Dieses Kapitel ist recht kurz… Unser Aufenthalt war ja auch keine 24h lang.
Sonntag, 3. Mai 2026
Im Fritz Manor wurden wir von Rose herzlich in Empfang genommen und sie hat uns mit dem Haus vertraut gemacht.
Rose hat noch einen Mitarbeiter „Ruben“, der für alles unangenehme zuständig ist. Rose kümmert sich um alles angenehme, wie sie uns augenzwinkernd mitgeteilt hat. In Deutschland hatten wir noch die Info bekommen, wir müssen unser Gepäck, das nach Windhuk transferiert werden soll, bis 19 Uhr bereit stellen. Zum Glück hat Rose kurzfristig die Info bekommen, dass die Abholung erst am nächsten Tag um 8 Uhr geschieht, so konnten wir uns für das geplante Abendessen noch aus der „normalen“ Kleidung bedienen, ansonsten wären wir im Safari-Look zum Essen gegangen. Da wir auch nicht sofort die Taschen umpacken mussten, konnten wir noch eine kleine Runde durch die Stadt drehen und einen Cache suchen und auch finden. Für einen weiteren Cache wurde es dann leider schon langsam zu dunkel.
Swakopmund ist schon wirklich besonders, man fühlt sich wie in einer etwas skurrilen Version Deutschlands, da gibt es Bäckereien und Floristen und alles ist sehr aufgeräumt, aber irgendwie halt auch anders…
Sonnenuntergang gab es auch keinen. Es war ausgesprochen bewölkt oder nebelig hier, durch den Ozean. Um nicht zu sagen, dafür, dass wir uns in Afrika befinden, ist es ganz schön kalt und feucht! Wir haben es uns aber nicht nehmen lassen wenigstens einmal ans Meer zu gehen und den Wellen zu zu schauen, vorbei an dem schönen Leuchtturm, dem Museum und der Seebrücke.
Danach haben wir uns den Weg zurück gesucht zum Restaurant im „Hansa Hotel“. Das Restaurant hatte uns Barbara gebucht. Barbara ist Künstlerin in Windhuk, aber ihre Mutter lebt in Swakopmund und sie meinte, wir sollten dort zum Abendessen gehen. Rose war davon nicht so begeistert. Das Hotel wäre zu „deutsch“, aber es wäre anders als in Deutschland, die meisten wären dann enttäuscht, weil es nicht so schmeckt wie in Deutschland. Aber wir hatten nun mal die Reservierung und waren gespannt, was die namibische Interpretation von „Deutschem Essen“ sein würde.
Am Nachbartisch saß schon mal eine Gruppe Deutsche. Wir haben versucht uns unauffällig zu benehmen. Die Speisekarte besteht aus einer Mischung typisch deutscher Gerichte, wie Schnitzel (allerdings vom Hühnchen) und vermeidlich namibischen Grundzutaten mit Europäischer/Deutscher Machart. Wir haben uns für das „Fusion Food“ entschieden. Ein Süppchen aus Kalahari-Trüffeln (die gibt es tatsächlich und sind Knollen, die in der Erde wachsen) und namibische, gefüllte Datteln als Vorspeise und Springbock und Kapseehecht als Hauptspeise. Der Springbock war sehr gut und in einer Parmesankruste gebacken mit Rotkraut und Kartoffelgratin. Der Kapseehecht war paniert und frittiert (als „echter“ Fisch, also kein „Blockfisch“), mit Remoulade und Kartoffelsalat. Es war wirklich Fusion… wobei man sagen muss, das Rotkraut war perfekt gegart und der Kartoffelsalat mit einer hervorragenden Senfvinaigrette angemacht. Springbock hat so einen Geschmack zwischen Rind und Lamm und war sehr zart.
Als Nachspeise haben wir einen (angeblich typisch namibischen) „Don Pedro“ genommen, ein Vanilleeis aufgemixt mit hauseigenem Kaffeelikör und einem Kumquatsorbet.
War alles ein bisschen sehr schnell, aber so kamen wir früher zurück zu unserem Bett, denn wir mussten ja noch die Sachen fertig packen und um 8 Uhr die Taschen fertig vor die Tür stellen.
Montag, 4. Mai 2026
Am nächsten Morgen hat uns der Wecker geweckt. Wir mussten früh aufstehen, wegen der Koffer… Rose hatte uns zwar gesagt, wir dürfen auch noch nach 9 Uhr zum Frühstück kommen und sollen uns erst einmal ausruhen, aber die Koffer… Also haben wir die normale Frühstückzeit (7:30-9:00) nutzen können.
