Sonntag, 10.5.2026 – Muttertag

Anflug war in Kapstadt über das Meer. Das Wetter war nicht gut, Regen und Wind, entsprechend war der Anflug auch ein wenig „holprig“. An der Parkposition wartete ein Bus auf uns, der uns zum Terminal gebracht hat. Wir waren leider an keiner guten Stelle, so dass viele vor uns zur Einreisekontrolle anstanden. Aber die Passkontrolle war super organisiert und man war in wenigen Minuten durch, obwohl viele andere Passagiere vor einem standen. Das Gepäck kam zügig und zum Glück vollständig.

Mit unserem Koffertrolley haben wir uns dann aufgemacht in Richtung Autovermietungen. Der Weg war schlecht ausgeschildert. Unterwegs fanden wir ein „Transport zu den Autovermietungen“ Schild und dort wartete gerade ein Golfwagen von Avis. Genau zu denen wollten wir ja. Der Fahrer hat dann unser Gepäck auf seinen Wagen geladen und uns zur Vermietstation gefahren. Ein sehr guter Service. Das Anmieten ging ganz unkompliziert und schnell und schon bald hatten wir unser Gepäck ins Auto verstaut und konnten uns auf den Weg nach Franschhoek machen.

Es ist immer etwas ungewohnt links zu fahren und man muss aufpassen, dass man sich beim Abbiegen nicht vertut. Erst beim Schauen, wo der Verkehr her kommt und dann muss man auch noch auf die richtige Spur kommen (links fahren, rechts gucken). Das Wetter sah, wie angekündigt, nicht sehr rosig aus.

Wir haben es aber gemeistert und sind gut in unserer Unterkunft dem Plumwood Boutique Hotel angekommen. Nach einer Einführung ins Haus uns was sich wo befindet, konnten wir unser Auto hinter dem Haus beim Aufgang zu unserem Zimmer parken und unser Gepäck hoch schleppen. Gerade als es anfing wieder etwas stärker zu regnen. Eine wunderschöne Anlage, ein tolles Zimmer, auf dem sogar schon eine Flasche Wein auf uns gewartet hat, man ist ja schließlich in einer der berühmtesten Weingegenden der Welt!

Uns bliebt nur ein wenig Zeit zum Umziehen, da wir um 19 Uhr einen Tisch im „Eleven“ reserviert hatten. Das Restaurant war nur zwei Straßenecken weiter, das ist bei dem Wetter vorteilhaft gewesen. Wir kamen relativ trocken dort an und wurden von Stefan, dem Restaurantmanager begrüßt. Wir haben uns für ein Gläschen rosé Kap-Sekt entschieden für den Start und dann für das Degustationsmenü mit Weinbegleitung. Sehr spannend, ein Bier war auch mal darunter. Der Sommelier hat uns auch über die Hintergründe aufgeklärt, warum er denkt, dass gerade der Wein, den er einschenkt besonders gut zum Essen passen würde.
Nur ein paar Bilder, es war da recht dunkel im Restaurant, aber die Weinetiketten sind gut zu erkennen 🙂


Ein Screenshot vom ganzen Menu:

Während des Essens hat es draußen manchmal ganz schön starke Regengüsse gegeben. Gut gesättigt und abgefüllt haben wir das Restaurant verlassen, genau in einer Regenpause, so dass wir relativ trocken wieder im Hotel eingetroffen sind. Es war auch schon spät genug gleich ins Bett zu fallen und zu schlafen.

Montag, 11.5.2026

In der Nacht sind wir ein paar Mal von lautem Wind geweckt worden. Das Wetter sah echt schlecht aus, der Regen kam eigentlich nicht senkrecht von oben, sondern waagrecht durch den Sturm durch die Luft getrieben. Die Bäumen haben sich im Wind gebogen. Wir haben versucht eine ruhigere Phase zu nutzen, um zum Frühstück zu gelangen. Ein schönes kleines Buffet mit allem was man so zum Frühstück braucht. Das Brot wird einem auf Wunsch getoastet und es gibt noch eine Karte mit Extras, diverse Eierspeisen und mehr. Also unter anderem auch ein „Full English Breakfast“. Eier, Baked Beans, Würstchen, Pilze… Muss man mögen. Wir haben uns dann doch lieber „Eggs Benedict“ geteilt. Die Portion mit zwei Eiern und zwei Muffins ist auch etwas zu groß für eine Person.

Nachdem das Wetter noch schlimmer werden würde und uns alle im Hotel darin bestätigt haben, dass es gefährlich sein kann bei dem Wetter unterwegs zu sein, haben wir uns auf unser Zimmer zurückgezogen, um am Blog zu schrieben. Leider ist mit dem Wetter die Klimaanlage (= Heizung) und das Internet ausgefallen, so dass das mit dem Blog und dem Veröffentlichen der erste Seite, immer noch nicht funktionierte…

Dabei haben wir immer einen Blick auf das Wetter draußen gehabt und auf den Regen der dicht und waagrecht über die Dächer geweht wurde. Die Vögel draußen wurden auch verweht. Wir waren uns nicht sicher, ob die wirklich in die Richtung fliegen wollten, in die sie geweht wurden oder ob es nicht so gewollt war. In ein paar Bäumen rund ums Hotel haben sich über die Zeit ganze Schwärme gebildet. Gerade in einer Windpause sind die als Schwarm aufgestiegen und gegen die Windrichtung davongeflogen. Mal sehen, ob es das Auge des Orkans ist und schlimmer wird oder ob es langsam abflaut.

