Der Flug war ruhig, es gab (wie immer bei Airlink) beim Essen die Auswahl zwischen Huhn mit Nudelsalat und Rind mit Nudelsalat und eine begrenzte Anzahl einer nicht näher definierten vegetarischen Option. Wir hatten jetzt zum vierten Mal in knapp 5 Wochen Rind und Huhn von Airlink, jedes Mal ein wenig anders, jedes Mal schmeckten die Beilagen anders, immer andere Soßen, aber immer richtig gut. Das Rind auf diesem Flug kam als Bobotie, einem scharf-süßen, würzigen Hackfleischauflauf auf den Klapptisch. Das hätte auch eine große Portion sein dürfen.

Wir wissen nicht, wie sich Airlink selbst sieht und positioniert auf dem Markt, aber sicher nicht als Billigfluglinie. Es gibt immer was zu trinken, inkl. Wein, Bier und Softdrinks, es gibt immer was zu essen, mit unserem Economy(!) Ticket mit der 30kg Gepäckerlaubnis gäbe es sogar Zugang zu den Slow-Lounges, die richtig gut sind (siehe Kapitel 1, leider gab es nur eine in Johannesburg. Kapstadt besitzt nur eine für nationale Flüge, Maun und Windhoek sind einfach zu klein, die haben keine). Airlink ist laut Internet seit 2021 die zweitgrößte Fluggesellschaft in Afrika nach Anzahl Flügen und die drittgrößte, wenn es um Passagierzahlen geht. Wir können sie nur empfehlen.

Die Landung in Johannesburg war sanft und der Flieger wurde auf dem Vorfeld geparkt und die Passagiere mit dem Bus abgeholt. Bei den kleinen Fliegern passen alle problemlos in einen der großen Flughafenbusse. Dieser fuhr dann zum Terminal und hat uns vor der Einreisekontrolle ausgespuckt. Die Fluggäste trennten sich dann auf in zwei Bereiche, den für einheimische und welche die dort dauerhaft wohnen und die „mit anderem Pass“. Hier haben wir schon zweimal in unserem Leben gestanden. Einmal in 2012, da waren vor uns eine 747 aus Hong Kong gelandet und alle standen vor uns, mit den normalen Problemen die dann so auftreten, Sprachbarriere und Visumprobleme und vor fast 5 Wochen, als wir hier in Afrika für diese Reise eintrafen und Menschenmassen hier anstanden. 2012 mussten wir geduldig warten, am 3.5. haben sie uns durch die Diplomatenpasskontrolle gelotst. Jetzt kamen wir wieder ganz normal zum Anstehen in der allgemeinen Schlange hier an. Und diese richtig große Halle mit vielen Schaltern, in die Passagiere von mehreren Überseefliegern passen, war absolut leer. Wir 14 Personen mit „anderem“ Pass standen verloren in den Anstehbarrieren, die die Leute im Zick-Zack leiten sollten. Ein Schalter war besetzt und gleich kam ein Grenzbeamter hat die hinteren sieben Passagier (da standen auch wir) abgezählt und gesagt: mitkommen!. Dann sind wir zu seinem Schalter gegangen und die Einreise hat nur ganz wenige Minuten gedauert (Stempel in den Pass), schneller als der Bypass durch den Diplomatendurchgang vor ein paar Wochen. Als wir dann am Gepäckband ankamen, hatte ein Flughafenmitarbeiter schon alle Gepäckstücke vom Band genommen und sauber aufgereiht. Wir mussten nur noch zugreifen und alles auf einen Gepäckwagen laden. Bei der Zollkontrolle wurden wir direkt zum Ausgang geschickt und mussten nichts durchleuchten lassen. Hat noch mal Zeit gespart.

In der Ankunftshalle vom O. R. Tambo International Airport gibt es an einem Denkmal von Oliver Reginald Kaizana Tambo. An diesem Denkmal gibt es einen Virtualcache und man muss ein paar Fotos dort machen, um zu beweisen, dass man auch dort war. Wir mussten ein wenig warten, da drei Nonnen erst noch Bilder von sich mit der Statue machen wollten. Nachdem wir unsere Bilder schießen konnten, ging es mit dem Aufzug hinauf in die Abflugebene. Während wir in Maun, in dem kleinen Flughafen Hilfe hatten, den nicht übersehbaren Check-In Schalter zu finden, war das hier eine ganz andere Größe. Hier kann man minutenlang an Reihen von Checkin-Schaltern vorbei laufen und ist immer noch nicht am Ende der Halle angekommen. Nachdem wir schon einige Minuten in eine Richtung gelaufen sind, haben wir einen Flughafenmitarbeiter gefragt, wo denn der Checkin für Swiss ist und er hat gemeint, immer weiter, kurz vor dem Ende. Zumindest waren wir grundsätzlich richtig, mussten aber unsere Taschen noch ein Stück weiter schieben. Wir haben aber unterwegs noch mal nach dem Weg gefragt, aber die Antwort war praktisch die gleiche: immer weiter bis zum Ende. Aber wir sind dann doch irgendwann endlich angekommen und haben den richtigen Eingang bei dem Bänderwirrwarr, der die einzelnen Anstehreihen trennt, gefunden. Hier konnten wir unser Gepäck umsortieren und das bei Airlink noch aufgegebene Gepäck in Handgepäck zur Mitnahme an Bord und dem Fotostativ trennen. Damit waren wir wieder bei vier Gepäckstücken, eins wurde halt ziemlich klein. Die Dame war zum Glück sehr erfahren und für sie war es kein Problem unser Gepäck bis Frankfurt durchzuchecken. In Frankfurt hatten wir jemanden in Ausbildung erwischt und wir mussten in Budapest unser Gepäck abholen und neu aufgeben, wieder durch die Sicherheitskontrolle… Das wollten wir auf dem Rückweg vermeiden und es hat soweit auch funktioniert, was das aufgegebene Gepäck angeht. Nachdem wir zuletzt die Tasche mit dem Stativ auf die Wage gelegt haben, hat die nette Dame am Schalter noch mal nachgefragt, ob wir wirklich nur 4 Gepäckstücke aufgeben wollten, ja das kleine da ist das letzte. Dann bekam die Stativtasche (ganze 2,5kg schwer) noch ihren Gepäckanhänger und verschwand im Bauch des Flughafens.

Ein Herr von der Gesellschaft, die den Checkin für die Lufthansa Gruppe in Johannesburg abwickelt, hat uns zur Sicherheitskontrolle gebracht und uns einen Weg an den Massen an Leuten vorbei gebahnt. Ebenso bei der Ausreisekontrolle (wieder Stempel), damit waren wir schon mal im Abflugbereich angekommen. In Maun hatten wir noch im Internet geschaut, was der Okavango Gin in Deutschland kostet. Dabei kam auch eine Seite, dass es den Gin auch in Südafrika im Big Five Duty Free zu kaufen gäbe. Preis war zwar ein Stück höher wie in Botswana, aber immer noch sehr viel billiger als bei uns in Deutschland. Da wir nicht mehr Flaschen in das aufgegebene Gepäck bekommen hätten und keine Flasche im Handgepäck mitnehmen dürfen, war die Idee in Johannesburg im Duty Free noch zwei Flaschen zu kaufen, das ist nach der Sicherheitskontrolle und man hat nicht dieses „max. 100ml in einem Zip-Lock-Beutel“ Problem. Wir haben den Herrn, der uns durch die ganzen Kontrollen geführt hat, darauf angesprochen, dass wir gerne noch den Gin kaufen würden. Er meinte „kein Problem“ und ist mit uns in den Duty Free und hat gleich einen dortigen Mitarbeiter angesprochen, so hatten wir in kürzester Zeit unsere Flaschen. Jetzt wäre noch ein echtes Biltong gut… Auf die Frage, ob die auch Biltong haben hier, meinte er, da gibt es einen besseren Laden, der das anbieten würde. Also erst mal die Flaschen bezahlt, die wurden in einer dieser Duty Free-Tüten versiegelt und wir sind dem Herrn weiter gefolgt zu einem kleinen Eckladen, der eine große Auswahl an Biltong angeboten hat. Wir haben einige Sorten mitgenommen und mussten noch eine Tasche dazu kaufen, um alles zu transportieren und schon hatten wir noch ein Handgepäckstück mehr dabei.

Nachdem wir alles zusammen hatten, was wir noch mitnehmen wollten, wurden wir in die Lounge von South African Airways geführt. Die hatte schöne Plätze in gemütlichen Sesseln mit Blick auf das Vorfeld, mit dem ganzen Treiben um die Flugzeuge, die abgefertigt wurden. Ein Herr aus der Lounge kam sofort, um zu fragen, was wir trinken möchten. Die Lounge verfügte über eine sehr große und schöne Bar in der Mitte des Raumes. Inzwischen war es schon spät genug für zwei Gin und Tonic. Es war sehr angenehm hier zu sitzen und der ganzen Logistik rund um die Flugzeuge zuzuschauen. Es gab auch ein Buffet mit kalten und waren Speisen, Salaten und vielem mehr. Wir haben ein paar Kleinigkeiten durchprobiert, war ganz gut, was es hier gab. Als „Nachspeise“ war dann noch ein Kaffee mit Amarula recht, das war hier ein Cappuccino mit einem kräftigen Schuss Amarula. Die Mischung aus Espresso, Milch und Amarula kann man sich merken, das passt sehr gut zusammen. Haben wir schon erwähnt, stimmts?

Als es dann Zeit wurde für das Boarding, wollten wir in Richtung Gate gehen, sind aber von der Rezeption der Lounge aufgehalten worden, unser Abholer wäre noch nicht hier, würde aber gleich kommen. Es hat auch wirklich nicht lange gedauert, bis eine Dame kam und uns und noch zwei Gäste abgeholt und uns den Weg zum Gate gezeigt hat. Das praktische war, dass wir so nicht lange im Terminal rumstehen und warten mussten, bis wir einsteigen durften. Wie wir an unseren Plätzen angekommen sind, haben wir ein vertrautes Gesicht gesehen. Ein Flugbegleiter hier an Bord, der auch schon auf dem Hinflug mit dabei war und wir hatten uns damals schon ganz nett unterhalten. Welch schöne Überraschung am Ende des Urlaubs, bekannte Gesichter wieder zusehen. An Bord gab es erst mal ein Glas Wasser und ein Glas Sekt, dazu ein paar Blätterteigstängelchen, die sehr gut geschmeckt haben und wir uns haben sagen lassen, die wären von Sprüngli. Anschließend gab es noch einen Happen zu Essen, irgendwas aus Gemüse mit Spargel, ein kleines Stückchen Roastbeef und ein Ministück Hummer. Der Flieger war sehr pünktlich, das hieß wir mussten schnell machen, da die Türen schon geschlossen wurden und wir dabei waren zurückgeschoben zu werden. Auch die Flugbegleiter mussten sich sputen alle Teller und Gläser noch schnell vor dem Start einzusammeln und dann ging es auch schon los. Fluffy durfte mit vor ins Cockpit. Die nette Flugbegleiterin, die das ermöglicht hat, hat sich unser Smartphone ausgeliehen, um noch ein Foto von ihm zu machen, da waren wir schon auf knapp 10.000 m Höhe. Hat der immer ein Glück, wir dürfen nie ins Cockpit (das letzte Mal durften wir 2002 auf einem Flug Wien-Montreal, aber wegen 9/11 wurde das bei allen Airlines verboten).

Die Abflugzeit kurz vor 20 Uhr ist zum Essen im Flieger wesentlich angenehmer als die in Frankfurt kurz nach 23 Uhr. Auf dem Herflug haben wir nichts mehr gegessen in der Nacht (außer einem Stück Lachs), weil es einfach viel zu spät war. Da hatten wir das Essen auf das Frühstück verschoben. Heute war es zeitlich perfekt und wir konnten uns was schönes aus der Speisekarte aussuchen. Ohne den Swiss-Lachs geht es gar nicht, der ist einfach immer wieder gut, dazu ein Salat und als Hauptspeise Fisch und Tortellini. Nicht umsonst gewinnt Swiss immer mal wieder den Preis für das beste Essen an Bord eines Flugzeugs. Es gab zwar eine Weinkarte, aber es war gerade Weinwechsel und die Weine aus der Karte waren nicht auf dem Rückflug geladen, so gab es noch die Weine, die wir vom Hinflug kannten, das war aber nicht weiter tragisch. Es hätte auch noch einen Malva-Pudding gegeben (südafrikanische Spezialität), aber außer ein paar wenigen Pralinen passte einfach nichts mehr in uns hinein. Nicht mal mehr ein Digestif hatte noch Platz. Wir mussten auch schlafen gehen, schließlich war die Landung schon für kurz nach 6 Uhr vorgesehen. Auf die Frage, wann wir geweckt werden wollen, wegen Frühstück, haben wir dankend auf das Frühstück verzichtet. Sonst wäre wecken irgendwo zwischen 4 Uhr und 4:30 Uhr gewesen, aber das ist nicht unsere Frühstückszeit.

