Mittwoch, 20.5.2026

Es war jetzt so gegen 16 Uhr. Das scheint in Kapstadt die Rushhour zu sein und es kommt auch zu Staus in der Stadt. Mit Geduld und Navi haben wir es dann zu unserem Hotel hier geschafft, dem Derwent House in der Derwent Street, einem ruhigen Wohnviertel unterhalb des Tafelbergs, gleich bei der Kloof Street, einer angesagten Straße hier in Kapstadt. Wir durften wegen der geringen Belegung des Hotels unser Auto in einer Einfahrt des Hotels parken, was das entladen sehr vereinfacht hat.

Die nette Dame (Patience) vom Empfang hat uns in die wichtigsten Einrichtungen des Hotels eingewiesen. Pool und Hot Tub (24h nutzbar, nach 23 Uhr bitte leise), Kaffee, Tee, täglich wechselnde Suppe und Kuchen kostenlos. Ansonsten gibt es noch gegen Bezahlung einen großen Kühlschrank mit Softdrinks, Wasser und Bier, verschiedene Rot- und Weißweine und Gins zum Aufschreiben auf einen Zettel als Honesty Bar.

Viel Zeit das Angebotene direkt zu nutzen blieb uns nicht. Erst einmal Zimmer beziehen und fertig machen für das das Abendessen. Für heute war nichts vorgebucht, wir wollten den Sonnenuntergang auf einer Rooftop-Bar genießen, die neben Drinks und Cocktails auch Kleinigkeiten zum Essen anbot.

Im Dark Horse haben Plätze mit guten Blick auf die umgebenden Berge, insbesondere dem Tafelberg, ergattert und erst einmal einen Gin and Tonic bestellt. Anschließend folgten noch MCCs (soll heißen Sekt in traditioneller Flaschengärung hier vom Kap) und klassische Weine mit diversen Kleinigkeiten zum Essen, wie Brot mit Hummus und Auberginenpaste, dicke Pommes mit Mayonnaise und Bitterballen (eigentlich eine holländische Spezialität, aber auch hier immer wieder zu finden) und Baobuns mit #makeSCHWEINEBAUCHgreatagain, gefolgt von einem kleinen Stück Cheesecake.

Zu erwähnen ist noch, das im Hotelzimmer ein Zettel liegt, mit dem Hinweis, das Kapstadt unter einer Wassserknappheit leidet und ebenso unter einer Elektrizitätsknappheit. Daher möge man bitte Lichter und Klimaanlage beim Verlassen des Zimmers ausschalten. Wie wir so auf der Bar-Terrasse saßen und der untergehenden Sonne zuschauen und uns über die rötliche Abendbeleuchtung des Tafelberges erfreuten wurde es immer dunkler und plötzlich gingen Lichter an und die Spitze des Tafelberges wurde mit Scheinwerfern angestrahlt. Während wir uns noch über „Bitte Lichter im Zimmer ausmachen, um Energie zu sparen“ unterhielten und dass sie ja nur einen Teil des Berges beleuchten und wenigstens nicht den ganzen Berg, gingen plötzlich noch mehr Lichter an und sie beleuchten nachts tatsächlich den ganzen Tafelberg! Kirchen, Schlösser oder die Niagarafälle okay, aber einen ganzen Berg? Das hat schon was Kurioses.

Gut gesättigt sind wir ins Hotel zurückgelaufen und haben uns noch ein letztes Glas Rosé von der schön bestückten Bar im Hotel erlaubt und am Blog gearbeitet.

Nochmal zurück zur Nachhaltigkeit… Dafür, dass man Energie sparen soll, werden einem nachts im Zimmer alle Lichter und der Fernseher angeschaltet, so dass man alle Schalter finden muss, um alles wieder auszumachen. Inklusive einer Heizmatte im Bett, die anderswo ganz angenehm gewesen wäre, aber hier doch etwas zu warm ist.

Donnerstag, 21.5.2026

Die Dusche stellte uns heute Morgen vor Herausforderungen. Nicht nur, dass der Hebelmischer nicht gezogen, sondern nach hinten gedrückt werden musste für die Wassermenge, auch die übrige Bedienung war unterhalb des Äquators andersherum als gewohnt: Kalt links, warm rechts. Eigentlich gab es nur zwei Einstellung: viel zu heiß und viel zu kalt.

Das Frühstück hat sehr viel zu bieten, inklusive einer Karte für warme Gerichte. Wir haben uns hier für ein Brot mit Rührei und Lachsforelle aus Franschhoek entschieden.

Beim Frühstück kamen wir noch mit den beiden anderen Gästepaaren ins Gespräch, einem Professor der Berkeley Universität mit Frau, der erst Medizin studiert und als Arzt gearbeitet hat, dann aber sich für NMR-Physik interessiert und umgestiegen ist und immer wieder in Deutschland unterwegs ist, da er viel mit Siemens zusammengearbeitet hat und einem Paar aus der Nähe von Zürich. Beide wollten heute abreisen, die beiden Kalifornier hatten aber das Problem, dass ihr Flug am Abend Verspätung hatte und sie damit den Anschluss in New York nicht bekommen würden. Sie wussten noch nicht wie sie nach Hause kommen. Vielleicht über Amsterdam oder auch gar nicht.

Für heute hatten wir einen Ausflug nach Robben Island gebucht, dem Weltkulturerbe in der Bucht vor Kapstadt. Laut Hotel kann es wetterbedingt zu Absagen kommen und man hat dann Vorrecht auf die Touren am nächsten Tag. Hat man die Tour an seinem letzten Tag in Kapstadt gebucht, wäre das dann nicht so gut, also besser gleich den ersten Tag nehmen.

