Dienstag, 28.06.2022

Nach dem Aufstehen, war unsere erste Frage: Ist die Wäsche gestern Abend noch gekommen? Und wo bekommen wir was zum Frühstück? Also eigentlich auch in dieser Reihenfolge. Die Frage an die Rezeption, ob die Wäsche gekommen ist, wurde zum Glück mit einem „Ja“ beantwortet. Uns fiel ein Stein vom Herzen. Kaffee gab es dann bei dem Kaffeeladen von gestern ums Eck vom Hotel, wir mussten ja sowieso einen Moment aufs Auto warten. Das war ganz praktisch, dem Valet Bescheid zu sagen und dann kurz ums Eck zu gehen. Viel Zeit hatten wir nicht, da wir nach New York wollten, mit Stau rechnen mussten und für den Abend eine „Tisch“-Reservierung hatten. Wenn auch nur ums Eck vom Hotel (das Hotel war nach dem Restaurant passend gebucht), so wollten wir nicht so viel zu spät kommen. 

Auf dem Highway ist nicht viel passiert… Man konnte gemütlich immer geradeaus fahren. Irgendwann mussten wir tanken und sind abgefahren, um eine Tankstelle aufzusuchen. Dort gab es noch einmal Kaffee… Da wurde es dann wieder interessant. Neben einem Nescafe-Automaten, der Latte Macchiato, Cappuccino etc. zubereiten konnte (aus Pulverkaffee?), gab es auch verschiedene Filterkaffees. Neben einem kolumbianischen Kaffee und einem entkoffeinierten (den gibt es tatsächlich in den USA überall neben dem regulären), auch noch welche mit Geschmack: Vanille und Haselnuss. Neben diversen Sirupen mit Geschmack (natürlich kalorienfrei) und Milch (zwei Fettstufen). Aber das Beste war ein Automat der Zucker (weiß + braun) und Süßstoff gespendet hat!

 In den USA bekommt man eigentlich immer zum Kaffee Zucker und Süßstoff auf den Tisch gestellt. Den Süßstoff meist noch in verschiedenen Varianten, die man leicht anhand der Farbe des Päckchens unterscheiden kann. Rosa = Saccharin, Blau = Aspartam, Gelb = Sucralose und ganz neu: Grün = Stevia. Der Süßstoff-Spende-Automat hatte außen die Tasten für Zucker und dazwischen drei Tasten für den Süßstoff. Einfach nur beschriftet mit „rosa Süßstoff“, bzw. „blau“ und „gelb“. Bei uns gibt es einfach irgendeinen Süßstoff, wenn man danach fragt. Aber als Automat aus denen Farben kommen, hat das was. Außerdem hatte die Tankstelle Snapple! Das hat Stefan schon die ganze Zeit gesucht und endlich hier das erste Mal bekommen. Ein Fruchtdrink, völlig übersüßt mit nur natürlichen Zutaten. Und schmeckt total künstlich. Lecker!

Die weitere Fahrt war nicht besonders spannend. Auf einem Parkplatz am Rande des Highways haben wir noch einen Cache gesucht, die Dose war aber voll mit Wasser gelaufen und der Logstreifen war matsch. Nicht so appetitlich. In einem kleinen Ort entlang des Highways, Shrewsbury, gab es noch ein paar Caches. Einen auf dem Friedhof und ja, man konnte wieder mit dem Auto bis vor die Dose fahren. Das ist schon komisch, wenn man überall direkt bis vor das Grab fahren kann. Selbst bei Beerdigungen gibt es einen Autokorso hinter dem Leichenwagen bis ans Grab. Einen weiteren Cache, der in der Ortsmitte begann, konnten wir am Ende nicht finden. Schade, aber kommt halt vor. Wir konnten auch nicht ausgedehnt und lange suchen, da wir weiter mussten. Der Ort war so richtig amerikanisch. Also für uns so wie man sich so einen Ort in den USA vorstellt. Weiße Häuser, Kirche, Feuerwehr mit diesen riesigen, breiten LKW und den amerikanischen Flaggen überall und blau-weiß-roten Girlanden. Hier fühlt man sich so richtig mitten in den USA. Und wie in einer Kulisse, weil man niemanden auf der Straße oder in den Vorgärten herumlaufen sieht.

Dann haben wir noch den Unterschied erfahren zwischen Highways und Parkways. Das erste auffällige an den Parkways waren die Leitplanken aus Holz anstatt Metall. Und dann dürfen dort keine LKWs fahren. Bei der ersten Brücke, die den Parkway quert, weiß man dann auch warum… Die sind so tief, dass man im PKW versucht den Kopf einzuziehen. 

Unterwegs haben wir nochmal kurz angehalten, war schon eine lange Fahrt, und haben auf einem Baumarktparkplatz die Reste unseres gestrigen Abendessens als Picknick aus dem Kofferraum verzehrt.