Der Flug war ruhig und man konnte gut schlafen.

Um 5 Uhr waren wir dann wach und die Flugbegleiterin meinte, wenn wir Frühstück haben wollten, sollten wir uns beeilen, wir wären fünf Minuten zu früh. Das „zu früh“ hat sie sehr betont. Es wirkte ein wenig aufgebracht, als wenn „zu früh“ auch unpünktlich ist und Unpünktlichkeit ist nichts für Schweizer. Später haben wir erfahren, ein Problem der zu früh eintreffenden Interkontinentalflüge ist, dass diese erst nach 6 Uhr in Zürich landen dürfen. Sind die zu früh, müssen die kreisen und warten bis es spät genug ist und das Nachtflugverbot nicht mehr gilt. Wir haben uns auf eine Tasse Tee und einen Orangensaft beschränkt, denn der Sinkflug begann tatsächlich bald und wir mussten auf unseren jeweiligen Sitz zurück und uns anschnallen. Dazu muss man wissen, Swiss hat hier einen „Gästesitz“ gebaut, damit man sich zu zweit beim Essen gegenübersitzen kann. Man hat zwar den Bildschirm vom Entertainment-System im Rücken, statt einem Polster, aber dafür einen Sicherheitsgurt und kann bei Turbulenzen dort sitzen bleiben. Die haben sogar die Anzeigen für Rauchverbot und Anschnallen in beide Richtungen eingebaut in das Deckenpanel, so dass man auch auf dem Gästesitz diese sehen kann, ebenso wie eigenen Leselampen.

Wir sind dann doch richtig pünktlich um 6:15 Uhr gelandet. Am Gate wurden wir abgeholt und mit einem kleinen Bus zur Passkontrolle gefahren. 2022 aus den USA kommend, brauchten wir nur die Passkontrolle zu durchlaufen. Den afrikanischen Flughäfen traut man wohl nicht so richtig, obwohl in Johannesburg nichts zu beanstanden gewesen wäre bei der Sicherheitskontrolle, die schienen geschult und streng zu sein. Auf jeden Fall mussten wir mit unserem ganzen Handgepäck erst mal durch eine Sicherheitskontrolle. Das heißt auch, mit unseren zwei Flaschen Gin. Die Frage „haben sie Flüssigkeiten dabei“ mussten wir bejahen (Zahnpasta und Duschgel waren sowieso mit im Handgepäck), auch die Sache mit „Gebinde über 100ml“. Die Sicherheitsleute haben sich aber zum Glück nur die Tüte und den Kassenzettel angeschaut, die war immer noch versiegelt und somit erlaubt. Puh, das war so nicht geplant und ein bisschen aufregend, ob das funktioniert oder Ärger gibt. Zwei Flaschen Gin (ohne Tonic) schnell noch auszutrinken in der Früh wäre hart geworden.

Danach hat uns ein weiterer Mitarbeiter von Swiss in die Lounge geführt, diesmal die A-Lounge, die vor allem für Schengen-Flüge vorgesehen ist. Wir bekamen einen Zettel mit Zeitpunkt, wann wir uns wieder an der Rezeption für den Weiterflug einzufinden hätten. Danach haben wir uns einen Platz gesucht, da wir nicht im Flieger gefrühstückt haben, wollten wir das jetzt hier nachholen. Die Lounge verfügt auch über fünf Duschen. Da diese ggf. belegt oder reserviert sind oder erst wieder gereinigt werden müssen, wollten wir uns frühzeitig anmelden. Es waren gerade zwei Duschen noch frei. Wir haben uns dann eine geteilt, damit noch jemand die Chance hat die letzte, verbliebene Dusche zu nutzen. Es war auch kein Problem ein zweites Handtuch zu bekommen. Das war angenehm nach dem ganzen Kofferschleppen und den zwei Flügen sich frisch zu machen und frische Sachen anzuziehen, die wir extra dafür im Handgepäck mitgenommen haben.

Danach ging es frisch geduscht zum Frühstück. Auch hier gab es ein Egg Benedict, allerdings eher als Egg Florentine, denn man konnte das mit ein paar kleinen Stücken vom Swiss-Lachs und Spinat bestellen. Dazu noch ein Bircher Müsli, ist schließlich gesund und eine Schweizer Spezialität. Hier ist es aber auch besonders gut.

Um an diesem Blog weiter zu arbeiten, sind wir dann umgezogen in eine Sitzgruppe mit Stromanschluss. Leider hat das mit den Steckdosen und Adaptern nicht so richtig funktioniert und damit fehlte dem Notebook der Strom und wir sind nicht so weit gekommen, wie gedacht. Damit hatten wir etwas Zeit und konnten uns auf dem Flughafen die Beine vertreten. Wir hatten auf dem Flug hierher diese genialen Sprüngli-Stängelchen und hatten gedacht, dass es die vielleicht hier gibt. Mitten im Beriech mit den Geschäften gab es hier tatsächlich einen Sprüngli Laden und die hatten auch die Gebäckstangen. Wir haben ein paar mitgenommen, der Preis ist aber schweizerisch und astronomisch.

Da das Essen hier in der Schweiz richtig gut ist, haben wir noch ein schnelles Mittagessen eingeschoben. Mittagessen gab es erst ab 11 Uhr und wir mussten aber um 11:50 Uhr schon wieder weg. Aber die Küche hat das exzellent hinbekommen mit Vor- (Tartar und Salat) und Hauptspeise (Risotto und Burger) und alles vor 11:50 Uhr.

Knapp vor 11:50 Uhr sind wir wieder zur Rezeption und wurden dann zusammen mit einem weiteren Fluggast zu unserem Flieger nach Budapest gefahren. Eigentlich hätte heute Helvetic mit einer Embraer 195 fliegen sollen, aber wir hatten vor ein paar Tagen schon eine merkwürdige „Ihre Sitzplätze haben sich geändert“ Meldung bekommen mit den gleichen Sitzplatznummer wie vorher. Das Rätsel um die gleichgebliebenen Sitzplätze löste sich auf, als wir an der Maschine, die eine Parkposition auf dem Vorfeld hatte, ankamen. Die hatten das Fluggerät getauscht. Statt Helvetic flog nun Swiss selbst nach Budapest mit einem Airbus A220 (kein Schreibfehler, den gibt es wirklich). War unser erster Flug mit einem A220, wir wussten gar nicht, dass es diesen Typ überhaupt gibt. Bei der Embraer von Helvetic waren die Sitze mit zwei links und zwei rechts angeordnet. Bei der A220 waren es zwei links und drei rechts. Daher ergaben sich wohl die Sitzplatzänderungsmeldungen und da wir links saßen und sich damit die Sitzanzahl nicht geändert hat, kam diese komische Meldung ohne eine wirkliche Änderung. Auch auf diesem Flug durfte Fluffy als einziger mit ins Cockpit und hat auch wieder ein Foto davon bekommen.

Für diesen Flug hatten wir uns ein Essen vorbestellt. Weniger weil wir Angst hatten zu verhungern, mehr weil Swiss per Emails genervt hat, man soll das machen. Eigentlich hatten wir genug gegessen, aber jetzt hatten wir das schon vorbestellt und konnten nicht aus. Es waren zum Glück nur kleine Portionen und die waren auch noch sehr gut. Die Sicht war nicht so gut wie beim Hinflug, aber gut genug, um die Landschaft zu erkennen. Wir waren etwas weiter südlich unterwegs als vor einem Monat, damit hatten wir eine gute Sicht auf die landschaftlichen Details, die wir auch auf dem Hinflug gesehen haben, Bodensee, die Seen südlich von München, Wendelstein, Wilder Kaiser, Königssee und vieles mehr. Die Landung in Budapest war überpünktlich (war ja auch eine Schweizer Fluglinie).

Der Flieger parkte direkt am Terminal und der Fluggaststeig wurde angedockt. Obwohl man auch ins Terminal hätte aussteigen können, wie auf dem Hinflug, mussten wir in der Fluggastbrück die Treppe nach unten gehen und in einen Bus steigen. War irgendwie komisch. Dann ist der Bus zur Gepäckausgabe gefahren. Hier gab es nur einen Ausgang durch die Gepäckausgabe, aber keinen Ausgang zum Transit zu den Gates für den Weiterflug. So mussten wir hier aus dem Ausgang raus aus dem Sicherheitsbereich und erst mal den Abflugbereich des Terminals suchen, um dort wieder durch die Sicherheitskontrolle in den Bereich mit den Gates zu kommen. Das war jetzt überhaupt nicht unser Plan, da wir die zwei Flaschen Gin im Handgepäck hatten und Flüssigkeiten in Flaschen über 100ml auf Flügen „ungern“ gesehen werden. Aber uns blieb jetzt nichts anderes übrig, als zu versuchen uns rauszureden. Unser einziger Vorteil könnte sein, dass die Flaschen in einer versiegelten Duty Free Tüte aus Johannesburg steckten. Also alles auspacken und auf das Band legen… Natürlich sind die Flaschen sofort aufgefallen. Der Herr am Röntgengerät wirkte unglücklich. Er hat einen weitern Herrn hinzugerufen, der hat sich die Tüte und die Verklebung genau angesehen, aber noch nichts gesagt. Dann hat er die Tüte aufgerissen! Da wurde es und anders und wir hatten schon Angst unseren Gin zu verlieren, einfach nur, weil wir nicht, wie üblich, umsteigen durften, sondern aus nicht erfindlichen Gründen aus dem Ausgang raus mussten. Dann wurde der nächste Herr an der Sicherheitskontrolle hinzugezogen… Der hat dann als erster auch mal mit uns gesprochen und uns erklärt, er würde die Flaschen jetzt prüfen und wenn alles in Ordnung ist, diese in einen neue Duty Free Tüte verpacken und versiegeln und verschwand mit unseren beiden Flaschen Gin. Nachdem er damit irgendwas, was wir nicht sehen konnten, gemacht hat, kam er wieder und hat die Flaschen in eine Budapest Duty Free Tüte verpackt. Uns fiel ein riesiger Stein vom Herzen.

Unsere Annahme war, dass in Frankfurt keiner vom Zoll am Ausgang steht, weil wir im Schengen Bereich ankommen. Aber eigentlich ist eine Budapest Duty Free Tüte unauffälliger, da man aus Budapest viel größere Freimengen einführen darf, als aus Afrika (wir hatten 3 Falschen insgesamt dabei, 5 hätten wir ohne Diskussion einführen dürfen, aber wenn die erst gar nicht erst auf die Idee kommen Fragen zu stellen, ist das natürlich noch besser). Wir suchten wieder die Lounge auf, in der wir schon auf dem Hinweg waren. Leider gibt es hier max. zwei Lounges, daher sind die ganz schön überfüllt und das Personal kommt mit dem Aufräumen kaum hinterher. Wir hatten Zeit und konnten in die Lufthansa-App schauen. Die Gepäckverfolgung hat von unseren vier Gepäckstücken bei dreien angegeben, diese wären auf den Flug nach Budapest verladen worden. Bei dem vierten, dem Stativ, stand eine Zeit lang, für Zürich „in transit“ und irgendwann wechselte der Zustand auf „unbekannt“. Sollten die das Stativ irgendwo verloren haben in Zürich? Das gibt dann Ärger und Zeitverlust in Frankfurt. Das war so auch nicht in unserer Planung.

Wenn man zu viel Zeit hat, fängt man sich an komische Gedanken zu machen. Haben die uns bei der Gepäckausgabe rausgeworfen, weil man das Gepäck entgegennehmen und wieder aufgeben muss? Budapest ist eigentlich kein Internationaler Hub, wie Frankfurt, München, Amsterdam u.s.w. Funktioniert hier das Durchchecken von Gepäck überhaupt? Das Internet hat uns auch nicht beruhigt, die Angaben waren widersprüchlich. Damit wir nicht noch mal Stress an der Sicherheitskontrolle bekommen, mussten wir uns auftrennen, einer wartet mit dem ganzen Handgepäck in der Lounge, einer geht schauen, ob bei der Gepäckausgabe unser Gepäck rumsteht. Vom Gatebereich zur Kofferausgabe zu kommen, war kein Problem. Unser Gepäck stand nicht rum. Eine Frage bei der Gepäckermittlung brachte als Antwort: nein, wir können unser Gepäck hier nicht bekommen, da müssen wir bis Frankfurt warten, erst da werden wir unsere Taschen wiederbekommen. Vielen Dank, das war genau das war wir wissen wollten. Also wieder zurück zur Sicherheitskontrolle. Jetzt waren wir aber schon einmal an der Sicherheitskontrolle… Der Barcodeleser am Eingang wusste das natürlich und hat die Sperre nicht geöffnet. Zum Glück saß daneben eine Dame an einem Computer und konnte die Bordkarte zurücksetzen, so dass man wieder hinein kommt. Die Sicherheitskontrolle geht recht schnell, wenn man kein Gepäck und keine Jacken dabei hat und nur die Hosentaschen leeren muss.