Jetzt gehen wir erst mal schauen, ob wir was Warmes zu trinken bekommen. Angeblich gibt es auch immer einen Kuchen, den man sich nehmen kann. So anderthalb Tees haben wir noch geschafft, dann war der Strom ganz weg. Es gab sehr gute und künstlerisch gestaltete Muffins dazu. Da wir kein Internet mehr haben, haben wir uns nun einen Wein aufgemacht. Wir sind gespannt, ob wir heute Abend was zu essen bekommen. Das ganze Tal ist ohne Strom. Die Dame vom Hotel meinte, wenn sie unsere Reservierung haben und sie uns nichts anderes geschrieben haben, dann auf jeden Fall. Allerdings würden wir das aber ohne Internet ja auch nicht mitbekommen, wenn sie uns was schreiben würden.

Nach einer halben Flasche Wein kam dann plötzlich Wasser durch die Decke vom Frühstücksraum. Das war noch sauberes Wasser. Während sich auf der einen Seite der Boden vom Frühstücksraum mit Wasser füllte und wir Richtung Ausgang gingen, kam plötzlich auch Wasser quer durch den Flur gelaufen. In Sekundenschnelle stieg das Wasser an und bildete einen reißenden Strom zwischen den Häusern. An der Hintertür zum Gebäude drückte das Wasser gegen die Tür und stand draußen 30-40 cm höher als im Haus. Wir sind dann zunächst mit zwei anderen Gästen in das obere Stockwerk gegangen, um dem Wasser aus dem Weg zu gehen. In nicht mal einer Minute war der Swimmingpool nicht mehr zu erkennen, nur die Liegen und Sonnenschirme haben noch die ungefähre Lage des Pools angezeigt.

Das Hotelpersonal hat sich mit dem Manager zusammen darum bemüht eine Lösung zu finden, was sie unternehmen können. Die Entscheidung war dann, das Hotel zu evakuieren. Dafür mussten wir aber durch das strömende Wasser waten und durch die Spalte zwischen den Häuser war es richtig reißend. Man liest immer, dass man bei Überflutungen nicht durch strömendes Wasser laufen soll, dass mehr als knöcheltief ist. Jetzt wissen wir auch warum, es wirkt nicht tief, aber die Kraft des Wasser kann einen leicht von den Beinen holen. Um dem tiefsten und am schnellsten strömenden Wasser zu umgehen, konnten wir nicht den gepflasterten Weg nehmen (hat man eh nicht mehr gesehen), sondern mussten durch das Blumenbeet, welches auch schon ganz schön matschig war. Aber mit vereinten Kräften haben wir es zu dem Haus geschafft in dem sich unsere Zimmer befanden.
Hier links mussten wir durch:

Zwischen uns 6 Gästen hatten wir zwei Autos zur Verfügung, zusätzlich zu denen des Personals. Wir sind dann auf unsere Zimmer, um alles schnell zusammenzupacken. Unser Zimmer war zum Glück im ersten Stock und damit trocken. Das Gebäude hatte auch noch als einziges in der Anlage Licht durch die Solaranlage auf dem Dach. Da es auch einen höheren Sockel hatte als der Rest des Hotels, waren alle belegten Zimmer trocken und auch der Flur war trocken, so dass wir uns dort sammeln und das Gepäck sortieren konnten. Nachdem wir ausgemacht hatte, wer welche Koffer einlädt und wer wo mit fährt, mussten wir noch durch das Wasser zum Auto, um alles einzuladen. Das war zwar auch so 10-15cm tief, stand aber still, so dass hier keine Gefahr drohte. Wir sollte zu einem drei Straßen höher gelegenen Hotel fahren, das zur gleichen Gruppe gehört und noch Zimmer frei hatte. Das brasilianische Pärchen, das bei uns im Auto saß, war schon einmal dort um das Spa zu nutzen und kannte zum Glück den Weg.

Angekommen im Chapter House hat man uns gleich mit dem Gepäck geholfen und die Zimmer fertig hergerichtet. Das Hauptgebäude hatte noch ein letztes bisschen Strom und ein letztes bisschen WLAN. Wir haben erst mal eine Nachricht nach Hause abgesetzt, dass es uns gut geht, vor allem nachdem inzwischen auch das Auswärtige Amt eine Katastrophenmeldung für die hiesige Region herausgegeben hat und angefangen uns und unsere Sachen am Kamin zu trocknen. Da hat man zwar extra wasserdichte Schuhe dabei, aber wenn das Wasser oben rein läuft, dann werden auch da die Füße sicher nass. Mit einer heißen Schokolade sah die Sache aber schon wieder viel besser aus.

Das Zimmer ist nicht so schön wie das was wir im Plumwood Boutique Hotel hatten. Außerdem hatte der Gebäudeteil keinen Strom, aber wir haben frische Blumen auf dem Zimmer und eine LED-Notleuchte, die echt hell macht. Aber es hat fließendes, warmes Wasser, auch wenn der Raum ohne Strom und Heizung kalt und feucht ist, aber im ersten Stock und damit erst mal wieder sicher.

Wir waren uns nicht sicher, ob wir was zu essen bekommen würden heute Abend. Das ganze Tal hat keinen Strom und außerdem floss die braune Brühe auch durch die Straßen mit den Restaurants. Als wir hoch fuhren zum Chapter House, unserem jetzigen Domizil, hatte das eleven, in dem wir gestern essen waren, Licht an. Daher haben wir den „Manager on Duty“ gefragt, ob das Protégé offen haben könnte und ob es denen etwas ausmacht, wenn wir ggf. nicht den frischesten Eindruck machen, weil wir uns eben nur bedingt umziehen können. Das Restaurant meinte wohl, wir sollen kommen, wie wir wollen, wäre alles kein Problem. Der Manager hat uns dann sogar noch mit seinem Auto zum Restaurant gefahren. Vom Plumwood aus wären es 2 min Fußweg gewesen, von hier aus sind es 4 min. Alles nicht weit auseinander.