Das Wetter war grau, windig und kühl. Die besten Voraussetzungen für eine Fahrt mit der Fähre… Da parken in Innenstädten meist schwierig ist, haben wir uns per Uber zum Hafen fahren lassen. Auf dem Weg gab es noch einen Cache zu finden. Der Hafen war bei dem Wetter auch nicht attraktiv und so haben wir uns ein paar Seelöwen angeschaut, die auf einer eigens eingerichteten Plattform geschlafen haben. Dabei haben wir uns vertan und an einer falschen Stelle gestanden in der Nähe der Fähren, aber nicht am richtigen Fährterminal. Als dann das Einsteigen begann, haben wir unseren Fehler bemerkt und haben uns dann ganz hinten in der Schlange angestellt. Hier wurden tatsächlich Ticket und Ausweis kontrolliert. Die besten Plätze waren zwar schon weg, aber es gab noch Platz auf dem Oberdeck, welches aber offen war und damit ein bisschen zugig. Die Fahrt ist bei schönem Wetter sicher spektakulär, wenn man einen Blick vom Meer aus auf den Tafelberg hat. Wegen der tiefhängenden Wolken hat man aber leider nicht mal erkannt, dass es hier Berge hat.

Robben Island war früher einmal eine Verbannungsstelle für Leprakranke und andere Kranke, die man loswerden werden wollte, wie z.B. auch psychisch kranke Menschen. Das ist schon seit der Kolonialisierung so gewesen und das Apartheidregiem hat sich die Insel dann zu Nutze gemacht um dort ein Hochsicherheitsgefängnis für Regimekritiker und -gegner zu errichten. In den Gewässern rund um die Insel gibt es auch Haie, inkl. dem großen weißen Hai. Da ist fliehen (ohne Hilfe und Boot) unmöglich. Der bekannteste Insasse war Nelson Rolihlahla Mandela, der 18 Jahre hier verbracht hat.

Direkt nach der Ankunft wurde man in Busse verladen und es folgte eine 45-60 Minuten Tour über die Insel, die neben dem Gefängnis immer schon einen Wohnort beherbergt hat, der bis zu 1000 Menschen beherbergen konnte. Aktuell hat die Insel immer noch 150 Einwohner. Mehr gehen nicht, denn das ist die Kapazität des dort stationierten Bootes für den Fall einer Evakuierung. Die Insassen des Gefängnisses wussten nicht, dass es hier ein Dorf gibt. Auf der Fahrt über die Insel erfährt man einiges über die Apartheid und deren Auswirkungen auf das Leben, vor allem der farbigen Bevölkerung und die Angst der weißen Regierung vor Aufständen. Deswegen wurden alle Opositionsbemühungen unterbunden und deren Initiatoren und Mitstreiter eingesperrt. Streng getrennt nach Hautfarbe, wobei es „Indern“ besser ging als den schwarzen Insassen. Inder waren alle, die nicht schwarz waren, wie weiße, Mischlinge, Asiaten etc. Unser Führer im Bus konnte sehr gut erzählen und erklären. Auch wie man zu einem Apartheidsregime kommt, dass es nicht auf die Rassentrennung weiß/schwarz begrenzt sein muss, also auch in anderen Gesellschaften existiert bzw. existieren könnte und was es braucht, die Denkweise der Menschen zu ändern. Dafür muss man bei den Kindern anfangen und benötigt mehrere Generationen.

Es wurden sogar Gesetze geändert, nur um einen bestimmten Insassen, Robert Mangaliso Sobukwe, für immer hier einsperren zu können. Nach dem Ende der Rundfahrt an ein paar anderen Teilen des Gefängnisses vorbei und an einem Kalksteinbruch, in dem die Insassen arbeiten mussten, nicht um Kalkstein abzubauen, sondern nur weil der Kalksteinstaub die Augen reizt und die Lunge schädigt und müde macht, kam man ans Hochsicherheitsgefängnis. Hier gibt es einen geführten Rundgang, bei dem man von ehemaligen Insassen das Leben hier erklärt bekommt. Unser Führer hat hier 7 Jahre eingesessen, wegen Terrorismus. Er hat für den bewaffneten Arm der ACP Leute angeworben und war eigentlich zu einer längeren Haftstrafe verurteilt, aber mit dem Fall des Apartheidregimes wurden die politischen Gefangenen nach und nach erst in andere Gefängnisse umgesiedelt und dann nach und nach auch freigelassen.

Man erfährt, wie unterschiedlich die Gefangenen behandelt wurden. Das hatte nichts mit den Vergehen zu tun, sondern allein mit der Hautfarbe. Schwarze haben nur eine kurzärmeliges Shirt und eine kurze Hose bekommen (keine Unterwäsche), Weiße bekamen ein langärmeliges Shirt, lange Hose, Jacke, Strümpfe und Schuhe. Bilder, die Nelson Mandela in anderer Kleidung zeigen, waren für die Presse, es sollte ja nicht so aussehen als ob politische Gefangene schlecht behandelt werden würden. Zum Schlafen hatte man 3 Decken: eine zum Unterlegen, eine als Kopfkissen und eine zum Zudecken. Also auch im Winter. Die Zellen hatten vergitterte Fenster, aber keine Scheiben, so dass es kalt durchzog und reinregnete. Viele sind krank geworden und gestorben. Wir haben die ehemalige Zelle unseres Gästeführers besucht, in der 60 Gefangene untergebracht waren. Er hat uns vom Alltag erzählt, das bei Vergehen der Gefangenne in die Wachstube geführt und dort geschlagen wurde, bis er auf die Sanitätsstation musste, wegen der Verletzungen. Gab es niemanden, der etwas falsch gemacht hatte, habe sich die Wachen jemanden ausgesucht zum misshandeln. Außerdem kam immer mal wieder ein Hubschrauber und dann wurde einer der Gefangenen auf Festland gebracht, um ihm dort zu erschießen oder zu erhängen. Die Gefangenen hatten daher immer Panik, wenn sie einen Hubschrauber landen hörten, weil man nicht wusste, wen sie mitnehmen würden.