Wir haben noch versucht an diesem Blog weiter zu schreiben, aber das Internet hat mit so vielen Gästen hier einfach versagt. Da konnten wir nur was trinken und nach unseren Flügen schauen. Die Abflugzeit von dem Flieger auf dem Weg nach Budapest verschob sich nach hinten. Die Begründung war schlechtes Wetter in Frankfurt. Die Familie zu Hause meinte aber, so schlecht ist es gar nicht. Heißt nicht, dass es nicht doch in Frankfurt Gewitter hat. Langsam verbreitete sich unter den Fluggästen hier in Budapest die Information, dass es einen Unfall mit einem Flieger in Frankfurt gegeben hat. Es gab auch schon erste Videos und Bilder von einer Boeing 787-Dreamliner, die mit der Nase am Boden vor dem Terminal steht. Anscheinend hat der Flieger an Gate A15 stehend das Fahrwerk eingezogen und ist mit der Nase auf dem Boden gelandet, es gab zum Glück noch keine gemeldeten Tote, aber einige Verletzte, die ins Krankenhaus mussten. Wahrscheinlich war es das alles irgendwie zusammen, was zu den Verzögerungen beim Abflug geführt hat. War jetzt fraglich für unseren Transfer in Frankfurt nach Hause, wenn wir eine unbestimmte Verspätung haben werden. Wir hatten überoptimistisch nur 45 Minuten angenommen, die wir nach Landung zum Aussteigen und Gepäckholen benötigen werden. Die Hoffnung ist, die Fahrer kennen die Flugnummer und schauen, ob die Flieger Verspätung haben. Inzwischen hat sich die Gepäckverfolgung in der App aktualisiert… Das Stativ wurde verladen, die Taschen nicht. Das wäre jetzt der Schlussgag geworden, das verloren geglaubte Stativ ist in Frankfurt, die Taschen nicht… Aber einige Minuten später wechselten auch die Status der übrigen Taschen auf „verladen“ auf den Flug nach Frankfurt.

Der Flieger kam aber dann an und hatte schon ein paar Minuten eingeholt. Mit Verspätung konnten wir an Bord gehen. Hier durfte Fluffy nicht ins Cockpit, willkommen bei Lufthansa. Auch das Essen an Bord war okay, aber nicht so gut, wie bei Swiss. Es war eine gute Entscheidung den Flug über Zürich zu wählen. Nach dem Start ist der Pilot erstaunlich steil nach oben gestiegen, normal wird flacher gestartet, da das Kraftstoff spart. Man hatte den Eindruck, die wollen rechtzeitig Feierabend machen. Es hat auch geholfen, nach einem recht ereignislosen Flug sind wir tatsächlich pünktlich in Frankfurt gelandet. Das haben die Piloten richtig gut hinbekommen.

Beim Fahrt zum Terminal sind wir an dem auf der Nase gelandeten Flieger vorbeigekommen (leider nur ein sehr unscharfes Bild). War nicht schwer zu erkennen, nicht nur, dass der echt schräg da stand, es war auch Unmengen Blaulicht drum herum aktiv.

Vielleicht auch deswegen haben wir nicht irgendwo an Terminal A geparkt, sondern an Terminal C. Da Terminal C nur Internationale Flüge abfertigen kann, wir aber aus einem Schengen-Staat kamen, konnten wir nicht ins Terminal aussteigen, sondern es dauerte ein paar Minuten bis Treppen herangefahren wurden, damit wir in aus dem Flieger aus und in einen Bus einsteigen konnten. War tatsächlich besser als bei A40 anzukommen… Der Bus ist direkt zur Gepäckausgabe gefahren. In Frankfurt kann man von hier aus in den Transitbereich wechseln und muss nicht, wie in Budapest, komplett raus aus dem Fluggastbereich. Jetzt kommt die spannende Frage, wie lange müssen wir warten? Die Gepäckausgabe hat ca. 25 Minuten angegeben. Wir haben hier auch schon mal 1,5h gestanden und gewartet. Aber dann ging es nach der angezeigten Zeit tatsächlich los und unsere Taschen kamen auch gleich mit als erste heraus. Zumindest drei davon, ohne Stativ. Wir standen da, die Gepäckausgabe hatte ja erst angefangen. Wir ließen unseren Blick durch den Raum schweifen. Hinter uns war die Sperrgepäckausgabe. Und da lag plötzlich die Stativtasche. Somit hatten wir alles zusammen und konnten raus gehen und waren viel früher als gedacht schon abholbereit.

Es dauerte noch ein paar Minuten, bis sich unser Fahrer meldete. Wir haben mitgeteilt, wo wir uns befinden und er hat versucht zu uns zu kommen. An dem Flughafen hier war die Hölle los und unser Fahrer musste sich durch den Stau erst einmal zu uns durchkämpfen. Wir haben uns aber auf Anhieb gefunden, konnten das Gepäck im Auto verladen und los fahren. Die Straßen waren angenehm leer und wir kamen schnell nach Hause. Der Fahrer hat uns noch geholfen die Taschen ins Haus zu tragen und so kamen wir nach einer wunderschönen und ereignisreichen Reise wohlbehalten und gesund wieder zu Hause an.

Wir hoffen das Lesen und Anschauen der Bilder hat Spaß gemacht und wir bedanken uns für das Interesse und freuen uns schon auf die nächste große Reise irgendwann in der Zukunft zu einem noch unbekannten Ziel.

Noch eine Kleinigkeit zu Pinto… wir sind da mit gemischten Gefühlen unterwegs. Mal abgesehen davon, dass wir die Reise ja schon mal gebucht und auch bezahlt haben und uns über ein kleines bissel Entgegenkommen gefreut hätten (ist natürlich kein Muss…), hatten wir auch jetzt den Eindruck, dass man bis zur Buchung und Überweisung des Geldes recht aufmerksam behandelt wird. Nachher dann eher nicht mehr so…. keine Frage, die Reise hat bis auf die eine falsch ausgestellte Bordkarte wirklich gut funktioniert. Wir wurden überall pünktlich abgeholt und auch wieder abgeliefert, die von Pinto vorgeschlagenen Hotels, Camps und Lodges waren alle gut (Maun), ziemlich gut (Camp Sossus, Pioneers), echt nett (Fritz Manor) bis sehr, sehr gut (Doro Nawas, Gomoti Plains und Monachira, die Lodge im Chobe hatten wir uns selbst gewünscht), aber wir wurden weder während der Reise, noch bis heute, auch nur ein einziges Mal gefragt ob alles in Ordnung ist oder war. Klar will man nicht genervt werden, aber (gefühlt) praktisch nicht mehr wahrgenommen zu werden nach der Zahlung, das ist auch komisch. Wir wollen von Pinto nicht abraten, bitte nicht falsch verstehen, aber wir haben wie schon erwähnt, da eher einen komischen Eindruck im Moment. Bei weiteren Fragen dazu, gerne melden.

Dienstag, 02.06.2026

Keine Sorge, das Kapitel wird kurz, da wir hier keine 20h verbracht und auch nicht viel erlebt haben.

In Maun gelandet hat unser Pilot den Abstellplatz für die Buschflieger angesteuert. Dort standen in mehreren Reihen dutzende Cessna 208B Gran Caravan von diversen Fluggesellschaften geparkt. Hier hatten wir keinen Airstrip, sondern, wenn auch klein, einen internationalen Flughafen. Unser Gepäck wurde auf einen Pickup geladen und die Passagiere wurden von einem Minivan vom Flugzeug zum Terminal gefahren. Die Fahrt dauerte vielleicht zwei Minuten, ist alles nicht weit. Gepäck gab es dann in der Gepäckausgabe. Das es parallel zu unserem Bus gefahren wurde, mussten wir auch nicht warten.

Wir hatten unsere großen Reisetaschen in Kasane zum Weitertransport hierher bei der Fluggesellschaft abgegeben und hatten dafür eine Quittung bekommen. Jetzt mussten wir nur noch herausfinden, wie wir wieder an die Taschen kommen. Laut Beschreibung der Reiseagentur sollte draußen ein Agent einer örtlichen Agentur auf uns warten, wegen dem Transfer zur Lodge hier. Beim Verlassen der Gepäckausgabe haben wir schon ein Dame mit Schild mit unserem Namen gesehen und daneben stand eine Dame in Bekleidung von MackAir mit unseren beiden Reisetaschen. Das war mal gut organisiert. Wir haben dann unsere Quittung abgegeben die Dame von MackAir hat Quittung und Anhänger an den Taschen verglichen, uns die Taschen übergeben und wir sollten die Taschen noch kontrollieren auf eventuelle Beschädigungen. War aber alles in Ordnung. Die Dame von der Reiseagentur hat uns dann noch gesagt, dass sie am nächsten Tag uns helfen wird uns am Flughafen zurechtzufinden… … … Hier? Wenn man nicht weiß wo man hin muss, ist man vermutlich in weniger als 3 Minuten den ganzen Check-In Bereich abgelaufen. Da sollte man sich auch alleine zurechtfinden können, wusste sie auch, ist aber ihr Job. Wir hatten noch ein Restaurant bemerkt, dass wir empfohlen bekommen hatten, das direkt gegenüber vom Flughafen lag. Aber unser Flug ging ja schon um 13:15 Uhr, Boarding so gegen 12:50 Uhr und dann muss man vorher durch die Sicherheitskontrolle, ausreisen muss man auch noch, das wäre dann doch knapp geworden und hektisch. Sie meinte, dass wir gegen 11:00 Uhr am Flughafen sein würden zum Gepäckaufgeben, dann können wir uns das doch noch überlegen.

Die Stadt war ein richtiger Kulturschock nach all der Stille und der Weite die letzten Tage. Hier war es laut, voll und mit viel Gehupe auf der Straße. Unser Fahrer hat da auch gut mitgemacht. Zebras und Giraffen standen nur als Plastiken an der Straße, dafür standen Kühe und Ziegen (lebende) gerne mitten auf dem Weg. Es war hektisch und durcheinander. Die Fahrt dauerte über eine halbe Stunde, weil auch noch Berufsverkehr war um die Zeit und unsere nächste Unterkunft sehr weit draußen aus der Stadt. Uns kamen auch Safari-Autos entgegen, offensichtlich werden hier auch entsprechende Tierbeobachtungsfahrten angeboten, was nach den kleinen, einsamen Camps hier in der Stadt widersprüchlich wirkte. Die Lodge in der wir für diese Nacht untergebracht waren, hat wohl auch solche Fahrten im Angebot, ebenso Bootsfahrten auf dem Fluss, der so hieß wie die Lodge, Thamalakane River. Aber im Gegensatz zu den Lodges und Camps der letzten Wochen, bei denen alles inklusive war, gibt es hier nur ein Frühstück, alles andere, Essen, Ausfahrten etc. kostet extra.

In der Thamalakane River Lodge angekommen, mussten wir zuerst den üblichen Zettel (wenn sie sich fressen lassen sollten u.s.w.) unterschreiben und wurden darauf hingewiesen, dass man nachts nur auf den Wegen in der Lodge bleiben und auf gar keinen Fall am Fluss spazieren gehen darf. Es gibt zwar keine Löwen hier, aber dafür fressen einen die Flusspferde (?) und die Krokodile. Dann durften wir aus zwei Abfahrtszeiten zum Flughafen auswählen, 11 Uhr oder 11:15 Uhr. Hatte die Dame am Flughafen nicht gesagt, sie erwartet uns um 11 Uhr?!? Überrumpelt haben wir die 11 Uhr-Fahrt gewählt. Checkout ist übrigens um 10 Uhr. Super, was machen wir denn die Stunde dazwischen? Der Fahrer, der uns hierher gefahren hat, hat uns auch zu unserem Zimmer gebracht. Das Zimmer war eine gemauerte Hütte mit schilfgedecktem Dach und einer großen Glasfront mit Schiebetür, die auch als Eingang genutzt wurde, genannt Babbler Chalet. Nachdem er uns das Zimmer erklärt hatte, konnten wir uns erst einmal umsehen. Wie schon die letzten Camps in den Zelten, war das hier auch „ein Raum“, heißt, zwischen Badezimmer mit großer Dusche, zwei Waschbecken und Toilette und Schlafraum stand eine dreiviertelhohe Mauer mit einem Durchgang links vom Bett und einem Durchgang rechts vom Bett. Türen gab es keine. Wirkte etwas komisch, aber wir konnten auch die letzten Tage damit gut leben und es war ja auch nur eine Nacht.