Vor Ort haben wir direkt den Küchenchef getroffen, der gerade vor dem Eingang stand. Sehr nett und… sehr groß. Wir wurden an einen Tisch begleitet und uns wurde die Speisekarte gereicht, die mehrere Menüvarianten aufwies, inkl. dem 8-Gänge Degustationsmenü, welches wir bei der Reservierung im Auge hatten.

Der Restaurantleiter kam dann und hat gemeint, man hätte uns leider die falschen Karten gebracht. Sie hatten heute auch eine Überschwemmung gehabt und das Wasser wäre durch das ganze Hotel und auch durch das Restaurant geflossen und sie hätten noch schnell alles wieder putzen müssen und daher gäbe es nur das 2- oder 3-Gangmenü (dazu gehört noch ein Brotgang, also sind es eigentlich 3 oder 4 Gänge). Im Prinzip beinhaltet das 3-Gang Menü auch alle Gerichte des 8-Gang Menüs, aber mit vielen „oder“s zum Auswählen, was man haben möchte. Uns wurde geraten einfach bei jedem Gang einmal das eine und einmal das andere zu nehmen, dann hätten wir auch alles zum Probieren. Gut es gab 3 Hauptgänge zur Auswahl, Fisch, Lamm, Wagyu. Hier mussten wir natürlich auf eines verzichten.

Wir haben uns dann für die drei (also vier) Gang-Variante entschieden. Auf Nachfrage, weil wir den Chefs-Counter reserviert hatten, war das gar kein Problem und wir sind an den Tresen an der Küche umgezogen.

Es kam zweimal kurz zu Stromausfällen. Die Köche haben einfach ihr Handy gezückt und mit der Taschenlampe weiter gearbeitet. Praktisch, wenn man zum Kochen hauptsächlich einen Grill verwendet, dann ist das mit dem Strom nicht so wichtig. Die Stromausfälle haben aber immer nur sehr kurz gedauert.

Im Laufe des Abends haben wir den eigentlich noch wichtigeren Grund für das gekürzte Menü erfahren. Wegen des Wetters und der schwierigen Straßenverhältnisse wollte das Personal um 21 Uhr in einem Konvoi nach Hause fahren, damit man sich bei Problemen gegenseitig helfen kann. Das ist natürlich absolut verständlich und wurde auch von allen Gästen, also uns und zwei weiteren Personen, sofort unterstützt.

Wir hatten aber einen schönen Abend im Protege mit dem Brotgang, der mit zwei angerösteten Scheiben Sauerteigbrot kam. Dazu gab es Schweineschmalz mit Chorizo und eine spezielle Butter von einer Farm, bei der die Halter der Kühe 50% des Gewinns abbekommen. Die Butter lag auf einem Bett aus Öl, in dem man Knoblauch schmeckte. Das ganze wurde ergänzt durch hausgemachte Chorizo und Waguy-Schinken und eingelegte, grüne Oliven.

Als Vorspeise hatten wir Riesengarnelen vom Grill auf Risotto und Thunfisch mit einer großartigen Soße.

Zur Hauptspeise wurde dann gegrillter Lammrücken und Wagyu serviert. Beides kombiniert mit guten Soßen und Gemüse, welches präzise auf dem Teller drapiert war.

Als Nachspeise hatten wir die Erdbeervariation gewählt. Es hätte alternativ auch eine Käseauswahl gegeben.

Das Essen war sehr gut und die Portionen ausreichend groß. Vielleicht war es nach all der Aufregung heute gar nicht so schlecht, dass es kein großes Menü gab. Wir waren auch so sehr satt geworden und es war noch nicht spät.

Das Restaurant hat uns für den Rückweg noch einen Kellner mitgeschickt, der uns den Weg zeigen sollte. Der wäre auch noch bis zum Hotel mit uns mitgelaufen, aber wir haben ihn an der ersten Kreuzung, an der wir abbiegen mussten wieder zurück geschickt. Wir hatten unsere Taschenlampen dabei, es war ja stockdunkel, weil auch keine Straßenbeleuchtung funktioniert und die letzten 300m haben wir auch alleine geschafft.

Zurück im Hotel mussten wir klingeln. Man hat hier zwar Zimmerkarten, es gibt aber keine Außentür, die man damit öffnen kann. Wie wir dann erfahren haben, muss man immer klingeln, um ins Gebäude zu kommen. Der Herr Nachtportier kam auch mit Taschenlampe zur Tür. Inzwischen waren wohl auch die Akkus vom Haupthaus leer und das gesamte Anwesen hatte keinen Strom mehr. Wir sind dann aufs Zimmer gegangen und haben uns in unser kaltes Bett gelegt.

Dienstag, 12.5.2026

Aufstehen heute Morgen kostete Überwindung. Es war kalt und feucht. Nicht nur im Zimmer, sondern im Bad natürlich auch. Wir hatten Glück und es gab noch warmes Wasser zum Duschen und die tragbare Notleuchte spendete halbwegs Licht im Bad. Es war aber schon sehr frisch.

Auf dem Frühstücksbuffet stand auch eine Notleuchte. Ein Feuer im Kamin spendete etwas Wärme im Raum. Es gab ein sehr ähnliches Frühstück wie im Plumwood, auch die Karte für die warmen Optionen zum Frühstück war die gleiche. In Ermangelung an Strom gab es nur heißen Wasser für Tee oder löslichen Kaffee. Tee zum Frühstück ist auch gut und wir haben zu unseren zwei Croissants (die sind zu Tee irgendwie unpassend) noch ein Rührei zum Teilen bestellt. Wir wurden dann gefragt, ob sie dann vier Eier machen sollten… Das wären ja dann auch zwei Portionen gewesen. Wir konnte die nette Dame aber auf zwei Eier für uns zusammen herunterhandeln.