Es gab auch unterschiedliche Mengen und Arten von Essen. Weiße haben z.B. Brot bekommen, Schwarze nicht. Von dem, was beide bekommen haben, wurde Weißen eine größere Menge zugeteilt. Für Schwarze gab es noch eine milchig-weiße Flüssigkeit, die angeblich eine Nährflüssigkeit hätte sein sollen, wer die getrunken hat, konnte später keine Kinder mehr zeugen.

Montag bis Samstag wurde 8 Stunden im Kalksteinbruch gearbeitet, wer nicht schnell genug gearbeitet hat, auf den wurden die Deutsche Schäferhunde gehetzt, nicht selten endete dies wohl in der Amputation von Gliedmaßen.

Das ganze Gefängnis war nicht auf Resozialisierung ausgelegt, sondern rein darauf die Insassen zu bestrafen und zu misshandeln.

Am Ende des Rundganges wurden wir noch in den Bereich der Einzelzellen geführt, in dem auch Nelson Mandela einsaß. Damit die Insassen nicht miteinander kommunizieren konnten, gab es Abhöreinrichtungen, die jeden Versuch der Kommunikation mit anderen Insassen im Trakt erkannten und meldeten. Wie bereits erwähnt hat Nelson Mandela hier 18 Jahre eingesessen. Dadurch, dass die Insassen hier so lange zusammen eingesperrt waren, gab es natürlich schon Kommunikation über die Situation und was später einmal sein könnte. Viele der Insassen waren an der ersten Regierung nach dem Fall der Apartheid beteiligt oder waren Abgeordnete im Parlament.

Die Geschichten sind ganz schön bedrückend und man hat Angst, dass so etwas recht leicht wieder eingeführt werden kann, wenn einfach behauptet wird, dass eine Gruppe von Menschen besser ist als eine andere. Man muss nur bei den Kindern anfangen, es ihnen zu lehren und dann die Nachrichten kontrollieren, damit diese die Erklärungen der Eltern und der Schule wiederholen, damit keiner hinterfragt, ob das auch stimmt oder nicht, weil das bekannte Weltbild bestätigt wird.

Was vor allem Katja sehr berührt hat, ist die aktuelle Geschichte unseres Begleiters durch das Gefängnis. Er war jahrelang unter sehr schlechten Bedingungen hier gefangen gehalten worden, wurde misshandelt und hatte Todesangst. Und trotzdem ist er wieder auf die Insel dieses Grauens zurückgekehrt. Er wollte das nicht, er wollte nicht wieder hierher zurück an den Ort des Schreckens, aber es blieb ihm nicht groß etwas anderes übrig. Die versprochene Entschädigung, verabschiedet von der Regierung, kam nie an, sein Haus war zerstört, er bekam ob seiner Vorgeschichte nie eine Arbeit und wusste nicht wie er weiter leben sollte. Das Angebot als noch lebender Vertreter der Gefängnisinsassen Besuchern seine Geschichte zu erzählen, das hat ihn erst erschreckt, er wollte nicht zurück nach Robben Island, er wollte nicht tagtäglich an die Zeit erinnert werden, hat es aber dann doch aus Ermangelung anderer Alternativen getan und ist jetzt froh darüber, dass er zumindest die Chance hat, eine Wiederholung der Geschichte zu verhindern durch die Weitergabe der Erlebnisse an interessierte Besucher. Aber die Insel eigentlich nie hinter sich lassen zu können, das ist schon auch eine schlimme Geschichte in sich.

Nach dem Besuch des Gefängnisses ging es zurück zur Fähre und damit auf Festland. Dort angekommen haben wir uns die Victoria and Albert Waterfront näher angeschaut. Hier gibt es viele Hochglanzgeschäfte, schicke Bars und Restaurants, Museen und ein Aquarium. An einem Haus stand eine große Menge an Menschen. Wir haben erst mal kurz darüber nachdenken müssen, was es hier wohl umsonst gibt, aber ganz klar: hier ist entweder die Startnummernausgabe für die 5 und 10 km Läufer am Samstag und den Marathon am Sonntag oder eine Sponsoring-Veranstaltung. Schon seit dem letzten Wochenende finden immer wieder Veranstaltungen und Läufe der Sponsoren statt. Außerdem ein Rahmenprogramm mit Musik und Tanz.

Das Wetter war, trotz anderslautendem Wetterbericht, immer noch nicht besser geworden und wir hatten vor in einer (schicken) Halle mit vielen Essens- und Getränkeständen ein Gläschen Wein trinken. Die Preise haben aber München alle Ehre bereitet. Der preisgünstigste Wein, ein Gewürztraminer, begann bei ca. 5 EUR, Chardonnay gab es für über 10 und es ging noch teurer, und da wurden keine Pälzer Viertel ausgeschenkt. Wir haben dann verzichtet und sind wieder ins Hotel gefahren, um ein Kapitel von diese Blog zu veröffentlichen. Dort war der Wein auch wesentlich preiswerter und es war nicht so laut. UNd es gab den Nachmittagstee und die schöne Gin und Tonic Bar.

