlich kein Bier trinkt) und ein Steak und ihr Vater stand wohl mit der Box am Flughafen und hatte Bier und Steak dabei. Aber Verwandtschaft und einige Freunde von ihr leben in Europa verteilt und die will sie dann alle besuchen gehen.

Um 10:20 Uhr kam unser Abholer und hat uns und noch ein anderes Paar zu einem Airstrip irgendwo zwischen Swakopmund und Walvis Bay gefahren. Dort wartete eine Cessna Grand Caravan 208B von Wilderness Air auf uns. Der Pilot (also genau einer, nicht zwei wie man das von den großen Flugzeugen her kennt), ein Neuseeländer, hat zunächst unser Gepäck in den Gepäckfächern unter dem Flugzeug verstaut und dann eine Sicherheitseinweisung gegeben, wo findet man ein Sattelitentelefon und wie öffnet man die Türen vorne und hinten in der Maschine. Insgesamt waren wir sieben (3x Los Angeles, 2x San Francisco und wir zwei) Fluggäste. Fünf für die Lodge in die auch wir wollten, die zwei aus Frisco hatten dann noch einen Weiterflug mit einer anderen Maschine vor sich.

Ist schon spannend mit einer so kleinen Maschine zu fliegen. Man sieht ja alles, weil man Pilot und Instrumente sehen kann und man fliegt nur so ca. 2000-2500m über Grund und hat eine gute Sicht auf den Boden. Zuerst recht kahl und dann wurde es plötzlich erstaunlich grün für eine Wüste. Hier gab es mal kein Catering, nichts zu essen, nichts zu trinken. Aber der Flug von einer Stunde ist wegen der ganzen Eindrücke und wechselnden Landschaften unter uns „wie im Flug“ vergangen. Und dann haben wir auch schon unsere Unterkunft für die nächsten drei Nächte entdeckt. Der Pilot hat eine Platzrunde gedreht und ist dann sicher und sanft auf dem Airstrip unweit der Lodge gelandet.