Nach dem Frühstück sind wir in den Eingangsbereich des Hotels umgezogen, da hier auch ein Kamin existiert. Hier kann man sich gut aufwärmen, schön sitzen und die Schuhe trocknen. Wir hatten die Schuhe vorsichtig davor gestellt. Dann kam ein Mitarbeiter des Hotels, hat die Einlagen herausgenommen und alles vorsichtig am Rande des Feuers in den Kamin platziert. Die Schuhe sind zwar nicht ganz trocken, ober inzwischen sehr viel weniger nass als noch heute Morgen. Diese Einlagen von Stefan, also diese, die immer in den Sportschuhen drin sind, haben jetzt ein paar Grillstreifen, sind aber wenigstens nicht mehr durchgeweicht.

Der Platz ist ganz nett, da immer mal wechselnde Gäste hier Platz nehmen. Die Südamerikaner, die auch gestern die gleiche Prozudur durchmachen mussten wie wir im Plumwood, haben uns ein paar sehr schöne Bilder von Brasilia gezeigt. Sie lieben vor allem den Himmel. Immer blau. Die wollen morgen nach Johannesburg fliegen und in das Pilanesberg Game Reserve weiter. Da waren wir 2012 auf unserer Weltreise auch schon. Malariafrei und jede Menge Tiere, eine sehr gute Wahl.

Ein paar Bilder vom Chapter House…wir konnten heute ja nicht viel machen, die Ansage war weiterhin: besser drin bleiben, auf den Straßen liefen ja noch Aufräumarbeiten und man will ja auch nicht im Weg rum stehen.

Später kam noch ein anderes Pärchen aus Kapstadt hier an, das erst einmal mit ihrer Reiseagentur telefoniert hat, ob die sie nicht wieder zurück nach Kapstadt bringen kann, da es hier keinen Strom gibt.

Aber inzwischen ist ein Generator angekommen und nun wartet man auf die Elektriker, die diesen an das Hausnetz anschließen. Dann soll es wieder normal Strom und Internet geben. Licht wird völlig überbewertet, aber Internet bräuchte man mal schon. Wir müssen ja auch noch herausfinden, ob es in den folgenden Hotels allen gut geht oder wir ggf. umplanen müssen. Wegen des großflächigen Stromausfalls geht zwar das Mobiltelefonieren, aber es gibt aktuell auch kein mobiles Internet.

Bei der Frage, kommen wir nach Swellendamm und wie sieht so insgesamt aus, sind wir auf den Besitzer der „Living Journeys“ Hotelkette gestoßen. Einem Deutschen, der in der Hotelbranche gelernt und die ganze Laufbahn mit England, USA etc. durchlaufen hat und unter anderem Direktor vom Hilton in Frankfurt war. 2009 kam er nach Südafrika und sich 2015 gedacht, er macht ein eigenes Hotel auf. Das erste war wohl ein kleines Haus in Kapstadt mit sieben Zimmern, nun sind es schon acht Hotels in der Kapregion.

Zum Derwent House in Kapstadt konnte er uns sagen, dass es denen gut geht, da die Besitzerin eine gute Freundin von ihm ist und er gestern Abend mit ihr telefoniert hat. Drücken wir die Daumen, dass es so bleibt. Von ihm haben wir nun seine Visitenkarte, für den Fall, dass wir unsere Reisepläne umwerfen müssen und er uns helfen kann, in einem seiner Hotels unterzukommen.

Wie er uns weiter erklärte, ist die Stärke des Landes hier für Probleme schnell eine Lösung zu finden. So hat er in allen seinen Hotels angerufen, er benötigt von jedem Hotel um 8 Uhr drei Personen vom Personal, um im Plumwood beim Aufräumen zu helfen. Er meinte es sähe schon wieder ganz passabel aus, außer dem Pool. Der sieht aus wie das Wasser, dass den Berg herunter kam. Anscheinend muss irgendwas weiter oben am Berg „gebrochen“ sein (ohne weitere Erklärung was), da es schon immer mal zu starken Regenfällen kommt, aber eine solche plötzliche Flutwelle wäre schon sehr ungewöhnlich. Für unsere Weiterfahrt hat er uns erklärt, wie wir zur N2 kommen, einer großen Straße, die frei ist. Normal wäre der schöne Weg eigentlich durch die Berge, aber da sind mindestens ein Pass und ein Tunnel gesperrt. Was mit den ganzen kleinen Orten auf der Strecke und deren Brücken aussieht kann zur Zeit keiner sagen. Also sollen wir lieber die großen Hauptverkehrswege verwenden.

Er kommt übrigens aus Köln und hat sich dann auch mit einem typischen „Tschö“ verabschiedet.

Unsere aktuell letzte Information zum Wetter ist, dass es gestern Wind von bis 135 km/h gegeben hat und für heute ist zwar weniger Regen, aber Wind mit Geschwindigkeiten von bis zu 220 km/h vorhergesagt. Wir wissen nur nicht wann, ob er ausgeblieben ist oder noch kommt. Ohne Internet, keine Wettervorhersage.

Wir haben bis Punkt 14:00 Uhr gewartet, um uns fragen zu trauen, ob man jetzt schon einen Gin Tonic trinken kann. Die Dame an der Rezeption hat gesagt: Natürlich und ist mit uns zu der „Honesty-Bar“ gegangen und hat uns zwei Gins empfohlen. Sie hat sogar noch Eis organisiert und uns die Drinks gemischt, einen mit Grapefruit-Scheibe und Blaubeeren und einen mit Zitrone und Blaubeeren, da sie meinte, das würde am besten passen. Wir haben auch noch ein Schälchen Chips dazu bekommen.