Kaffee und Saft gab es auf einer Anrichte. Zuerst kam ein Joghurt mit Müsli und frischen Früchten. Als wir dieses aufgegessen hatten gab es eine Etagere mit Schinken, Bratwürstchen, Rührei, eingelegten Tomaten, Baked Beans und einen großen Brotkorb. Der Essensfluss riss nicht ab. Wir konnten das alles gar nicht aufessen.
Beim Frühstück hat uns Rose gesagt, die Reiseagentur hätte ihr eine Nachricht geschrieben, wir sollen, wegen des trüben Wetters schon um 9:20 Uhr abgeholt werden. Dann kam aber keiner und Rose hat den Fahrer angerufen. Sie meinte, wenn es doch 10:20 Uhr wird könnte man doch noch mal in die Stadt gehen. Der Fahrer meinte wohl, sie kann uns in die Stadt schicken, aber sie soll uns sagen, wir sollen spätestens bis 10:05 Uhr wieder zurück sein, weil die Abholung wäre zwischen 10:20 und 10:30 Uhr. Verstehe die Logik wer will.
Wir waren dann nicht mehr weg und haben ein wenig Blog geschrieben und uns mit Rose unterhalten, die im Januar ihr B&B schließen möchte, um sich dem Designen einer eigenen Kleiderkollektion widmen zu können. Außerdem will sie erst mal, nach all dem Stress vier Monate durch Europa reisen. Sie war bisher erst einmal in Europa und das war wohl ein echtes Trauma. London: mieses Wetter und schlechtes Essen. Ihrem Vater hat sie bei der Rückkehr nach Namibia gesagt, sie braucht erst mal ein kaltes Bier (obwohl sie eigentlich kein Bier trinkt) und ein Steak und ihr Vater stand wohl mit der Box am Flughafen und hatte Bier und Steak dabei. Aber Verwandtschaft und einige Freunde von ihr leben in Europa verteilt und die will sie dann alle besuchen gehen.
Um 10:20 Uhr kam unser Abholer und hat uns und noch ein anderes Paar zu einem Airstrip irgendwo zwischen Swakopmund und Walvis Bay gefahren. Dort wartete eine Cessna Grand Caravan 208B von Wilderness Air auf uns. Der Pilot (also genau einer, nicht zwei wie man das von den großen Flugzeugen her kennt), ein Neuseeländer, hat zunächst unser Gepäck in den Gepäckfächern unter dem Flugzeug verstaut und dann eine Sicherheitseinweisung gegeben, wo findet man ein Sattelitentelefon und wie öffnet man die Türen vorne und hinten in der Maschine. Insgesamt waren wir sieben (3x Los Angeles, 2x San Francisco und wir zwei) Fluggäste. Fünf für die Lodge in die auch wir wollten, die zwei aus Frisco hatten dann noch einen Weiterflug mit einer anderen Maschine vor sich.
Ist schon spannend mit einer so kleinen Maschine zu fliegen. Man sieht ja alles, weil man Pilot und Instrumente sehen kann und man fliegt nur so ca. 2000-2500m über Grund und hat eine gute Sicht auf den Boden. Zuerst recht kahl und dann wurde es plötzlich erstaunlich grün für eine Wüste. Hier gab es mal kein Catering, nichts zu essen, nichts zu trinken. Aber der Flug von einer Stunde ist wegen der ganzen Eindrücke und wechselnden Landschaften unter uns „wie im Flug“ vergangen. Und dann haben wir auch schon unsere Unterkunft für die nächsten drei Nächte entdeckt. Der Pilot hat eine Platzrunde gedreht und ist dann sicher und sanft auf dem Airstrip unweit der Lodge gelandet.
Angefangen hat alles, als uns der Wecker um 5 Uhr am Samstag morgen (viel zu früh für uns) aus dem Schlaf gerissen hat. Zum Glück war schon alles gepackt und erledigt, so dass wir nur noch letzte Dinge verstauen mussten und dann konnte es auch schon los gehen. Katjas Onkel Schorsch war so nett uns zu noch nachtschlafender Zeit nach Frankfurt an den Flughafen zu fahren. So früh war der Verkehr noch gering und wir waren sehr schnell dort.