Am Abend waren wir im Restaurant ëlgr essen. Das Restaurant ist in ca. 10-12 Minuten (immer bergab) zu Fuß gut zu erreichen. Um uns nicht für 3 Gerichte und eine Wein entscheiden zu müssen, haben wir uns für eine Art Überraschungsmenü mit Weinbegleitung entschieden. Es kamen immer mehrere Gerichte zum Teilen in mehreren Etappen in die Mitte vom Tisch und dazu gab es dann den korrespondierenden Wein. Sehr gut. Leider schließt das Restaurant am Ende des Monats. Wir haben noch mit dem Küchenchef gesprochen, seine Frau hat ein Kind bekommen und er zieht das Restaurant um nach Stellenbosch, um näher bei seinem Kind sein zu können. Aber wir haben ihm bei dem netten Gespräch immerhin noch das Rezept für eine beeindruckende Pistazien-Butter-Creme entlocken können.

Zurück (bergauf) haben wir uns dann fahren lassen. Es war noch nicht so spät und wir haben uns noch ein Glas Wein geteilt im Hotel und sind dann schlafen gegangen.

Am ersten Tag hatten sie uns die beheizbaren Bettunterlagen auf Stufe „eins“ gestellt gehabt. Das war schon zu warm. Heute war die Klimaanlage mit Heizfunktion an, das Zimmer damit sehr warm, die Heizdecken auf Stufe „eins“ vorgeheizt und dann haben wir zusätzlich noch eine Wärmflasche im Bett gefunden.

War heute damit noch wärmer wie gestern und damit eindeutig sehr viel zu warm. Aber natürlich lieb gemeint!

Freitag, 22.5.2026

Heute war vom Hotel aus gar kein Berg mehr zu sehen. Zudem regnete es auch noch. Beim Frühstück haben wir mit Patience und Luca gesprochen, was man bei dem Wetter machen könnte. Sie meinten, das Wetter in und um Kapstadt wäre unberechenbar und die Wettervorhersage würde selten stimmen. Kann sein, dass es in Kapstadt sonnig ist, am Kap aber regnet oder andersherum. Heißt: keiner kann einem sagen wie sich das Wetter weiter entwickelt. Da wir einmal zum Kap fahren wollten, versuchten wir es einfach mal.

Auf dem Weg haben wir noch versucht den einen oder anderen Cache zu finden. Einen haben wir bei einem schönen, idyllischen alten Friedhof in Kalk Bay bei der Trinity Church gesucht. Leider hat es gerade so richtig angefangen zu regnen in dem Moment und wir sind recht nass geworden. Viele Caches lagen ungünstig irgendwo abseits der Strecke. Einen gab es noch mit Parkplatz. Bezahlparkplätze sind hier interessant. Es gibt keine Parkautomaten und keine Parkuhren, egal ob es sich um größere Parkplätze oder kostenpflichtige Parkplätze längs der Straße handelt. In allen Fällen gibt es dort eine Person, die in Uniform dort steht und Parkzettel mit Ankunftszeit ausstellt. Je nach dem wie es von der jeweiligen Stadt angedacht ist, zahlt man im Voraus oder die verbrauchte Zeit, bevor man wegfährt. Unser Aufenthalt hat 7 Rand gekostet (30 min, also die Hälfte von 15 Rand pro Stunde. 20 Rand sind ca. 1 Euro).

Bei dem Wetter sind wir dann lieber weiter Richtung Süden gefahren, in der Hoffnung, dass es aufklart. Über Simon’s Town, einen Stützpunkt der südafrikanischen Marine, wo wir die Statue von Just Nuisance besucht haben, ging es weiter zum Boulders Beach, der bei so ziemlich jedem Kap-Reisenden vermutlich auf der Liste steht. Man kann hier entweder den Holzsteg außen herum nehmen und Eintritt bezahlen und hinunter an den Strand gehen. Auch ohne den Eintritt zu bezahlen kann man die Pinguine beobachten, die z.T direkt am Steg leben. Und auch der Blick auf die Riesensteine ist von hier aus gut, außerdem liegt ein Cache am Wegesrand 🙂

Am Eingang zum Tafelberg-Nationalpark muss man Eintritt bezahlen. Es geht nur Kartenzahlung. Wenn Kartenzahlung gerade geht. Wir haben eine ganze Zeit gestanden (vor uns nur ein Auto) bis die Mitarbeiter an der Zahlstelle das Kartenzahlungssystem wieder zum Laufen gebracht haben. Dann ging es wieder zügig weiter. Der Park ist sehr schön (auch bei Wolken und Regen) und man kann sich gemütlich umschauen, denn die Höchstgeschwindigkeit ist auf 40 km/h begrenzt. Auch hier wurden natürlich viele Caches versteckt, viele aber zum Erwandern und nicht in der Nähe der Straße oder auf glitschigem, nassen Terrain, also für heute unter ungünstigen Bedingungen.

Als wir im Süden angekommen sind, war der Parkplatz am Cape Point schon voll mit Autos und Bussen. Neben Souvenirshops und Restaurants sollte es hier angeblich noch einen Leuchtturm geben. Gesehen haben wir ihn nicht weil der Nebel oder die Wolken so tief hingen, dass alles oberhalb der Shops unsichtbar blieb. Der Parkplatz war überfüllt, vor allem mit Bussen. Da man nichts sehen konnte und es so aussah als könnte es jederzeit wieder anfangen zu regnen, haben wir uns entschlossen uns nicht den Nebel anzusehen, sondern einem kleinen Wegweiser an einer Abzweigung am Boden auf dem „Cape of Good Hope“ (Kap der Guten Hoffnung) stand, zu folgen.