So haben wir ein wenig an diesem Blog weitergeschrieben. Währenddessen haben die Elektriker draußen vor dem Haus ein richtig dickes Kabel an die Hausstromversorgung angeklemmt. Alle sind der Meinung, dass heute Abend die zentrale Stromversorgung repariert sein würde. Aber so ging um ziemlich genau 14:30 Uhr das Licht an und wenige Minuten später hatten die Router gestartet und wir hatten endlich wieder Internet. Weil hier so überhaupt gar nichts ging, auch kein Mobilfunk, haben sich unsere Angehörigen zu Hause angefangen sorgen zu machen, da wir nicht online waren und auch sonst nicht zu erreichen. Aber irgendwann versagt auch der Mobilfunk, bei zu langem Stromausfall. Parallel zum Anschluss an den Generator wurde vorsichtshalber aber auch noch mehr Holz eingelagert, Nachschub durch die umgefallenen Bäume an neuem Holz gab es genug…

Also wir wieder zu unserem Zimmer gegangen sind, um zu schauen, ob es da auch wieder Strom hat, kam uns eine Dame des Hotels entgegen mit der Nachricht, es gäbe doch einen kleinen „Issue“ mit unserem jetzigen Zimmer. Das Gebäude, in dem unser Zimmer liegt hat immer noch keinen Strom. Wir müssten bitte unsere Sachen zusammenpacken, sie würde jemanden in 10 Minuten schicken, der die abholt und uns auf unser neues Zimmer im Hauptgebäude bringt. Wir durften zwischen zwei Zimmer wählen, eines im Erdgeschoss, nahe des Generators oder eines im Obergeschoss, das allerdings dafür Dusche und Waschbecken im Zimmer hat. Nach ein paar Tagen frieren (also eigentlich so ziemlich genau einem Tag), haben wir uns für das Zimmer mit Dusche im Zimmer (und damit warm) entschieden. Außerdem ist das Erdgeschoss inzwischen gefühls- und gedankensmäßig mit „durchfließendem Wasser“ verbunden und der erste Stock erscheint uns sicherer. Die Klimaanlage war auf kuschelige 30°C eingestellt. Nach ein wenig Suche haben wir die Fernbedienung in einer Schublade gefunden und konnte die Temperatur auf (für Europäer) erträglichere Werte senken.

So ein wenig aufgewärmt haben wir uns dann doch einmal raus gewagt auf die Straße, damit wir wenigstens irgendwas vom Ort gesehen haben. Am einen Ende der Hauptstraße lag in der Nähe vom Hugenottendenkmal ein Cache. Das Denkmal ist auf vielen Webseiten über Franschhoek zu sehen. Auf den Straßen gab es immer noch Sandansammlungen vom Vortag, aber es liefen auch schon die Aufräumarbeiten.

Wir sind die Hauptstraße einmal auf der einen und einmal auf der anderen Seite abgelaufen. Eigentlich hätten wir auch einen Bargeldautomaten benötigt. Aber auch die Geldautomaten hatten alle keinen Strom.

Zurück im Hotel haben wir uns dann für unser Abendessen fertig gemacht. Für heute Abend hatten wir im „Epice“ reserviert. Das befindet sich im gleichen Hotel wie das Protégé gestern nur auf der linken Seite vom Gang.

Hier gab es heute nicht nur das volle Menü, sondern auch ein paar Gäste mehr. Gestern war es mit zwei Paaren für ein ganzes Restaurant schon sehr einsam.
Zu Beginn hat man uns einen „Geschmackspapillenreiniger“ gereicht. Eine mit mehreren Alkoholen gefüllte Praline, die nur eine extrem dünne Schokoschicht umgab, die im Mund sofort zerplatzt ist. Ein toller Start.

Anschließend folgten verschiedene Gänge, die alle eine individuelle Art von „Gewürzexplosion“ auf der Zunge zu bieten hatten. Herausgestochen hat ein eigentlich einfaches Gericht, eine große, warme Platte, auf der mehrere Gewürze, flüssiges Fett und Tinkturen gegeben wurden und dazu gab es Brot, um das ganze Arrangement aufzutunken. Hätte den ganzen Abend über gereicht, das zu essen.

Aber die übrigen Gänge waren auch genial und man musste einfach alles essen. Schade, dass es nicht mehr Gänge gab. (Wir hätten aber auch nicht mehr essen können.) Das war ein wundervoller Abend und eine absolute Empfehlung. Vielen Dank auch an liebe Freunde für die Empfehlung hierher zu kommen!

Nur einige wenige Eindrücke.

Neben einem schönen Geschenk des Hauses in Form eines Pflanzpads mit Chilisamen für zu Hause, haben wir es auch geschafft zwei Saucenrezepte von der wundervollen Chefköchin Charné Sampson zu bekommen. Die versuchen wir dann an Weihnachten mit in unser Menu zu integrieren.

Für den Weg zurück mussten wir wieder unsere Taschenlampen benutzen, da es immer noch stockdunkel war auf den Straßen. Nur die Geschäfte und ein paar Häuser hatten Licht und hier hörte man die Generatoren brummen. Zurück im Hotel haben wir uns auf unser (inzwischen warmes) Zimmer begeben und sind recht schnell eingeschlafen.

Mittwoch, 13.5.2026

Beim Frühstück gab es immer ein paar kleine Änderungen, so dass es schwierig war, was man essen möchte. Zumal man nach dem Abendessen vom Vortag eigentlich gar nichts mehr essen kann… Mit Strom gab es auch wieder die Kaffeemaschine und so zum munter werden einen frischen Cappuccino. Viel zum Frühstück konnten wir eh nicht essen.

Wir haben uns noch von unseren neu gewonnen Freunden aus Brasilien verabschiedet. Einschneidenden Erlebnisse verbinden und sie sind heute nach Kapstadt zum Flughafen gefahren, um nach Johannesburg zu fliegen. Für sie geht es nun zur Pilanesberg Game Reserve, in der wir 2012 (siehe Block „In 35 Tagen um die Welt„) schon waren. Nach letzten gemeinsamen Bildern mussten wir leider Abschied nehmen. Wir wünschen ihnen auf jeden Fall eine stressfreie Zeit und viele tolle Tierbegegnungen!