Da der Sonnenuntergang eh schon vorbei war, ging es erst mal ans umpacken. Eine Safaritasche sollte Handgepäck werden, da musste Safari raus und Reisekleidung und Waschsachen hinein und der Rest in die großen Reisetaschen. Mit viel Gestopfe und Gedrücke hat das auch funktioniert. Dann fehlte wieder was, was man nicht gefunden hat, also wieder alles komplett rausräumen, feststellen, dass das was man sucht auch dort nicht drin war und wieder alles zusammenpacken. Aber am Ende war allen gefunden und die Taschen fertig gepackt.

Jetzt war die nächste Frage: wo gibt es Abendessen? Die uns vom Fahrer unterwegs empfohlenen Restaurants lagen alle so 20-30 Minuten Fahrzeit weit weg. Uns war nicht bewusst gewesen, dass die Lodge so weit außerhalb des Stadtzentrums liegt. Daher haben wir uns für die einfache Variante, dem Restaurant in der Lodge entschieden. Begonnen haben wir mit einem Tisch am Fluss, der schon für uns reserviert war (die wissen vermutlich, dass sich keiner mehr die Mühe macht ein anderes Restaurant zu suchen, wenn man nur ein paar Stunden da ist), aber wir sind dann wegen der Mücken und weil es irgendwann plötzlich auch echt kalt wurde, mehr in den oberen Teil der Anlage umgezogen, Richtung Bar. Beim Essen brauchten wir auch jetzt zum ersten Mal Mosquito-Schutzmittel. Die ganze Zeit vorher war es sehr ruhig und die Stechviecher haben sich zurückgehalten.


Irgendwie waren in der Lodge nur deutschsprachige Gäste anwesend. So lange hatten wir kein Deutsch mehr gehört… Aber jetzt dafür geballt aus allen Winkeln. Die Speisekarte war sehr international gehalten, es gab irgendwie von allem etwas. Wir haben uns für Seswaa vom Kudu entschieden (Seswaa von der Ziege hatten wir schon mal in Gomoti bei der Vollmondparty am Pool) mit Bogobe, einem Maisbrei, ähnlich einer Polenta und eine Pizza. Das Essen war gar nicht schlecht, die Pizza hatte genau die richtige Schärfe zwischen, es ist scharf genug und kann man nicht mehr essen. Die Weine waren okay, da ist noch ein wenig Luft nach oben.

Beim gehen haben wir noch gefragt, ob wir nicht schon früher zum Flughafen fahren könnten, denn erstens kam uns 11 Uhr schon spät vor, die Airline sagt eigentlich, bei internationalen Flügen zwei Stunden vorher das Gepäck aufgeben und außerdem wussten wir nicht, was wir zwischen 10 Uhr, wenn wir aus dem Zimmer müssen und 11 Uhr machen sollten. Es hieß, das ginge nicht, da wären noch andere Gäste mit im Auto und die würden auch erst um 11 Uhr fahren wollen. Na gut, dann ist es halt so.

Das Internet war hier noch langsamer als draußen in den Camps im Nirgendwo. Und so sind wir ins Bett gegangen, wir mussten morgen ja noch die Sachen von heute einpacken, Frühstücken und Auschecken.

Mittwoch, 3.6.2026

Das erste Mal seit über einer Woche konnten wir ausschlafen, was wir auch ausgenutzt haben. Das Frühstück war jetzt nicht weltbewegend und recht klein und an der optischen Darbietung kann man auch noch feilen. Es gab aber auch hier noch zusätzlich frisch zubereitete Eierspeisen, wie Rührei, Omelette und das allgegenwärtige „Full English Breakfast“, dass man überall auf unserer Reise zum Frühstück hätte bestellen können. Wer es mag und wer es anschauen kann in der Früh… Omelette ist ganz okay, man konnte sich aus einer Liste von Zutaten drei aussuchen.

Nach dem Frühstück hieß es, den Rest noch zusammenzupacken und zu verstauen, so dass aufgegebenes Gepäck und Handgepäck passten. Die Handgepäck Regeln bei Airlink waren andere als bei Swiss/Lufthansa. So mussten wir bei Airlink was aufgeben, dass wir dann bei Lufthansa später mit an Bord nehmen konnten. Das musste dann alles passen, damit wir nicht in Johannesburg anfangen müssen umzusortieren. Außerdem brauchte Fluffy noch ein neues Logbuch, da musste der Chefmaler nochmal ran.

Ganz knapp vor 10 Uhr sind wir dann zur Rezeption zum Auschecken, wir mussten noch das Abendessen bezahlen. Vor der Rezeption stand der Herr, der uns gestern gefahren hat und hat uns gefragt, ob wir nicht um 10:30 Uhr fahren wollten, sein Kollege würde gleich kommen und könnte uns mitnehmen. Das war ein Angebot, dass wir nicht ausschlagen konnten, schließlich wollten wir ja früher fahren.

Und jetzt sind wir der ersten unfreundliche Mitarbeiterin einer Lodge begegnet. Die war ungehalten, dass wir uns nicht an den Zeitplan halten wollten mit 11 Uhr. Schließlich gab es noch andere Gäste, mit denen 11 Uhr ausgemacht war und das ginge ja gar nicht. Den netten Herrn, der das mit dem 10:30 Uhr organisiert hatte, hat sie ganz schön böse angeblafft. Wir haben uns dann bei ihm entschuldigt, dass er Ärger wegen uns bekommt, der schien das aber nicht so ernst zu nehmen. Keine Ahnung, ob er das kannte oder die Dame einen ganz besonders schlechten Tag heute hatte. Er meinte nur, wir sollen uns keine Gedanken machen, egal was sie sagt, das mit den 10:30 Uhr passt.

Wir saßen dann in der Rezeption auf einem großen Sofa, uns gegenüber saß auch ein Pärchen. Wir haben dann herausgefunden, das es sich um Deutsche handelt, die inzwischen in der Schweiz leben und die heute noch nach Frankfurt fliegen, um dort die Familie zu besuchen und außerdem haben sie das Auto dort geparkt, sind noch zwei Tage dort und fahren dann zurück in die Schweiz. Das waren im Übrigen die anderen Gäste, die um 11 Uhr den Transfer zum Flughafen hatten. Die wollten aber viel lieber um 10:30 Uhr fahren, ihnen wurde aber gesagt, das geht nicht, weil zwei andere Gäste auch um 11 Uhr mit dem gleichen Minivan zum Flughafen fahren sollen. Ah ja. Wir haben uns dann gefragt, warum die Dame von der Rezeption so einen Aufstand macht, wenn wir alle um 10:30 Uhr und nicht um 11 Uhr fahren wollen und ein Fahrer dafür vorhanden ist. Wird uns immer ein Rätsel bleiben, ansonsten waren wirklich immer alle, die wir auf der gesamten Reise getroffen haben total freundlich. Zum Teil war das schon fast übertrieb freundlich gewesen, in den Machaba Camps z.B. haben uns immer alle mit Vornamen angesprochen, das war direkt unheimlich wie die sich alle Gästenamen merken konnten. Aber eine Ausnahme muss es wohl immer geben. Schade nur, wenn das genau der letzte Eindruck bleibt, muss nicht sein und war auch völlig unnötig, wie sich herausstellte.

Die Wahlschweizer wollten etwas früher fahren, um noch in die Stadt gehen zu können, eigentlich wollten sie den Okavango Gin kaufen. Wir haben dann auch überlegt und gedacht, eine Flasche passt noch irgendwie in die überfüllten Reisetaschen. Ein Blick ins Internet hat uns gesagt, kann man auch in Deutschland bestellen, ist aber sehr, sehr teuer. Also wenn man den im Supermarkt (also hier im speziellen Liquorshop) bekommt, ist das erstens original(er) und zweitens sicher preisgünstiger. Der Fahrer hat uns erst zur Okavango Brauerei gefahren. Er hatte gedacht die Schweizer wollten Bier kaufen. Aber als er verstanden hat, dass es um den Gin geht und irgendwo ein Markt am besten wäre, wo man den kaufen kann, hat er gemeint, ja das geht auch und ist weitergefahren. Wir kamen dem Flughafen immer näher und wir dachten schon, das wird nichts mehr. Doch dann ist er vor einem Gebäude mit einem großen, offenen Rolladentor stehen geblieben, hat geparkt und uns die Tür aufgemacht und bedeutet mitzukommen. Wir sind in eine große Lagerhalle gegangen, die recht dunkel war, überall waren Hochregale und es standen Paletten mit großen Mehlsäcken und sonstigem rum. Es wirkte wie eine Mischung aus Großhandel für Gastro und Getränkemarkt mit Wasser, Softdrinks und Bier, aber nirgends hat man Hochprozentiges gesehen. Unser Fahrer ging sehr schnell in eine der hintersten und finstersten Ecken der Halle, hinter uns versuchte ein Mitarbeiter des Marktes Schritt zu halten. Und dann kamen wir hinten an… Hier war ein eigener Raum in die Halle gebaut worden als Quader, vorne ganz schick mit einer kompletten Wand aus Glas. In dem Raum befanden sich sehr schöne, rot lackierte Regale mit Fächern für liegende Flaschen und Nischen, in denen jeweils eine Flasche als Präsentation aufrecht stand. Hier gab es die hochprozentigen Gins, Brandys, Whiskeys zu kaufen. Auch von dem Okavango gab es noch einen Brand aus Kräutern. Außerdem hatten die eine irre Weinauswahl, auch alles toll präsentiert. Das ganze war zu verblüffend und unerwartet, so dass wir ganz vergessen haben ein Bild zu machen. Wir haben uns unsere Flasche Gin geschnappt und sind zur Kasse. Hier wurde in einem Computer die Rechnung auf DinA4-Papier gedruckt. Dann hat man per Kreditkarte bezahlt und bekam einen Stempel auf den Zettel. Mit Flasche und Rechnung musste man zu einer Dame am Ausgang, hat alles gezeigt, sie hat die Rechnung kontrolliert und darauf unterschrieben. Erst danach durften wir ins Auto steigen und die letzten paar hundert Meter zum Flughafen fahren.

Uns hat die Dame von gestern erwartet, um uns zum Airlink-Schalter zu begleiten. Auf großen Flughäfen mit vielen Terminals kann es verwirrend und schwierig sein, seinen Schalter zu finden. Der Flughafen hier ist aber recht klein und übersichtlich und die Anzahl an Fluggesellschaften, die hier fliegen ist überschaubar. Das würde man zur Not auch alleine hinbekommen. Airlink hat zudem alle Schalter nebeneinander und je einen Schalter pro Flugziel. Wir haben unsere vier Taschen abgegeben, die Dame am Schalter hatte auch gleich gesehen, dass wir 30kg Gepäck gebucht hatten, so dass es diesmal keine Diskussion über die Menge gab (das hat nur beim ersten und beim letzten Flug selbstständig funktioniert, bei Flug zwei und drei mussten wir bitten noch mal im Computer nachzusehen). Nachdem wir unser Gepäck los waren, hat uns die Dame von der Reiseagentur noch Zettel gegeben, die man zur Ausreise ausfüllen und bei der Passkontrolle mit abgeben muss. Auf den Zetteln stand „Auszufüllen für Ein- und Ausreise“. An der Grenze auf der Straße haben wir sowas nicht ausgefüllt. Und man fragt sich bei allen Ländern, die so was haben, wofür diese Ein-/Ausreise-Zettel eigentlich gut sind. Die Pässe werden jedes mal eingescannt und das Computersystem der Grenzbehörde weiß alles. Die Zettel schaut doch sicher keiner an, nicht mal der Beamte, der einem den Pass stempelt. Aber man kennt das von vielen Ländern und wundert sich immer wieder. Vielleicht eine Art Ausfallkonzept, wenn das Computersystem mal ausfallen sollte?