Frankfurt – Budapest
Am Check-In der Lufthansa haben wir dann versucht unser Gepäck aufzugeben… Die Dame war leider noch nicht so erfahren und hat die Bandarolen nur bis Budapest ausgedruckt bekommen. Auch ein hinzugezogener Kollege hat es selbst mit Tricks nicht geschafft, das Routing der Koffer noch einmal zu ändern… Da wir in Budapest genug Zeit eingeplant hatten, haben wir es dann dabei belassen.
Dank Kreditkarte sind wir in Frankfurt in die erste Lounge gekommen. Der erste Kaffee des Tages war damit schon einmal gesichert, aber mehr als ein Croissant und ein wenig Rührei und Birchermüsli waren nicht drin. Das Rührei war wenigstens gut gewürzt, fast zu salzig.
Das Abfluggate (A05) war nicht weit weg, dort brachte uns ein Bus zum Flieger. Aber man musste eine große Treppe hinuntersteigen und oben stand eine ältere Dame, die eigentlich einen Begleitservice-/Rollstuhl-Schein in der Hand hielt, aber niemand war zu sehen. Der Dame haben wir dann noch geholfen ihr Handgepäck die Treppe runter zu schleppen in den Bus, dort wieder heraus und einen anderen Passagiert zu überrumpeln, der den Koffer die Treppe zum Flugzeug mit hinaufgenommen hat. Busgates, wenn man nicht laufen kann, sind schon eine ganz besondere Herausforderung.
Im ersten Flug gab es dann auch erst mal was zu essen… Ein Frühstück, bisschen Käse, Wurst, so was ähnliches wie ein Joghurt mit Erdbeersoße. Wir haben uns aber nur eine Portion geteilt. Schließlich war klar, dass es noch mehr Essen geben würde.
Damit ging der Flug ganz zügig vorbei und wir sind auch schon in Budapest gelandet. Da unser Gepäck nur bis hierher eingechecked war, mussten wir uns nun auf die Suche nach dem Gepäckband machen. Nachdem wir der dürftigen Beschilderung versucht haben zu folgen, fiel uns wieder ein, dass wir vor 2 Jahren hier schon mal herumgeirrt sind. Wurde beim zweiten Versuch allerdings auch nicht besser. Am Band standen wir dann und warteten auf unser Gepäck. Und wir warteten… Irgendwann zeigte der Monitor „all baggage delivered“ an. Da stieg dann mal kurz der Blutdruck, bis unsere Taschen als letzte dann doch noch um die Ecke fuhren. Glück gehabt.
Budapest – Zürich
Dann raus, den Weg zum Check-In (genau so „gut“ ausgeschildert wie die Gepäckausgabe) gesucht, gefunden und unser Gepäck wieder aufgegeben. Diesmal mit Zielort Johannesburg. Wenigstens in Zürich nicht noch mal zittern, aufsammeln, raus, durch die Sicherheitskontrolle wieder rein etc. Damit konnten wir uns entspannt in die Lounge Nr. 2 setzen. Klein, eng, aber eine erstaunliche Essensauswahl. Also wieder was essen. War ja jetzt inzwischen so um den Mittag. Es gab eine große Auswahl an ungarischem Wein, Sekt und auch viele Spirituosen. Softdrinks, Wasser, Saft sind hier wohl eher unbeliebt und nur sehr ausgewählt zu bekommen.
Der Weg zum Gate war ganz okay, der Flieger war eine schnuckelige Embraer 195 von Helvetic. Das Boarding ging zügig und weil der Flieger nicht so groß war, saßen wir hinter und nicht nebeneinander. Echt ein Vorteil, zwei Fensterplätze. Und die Sicht auf den Boden war phänomenal. Normal schaut man sich nur die Wolken von oben an, aber heute war es wolkenlos und die Luft ganz klar, so dass man wirklich alles auf dem Boden erkennen konnte und auch noch eine gute Fernsicht hatte. In Österreich konnten wir nur rätseln, aber als wir etwas nördlich vom Chiemsee vorbeigeflogen sind, hat man doch einiges wiedererkannt, das Inntaldreieck, den wilden Kaiser, Kochel/Walchensee, Tegernsee bis hin zum Bodensee. Wie schnell das geht… Im Auto ist man gefühlt ewig für die Strecke Chiemsee-Bodensee unterwegs. Und mit dem Bodensee war man auch schon gleich in Zürich mit sanfter Landung.