Auf dieser Seite des Berges war das Wetter deutlich besser und es schien hier tatsächlich die Sonne, während entlang des anderen Wegs die Wolken immer noch den „Cape Point“ dicht einhüllten. Nach 2-3 km Fahrt kamen wir an einem kleinen Parkplatz an, auf dem nur wenige Autos und Busse Platz hatten. Eigentlich haben sich die Busse und Autos die ganze Zeit angehupt, weil sich alle gegenseitig im Weg standen. Wir haben unser Auto vor dem Chaos am Straßenrand abgestellt und sind die letzten paar Meter zu Fuß gelaufen, was sicher entspannter war, als sich auch noch in das Getümmel um die 4 Busse und ca. 7 Autos zu stürzen.

Vorne angekommen, haben wir das Schild gefunden, das das Kap der Guten Hoffnung markiert, den südwestlichsten Punkt von Afrika (am südlichsten Punkt waren wir in Kapitel 8, um Verwechslungen zu vermeiden). Eigentlich bestand das Schild aus 3 Teilen, rechts und links war es mit „Cape of Good Hope“ beschriftet, in der Mitte eine Tafel mit den Koordinaten des Punktes. Auf der rechten und linken Seite fanden Fotosessions statt mit größeren und kleineren Gruppen von Leuten. Links sah es etwas durcheinander aus, rechts standen die Leute mehr in Schlange und daher haben wir uns rechts angestellt. Man hat dann gegenseitig die Fotos von einander gemacht, damit immer alle aus einer Gruppe aufs Foto kommen. Wäre eine ähnliche völkerverbindende Stelle wie der südlichste Punkt, nur dass hier wesentlich mehr Betrieb ist, hier kommen schließlich auch die Busse hin. Nach einigen Aufnahmen und dem Zuschauen des Treibens hier, haben wir uns wieder auf dem Weg gemacht. Wir wollten noch den Chapman’s Peak Drive zurück nehmen und hatten auch noch eine Reservierung zum Abendessen.

Der Chapman’s Peak Drive ist eine landschaftlich sehr schöne Strecke entlang der Küste und da wir östlich der Berge zum Kap gefahren sind, hat es sich angeboten auf dem Rückweg die Berge auf der westlichen Seite zu umfahren, um nicht den gleichen Weg zurück zu nehmen. An einigen Stellen ist die Strecke spektakulär an den Berg gebaut, zum Meer hin kann es auch mal am Straßenrand steil nach unten gehen. Es gibt recht viele Aussichtstellen, von denen man aus die Landschaft bewundern kann.

Einer dieser Aussichtspunkte war abgesperrt wegen Filmaufnahmen und dort war ein großer Autokran geparkt, der irgendein Metallgestell über die Schlucht hielt. Der nächste Parkplatz hatte einen Cache, also haben wir dort angehalten. Auf dem Parkplatz standen viele Leute herum oder saßen in ihren Autos, ein par hatten sich auch Campingstühle mitgebracht. Wir haben Bilder gemacht und sind dann von einem Herrn aus einem Auto heraus angesprochen worden. Erstaunlicherweise hat er uns nicht verboten Bilder zu machen, er hat uns nur darum gebeten, die nicht auf Instagram oder Facebook zu veröffentlichen. Er hat uns auch noch erklärt was passieren wird und wie die Sendung heißt… Irgendeine indische Version von „Fear Factor“. Die indische Version kennen wir eh nicht, wir mussten aber auch die amerikanische Version (und das holländische Original!) googlen. Auf jeden Fall sollte ein Mann das komische Gestell über dem Abgrund hochklettern und dann herunter springen. Das Hochklettern hat sicher ewig gedauert, „runterspringen“ war am Seil gesichert ein paar Meter abwärts, so dass er dann zwischen zwei der Querträger hing. Die eigentliche Herausforderung war sicher das Hochklettern auf dem wackeligen Gerät. Das ältere Ehepaar mit den Campingstühlen hat sich das Ganze angeschaut, hat die Stühle nach dem Sprung zusammengeklappt und ist mit dem Wagen weitergefahren. Vielleicht sieht es gut gefilmt spektakulärer aus.

Der Chapman’s Peak Drive kostet eine Gebühr, wenn man ganz rüber fährt. Es gibt aber einen Parkplatz vor der Mautstelle, der ein Schild, „Achtung, ab hier muss man zahlen“ stehen hat. D.h. man kann die Strecke vermutlich bis ca. zur Hälfte von beiden Seiten befahren und muss nicht zahlen, wenn man umdreht und nicht durchfährt. Auch eine Variante. Wir haben bezahlt, um einmal rumfahren zu können. Auf der schönen Strecke sind wir dann weiter in Richtung Hotel.

Abends ging es dann ins Restaurant „Upper Union“ (bergab in Laufdistanz zum Hotel). Wir haben uns für das Menü entschieden, welches aus Brot, Vorspeisen (es gab Tartar oder Ceviche zur Auswahl, wir haben eins und eins genommen), Hauptspeise (Lammsteak) und Nachspeise bestand. Es war alles sehr gut, nur die Klimaanlage hat ein wenig gezogen.