Anschließend wurde es anstrengend, denn die Dame hat uns über unsere Aufenthalte in Botswana ausgefragt und sich vieles davon notiert. Wo wir waren (Chobe, Gomoti, Monachira). Was hat uns gut gefallen, wer war unser Guide, wie waren die, wie waren die Lodges und Camps. Dann wurde es richtig kompliziert… sie ist dann die drei Aufenthalte nacheinander mit uns durchgegangen und wollte wissen, welche Tiere wir dort jeweils gesehen haben. Wir haben uns ja schon von vielen Vögeln und manchen Tieren die Namen nicht bis zum Abendessen merken können. Das ging oft zu schnell und die englischen Namen sind uns auch nicht geläufig. Eigentlich müsste man jetzt die Hunderte von Bilder durchschauen, damit man nichts vergisst. Für was das gut sein soll, haben wir nicht erfahren. Das hat einiges an Zeit in Anspruch genommen. Wir wollten dann in die Lounge, damit wir an diesem Blog ein wenig weiter arbeiten können und vielleicht einen Kaffee trinken. Die Lounge hier ist nicht besonders groß aber ganz nett und es gibt ein paar leckere Kleinigkeiten zum essen. Internet war ortsüblich „vorhanden“, aber wie üblich nicht so besonders schnell.

Wir hatten beim hereinkommen schon gefragt, wie viel Vorlauf wir brauchen für Ausreise- und Sicherheitskontrolle. Die Dame am Empfang der Nthula Lounge meinte, nicht mehr als 10 Minuten. Wir haben unser Flugzeug auf dem Weg von Johannesburg nach Maun im Internet verfolgt. Es sah so aus, als wäre der Flieger ein paar Minuten zu spät. Mitten auf der Strecke war dann plötzlich die Anzeige über die Position ganz weg. Wir wurden unruhig. Die eigentlich Boardingzeit rückte näher und wir wollten nach unten zum Gate gehen, in der Hoffnung die wissen mehr dort. Die nette Dame vom Empfang meinte, wir sollten noch bleiben, der Flieger hätte Verspätung. Sie konnte ihn noch etwas länger auf dem Smartphone tracken, aber dann verschwand er auch bei ihr. Sie wusste auch nicht mehr so genau, was jetzt ist und meinte, sie holt uns und bringt uns zum Eingang zur Sicherheitskontrolle, wenn es soweit ist. Wir hofften nur, dass es ein Fehler beim Tracking ist und die Maschine nicht abgestürzt ist. Sie kam dann irgendwann und meinte, der Flieger müsste gleich kommen. Auf dem Weg hat sie aus dem Fenster geschaut und irgendwann gesagt, da kommt er. Wir sind dann runter, die Passkontrolle ging schnell, auf die komischen Ausreisezettel hat keiner geschaut, reicht, wenn man ihn hat. Die Sicherheitskontrolle kannten wir noch von Kasane, ganz, ganz langsam durch den Metalldetektor gehen, sonst piepst der. Hat alles geklappt und der Flieger ist dann tatsächlich gelandet. Es hat gar nicht so lange bis zum Einsteigen mehr gedauert. Man läuft auch auf dem Flugfeld am Terminal entlang, bis zu einem Flughafenmitarbeiter und geht hinter (ganz wichtig, damit man keinen Mecker kassiert) dem Mitarbeiter herum und biegt ab zum Flugzeug.

Der Flieger war wieder eine kleine Embraer 170, die ist sehr schmal und hat links nur eine Sitzreihe und rechts eine Doppelreihe. Die Reihen 1A und 2A sind Notausgangsreihen. D.h. nicht, dass sich dort ein Notausgang befindet, sondern, dass die Passagiere auf diesen Sitzen jeweils für einen Notausgang zuständig sind. Der Passagier 1A für den vorne links, der auf 2A für den Notausgang vorne rechts. Und gemeinsam, um die Flugbegleiterin aus dem Flugzeug zu evakuieren, falls sich diese verletzen sollte und nicht mehr aus eigener Kraft die Maschine verlassen kann. Wir saßen 2 A und 3 A. Also gab es eine Einführung in „wie bediene ich die Tür“ und was mache ich im Falle einer Notlandung. Also erst mal rausschauen und die Tür nur öffnen, wenn draußen keine Gefahr besteht durch Wasser, Feuer, Trümmerteile. Wenn es zu gefährlich ist, die Tür zu öffnen muss man die Passgiere zu einem anderen Notausgang umleiten. Hoffen wir mal, dass wir diese Informationen nie brauchen. Notwendig ist das ganze, da in dem kleinen Hopser nur eine Flugbegleiterin für die ganze Maschine an Bord ist und deswegen im Notfall Unterstützung benötigt.

Sonntag, 31.5.2026

Der Flug dauerte so ca. 10 Minuten. Man hat aus dem Flieger einen grandiosen Ausblick auf das Delta. Durch die kurze Flugdauer ist die Flughöhe auch gering und man kann sogar Tiere auf dem Boden erkennen. Der Flieger setzte sanft auf dem Airstrip auf und musste dann recht schnell bremsen und konnte nicht bis zum Ende der Piste fahren, an dem es einen Wendekreis gegeben hätte, sondern musste mitten auf der Bahn schon umdrehen. Das Ende der Bahn war durch eine Antilopenherde blockiert, aber die Flieger brauchen sehr wenig Wegstrecke zum Landen und Starten. Wir hatten noch den Piloten nach unseren Bordkarten für den Flug in zwei Tagen gefragt, da uns gesagt wurde MackAir würde die korrigierten Bordkarten auf dem Flug mit schicken. Der Pilot wusste von nichts. Waren jetzt auch nicht soooo wichtig, wenn die Passagierlisten stimmen. Auf den Airstrips fragt meist keiner nach Bordkarten oder Namen. Die wissen, es steigen zwei Passagiere zu und die gehen davon aus, die Camps liefern die richtigen Personen an. Aber wir hatten ja zuletzt auch erlebt, dass jemand einfach stehen gelassen wurde. Es blieb also spannend.

Alle Passagiere stiegen hier aus und wir fuhren alle ins Monachira Camp. Eine Dame war eine Mitarbeiterin in der Lodge und hat neben Super, unserem Fahrer, Platz genommen, wir übrigen Gäste hinten auf dem Wagen, zusammen mit dem Gepäck. Der Airstrip lag ca. 30-35 Minuten Fahrzeit vom Camp entfernt. Dort angekommen wurden wir mit einem Willkommensgesang der Gastgeber begrüßt, bekamen ein kühles feuchtes Handtuch und einen kleinen, alkoholfreien Cocktail als Willkommensdrink. Das Camp war sehr schick, es gab eine große Bar zur Selbstbedienung, einen Aufenthaltsbereich mit mehreren Sitzgruppen, eine Jura Kaffeemaschine (der Jura Verkäufer hier muss echt gut sein) und einen Restaurantbereich. Außerdem den üblichen Stuhlkreis um eine Feuerschale, sehr ähnlich zu den letzten Tagen. Unser Zimmer bzw. Zelt war noch nicht fertig geputzt, da die Gäste gerade erst abgereist sind, als wir ankamen. Aber in der Zwischenzeit war es hier auch sehr schön und angenehm und wir mussten hier ja auch erst noch die übliche Erklärung unterschreiben, dass keiner außer uns Schuld ist, wenn wir uns fressen lassen. Uns wurden hier auch noch die Einrichtungen gezeigt, wie auch die Bar, die alle möglichen Getränke mit und ohne Alkohol enthielt. Mit Alkohol gab es diverse Spirituosen, Wein und Bier. Auf der Bar stand ein Aufsteller mit klassischen Cocktailrezepten. Es gab nur eine kleine Ecke mit Premium Whiskey, der extra Geld kostet und einen kleinen Humidor. Aber es gab auch hier den guten Okavango Gin, was will man da mit ausländischen Whiskeys? Ein Mitarbeiter der Lodge hat uns noch gezeigt wie man einen Rock Shandy mischt und was man dafür braucht. Alles in Dosen vorhanden. Vor allem die guten Fitch&Leedes-Limonaden bzw. Tonics.

Das Camp ist erst ein Jahr lang geöffnet und entsprechend wirkt noch alles recht neu. Unser Zelt war die Nummer Eins. Die Zimmer/Zelte sind von 1 bis 10 durchnummeriert, der Zentralbereich befindet sich zwischen 5 und 6. Damit war klar, wir haben das letzte Zelt am Ende des Weges. Nach uns kam nur noch der Bootsanleger, den man aber nicht alleine besuchen darf, da er sich außerhalb des Elektrozaunes befindet und man damit in der Wildnis ist. Gleiches gilt für die Terrasse, die zum Fluss hin ausgerichtet ist. Diese liegt außerhalb des Schutzbereiches und man darf diese im Hellen nicht verlassen und in der Nacht überhaupt nicht benutzen. Im Übrigen halten die Elektrozäune nur Elefanten ab. Und weil das noch nicht genug ist: gestern Nacht waren Löwen im Camp. Da denkt man sich dann: na dann gute Nacht.

Man sieht sofort den Unterschied bzw. die Weiterentwicklung im Vergleich zu Gomoti Plains. Man muss nicht durch einen Reißverschluss ins Zelt schlüpfen, sondern hier gibt es eine richtige Holztür mit Schloss als Eingang. Man soll die Tür abschließen, aber den Schlüssel einfach in der Tür stecken lassen oder maximal im Zentralbereich in eine Holzschatulle legen, aber auf gar keinen Fall mit auf Ausfahrt nehmen. Das Abschließen soll die Paviane abhalten, die das Camp zum Glück noch nicht für sich entdeckt haben, aber zur Sicherheit ist es gut, wenn sie nicht ins Zelt kommen. Schlüsselumdrehen ist wohl genauso wenig deren Ding, wie Karabiner öffnen. Hier haben die Betten eine Heizdecke, die man getrennt für beide Seiten in drei Stufen aufheizen kann. Damit wird es sicher nachts besser mit dem frieren, aber das Aufstehen wird sicher auch nicht angenehmer. Hier hatten Toilette und Dusche feste Wände, aber auch keine Türen. Eine Außendusche war auch vorhanden. Die Trennung war auch hier aber nur das dickere Fliegenschutzgitter und damit die Temperaturen innen und außen gleich.

Nachdem wir uns kurz eingerichtet und unsere warmen Sachen, die wir noch von heute Morgen an hatten, gegen luftigere getauscht hatten, sind wir zum Mittagessen gegangen. Hier gab es keinen Brunch, sondern „nur“ ein Mittagessen, welches aber auch aus Brot, drei Salaten, die zum Teilen auf den Tisch gestellt wurden, einer Hauptspeise und einer Nachspeise bestand. Bei der Hauptspeise konnte man zwischen Lamm und Vegetarisch wählen, für das Dessert standen drei Sorten Eis zur Auswahl. Dazu gab es ein gutes Glas Rosé. Das Essen ist hier noch eine Idee besser als in Gomoti, was man u.a. daran merkt, dass die Portionen (zum Glück) etwas kleiner sind. Nach dem ganzen dauerhaften Essen der letzten Tage eine Wohltat. Zumal zu befürchten stand, dass es auch hier mehr oder weniger durchgehend wieder was zu essen geben würde. So hat man wenigstens etwas Platz, um auch noch das eine oder andere zu probieren.

Nun hatten wir kurz Zeit, die gereicht hat zu duschen und uns kurz auf unserer Terrasse zu entspannen. Die Außendusche ist witzig, denn da ragt ein Baum über die Dusche und man duscht mit zwitschernden Vögeln über einem.

Um 15 Uhr gab es wieder Tea Time mit Kleinigkeiten zum essen vor der Nachmittagsausfahrt.

Unser Guide heißt Roy und ist der Head-Guide von Monachira. Diesmal waren wir mit einer brasilianischen Familie zusammen im Auto, den Eltern mit ihren beiden erwachsenen Töchtern. Hier gab es eine neue Tierart zu entdecken: Tsessebes, eine Antilopenart, die in wasserreichen Gebieten vorkommt. Ansonsten gab es noch ein Straußenpaar (also genau eines, wenn man die Strauße noch mal gesehen hat, dann waren es genau diese zwei). Impalas waren recht wenig, dafür gab es eine Litschi-Moorantilope, die den Impalas recht ähnlich sieht, aber die haben nicht das „M“ auf dem Hintern und sie haben einen etwas merkwürdigen Körperbau, denn die Hinterbeine sind länger als die Vorderbeine, was sie zu guten Schwimmern macht und das Vorankommen im Wasser und Sumpf verbessert. Wir sind dann noch einem einzelnen Flusspferd begegnet. Auch hier muss man sehr vorsichtig sein, da es sich eigentlich um ein Herdentier handelt. Das Flusspferd hatte eine tiefe Wunde auf der rechten Seite, hatte also offensichtlich einen Kampf verloren und musste die Gruppe verlassen. Flusspferde sind immer gefährlich, aber in der Gruppe fühlen sie sich sicher und sind entspannter. Einzeltiere müssen sich alleine verteidigen und sind immer angespannt und greifen sehr schnell an. Im Auto ist man recht sicher. Aber sollte man zu Fuß einem Flusspferd begegnen, muss man auf der Hut sein. Die können 40 km/h schnell rennen und das auch über lange Strecken. Da hilft einem nur ein Baum. Entweder einer senkrecht zum Hochklettern oder alternativ gehen noch auf dem Boden liegende Bäume, über die muss man dann springen. Da Flusspferde nicht springen können, müssen die außen herumlaufen. Das verschafft einem Zeit. Ansonsten geht nur flach auf dem Boden legen und hoffen, dass man rechtzeitig ins Krankenhaus kommt und die einen wieder zusammenflicken können. An einem Schädel eines verstorbenen Flusspferdes hat uns Roy erklärt, wie die großen Zähne wachsen, die man vom Aussehen her kennt und, dass diese nur zum Kämpfen gut sind und ansonsten keine weitere Funktion haben. Gekaut wird mit den Backenzähnen, das Gras wird mit den Lippen abgetrennt.