Nicht zu vergessen, dass es was zu essen gab… Swiss hat im Vorfeld mit Emails genervt, man soll sich (gefälligst) was aussuchen… So hatte Katja einen Chicken-Ceasar-Salat und Stefan Thunfisch-Tataki mit Kimchi-Erbsen, Erbenmousse und Wasabi-Mayonnaise.
Zürich – Johannesburg
Zum Glück mussten wir uns hier nicht um unser Gepäck kümmern. Wir waren nur etwas verloren, wohin genau wir jetzt gehen sollten und haben eine „Transfer-Schalter“ gefunden mit einem netten Herrn, den wir nach dem Weg fragen konnten und ob Terminal A oder E besser geeignet ist (von der A-Lounge wird man zum Flieger gefahren, von E muss man selber laufen…). Er meinte: immer E nehmen. Auf die Frage „wie kommt man da hin?“ hat er uns die Richtung gezeigt und gemeint, „das ist auch nicht weit“. „Nicht weit“ ist relativ… Vielleicht ist in einem Land der Berge alles „nicht weit“, was nicht durch einen Berg voneinander getrennt ist. Wir waren gefühlt ewig unterwegs und mussten auch noch den Verbindungszug nehmen, sind dann aber wohlbehalten und verschwitzt in der E-Lounge angekommen.
Die freundlichen Mitarbeiter der Swiss-Lounge haben uns erst einmal auf die Terrasse mit Blick auf das Vorfeld platziert. Das Wetter war wunderbar, nicht zu warm, nicht zu kalt, kaum Wind. So kann man es aushalten. Uns wurde ein „Prosecco rosé“ angeboten als Drink. Passte zum Wetter und wir haben akzeptiert. Der Prosecco war natürlich kein Prosecco, sondern nur so eine von diesen französischen Prickelbrausen aus der Nähe von Reims. War aber auch sehr gut und süffig, da will man ja auch nicht meckern ;).
Bei der Ankunft in der Lounge hat uns ein netter Mitarbeiter erklärt, es gäbe auch Duschen und man hätte die Möglichkeit eines von zwei Zimmern für max. 5h zu reservieren, um sich ein wenig hinzulegen. Nach dem Glas Champagner hatten wir auf alle Fälle eins nicht: Hunger. Wir wissen nicht so genau warum, aber uns war grad nicht nach Essen, obwohl uns immer was angeboten wurde. Wir hatten ja Zeit und haben das Thema „Essen“ auf so 19:30 Uhr verschoben. Katja wollte ein Nickerchen machen und duschen. Auf Nachfrage, ob man das Angebot von einem Bett nutzen könnte, entpuppte sich die „Gelegenheit zu einem kurzen Nickerchen“ nicht um eine Liege oder ähnliches, sondern bestand aus einem voll ausgestattetem, schicken Hotelzimmer namens Montreux mit Doppelbett, Toilette und Dusche. Alles modern, hell und super ausgestattet, auch mit allem was man zum duschen braucht, Zahnbürste/Zahnpaste inklusive. Das haben wir dann beide genutzt… Hört sich dekadent an… Genau das ist es auch. Aber so kann man sich zwischen aufstehen und Abendessen noch einmal frisch machen und was Unverschwitztes anziehen.
Gut ausgeruht und erholt haben wir uns zum Abendessen begeben. Eine tolle Speisekarte, auch mit einem 7 Gänge Degustationsmenü mit korrespondierenden Weinen und vielem weiteren mehr. Wenn man jetzt noch großen Hunger hätte, könnte man sich da echt durchessen, den hatten wir aber (leider) noch immer nicht. So mussten wir uns für ein paar wenige Gerichte entscheiden. Die Dame vom Service wollte uns zu noch mehr überreden., aber mehr als Vorspeise (2x Tartar mit Trüffel-Chips) + ein geteilter Salat, Hauptspeise (Züricher Geschnetzeltes und Käse-Fondue) gingen wirklich nicht. Für den Fall. dass wir es noch nicht erwähnt hätten, auf dem nächsten Flug gibt es übrigens auch wieder was zu essen… Nachspeise war schon zu viel. So musste der Zwischengang vom Menü, ein Holundersorbet mit korrespondierendem Wein und ein paar Pralinen mit Espresso ausreichen.