Da das Wetter wieder besser wurde, haben wir uns die Gegend um Franschhoek ein wenig angesehen. Zunächst ging es nach Paarl. Allerdings ein wenig auf Umwegen, da in einer Straße in Franschhoek noch die Aufräumarbeiten liefen, nach dem Unwetter. Dort wurde mit Baggern der angespülte Sand auf LKW geladen und abgefahren. In dem Eck muss sich das Wasser irgendwie gestaut haben. Auf dem Weg haben wir noch mehr Stellen gesehen, an denen Arbeiter in Einfahrten (vornehmlich von Weingütern entlang der Straße) den Sand weggeschaufelt haben, um den Weg wieder frei zu machen. Außerdem sah man einige umgeknickte (!) und entwurzelte Bäume entlang der Straße.

In Paarl haben wir dann versucht die Innenstadt zu finden, um uns die Stadt anzusehen. Wir haben die irgendwie eingekreist, sind aber an Einbahnstraßen und Sackgassen kläglich gescheitert. Nachdem wir auch einen Cache nicht gefunden haben, sind wir entnervt weitergefahren nach Stellenbosch.

Stellenbosch ist die eigentlich bei uns bekannteste Weinanbaugemeide in Südafrika. In Stellenbosch selbst hatten wir erst mal Probleme einen Parkplatz zu finden. Die Stadt war total zugeparkt. Auch die ersten Parkplätze, die wir gesehen haben, hatten schon Schilder „belegt“ stehen. Wir fanden dann noch einen kleineren Parkplatz hinter einem Supermarkt, der mehr Fluktuation hatte und nach wenigen Minuten anstehen, haben wir auch einen Parkplatz bekommen. Der Parkplatz war mit mehreren Personen Personal ausgestattet. Einer hat einem beim Einfahren einen Zettel mit Uhrzeit gedruckt, einer hat angezeigt, wo man einen noch freien Parkplatz finden kann und einer am Ausgang das Geld kassiert. Die ersten 30 min waren sogar kostenlos.

Von dort aus haben wir die Stadt erkundet, sind durch eine Gasse mit mehreren kleinen Restaurants und Cafés geschlendert in Richtung eines Caches, der sich irgendwo in einem Museum befinden sollte.

Der Eingang des Dorp Museum ist zunächst halbwegs modern gestaltet und dort befinden sich Informationen zum Ort und dessen Geschichte. Statt einer Eintrittskarte bekommt eines dieser bunten Papierarmbänder angelegt, die man auch bei uns von verschiedenen Veranstaltungen her kennt. Der Hintergrund, warum man ein Armband bekommt und nicht eine herkömmliche Eintrittskarte, erschließt sich am ersten Haus, das man besuchen kann. Das ganze Museum umfasst neben dem Eingangsbereich vier weitere Häuser aus vier Epochen der Besiedlung von Stellenbosch. Die Reihenfolge ist chronologisch, so dass man die Entwicklung und die jeweiligen Veränderungen über die Zeit gut nachvollziehen kann. In jedem Haus erwartete uns eine Dame, die in der Kleidung der jeweiligen Epoche die Tür öffnet und einem die Geschichte des Hauses und Informationen zur Architektur und den Bewohnern näher bringt. Zum Beispiel wurden über mehrere Generationen hinweg auf dem Dachboden Särge gelagert, damit man einen hat, wenn ein Todesfall eintritt. Praktisch, aber irgendwie wirkt es heute doch ein wenig makaber. Danach darf man die Häuser, die komplett eingerichtet sind, über Küche, Schlafzimmer, Wohnbereiche etc. selber erkunden. Es gibt viel Information, auch über die damals dort übliche Sklaverei. Darüber zu lesen ist echt übel, zum Glück gab es das bei uns in dieser Form nicht, auch wenn im Mittelalter die Lehensherrschaft keine wirklich besseren Arbeitsbedingungen dargestellt hat, so wurden die Bauern und Handwerker wenigstens nicht rein als „Ware“ deklariert. Wenn jemand den Cache suchen gehen will, der ist leicht zu erkennen. Im ersten Haus oben links neben der Feuerstelle steht eine Dose, die so gar nicht in die Zeit von 1600-1700 passt.

Man beginnt im Schreuderhuis, erbaut 1709, eingerichtet mit Gegenständen aus der Zeit von 1680-1720.

Weiter geht es im Blettermanhuis, erbaut 1789 im typischen Stil des 18. Jahrhundert hier am Kap.
Im Damenzimmer gab es Fußwärmer für die Damenkränzchen, es wird ja schon frisch hier im Winter, wie wir selbst schon erlebt haben.

Es wird hier auch auf die Zeit der Sklaverei eingegangen mit einem Raum mit Dokumentationen über die Sklaven in Stellenbosch, wie diese entwürdigt und wie Ware behandelt wurden, eine sehr erschütternde und bedrückende Ausstellung, aber leider auch ein Teil der Geschichte hier.

Das dritte Haus ist Grosvenor House, erbaut 1782, in seiner letzten Ausbaustufe von 1803, schon ein zweistöckiges Gebäude mit einem großen Garten.

Das letzte Gebäude ist das Heim von O.M. Bergh, das Berghhuis, das im 19. Jahrhundert ausgebaut wurde und das typische Beispiel für ein Haus Mitte des 19.Jahhunderts ist. Die Familie Bergh lebte hier von 1836 bis 1877.