Auf dem weiteren Weg haben wir noch einen Elefanten im Fluss beobachten können und sind weiter am Airstrip von heute Mittag vorbeigekommen.

Hier war das Wasser schon nah an die Piste heran gestiegen. Man hat versucht einen Wall aus Sandsäcken aufzubauen, außerdem standen Motorpumpen bereit, um das Wasser abzupumpen. Keine Ahnung, ob das überhaupt was bringt, wenn einfach alles nass ist außenherum und das Wasser letztendlich doch einfach wieder zurück kommt.

Roy war auf der Jagd nach einem Leoparden, den ein anderer Guide entdeckt hatte. Wir kamen allerdings nicht nahe genug heran. Der Leopard war auf „der anderen Seite“, also in einem Parkbereich der von einem anderen Safariunternehmen kontrolliert wird und ohne „Einladung“ darf man nicht einfach zu anderen Fahrzeugen hinfahren. So haben wir hauptsächlich den Schwanz des Tieres aus dem Baum hängen sehen.

Wir konnten leider nicht warten, denn bei dem Park hier handelt es sich nicht um eine „private concession“ wie in Gomoti und damit gibt es Schließzeiten und da muss man wieder im Camp sein. Also haben wir uns eine sichere Stelle gesucht und es gab Drinks (Okavango-Gin and Tonic gegen Malaria für uns) und Knabbereien. Der Sonnenuntergang war wie immer beeindruckend, wir haben vermutlich von nichts so viele Fotos wie von den täglichen Sonnenuntergängen. Also von den Naturfotos, die Bilder vom Essen laufen außer Konkurrenz.

Roy hat uns noch einiges über die Geschichte und das Verhältnis der Menschen zu ihrem Land erzählt.
Er hat uns erzählt, jeder Stamm hätte ein „Totem“, ein spirituelles Tier. Roy und sein Stamm „sind“ Zebras. Dies bedeutet, dass man das eigene Tier, mit dem man sich identifiziert nicht jagt, nicht isst und dieses auch sonst schützt. So hat jeder Stamm ein anderes Tier als Totem. Da jeder Stamm ein eigenes Gebiet besitzt, dass vom Stamm selbst verwaltet und geschützt wird, gibt es für jedes Tier ein Gebiet, in dem es geschützt und sicher ist. Damit ergibt sich automatisch ein Bestandsschutz für alle Tiere und eine sehr frühe Form des Naturschutzes. Clever und einfach und ganz ohne Bestimmungen, praktisch einfach gesunder Menschenverstand. Danach ging es auf direktem Weg zurück zum Camp.

Sich umzuziehen für das Abendessen war hier auch nicht erwünscht. Der Weg zum Zelt dauerte ca. 5 Minuten und es hätte uns jemand hinbringen und dann wieder abholen müssen. Das Abendessen hat man bei der Tea Time schon ausgesucht und das gab es jetzt. Das Abendessen war sehr gut und schön angerichtet. Steak und Schweinebauch, dazu ein schönes Glas Wein. Den Nachtisch, eine Rotweinbirne, haben wir uns geteilt.

Zum Digestif gab es noch einen Cocktail und einen Espresso. Der einfache Espresso war auch hier wieder eine mittlere Tasse Kaffee, dazu einen Brandy aus Südafrika.

Anschließend haben wir uns zu unserem Zelt begleiten lassen, denn wir mussten morgen um 6 Uhr wieder aufstehen.

Montag, 1.6.2026

Trotz oder wegen der Heizdecke war es ganz schön frisch beim Aufstehen. Das einzig Gute: das warme Wasser hat auch morgens am Waschbecken funktioniert. Dann alles wieder anziehen, was man so wärmend dabei hat und zum Frühstück laufen. Wir hatten gefragt und uns wurde gesagt, sie kontrollieren das Camp und wenn keine Guides morgens draußen rumstehen bzw. einem abholen, dann ist es ungefährlich zum Frühstück zu laufen. Hier gab es richtig Frühstück um 6:30 Uhr mit ganzem Buffet und auch frisch zubereiteten Eierspeisen. Aber das ist dann doch zu früh um schon viel zu essen. Ein Joghurt war notwendig, wegen der Malaria-Tablette. Mehr ging nicht.

Wir waren wieder mit den Brasilianern unterwegs. Wie wir nun mitbekommen haben, wollte die Mutter nur Katzen sehen, Löwen und Leoparden und eigentlich wollte sie eine Jagd sehen. Dafür sind die extra für eine Woche nach Botswana geflogen, morgen ging es schon wieder zurück nach Hause. Die Löwen von vorgestern Nacht hatten die Guides mit den Autos möglichst weit vom Camp weggetrieben. Sie wussten auch, dass die Löwen einer Gruppe Zebras durch den Fluss gefolgt sind, da es dort aber keine gute Jagdgegend war, hatten sie die Hoffnung, dass die heute wieder zurück sind. Es hat tatsächlich auch nicht lange gedauert, da lag ein großes, älteres Löwenmännchen mitten auf dem Weg.

Roy hat uns erklärt, dass es sich hier um ein Brüderpaar handelt und der andere Löwe irgendwo in der Nähe sein muss. Wir sind dann dem Löwen gefolgt und haben dann auch den zweiten Bruder gefunden. Der Löwe hat sein Rudel gerufen, da sie irgendwo verstreut lagen. Aber es hat ihm erst mal keiner geantwortet. Laut Roy sind die anderen Familienmitglieder nicht unbedingt daran interessiert, dass die Männchen in der Nähe sind. Denn die jungen Löwen und die Frauen jagen und dann kommen die Männchen angerannt und vertreiben alle und fressen erst mal zuerst und alleine. Wir haben eine weiteren Teil der Gruppe gefunden, bestehend aus zwei Geschwistern, einem Weibchen und einem Männchen und noch ein junges Männchen, das sein altes Rudel verlassen musste und hier adoptiert wurde. Irgendwann haben sich doch die jungen Tiere zu erkennen gegeben und die Familie war wieder vereint, bis auf die Mutter, die alte Löwin, die fehlte.

Die Autos der Lodge haben die Löwen mit Abstand verfolgt, aber die Löwen haben sich auch bewegt. Zum Teil sind die ganz dicht am Auto vorbei gegangen. Das ist dann schon eine mulmige Situation, wenn ein Löwe nur einen Meter oder näher an einem vorbei läuft und man das Gefühl hat, die schauen einem direkt an. Auge in Auge mit einem Löwen in einer Armlänge Abstand, da hofft man, dass er nicht doch mal meint, ins Auto springen zu müssen. Wir sind die ganze Zeit bei den Löwen geblieben. Die sind dann auf einen toten, am Boden liegenden Baum gestiegen, um eine Gruppe Impalas zu beobachten.

Laut Erklärung sehen sich die Löwen Gruppen von Beutetieren genau an, um zu lesen, wer ist jung, wer ist alt, wer ist krank, wer ist verletzt, wo hat man eine Chance. Löwen sind schlechte Jäger. Sie müssen auf Fehler ihrer Beute hoffen und brauchen Deckung in hohem Gras oder in Büschen, um sich zu verstecken. Im Gegensatz zu Geparden, die ihrer Beute einfach hinterherlaufen, können Löwen nicht weit springen und auch nur wenige Meter weit wirklich schnell laufen. Das bedeutet aber auch, dass wir nicht auf eine Jagdszene warten müssen, denn Löwenjagden dauern in der Regel Stunden. Außerdem denken wir, wenn die Safari-Autos herum fahren, haben die Löwen gar keine Chance, da die Autos die Beute aufmerken lassen. Wenn die schlau sind, wissen die, da wo diese ockerfarbenen Tiere mit den runden, schwarzen Füßen rumstehen, da sind Löwen. Irgendwann hat zum Glück Roy gesagt, hier passiert die nächsten Stunden nichts mehr, wir müssen zurück zum Camp. Kurz vor dem Camp haben wir einen Lilac-Breasted Roller gesehen, der vor dem Auto davon geflogen ist und endlich haben wir ein Flugfoto von diesem wunderschönen Vogel erwischt.

Mit noch ein paar Erklärungen sind wir dann zurück Richtung Camp, die Tiere hatten auch angefangen sich in den Schatten zu verziehen und es war nicht mehr viel los im Busch.

Gegen 11 Uhr waren wir zurück, genug Zeit zum noch ein wenig umschauen, den „Poolbereich“ hatten wir noch gar nicht gesehen weil der auf der anderen Seite vom Hauptbereich aus gesehen liegt, und zum umziehen für das Mittagessen ab 12 Uhr.

Im Gegensatz zum letzten Camp, gab es hier zwischen 6 Uhr und 7 Uhr ein richtiges Frühstück (full breakfast, die Variante mit „nur“ Joghurt, Kaffee und Porridge nannte sich im letzten Camp Continental Breakfast), dafür gab es jetzt statt Brunch ein richtiges Mittagessen. Auf den Tisch kamen Brot und drei verschiedene Salate und es gab zwei Hauptgerichte zum Auswählen, eins mit Schweinefleisch und ein vegetarisches. Das geröstete Harissa Gemüse war richtig gut. Zur Nachspeise gab es drei Sorten Eis zum Auswählen, wir hatten uns für eine Portion Bananeneis und eine Portion Yoghurt entschieden, es kam aber nur eine Portion Banane. Aber eigentlich hatten wir genug gegessen und haben uns einfach die eine Eisportion geteilt.

Beim Mittagessen kam eine Mitarbeitern des Camps und brachte uns unsere Bordkarten von MackAir, mit den Worten, „wir haben Ihre Bordkarten gefunden. Da ist vermutlich schon ein Auto drüber gefahren, die sehen zumindest so aus“. Stimmt, die sahen wirklich etwas dreckig aus. Erstaunlicherweise hatten die eine Bandarole von MackAir auf der Hülle kleben, mit unseren Flugdaten von gestern und dem Zusatz „dem Guide zu übergeben“. Wir können nur vermuten, dass dem Piloten, nachdem wir gefragt hatten, die Bordkarten doch noch eingefallen sind und er sie dann aus dem Fenster geworfen hat oder bei einem späteren Flug irgendwo am Rand abgelegt hat. Laut dem Versandvermerk müssen die aber eigentlich auf unserem Flug dabei gewesen sein. Aber jetzt hatten wir die Bordkarten ja und ein wenig Freizeit und konnten ganz in Ruhe duschen und unsere Terrasse genießen.