Die Lounge ist fast am Ende des Terminals untergebracht. Ein Blick ins Internet zeigte uns, das die Abflüge der letzten zwei Wochen alle zwischen Gate E51 und E56 stattgefunden haben. Wir dachten zunächst die Lounge wäre auf der Seite der hohen Nummern. Um 20:40 Uhr wurde das Gate für unseren Flieger bekanntgegeben. Also wenn wir in der Schweiz davon reden, dass da steht, um 20:40 Uhr erfolgt die Bekanntgabe, dann erfolgt exakt um 20:40 Uhr die Bekanntgabe. Gate E22. Sollten wir dann früher aufbrechen? Wir haben eine Dame in der Lounge gefragt, wie lange wir denn brauchen würden… Die Antwort war überraschend: „Wir sind bei Gate E27, E22 ist nur ein paar Schritte weiter“ und „wenn Sie hier um 10 vor 10 losgehen, reicht das locker“. Wir haben uns dann doch in der Aufregung ein paar Minuten früher auf den Weg gemacht, was auch nicht so schlecht war, denn wir haben erfahren, dass man noch einen „Dokumentencheck“ benötigt und einen „blauen Stempel“ auf der Bordkarte. Und an dem „Kiosk“ für den Stempel stand eine lange Schlange. Es standen da zwei Flughafenmitarbeiter, einer für Economy mit langer Schlange und einer für den Rest. Mit der kurzen Schlange neben dran, waren wir schneller, hat aber trotzdem die Economy-Schlange aufgehalten.. Es gab von diesem „blauen Stempel“ nur exakt einen, der abwechselnd hin- und hergereicht wurde, was die Prozedur jetzt nicht beschleunigt hat.
Wir mussten aber nur kurz beim Boarding anstehen, da es sehr schnell los ging. An Board gab es erst einmal einen Begrüßungsdrink (wieder einer dieser französischen „Proseccos“…), alles Gepäck verstaut und schnell getrunken, denn da kam schon die Ansage aus dem Cockpit „Cabincrew, expect a very short taxitime“ und dann ging es auch schon los zu unserem nächsten Flug.
Wir brauchen nicht zu erwähnen, dass es nach dem Start was zu essen gab. Wir hatten unvorsichtiger Weise etwas zu essen bestellt (weil Swiss per Email genervt hat, ihr wisst schon…). Wir konnten beim besten Willen aber nicht mehr viel essen und haben uns nur für eine kleine Portion des Swiss-Lachses entschieden und unser Essen anderen überlassen. Die Stewardess meinte, der Pilot würde sich freuen. Danach haben wir uns hingelegt und echt gut geschlafen mit dem monotonen Rauschen und dem leichten Schwanken des Flugzeugs.
Sonntag, 03.05.2026
Nach dem Aufstehen und Frischmachen in der engen Bordtoilette gab es: (wer kann es erraten???) was zu essen. Wir hatten uns schon am Abend vorher je einen Bagel „Benedict“ reservieren lassen, den wir nun bekommen haben. Dazu hätte es noch eine Auswahl Wurst und Käse, diverse Marmeladen, Joghurts, Rührei und noch mehr gegeben. Wir haben uns unvorsichtigerweise zu einem Birchermüsli zum teilen hinreißen lassen, war aber leider auch schon zu viel. Es gab so viele gute Sachen, schade, dass man nicht alles essen kann.
Ankunft JNB
Nach der Landung in Johannesburg standen schon Helfer am Ausgang der Maschine, um uns in Empfang zu nehmen. Die Dame hat uns durch die Passkontrolle für Diplomaten und Passagiere mit Assistenz geführt, an allen Schlangen vorbei, hat uns mit dem Gepäck geholfen, uns zum Airlink-Schalter gebracht, damit wir unser Gepäck für den Flug nach Walvis Bay aufgeben konnten.