Nach dem Besuch des Museums habe wir uns noch den Botanischen Garten besucht. Dieser beherbergt nicht nur die älteste Welwitschia in menschlicher Obhut (neuere Exemplare haben wir in Namibia beim Besuch des „Petrified Forest“ kennen gelernt) sowie die ältesten Bonsais Afrikas. Ein sehr schöner botanischer Garten, der ganze 15 Rand (~75 Cent) pro Person Eintritt kostet (mit Karte zu zahlen versteht sich). Es gibt Gewächshäuser, Freilandpflanzen, Wasserpflanzen und natürlich einen (Multi-)Cache zu finden.

Das Café im botanischen Garten ist sehr zu empfehlen. Wir wollten eine Kleinigkeit essen. Getränke und Essen sind zu günstigen Preisen zu bekommen, daher haben wir mit entsprechend kleinen Portionen gerechnet. Wir hatten ja noch eine Reservierung für abends. Die Portionen, die wir bekommen haben waren aber viel zu groß und haben alleine für die nächsten Stunden satt gemacht. Beeindruckend ist die Weinkarte. Es gibt ein paar wenige Weine glasweise im Ausschank, aber das Café bietet eine breite Auswahl an Flaschenweinen an. So was ist man bei uns gar nicht gewöhnt. Man kann das Café auch für Veranstaltungen buchen. Ist vermutlich keine schlechte Wahl.
Wir hatten

Nach der Stärkung und dem Auffinden des Caches im botanischen Garten, haben wir uns wieder auf den Rückweg zum Hotel gemacht, eigentlich eine wunderschöne Gegend, auch und gerade mit den tollen Herbstfarben, aber ehrlich, uns steckte der Umzugstag irgendwie noch im Kopf, war gar nicht so leicht abzuschütteln.

Im Hotel konnten wir uns frisch machen und noch einen Gin and Tonic als Aperitif genießen zum Sonnenuntergang. Eis war heute leider keines da, aber gut gekühlt ging das auch so. War kalt genug hier in Afrika. Für den Transport zum Restaurant hatten wir uns bei Uber einen Fahrt vorbestellt. Auch das Hotel hätte über Uber bestellt, aber so läuft die Bezahlung automatisch über die Kreditkarte.

Unser Fahrer war überpünktlich. War aber nicht schlimm, denn der Abend konnte lang werden. Das Restaurant ist nur so 3 km weit weg. Aber wir hatten gelesen, dass man einen Ausweis mitbringen sollte. Das warum und wieso war uns noch nicht so ganz klar, aber als wir am ersten Kontrollpunkt ankamen wurde es klarer. Das Restaurant befindet sich in einem Hotel, das wohl sehr viel Wert auf Exklusivität legt. Entsprechend ist der Eingang mit Sicherheitspersonal und Schranken ausgestattet. Nachdem kontrolliert wurde, dass wir auch wirklich eine Reservierung dort hatten, wurde noch die Fahrerlaubnis von unserem Fahrer geprüft und die Zulassungsdaten des Autos gescannt. Erst dann durften wir weiterfahren. Es gab dann noch einen weiteren Kontrollpunkt mit Schranke, den wir passieren mussten, bis uns unser Fahrer endlich an einem Weg durch einen Park, der auch zum Restaurant führte absetzen konnte.
Weg und Park sind mit vielen Skulpturen versehen und wir hatten bis zur unserer Reservierung noch ein wenig Zeit uns ein paar davon anzusehen.

Danach ging es ins Restaurant, in dem wir von freundlichen Mitarbeitern und dem Restaurantleiter (ein Weißer, wie es halt so ist…) begrüßt wurden.

Wir wurden in eine Art Wintergarten geführt. Im hiesigen Sommer sicher mit schöner Aussicht, jetzt im Herbst hatte man zwar eine schöne große Fensterscheibe, aber mit Blackout und ohne Sonne, war draußen alles schwarz. Hier bekamen wir einen Aperitif und ein „Picknick“ serviert, in drei Gängen.
Plus effektvoll rauchende Servietten.

Erst danach ging es weiter ins Restaurant. Auch hier gab es große Fensterscheiben und die Tische waren Richtung Fenster ausgerichtet. Ist halt bei pechschwarzer Nacht nicht wirklich spannend. Die Küche, das was spannend gewesen wäre, hatte man damit im Rücken. Im Winter hier müsste man alles umdrehen aus unserer Sicht. Das Menü war spannend und überraschend, aber mehr französisch und nicht so würzig wie gestern Abend im Epice.

Wenn es uns jemand nachmachen will, bitte erst La Petite Colombe und dann Epice, das wäre unsere Empfehlung, aber Geschmäcker sind natürlich verschieden. Beim Dessert gab es eine Tonka-Bar. Die war super und wir haben versucht das Rezept zu erfahren. Man hat uns dann aber zu verstehen gegeben, dass es sich um ein Geheimnis handelt. Zumindest das Grundrezept für den „Fudge“ ohne Tonka konnten wir der Küche aus den Rippen leiern. Die Küche war sowieso lustig, weil es auf jede Ansage des Chefs einen komischen Laut der Küchen-Crew gab, der (so vermuten wir) so etwas wie das französische „Oui“ bedeutet hat, aber eben immer wie ein „Wääähhhh“ rüber kam.

Mit der Küche haben wir es auch noch geschafft in Gespräch zu kommen. In Europa, vor allem auch in Deutschland, funktioniert oft die Frage nach dem PacoJet oder auch schon mal nach dem Rotationsverdampfer. In Südafrika vermutlich eher nicht. Aber es gab einen Gang mit Wurmsalz. Das ist bitte wörtlich zu verstehen, da sind tatsächlich gemahlene Würmer drin. Darin wurde ein Schaum aus einem Isi-Sahnesiphon gewälzt. Die Frage mit was sie denn die Flüssigkeit aufschäumen für den Zwischengang, Lachgas, Stickstoff oder Kohlendioxyd brauchte uns dann in Kontakt mit dem Chefkoch, der uns das aber auch nicht beantworten konnte, was sein Patissier da eigentlich macht. Einer seiner Köche konnte dann die Packung mit den Sahnekapseln organisieren, es war Lachgas (Distickstoffmonoxid). Aber so konnten wir uns noch ein wenig mit dem Chef unterhalten und haben noch ein schönes Foto mit uns und einem großen Teil der Küchencrew bekommen, wofür wir sogar die Küche betreten durften. Auch nicht selbstverständlich.