Am Nachbartisch saßen einige Läufer mit Kapstadt-Marathon-Merchandising-Artikeln (Marathon ist übermorgen in der Früh). Dabei saß eine farbige Frau, die sich wenig an den Gesprächen der übrigen, weißen Personen am Tisch beteiligte und eher unglücklich und deplatziert hier gewirkt hat. Also nicht wegen der Hautfarbe, sondern weil das Restaurant kein Essen für Marathonläufern bietet und sie sicher gerne woanders zum Essen hingegangen wäre, z.B. mit Pasta oder ähnlichem. Darauf angesprochen, ob sie auch den Marathon mitlaufen will, hat sie das bejaht und uns als Zielzeit 2 h 30 min genannt. Die 10. Frau kam mit fast 2 h 45 min ins Ziel. Für eine Spitzenläuferin war das ganz sicher nicht ihre eigene Wahl gewesen hierher zu kommen. Das erklärte dann auch unseren Eindruck. Leider haben wir ihren Namen nicht erfragt, so konnten wir nicht nachschauen, wie es ihr ergangen ist. Auf den Bildern der Siegläuferinnen haben wir sie leider nicht widererkannt.

Zurück haben wir für bergauf wieder eine Uberfahrt bemüht, weil es einfach einfacher war.

Samstag, 23.5.2026

Als wir heute aufgewacht sind, war er wieder da, der Tafelberg, schön beleuchtet von der Morgensonne. Da wir nicht nach Kapstadt kommen wollten, ohne einmal oben gewesen zu sein, haben wir das Wettergeschehen beobachtet beim Frühstück. Auch hier konnte keiner der Belegschaft des Hotels eine verlässliche Wetterauskunft geben. Also haben wir beschlossen, wir fahren einfach hin und hoch und schauen, ob wir Glück oder Pech haben.

Auf dem Weg zum Tafelberg, ca. 240 Mio Jahre alt, 1087m hoch, haben wir noch schnell online Karten gekauft, damit wir uns nur in die Schlange von der Seilbahn anstellen müssen, nicht aber auch noch vorher in die Warteschlangen am Ticketschalter. Die Seilbahn hat zwei gegenläufige Gondeln, die pro Fahrt ca. 25 Personen fassen, eine Fahrt dauert ca. 5 Minuten. Wir haben schon ein wenig anstehen müssen um ein paar Kurven herum, bis wir endlich einsteigen konnten. Die Schlangen hinter uns wurden aber immer länger, insofern hatten wir noch Glück. Während wir anstanden kam noch eine Durchsage, dass die Sicht „mittel bis schlecht“ wäre. Die Ticktes sind 4 Tage gültig… Dann sind wir aber nicht mehr da, also jetzt oder nie. Die Fahrt mit der Seilbahn ist sicher bei richtig guter Sicht spektakulär. Jetzt war sie etwas eingeschränkt, aber auch der Blick auf de in Wolken eingehüllte Stadt war toll. Der Clou dieser Seilbahn ist, dass die Gondeln rund sind und innen einen Drehboden besitzen, der sich bei einer Fahrt einmal 360° um die Mittelachse dreht, so dass man einen Blick in alle Richtungen erhält, egal, wo man steht. Eine gute Idee.

Oben angekommen, gab es Sonnenschein. Man konnte nur nicht ins Tal schauen, da hier eine Wolkendecke die Sicht auf die Stadt versperrte, aber die Wolken hingen unterhalb der Tafelebene, so dass wir hier auf dem „Gipfel“ schönes Wetter hatten. Entsprechend haben wir uns auf den Berg selbst konzentriert und die Sicht ins Tal war wechselnd, mal war sie gut, mal schlecht. Man musste nur ein wenig warten, irgendwann bekam man schon einen Blick auf die Stadt. Ganz bis zum höchsten Punkt sind wir nicht gekommen. Das ist hier kein schwieriger Aufstieg, da die Höhenunterschiede nur wenige Meter betragen, aber der Weg ist weit und mit ca. 45 min angegeben. Bei dem wechselnden Wetter und der Möglichkeit, dass es auch regnen könnte oder man dann mitten in den Wolken steht, wollten wir nicht zu weit rauslaufen.

Auf unserem Weg ist uns ein junger Mann (so Anfang 20) begegnet, der uns gefragt hat, ob wir Fotos von ihm machen könnten… Das wurde eine richtige Fotosession mit vielen, vielen Bildern, verschiedenen Posen, mit und ohne Sonnenbrille, verschiedenen Haarvarianten, die er sich mit den Fingern hingewischt hat… Aber er hatte ganz genaue Vorstellungen, wie die Felsen und der Himmel als Hintergrund ins Bild positioniert werden sollten. Leider haben wir davon kein Video, das wäre sehenswert gewesen. Die Fotositzung hat ein wenig Zeit in Anspruch genommen, war aber auch sehr amüsant. Nachdem wir lange genug auf dem Tafelberg herumgelaufen sind und uns alles angeschaut hatten, inklusive einem sehr schönen großen Cache, und nicht wollten, dass wir den Berg noch flacher treten, haben wir die Rückfahrt angetreten. Hier gab es keine Schlange und wir sind sofort mitgekommen.

Unten haben wir uns ein Uber gerufen und da die laufend Gäste zur Talstation fahren war auch schon Sekunden später eines verfügbar. Wir haben uns nicht ins Hotel, sondern nochmal runter in die Stadt zu einem Markt fahren lassen. Der Oranjezicht City Farm Market (OZCF Market) wird so schön beschrieben als „wo lokale Bauern und lokale Lebensmittelproduzenten ihre Produkte anbieten“. Der Markt ist immer samstags (9-14) und sonntags (9-15 Uhr) geöffnet. „Lokale Bauern“ haben wir eher nicht gefunden. Ganz in der Mitte gibt es einen Bereich mit Obst und Gemüse, der aber von seinem gestylten Aufbau her eher wie eine Deko wirkt. Hier was zu verkaufen würde vermutlich eher das „Bild“ für die Touristenfotos zerstören. Ansonsten gibt es noch allerlei Modisches, Kunsthandwerk etc.