Auf dem Weg durch den Flughafen hat uns die Dame noch gefragt, ob wir eine Lounge nutzen können. „Nur“ durch unsere Karten kamen vier (!) Lounges im Terminal in Frage. Sie wollte uns dann noch die zwei nächsten zum Gate zeigen. Beim Check-In bei Airlink, sagte die Dame dann noch zu unserem Erstaunen, dass auch in unserem Economy-Tarif Loungezugang inkludiert wäre. Das war eine weitere Lounge. Wir dachten dann, wir können uns die ja mal anschauen und ggf. noch wechseln. Aber wie wir ankamen, hat sich die Lounge von außen schon toll und modern präsentiert. An der Rezeption hat die Dame dort unsere Bordkarten gescannt und uns erklärt, sie hätten 15 min kostenlose Massage im Angebot und es gäbe noch zwei Termine bis zu unserem Flug. Da konnten wir nicht nein sagen und so haben wir die Lounge nicht mehr gewechselt. Es war auch nicht notwendig. Es gab einfach alles. Eine Bar mit Alkohol und Kaffee, Wein, eine Riesenauswahl an Softdrinks, Essen in kalt (inkl. einer großen Platte Räucherlachs) und warm. Und wir konnten nichts mehr essen, was für ein Jammer. Kurz vor 12 wurde dann noch mal umgebaut von Frühstück auf Mittagessen. Das war einfach überwältigend und unerwartet. Die Massagen waren sehr entspannend nach dem langen Sitzen und Taschenschleppen durch die Flughäfen und extrem willkommen.
JNB hat sich seit unserem letzten Besuch hier 2012 sehr verändert, es ist alles sehr chic geworden und es hat irre viele Geschäfte, immer abwechselnd Klamottenläden und Afrikaläden. Da sind wir auf dem Weg zum Gate an einigen vorbei gekommen.
Johannesburg – Walvis Bay
Die Maschine nach Walvis Bay war recht klein. Eine Sitzreihe links, eine Doppelreihe rechts. Insgesamt waren nur ca. 15 Passagiere an Bord. Den Passagieren in den Reihen eins und zwei wurden Aufgaben bei einer Notlandung zugewiesen. 1A muss den Notausgang vorne links öffnen, 2A den Notausgang vorne rechts und allen anderen helfen die Maschine zu verlassen. 2F ist dafür zuständig die Stewardess zu retten, wenn sie sich verletzen sollte. Kleine Flieger sind halt „anders“. Es gab diverse Getränke, sogar Wein weiß und rot. Und natürlich (make an educated guess) was zu essen. Angekündigt wurde Hühnchen mit Nudeln, Rindfleisch mit Nudeln und „vegetarisch in begrenzter Anzahl“. Wir haben, da wir nicht wussten was uns erwartet, einmal Huhn und einmal Rind genommen. Es handelte sich um Hühnchen gegart mit einer Sweet-Chili-Soße und etwas ähnliches wie durchgegartes Roastbeef mit einer Art Remoulade. Konnte man essen, erstens weil es gut war, zweitens: es war zum Glück sehr wenig. Dazu gab es noch „Pyramidencracker“ und ein Karamell-Schokoladen-Bonbon (pappt wie sau).
Der Anflug erfolgte über Botswana und die Namib. Beim Landen hatte man das Gefühl der Flieger landet jetzt mitten in der Wüste. Aber zum Schluss tauchte doch noch 1-2 Sekunden vor dem Aufsetzen die betonierte Landebahn auf.
In Walvis Bay sind wir auf dem zweitgrößten Flughafen von Namibia gelandet. „Zweitgrößter“ ist für unsere Verhältnisse ziemlich klein. Man läuft ein ganzen Stück über das Vorfeld um zum Terminal zu gelangen. Dort erwartet einem ein Mitarbeiter des Flughafens und man muss sich für eine Körpertemperaturmessung auf ein mit Klebeband auf den Boden angebrachtes Kreuz stellen. Danach geht zum Einreiseschalter und Passkontrolle. Der Beamte war nett und mit den nur wenigen Fluggästen an Bord ging das ganze auch sehr schnell. Gepäck war auch alles schon auf dem Kofferband und man musste alles was man dabei hatte, also Koffer und Handgepäck durchleuchten lassen. Die Mitarbeiter an der Station waren auch außerordentlich freundlich und haben uns geholfen die Taschen auf Gepäckband zu wuchten und am andere Ende haben sie uns alles auf einen Kofferwagen aufgeladen.
Walvis Bay – Swakopmund
Draußen hat uns ein Mitarbeiter von der dortigen Reiseagentur in Empfang genommen und uns nach Swakopmund zu unserem Bed and Breakfast gefahren. Die Fahrt dauerte ca. eine halbe Stunde, unterwegs gab es noch eine Polizeikontrolle, die anscheinend immer zu langen Wochenenden stattfindet (Montag der 4. Mai ist in Namibia Nationalfeiertag). Unser Wagen wurde aber durchgewunken. Die Straße nach Swakopmund war geteert, die Straßen in Swakopmund sind mehrheitlich einfach nur festgefahrener Sand.