Das Essen war ausgezeichnet und die Weinbegleitung, obwohl die preiswerteste Variante, auch ganz hervorragend!

Für die Rückfahrt haben wir wieder Uber bemüht. Die Wartezeit war erstaunlich kurz, dafür, dass der Fahrer erst einmal wieder alle Sicherheitschecks durchlaufen musste. Die Fahrt über das Gelände des Ressorts zurück zur Straße hat gefühlt genau so lange gedauert, wie der Weg dann zum Hotel. Was uns beim erreichen der Straße auffiel ist, dass das Tal nicht mehr so dunkel wirkte. Der Fahrer (das Uber-Komfort-Fahrzeug war ein VW Polo mit erstaunlich viel Beinfreiheit im Fond auch hinter dem Fahrer) meinte dann auch, der Strom würde wieder funktionieren und tatsächlich waren auch in den Straßen von Franschhoek die Straßenlampen wieder in Betrieb. Das Hotel hat noch den Generator am laufen gehabt, mit der Begründung: zur Sicherheit. Aber es war warm und hell und das war schon mal gut.

So sind wir dann schlafen gegangen, denn morgen war Hotelwechsel angesagt nach Swellendam.

Donnerstag, 14.5.2026 – Vatertag in Deutschland

In Deutschland Vatertag, hier nichts, also auch kein Feiertag. Weil wir auf große Tour Richtung Swakopmund aufgebrochen sind, haben wir uns zum Frühstück noch mal ein Eggs Benedikt gegönnt (also eins = geteilt, da eine Portion zwei Eier sind).

Da wir noch „Pigcasso“ bzw. inzwischen „Baanksy“ besuchen wollten und die Farm laut Internet erst später öffnet, haben wir die Zeit bis zum Checkout noch genutzt und die ersten beiden Kapitel dieses Blogs fertig zu stellen und zu veröffentlichen. Nachdem wir dann alles gepackt hatten, unsere noch offenen Rechnungen bezahlt und uns verabschiedet hatten, war es dann aber dann doch schon wieder Zeit für den Aufbruch. Die Menschen hier haben sich rührend um uns gekümmert und alles für uns getan, damit wir trotz aller Umstände einen schönen Aufenthalt hatten. Und das obwohl sie natürlich auch selbst betroffen waren und sich um Familie und Freunde gesorgt haben und kümmern mussten. Aber auch auf mehrfach Nachfrage wurde uns immer wieder versichert, dass alle Glück im Unglück hatten und nichts ganz Schlimmes passiert wäre. Aber ob sie es uns auch wirklich gesagt hätten, wenn es anders gewesen wäre? Wir wissen es nicht.

Pigcasso was ein Schwein, das erstaunlich tolle Bilder gemalt hat, so richtig mit Pinsel und Farbe. Die haben so gewirkt, als wüsste das Schwein, was es malen wollte. Leider ist Pigcasso inzwischen verstorben. Aber es gibt einen Nachfolger, ein Schaf namens Baanksy. Die Farm befindet sich am Rand von Franschhoek, wenn man schon mal da ist, muss man da auch hin. Die Straße, die wir gestern schon umfahren mussten war immer noch gesperrt. Der größte Teil vom Sand war zwar weg, aber immer noch nicht alles. Weiter Richtung Farm gab es dann noch einmal eine Sperrung. Ein Baum lag quer über die Straße und das Navi kannte auch keinen Weg von hinten ran an die Farm. So mussten wir ohne Besuch weiterziehen. Jetzt ist man schon einmal in der Gegend und dann will irgendwer weder, dass wir die Weingegend besuchen, noch dass wir einmal in unserem Leben bei Pigcasso/Baanksy vorbei fahren… Ist schon komisch alles.

Vor zwei Tagen hieß es noch: Nehmt die N2, die ist sicher befahrbar. Aber heute schien eine Route weiter nördlich durch die Berge auch wieder befahrbar. Daher haben wir uns für diese Route entschieden, Schnellstraßen und Autobahnen sind meist doch sehr unspektakulär. Entgegen der Aussage vom Herrn bei der Autovermietung „Mautstraßen gibt es hier nicht“, sind wir prompt auf einer gelandet bzw. mussten Maut für einen Tunnel bezahlen. Man benötigt wenigstens keine High-Tech-Abrechnungsgeräte (die kann man nutzen, wenn man eines hätte), es funktioniert auch Kreditkarte (Bargeld: nein). Auf der Straße gab es noch teilweise Überflutungen und Aufräumarbeiten, aber die Straße an sich war, wenn auch stellenweise nur einspurig, befahrbar. Unterwegs haben wir viel Zerstörung durch das Unwetter gesehen. Vor allem auch in Teilen von Armutsvierteln, bei denen es nicht klar erkennbar war, ob das Bruchholzwirrwarr angeschwemmtes Holz ist oder ob es sich mal um Hütten gehandelt hat.

Eine immer noch wegen Unwetter gesperrten Straße mussten wir uns eine alternative Route suchen. Da sind wir durch ein Wohngebiet gekommen, dass übel aussah. Wir können nur jedem empfehlen, der über Deutschland und dass bei uns alles so schlecht ist, schimpft, sich das hier einmal anzuschauen. Dann merkt man erst, dass wir im Paradis leben und es uns richtig, richtig gut geht und sich eigentlich keiner beschweren darf.

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