Für den Nachmittag gab es zwei mögliche Aktivitäten. Die Nachmittagsausfahrt und eine Bootsfahrt auf dem Fluss vor dem Camp. Normal wäre die Bootsfahrt als Aktivität der Gruppe geplant gewesen, da der Guide der uns zusammen betreut, die Ausfahrt macht. Die Brasilianer haben aber nachgefragt um was es da genau geht und auf der Bootsfahrt ist mehr Landschaft zu sehen und es geht um die Entspannung. Tiere sind eher weniger zu sehen, das meiste Vögel. Also als Fazit: es gibt keine Löwen und auch keine Leoparden im Fluss. Das war für die Brasilianer natürlich unmöglich. Die wollten unbedingt die Ausfahrt machen, wir wollten nach 4 Stunden Löwen nicht noch mal 3 Stunden Löwen, sondern auch was anderes sehen. Zumal wir in einem Flussdelta waren und am Monachira Kanal wohnten, da sollte man mindestens einmal auch etwas auf dem Wasser erlebt haben. Roy musste erst was organisieren, entweder einen anderen Guide für die Brasilianer oder einen für uns. Als wir zur Teestunde zum Hauptplatz kamen, war zu unserem Erstaunen noch gar nichts aufgebaut. Kein Tee und (vor allem) kein Essen. Das wäre jetzt mal ganz was Neues gewesen, dass es nichts zu essen geben sollte. Die Aussage der Damen von der Lodge war auch: heute keine Tea-Time. Wäre jetzt auch nicht schlimm gewesen, wenn es nicht alle zwei Stunden was zu essen gibt. Wir haben die Zeit genutzt, um mal ein paar Fragen zur Logistik im Camp hier zu stellen. Man ist ja schon weit weg und eigentlich liegt das Camp auf einer Insel. Wir haben erfahren, dass immer dienstags ein Flieger mit Kühlprodukten kommt, also dem Fleisch, Gemüse, Salat, frischen Früchten etc. Den gesamten Rest muss man genau planen und bestellen, da kommt dann in weiteren Abständen ein LKW mit allem was sonst noch so benötigt wird, inkl. Fässern mit Treibstoff für Generator und Autos. Früher kam der mal bis auf die Insel. Das mit dem Wasser ist aber ein Problem und nachdem der LKW einmal für zwei Wochen steckengeblieben ist, fährt der nur noch soweit wie es geht und das Camp fährt dann mit den Booten dort hin und lädt alles um.

Roy kam mit einem anderen Guide, Gerrit, zu uns und hat uns unseren Bootsführer vorgestellt. Eigentlich hatte er gesagt, es wäre sein Bruder. Aber sie sind nur im Sinne „Brüder bei der Arbeit“ hat sich herausgestellt. Roy selbst würde die Ausfahrt mit den anderen vieren übernehmen. Da wir nicht ohne Begleitung zum Boot durften, lag ja „in der Wildnis“ (außerhalb des Elefantenzaunes), hat uns Gerrit begleitet. Am Bootsanleger angekommen haben wir dann erfahren, die Tea-Time gibt es heute für die Gruppen jeweils bei der Aktivität, daher war hier ein schönes kleines Buffet aufgebaut mit ein paar Samosas, Törtchen, Obst und Eiskaffee, Eistee und Limonade. Auf dem Bootsanleger stand eine festes Zelt mit einer Bar und vielen, gefüllten Kühlschränken. War sehr schön gemacht, es gab auch einen kleinen, mit Sand aufgeschütteten Strand, auf dem zwei Sonnenschirme und drei mal zwei Stühle aufgestellt waren. Wir erfuhren, dass noch ein weiteres Paar kommt für einen Bootsausflug. Wir haben dann mit dem Verkosten der Kleinigkeiten gewartet, damit die auch noch Fotos machen können, bevor wir das Arrangement zerstören. Hat auch fast funktioniert, sie hat versucht zu fotografieren, während er sich direkt den Leckeren gewidmet hat. War aber auch gut, was es hier gab!

Nachdem sich alle gestärkt hatten, haben wir zwei Boote bestiegen und sind losgefahren. Da wir alleine waren, konnten wir immer, wenn wir was gesehen haben, langsamer machen oder auch kurz anhalten. Die Landschaft und die Pflanzen hier waren sehr schön und mal etwas anderes als der Busch mit dem Auto. Wir wussten, dass wir mit dem Camp und unserem Zelt eigentlich direkt am Fluss bzw. eben dem Monachira-Kanal wohnten. Gesehen haben wir den aber nicht, da uns hohes Gras und Papyrus den Blick verstellten. Jetzt waren wir hinter der grünen Wand auf dem Wasser und konnten vom Fluss aus das Camp (nicht) sehen (der Papyrus verhindert auch die Sicht in die andere Richtung). Der Fluss ist nicht gerade und hat einige Biegungen. Hinter jeder Kurve ändert sich die Vegetation ein wenig, mal sieht man nur Papyrus, mal stehen Bäume am Wasser und an anderen Stellen ist das Gras mal kurz und man kann auf die Ebene hinaus blicken. Unterwegs sind uns Krokodile schlafend am Ufer begegnet, viele Vögel und viele Pflanzen. Neben Papyrus gab es auch einige andere Wasserpflanzen, wie weiße blühende Wasserlilien (wir würden die als so etwas wir Seerosen bezeichnen) und gelb blühenden Lotus.

Da wir nach dem Papyrus und was man damit machen kann gefragt hatten, hat uns Gerrit erzählt, Papier macht man nicht mehr draus, aber es gibt Leute, die den Papyrus ernten und essen. Und wir schmeckt jetzt Papyrus? Gerrit hat das Boot direkt am Rand an die Pflanzen herangefahren und eine Stange am Ende aus dem Wasser gezogen, man kann die dann einfach an der Bruchstelle schälen. Man erhält ein Art zylindrischen Kolben, der fasrig, schneeweiß und schwammartig ist. Mit der Hand kann man mühelos die Flüssigkeit aus dem Stängel pressen. Wir haben dann mal ein kleines Faserbündel abgezupft und probiert. Die ägyptischen Schriftrollen schmecken sicher nicht viel anders. Sehr ähnlich, wenn man Papier kauen würde, vielleicht ein wenig besser, wenn man länger kaut.

Am Ende unserer Fahrt gab es noch eine Familie Flusspferd. Hier kam dann auch das zweite Boot langsam angefahren und wir haben eine Weile nebeneinander auf dem Wasser gelegen und die Flusspferde beobachtet. Man hat aber schon gemerkt, auch hier haben die Guides Respekt vor den Tieren, halten Abstand und beobachten genau, was die Flusspferde treiben. Vermutlich können die hier auch Boote angreifen. Wenn die großen Tiere abtauchen, kann man ja auch nie wissen wo die wieder auftauchen, da ist Vorsicht sehr angebracht.

Hier haben wir gewendet und sind ein kleines Stück zurückgefahren, zu einer kleinen Bucht, in der man die beiden Boote nebeneinander parken konnte. Direkt am Ufer standen ein paar Bäume,auf denen Kuhreier (Cattle Egret) saßen und Nester hatten, zusammen mit ein paar anderen Vögeln. Es war ganz schön was los hier. Die haben sich pausenlos angemeckert und es gab auch den einen oder anderen Kampf, wenn mal einer auf dem falschen Ast gelandet ist. Während wir die Vögel beobachteten, was nicht langweilig wurde, so viel war da los, haben die Guides die großem Kühlboxen geöffnet und uns die Abenddrinks gemixt. Das Boot hatte einen kleinen fest montierten Tisch an Deck, mit Vertiefungen in die man seine Gläser oder Wasserflaschen stellen konnte, war sehr praktisch. Wir haben natürlich wieder Malariaprophylaxe betrieben mit Okavango-Gin mit Fitch&Leedes Tonic. Dazu gab es Nüsse, Cracker und Biltong. Die weißen Vögel kamen im Licht der Abendsonne richtig schön zur Geltung. Aber wir mussten ja noch zurück und wir waren bis hierher eine ganze Zeit unterwegs gewesen.

Jetzt drehten die Guides die Motoren auf und wir sind per Speedboot zurück Richtung Camp gefahren. Zum Sonnenuntergang haben wir noch einmal kurz angehalten und der Sonne beim Verschwinden hinter dem Horizont zugesehen. Danach ging es wieder mit Speed über den Fluss zurück. Kurz vor dem Dunkelwerden haben wir den Anleger erreicht.

Auf dem kleinen Strand war inzwischen ein Lagerfeuer entfacht worden und eine kleine Bar mit Sekt, Chardonnay und diversen Gins aufgebaut worden. Die Bar war ein aufklappbarer Holzkoffer in dem sich auch die Gläser befanden, superschön, die Kofferbar hätten wir am liebsten mit nach Hause genommen.

Das Feuer, das Licht, der Strand mit den Stühlen und die Bar waren total stimmungsvoll. Wir haben uns noch eine ganze Zeit mit dem zweiten Paar unterhalten, dass heute auch auf Bootstour war. Die beiden waren geschätzt noch keine 30. Sie kam ursprünglich aus Casablanca, Marokko, und er aus dem Norden von Frankreich. Jetzt leben beide zusammen in Paris. Sie war auf einer französischen Schule in Marokko und konnte wegen den daraus resultierenden Sprachprobleme nicht in Marokko studieren und ist deswegen nach Paris an die Sorbonne gegangen und dort geblieben. Er hatte wohl schon mehr Safarierfahrung seit seiner Kindheit. Trotzdem hatten sie die Kälte unterschätzt und für Afrika die Sommersachen eingepackt. Wir haben uns sehr lange unterhalten, bis die Sektfalsche leer und es stockdunkel war und der Mond schon aufging. Wenn hier mal jemand her kommt: die Bootsfahrt auf keinen Fall auslassen!

Unser Guide hat uns dann zum Abendessen geführt. Das Essen hier ist – wie schon erwähnt – richtig gut und zum Glück sind die Portionen nicht so groß. Eigentlich hätte ein Pinotage sehr gut zum Essen gepasst, aber ein Gast, der uns auch schon aufgefallen war, hat alle Vorräte gestern ausgetrunken. Der Shiraz war aber auch gut. Zum Abschluss gab es noch einen Espresso (die Maschine macht die Tassen viel zu voll) mit Amarula. Da kann man sich richtig dran gewöhnen, wenn man die Milch weglassen will. Nebenbei haben wir erfahren, dass unser Flug morgen erst um 16:20 Uhr am Nachmittag geht und wir noch viel Zeit haben. Abfahrt um 15:00 Uhr und da nur noch drei Zelte belegt sind, müssen wir nicht um 10 Uhr raus sein, sondern können uns noch mal duschen und umziehen nach dem Mittagessen. Sehr entspannt.

Bei unserem Digestif haben wir uns noch mit Roy und einem anderen Guide unterhalten. War spannend, da die ein wenig aus ihrer Kultur erzählt haben. Der zweite Guide hat sich selber als Khoisan bezeichnet, ein Elternteil Khoikhoi und einer San. Beide Bevölkerungsgruppen würden wir umgangssprachlich als „Buschmänner“ bezeichnen. Die Sprachen der beiden Stämme sind aber in vielen Wörtern unterschiedlich. Er hat den Verlust der Kultur beklagt. Die Buschleute dürfen, wenn überhaupt, nur noch außerhalb der Nationalparks jagen, obwohl das ein zentraler Bestandteil ihrer Kultur ist. Der Großvater hat noch gejagt und dann wurden das Fleisch von den erlegten Tieren zusammen mit heller Erde, die einen erhöhten Salzanteil enthält, in die Tierhaut eingeschlagen, in einer Grube ein Feuer entfacht und das Fleisch in der Tierhaut dort hineingelegt und zugedeckt. Wenn man nach ein paar Stunden wiederkam, war das Fleisch gar.

Weitere Informationen haben wir noch zu den Tieren an sich erhalten. Diese haben eine Komfortzone, eine Alarmzone und eine Verteidigungszone und man muss beim Annähern genau auf die Reaktion der Tiere achten, um zu wissen, in welchem Bereich man sich aufhält und wie weit man gehen darf. In der Komfortzone kann man sich aufhalten und die Tiere ignorieren dass man da ist. In der Alarmzone beobachten sie genau was man macht, sind angespannt und ändern ihr Verhalten. Kommt man noch näher wird man angegriffen, zur eigenen Verteidigung. Das muss man beachten und sollte nie zu nah an ein Tier herangehen/-fahren. Was anderes ist, wenn man sich nicht bewegt und das Tier von selbst an einem vorbei geht. Wenn man zu Fuß einen Löwen trifft, wissen wir aber nicht, wo die Komfortzone endet und ab wann man wohl (selbst Schuld!) gefressen wird.

Wir hätten gerne noch mehr gefragt (blöd, dass wir das nicht in den vorigen Camps schon gemacht haben), aber die beiden wirkten etwas geschafft heute Abend. Sie haben noch erzählt, dass ein Gast (der, der den ganzen Pinotage ausgetrunken hat) letzte Nacht noch bis 1 Uhr an der Bar war (bis der Pinotage endgültig alle war, fragt man sich unweigerlich) und sie mussten warten, dann es darf keiner unbegleitet herumlaufen in der Nacht. Da wollten wir nicht länger aufhalten und haben uns nach einem letzten Blick auf den erleuchteten Hauptbereich zu unserem Zelt bringen lassen und erst mal die Heizdecken angeschaltet und sind dann schnell ins warme Bett gegangen, denn wenn die Sonne untergeht, wird es hier, wie immer, sehr schnell kalt.