Die Hauptattraktion sind aber die „Streetfood“ Stände. Konzentriert auf einen Bereich, der auch mit Tischen und Bänken ausgestattet ist, kann man aus einer breiten Palette an Verkaufspunkten wählen, die eine große Auswahl an Essen aus aller Welt anbieten. Da wir gefrühstückt hatten und abends eine Reservierung im Fyn anstand, haben wir nur eine Kleinigkeit ausprobiert… Eine deutsches Bratwurstbrötchen mit Pommes. Die Bratwurst war fein (also keine grobe Pälzer), aber gut gewürzt. Das Brötchen war so was wie ein Laugen-Hotdog-Knautsch-Brötchen, ohne Kruste. Es hatte schon den typischen Laugengeschmack, aber es war halt nicht knusprig, sondern total weich. Außerdem lagen unter der Bratwurst noch Rucola und Tomaten… Die Wurst kam schon sehr an eine deutsche Bratwurst heran, die Präsentation war „gewagt“. Die Pommes waren (wie immer) nicht wirklich knusprig, außerdem lebt das Land sehr gesund, da salzarm.
Auch ein Stand mit Hummer war da und da wir da plötzlich an unseren USA-Besuch 2022 denken mussten, gab es auch noch eine kleine Lobster-Roll im Gedenken an diesen letzten Urlaub. Wir haben noch einen Stand gefunden, der diverse Getränke und darunter auch diverse Weine (weiß, rot, rosé, Sekt) angeboten hat. Hier haben wir noch ein wenig das Sortiment getestet und dann schloss der Markt auch schon für diesen Samstag.

Gegenüber des Marktes war noch ein Cache versteckt, den wir gut finden konnten. Weil das Wetter inzwischen hier am Meer sonnig geworden ist, sind wir noch ein wenig auf dem Weg am Wasser entlang gelaufen. Leider endete der Weg bei einer Baustelle und einem Hotel (Interconti). Der Wachmann am Hotel hat uns leider aber den Zutritt verwehrt. Auch zum Kaffeetrinken, was wir durchaus in Betracht gezogen haben. Ihn Wien wohnen wir (privat) auch gerne im Interconti (das in Kapstadt ist außen optisch aber sehr viel schöner). Er hat uns erzählt, es gäbe überall Überwachungskameras und wenn er uns reinlassen würde und wir gehen vorne (oder hinten, je nach Sichtweise) raus, ohne einen Kaffee zu trinken, wäre er seinen Job los und er müsste seine Familie mit zwei Töchtern ernähren… Wir sind dann den ganzen Weg wieder zurück gelaufen. Wenn wir noch mal hierher kommen, werden wir wohl dieses Hotel nicht wählen. Gute Werbung sieht anders aus.

Wir sind dann noch ein wenig an der Waterfront herumgelaufen und haben noch einmal bei einigen der Events vorbeigeschaut, die hier für den Marathon aufgebaut und veranstaltet wurden und sind dann wieder zurück ins Hotel gefahren. Der Whirlpool wollte auch mal getestet werden. Der war schön warm, hat schön gesprudelt und man hatte im Pool sitzend einen tollen Blick auf den Tafelberg (aktuell wolkenlos).

Das Restaurant „Fyn“ war ein wenig weiter entfernt, so dass wir einen Uberfahrer bemüht haben uns hinzubringen. Das Restaurant liegt in einem höheren Stockwerk und unten am Empfang wird die Reservierung erfragt. Oben mit dem Fahrstuhl angekommen, wird man dann schon mit Namen begrüßt. Die Kommunikation funktioniert gut. Es gibt nur ein Menü, die Zutaten sind „gewagt“, zumindest für uns Europäer. Abalone, eine Schnecke die in warmen Ozeanen lebt, ist noch das bekannteste. Ansonsten kommen noch diverse Tang- und Algenarten, wie z.B. der hier überall vorkommende Kelb, zum Einsatz. Als Getränkebegleitung kann man sich zwischen drei Varianten entscheiden. Die „Experience“-Variante zum Experience-Menü ist die „preisgünstigste“ Wahl und beinhaltet neben lokalem Wein auch einen Sake. Für diese Variante haben wir uns entschieden, unsere Absicht bestand ja darin den hiesigen Wein zu probieren und nichts von einem anderen Kontinent… Über den Sake sehen wir mal hinweg, Abalone ist ja auch eine asiatische Spezialität. Außerdem steigen die Preise ganz schnell in ungeahnte Höhen. Die zweitteuerste Version übersteigt den Menüpreis (Essen) deutlich. Und die teuerste Version kostet für eine Person soviel wie wir am Ende für zwei Menüs und zwei Getränkebegleitungen bezahlt haben. Die Leute im Restaurant waren aber auch bei der „Billig-Variante“ sehr freundlich.

Nett war auch unser Nachbartisch, da saß unter anderem Donovan Rall mit dabei, ein ehr bekannter Winzer, mit dem wir uns auch noch kurz unterhalten haben (und nebenbei auch wieder ein kleines Rezept aus der Küche für den Strauß abgreifen konnten, Strauß weil man das am ehesten ei uns noch bekommen wird).

Als kulinarisches Süfarika-Fazit kann man sagen, wenn wir uns noch einmal genau ein Restaurant aussuchen dürften, in dem wir noch mal Essen gehen können, wäre es das Épice in Franschhoek, ganz, ganz knapp gefolgt vom Fyn. Fyn ist übrigens auch preisgünstiger als das Le Petit Colombe (auch Franschhoek).