Dienstag, 02.06.2026

Wir haben ja schon immer darauf gewartet, dass man mal den Schatten von einem Flusspferd oder ähnlichem durch das Fliegengitter sieht. Heute Nacht wachte Katja auf und sah direkt einer großen Katze mit Leopardenmuster in die Augen, die direkt vor dem Fliegengitter saß (keine 2m entfernt) und ins Zelt geschaut hat. Sie hat auch auf die Bewegungen reagiert und geblinzelt, das war gut zu sehen, und ist aber dann doch nach einiger Zeit (zum Glück, Katja konnte dann auch wieder atmen) verschwunden. Die Zeltwände stellen jetzt keinen großartigen Schutz dar. Man stellt sich immer vor, wenn die eine Kralle ausfährt, dann ist da schnell ein Schlitz in der Plane oder im Fliegengitter. Später in der Nacht, hat man noch ein Tier über die kleine Holzbrücke, die zu unserer Tür führt, laufen gehört und irgendwas ist zwei Mal gegen die Tür gerumpelt. Zum Glück war das wenigstens eine richtige Holztür, mit Schloss. Das war dann schon ein bissel aufregend gewesen, wir sind ja mit solchen Situationen jetzt noch nicht wirklich vertraut. Puhhhh….

Aufstehen war wieder um 6 Uhr, dann schnell mit warmen Wasser im eiskalten Zelt waschen und diesmal haben wir auf Roy gewartet, der uns abholt. Wir haben ihm von den Erlebnissen der Nacht erzählt und er hat sich die Spuren auf dem Weg im Sand angeschaut. Dort gab es einen Fußabdruck von einem Pavian und einen Abdruck einer Katzenpfote, der zu einer Zibetkatze gehört. Diese sind scheu und nachtaktiv und man sieht sie nur sehr selten. Aber sie sind trotzdem gerne in der Nähe von Menschen. Umlaufend um unser Zelt war eine breiter Sockel. Da ist die wohl drüber gelaufen, hat sich hingesetzt und uns beim Schlafen zugeschaut. Wenn man denkt, die hockt auf dem Boden und schaut rein, dann wirkt das gefühlt viel größer. Roy hat sich schier totgelacht ob unserer Angst. Naja, der kennt sich halt auch aus…

Auch heute morgen war nur ein Müsli und ein Joghurt für uns drin, den wir wieder wegen der Malariatablette essen sollten. Auf die frisch zubereiteten Eiervariationen, Wurst, Käse etc. haben wir verzichtet, da es noch viel zu früh war. Danach ging es wieder auf Ausfahrt zusammen mit den Brasilianern, die während unsere Bootsfahrt weiter die Löwen beobachtet und den Leoparden gesucht haten. Man fragt sich, ob die hier nur einen haben, den sie für die Touristen angestellt haben… Zunächst gab es nur schöne Landschaft im Sonnenaufgang und ein paar Vögel zu sehen. Einmal sprintete eine Gazelle mit vollem Tempo über den Weg vor dem Auto vorbei. Roy ist dann gleich abgebogen und durch das hohe Gras gefahren, um zu schauen, wovor die Gazelle davongerannt ist, aber er konnte kein Raubtier entdecken.

Da die Brasilianer gestern nicht Boot fahren wollten, hat man sie wohl zum Mokoro gedrängt, bevor sie heute Vormittag zurückfliegen, um den Flug nach Hause zu erwischen. Beim Mokoro angekommen, hat ihnen Roy gesagt, wir wären dann gegen 9:15 Uhr wieder zurück, um sie abzuholen und sich dann mit dem Wagen zu treffen, der sie zum Airstrip fährt und das Gepäck dabei hat. Sie fanden die Zeit zu lang und wollten schon um 8:45 Uhr wieder zurück sein. Wir haben vermutlich innerlich die Augen verdreht, denn die Katzenfixierung der vier war echt anstrengend. Roy hat sich solche Mühe gegeben mit Details über das Leben der Tiere im Busch, immer wieder mit Knochen toter Tiere Zusammenhänge und Körperbau, wie auch den Aufbau von Hörnern erklärt, Pflanzen, Termitenhügel alles, aber die wollten nur Katzen sehen, alles andere war egal. Roy hat daraufhin mit Big Sam, der hier für das Mokoro zuständig schien, in deren Sprache gesprochen. Keine Ahnung was er ihm gesagt hat, aber es muss was in der Form gewesen sein, dass er nicht früher wieder zurück kommt. Wie die vier Brasilianer ausgestiegen waren, hat er nur was vor sich hingemurmelt wie „ich hoffe die finden den Leoparden“. Wir haben nicht näher nachgefragt, warum und was passiert, wenn „sie“ (die anderen Guides?) ihn nicht finden.

Auf einer Wiese nebenan stand ein Vogel, den uns Roy als „german bird“ (deutscher Vogel) gezeigt hat. Eigentlich ein saddle-billed stork (Sattelstorch), der einen auffälligen gelben Sattel auf dem Schnabel hat und damit in der Farbkombination Schwarz, Rot, Gelb daher kommt.

Wir sind dann alleine mit Roy weiter gefahren. Das erste was wir gefunden haben, waren die zwei Strauße, die es hier auf der Insel gibt. Herr Strauß war im vollem Balzgewand zu sehen heute. Dafür färben sich die Beine unterhalb der Knie pink ein und wenn das Pink am „leuchtesten“ ist (Roy sprach von Tanzsocken), vollführen die Straußenmänner einen Tanz, um die Dame zu beeindrucken. Muss wohl gestern Abend die Zeit gewesen sein, aber die pinken Streifen vorne am Bein waren immer noch sehr gut zu sehen.

Der zweite große Vogel war ein Southern Ground Hornbill (Südlicher Hornrabe). Ein Vogel der stark vom Aussterben bedroht ist. Wegen seiner schwarzen Farbe wird er von den Menschen gejagt, weil schwarze Tiere Unglück bringen (vergleiche schwarze Katzen bei uns). Sein großer Nachteil ist, dass er nur alle fünf Jahre ein Ei legt und ausbrütet und auch immer nur ein einziges. Die Jungen brauchen dann 9 Jahre um selber Nachwuchs zu bekommen. Mit der Reproduktionsrate ist es schwierig nicht auszusterben. Interessante Geschichte dazu, der Vogel frisst alles, was der Mensch nicht mag, wie Kleinsäuger (Ratte, Maus), Skorpione und Schlangen. Wenn er einer Schlange begegnet, breitet er seine Flügel aus, denn darunter hat er eine dicke, nicht durchblutete Lederhaut, in die die Schlange dann beißt und ihre Giftdrüsen leert, ohne dass das Gift in den Blutkreislauf des Vogels gelangt. Wenn die Schlange dann giftlos und damit harmlos und geschwächt ist, kann er sie einfach fressen. Dabei hilft ihm dann noch sein Schnabel, der sich nicht komplett schließen lässt. Man erkennt immer einen Spalt zwischen oberen und unterem Schnabel. Endlich mal was anderes als Löwen auf der Ausfahrt…

Wir haben auch die Löwen noch mal gesehen, zuerst die Mutter der beiden Geschwister, die ist aktuell schon wieder schwanger, danach dann auch die beiden Brüder, die alten Löwen. Vermutlich hat Roy gemerkt, dass wir bei den Löwen nicht mehr so ziehen und er ist eigentlich sehr schnell weitergefahren und hat sich gar nicht lange bei den Löwen aufgehalten. Irgendwie waren es auch immer noch die gleichen Löwen wie gestern und Großkatzen machen auch nicht viel was anderes wie unsere Hauskatzen: den größten Teil des Tages irgendwo rumliegen und schlafen oder zumindest dösen.

Zum Abschluss sind wir noch einer Elefantenherde begegnet, die einen kleinen Babyelefanten dabei hatten. Total goldig die kleinen.

Wir mussten dann wieder zurück zum Mokoro, um die Brasilianer abzuholen. Die waren noch nicht ganz wieder zurück, offensichtlich gab es keine Verkürzung der Ausfahrt und Roy wusste das schon. Danach ging es noch ein wenig durch die Landschaft, bis wir am Ende auf dem Kaffeepausenplatz angekommen sind, einem Platz bzw. einer Fläche mit sehr kurzem Gras in dem sich nichts verstecken konnte. Die Brasilianer haben den Wagen gewechselt und sind Richtung Airstrip abgefahren, Roy hat erst mal die Taschen ausgepackt und es gab Kaffee und Kekse. Leider hatten sie ihm nur Milch, aber keinen Amarula eingepackt. Wir haben uns noch ein wenig mit Roy unterhalten, er hat sich nicht ganz so konkret zu den Gästen, die nur an einem Tier interessiert sind geäußert wie On vor ein zwei Tagen, aber es dürfte das gleiche Problem für alle Guides sein, die ihre Kultur, Tiere und Natur als Ganzes vermitteln möchten.

Anschließend ging es wieder zurück ins Camp. Da keiner nach uns das Zelt benötigte, hatten wir ja noch schön viel Zeit. Wir haben noch ein paar Kleinigkeiten im Souvenirshop eingekauft, der eine Einheit mit der Rezeption bildete und damit irgendwie 24h geöffnet war. Unser Wohnzelt war vom Housekeeping inzwischen wieder aufgeräumt, das Bett gemacht und alles sauber. Wenigstens haben sie unsere Handtücher nicht noch durch frische ersetzt. Sie hätten auch gar nichts machen brauchen, schließlich waren wir nur noch kurz hier.

Zum Mittagessen gab es wieder Brot, Butter, drei Salate, frittierter Fisch mit Bratkartoffeln und drei Sorten Eis zum Auswählen. Was die hier jeden Tag zaubern und wie sie die Logistik hinbekommen, damit auch immer alles da ist, was man benötigt für die Gerichte, das ist schon bewundernswert. Die Teller sind sehr schön angerichtet. Es schmeckt nicht nur ausgezeichnet, es sieht auch noch so aus.

Wir hatten nach dem Mittagessen noch mal ein wenig Zeit zum duschen und ausspannen, bevor es auch für uns heißt, von hier Abschied zu nehmen. Es war wunderschön hier im Okavango-Delta. Wir hätten hier auch noch viel länger bleiben können, zumindest solange man keine Leute mit einer totalen Katzenfixierung im Auto sitzen hat. Ein letztes Mal konnten wir aber noch unsere schöne Terrasse nutzen, im Schatten sitzen und ein wenig in die Ferne schauen, bis wir alles packen und uns zur Tea Time einfinden mussten, um Richtung Airstrip aufzubrechen.

Zur Tea Time gab es Minipizzen, die waren sehr gut, aber so kurz nach dem Mittagessen hat man keinen Platz mehr im Magen für noch mehr Essen. Roy hat unser Gepäck in den Wagen geladen und wir haben uns von den herzlichen Menschen hier verabschiedet, die mit bis zum Wagen gekommen sind, um uns Lebwohl zu winken. Da noch Zeit war, hatten wir auch hier noch einmal eine kleine Ausfahrt, die auf dem Airstrip endete. Unser Flug hatte inzwischen auch „Verspätung“ und war auf 16:35 Uhr verschoben worden. Wenn man 15 Minuten überhaupt als Verspätung werten kann. Wir sind noch mal ein paar Bäume abgefahren, die Brasilianer waren zwar weg, aber anscheinend ging die Suche nach dem Leoparden noch weiter. Das Camp hatte noch vier Gäste auf einem weiteren Wagen. Da kam es sicher gelegen, wenn noch ein paar andere Fahrzeuge unterwegs sind, um Tiere aufzuspüren und zu melden. Mit uns saß noch ein weiterer Guide im Auto, der auf den gleichen Flug gebucht war wie wir. Wir haben die Elefanten noch einmal gesehen und auch das verletzte Flusspferd, dass unter einem Baum im Schatten stand. Ansonsten war es von Tieren her nicht so ergiebig. Normalerweise ist morgens und zum Sonnenuntergang mehr zu entdecken, unter tags, wenn es warm ist, suchen sich die Tiere auch lieber einen Schattenplatz und halten Siesta. So haben wir noch ein wenig die schöne Landschaft bewundern können und sind dann am Airstrip angekommen, in dem Moment zu dem auch der Flieger gerade landete (die verspätete Ladung war für 16:25 Uhr angekündigt, das war dann aber auf die Minute genau). Es stiegen zwei Passagiere aus, die nach Monachira wollten und die Roy dann direkt wieder mitnehmen konnte und wie stiegen ein, zusammen mit dem Guide, der jetzt seine zwei Wochen Pause hat.

Der Flug nach Maun dauerte nur ca. 15 Minuten und wir hatten noch mal einen letzten Blick von oben auf die Flussläufe, Seen und die grünen Inseln dazwischen.