Zurück haben wir uns dann wieder fahren lassen. Deutsche Autos sind bei Uberfahrern anscheinend sehr beliebt (BMW, Audi) gefolgt von Toyota Corolla und VW Polo.

Diesmal war die Klimaanlage wieder an, haben wir aber nicht bemerkt und die Heizdecken standen auf zwei. Die Heizdecken haben wir ausgeschalten, aber die Klima hat weiter vor sich hin geheizt. Die Klimaanlage stand auf 18°C, obwohl die Hotelmappe sagt: „Nie unter 21°C einstellen, sonst tropft die!“. In anderen Hotels haben sie uns die Klimaanlage sehr gerne auf 30°C und 32°C eingestellt. Wenn es 40°C+ wird im Sommer, sind 20°C im Winter vermutlich eisig.

Sonntag, 24.5.2026 (Marathontag in Kapstadt)

Der Marathon in Kapstadt startet sehr früh. Daher waren auf der Hauptstrecke auch schon Straßensperrungen ab 4 Uhr angekündigt, bei uns in der Gegend so gegen 6:45 Uhr. Da wir uns jetzt nicht wirklich auskennen und nicht wissen, wie gut das Navi in Südafrika Straßensperrungen gemeldet bekommt, haben wir uns dazu entschieden, vor möglichen Problemen aus der Stadt heraus zu sein und sind schon um 6 Uhr zum Flughafen aufgebrochen. Wir mussten ja auch noch tanken, das Auto zurückgeben und von der Mietwagen-Rückgabestelle zum Terminal laufen mit all unseren Taschen. Hin wurden wir ja gefahren, aber so früh war das nicht zu erwarten und der Weg war schon weit.

Ein paar Straßenecken weiter standen schon die Absperrgitter und die Verkehrspolizei blinkend auf der Straße, aber wir konnten noch problemlos in Richtung Flughafen abbiegen und die Straße nutzen. Später hätten wir die Marathonstrecke kreuzen müssen, da wäre es dann schon knapp geworden. Eine Tankstelle lag auch noch auf dem Weg raus aus der Stadt. Ein Hoch auf die digitalen Tankanzeigen, die nur in 1/8 Tankfüllungen die Anzeige aktualisieren. Bei > 1000km Reichweite kommt man mit einem achtel Tank ganz schön weit und es zeigt immer noch „komplett voll“ an, da muss man sich dann keinen Stress am Flughafen mit Tankstellensuche machen, um nochmal „voll“ zu tanken.

An der Autovermietung herrschte schon Betrieb und die Rückgabe ging ganz schnell. Beim Öffnen des Kofferraums kam schon ein „Porter“, ein Herr mit Gepäckwagen an und hat unsere Koffer gekonnt auf einen Wagen verladen und ist dann mit uns bis zum Check-In von Airlink gelaufen. Für die Leute, die unter „laufen“ Spazierengehen verstehen, war der ziemlich schnell und wir mussten auch ohne Gepäck schauen, dass wir hinterherkommen. Die Leute leben vermutlich rein vom Trinkgeld und je mehr Fahrten pro Tag, desto besser der Verdienst. Aber wir waren froh nicht ohne Wagen unser Gepäck tragen und rollern zu müssen und den Weg selber suchen zu müssen. Das war durchaus ein paar Rand wert und viel entspannter für uns.

Nachdem wir den ersten Koffer auf die Waage gestellt haben, hat die Dame gemeint, die Tasche hätte aber 22 kg! Ja stimmt, deswegen haben wir auch einen Eco-Tarif mit 30kg Gepäckmenge gekauft? Auf diesen Hinweis hin hat sie noch mal einen Blick in den Computer geworfen und wir konnte alle unsere Taschen problemlos aufgeben. Sie hat sogar noch versucht einen „Lounge-Zugang“ für uns zu organisieren, aber es war ein Internationaler Flug und die Slow-Lounges, mit denen Airlink kooperiert, gibt es dort nicht in Kapstadt im internationalen Terminal, nur bei „national“ (Domestic). Sie hat sich entschuldigt, aber sie kann ja nichts für die Gegebenheiten. Wir kommen ja auch in eine andere Lounge und von denen gab es sogar zwei in einem Terminal mit vielleicht fünf Flugsteigen (alle Bus).

Das mit der Lounge kam uns recht, denn wir hatten noch kein Frühstück (gab es im Hotel erst ab 7:30 Uhr), außerdem mussten wir was essen, am Besten mit Milch, da wir die Malariaprophylaxe beginnen mussten. Früher hat man den „alten“ Wirkstoff wohl eher schlecht vertragen mit vielen Nebenwirkungen, wir waren gespannt, ob wir bei dem aktuellen Wirkstoff etwas merken würden. Die Nebenwirkungen haben wir vorsichtshalber nicht gelesen, denn Statistiken sagen, dass man dann auch häufiger an diesen erkrankt. Die Lounge war nett, wir waren auch eine ganze Zeit die einzigen Gäste und konnten die Ladestationen für die Mobiltelefone und das Notebook ganz für uns nutzen. Das Essen war auch abwechslungsreich und gut. So ging die Zeit schnell herum, und wir konnten in den Flieger nach Victoria Falls steigen.

Auf Wiedersehen in Kapstadt!
Denn wenn es wahr ist, was wir mehrfach gesagt bekommen haben, dann kommt man immer mindestens zweimal im Leben in die Mother City.

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