Aber dann kamen wir nach Manhattan! Zumindest an den Straßenschilden konnte man das erkennen. Wir sind oben aus dem Norden ganz am Ende nach Manhattan eingefahren (so um die 254-ste Straße) und dann am Westrand einmal komplett runtergefahren, etwa bei Straße 220 kommt man auf die eigentliche Insel und dann bis zur 34-sten Straße. Wir hatten uns schon vorgestellt wie man nach Manhattan reinfährt, uns Frank Sinatra auf dem Navi-Tablet bei Youtube herausgesucht, um das dann laufen zu lassen, wenn die Wolkenkratzer vor einem auftauchen. Wenn schon mal in/auf Manhattan war, hat man da so eine Vorstellung, wie es aussehen sollte. Wenn man schon mal mit dem Auto da gewesen wäre, hätte man gewusst, dass es alles ganz anders ist. Man fährt am Hudson entlang durch einen Park. Und sieht nur grüne Bäume und nur ganz gelegentlich neben der Straße ein paar Wohngebäude. Hängebrücken. Einen Flugzeugträger. Aber keine so richtig hohen Hochhäuser. 

Wir haben mehrfach die Musik gestartet, um ein Video von der Einfahrt nach New York aufzunehmen, immer wenn eine Kurve kam und wir dahinter „die Stadt“ vermuteten. Aber gesehen hat man wenig. Der Park endet erst in etwa auf Höhe der 60-sten Straße, das ist auf Höhe des südlichen Endes des Central Park. Vorher kann man sich nur an den Ausfahrten und den dortigen Straßennummern vorstellen, wo man sich ungefähr befindet.  Aber hier haben wir dann doch endlich unsere Einfahrt nach New York filmen können. 

 

Unser Hotel, das Pendry Manhattan West, ist in der 33-sten Straße, die aber eine Einbahnstraße Richtung Westen ist. Daher mussten wir erst mal in die 34-ste abbiegen und dann über die 9-te Avenue in die richtige Richtung zum Hotel fahren. Auf der Straße liegt auch das Empire State Building, das wir auf diese Weise schon bei der Anfahrt zu Gesicht bekommen haben. Und etwas, dass einem vermutlich nur in New York begegnet… Einen berittenen Polizisten, der mit Pferd mitten im dichten Verkehr unterwegs ist. Das Hotel war gut zu finden, der Valet-Service hat sich ums Auto gekümmert und wir haben zur Begrüßung erst mal einen Drink und zwei Flaschen Wasser bekommen. Wir wurden auf unser Zimmer geführt und mit den Eigenschaften des Zimmers vertraut gemacht. 

Wichtigster Hinweis: Nichts aus der Minibar nehmen, nur um zu schauen. Alle Artikel, sowohl im Kühlschrank, wie auch auf dem Schrank, sind mit Drucksensoren ausgestattet, die die Entnahme von Getränken oder Knabbereien automatisch auf die Zimmerrechnung verbuchen. Eine so gigantisch ausgestattete Minibar haben wir noch nie erlebt. Große Auswahl an Getränken, viel Knabberkrimskrams und die Alkoholika sind nicht diese mickrigen 2cl/4cl-Fläschen, sondern Whiskeys, Vodka etc. sind 0,375 bis 0,5 Liter Flaschen. Die Preise sind auch entsprechend zum Teil dreistellig. Es gab zwei Flaschen stilles Wasser kostenlos.

Da wir hier drei Übernachtungen geplant hatten, können wir hier entspannt den Wäscheservice nutzen, ohne die Angst die Wäsche nicht rechtzeitig zurückzubekommen, wie gestern Nacht. Wenn es einen Tag länger dauern sollte, wäre das nicht so schlimm und so haben wir noch die Wäsche für die Wäscherei in den dafür vorgesehenen Beutel gepackt, um diese abholen zu lassen, um keinen Tag zu verlieren.

Die Sicht auf die Stadt war großartig von hier oben, New York mit seinen Wolkenkratzern. Nach einer kurzen Dusche ging es dann auch gleich zum Essen. Zum Glück war das nur zwei Blocks entfernt. Im Mercado Little Spain kamen wir erst mal an den Empfang des Restaurants, das sehr voll war und keinen freien Tisch mehr hatte. Als wir angegeben haben, wir hätten eine Reservierung, hat man uns eine Treppe nach unten in den Keller geschickt. Was wir nicht so genau im Kopf hatten war, dass das Restaurant zwei Ebenen mit unterschiedlichen Speisen hat. Oben gab ein ein „American-all-day“-Restaurant. Aber wir wollten ja in das mit dem spanischen Essen und das war eben eine Ebene tiefer.

Das Restaurant La Barra war mitten in eine Art Markt hineingebaut. Außenherum gab es viele Stände, die spanische Lebensmittel, Wurst, Schinken, Fisch etc. verkauft haben. Allerdings um diese Uhrzeit war der Markt dann doch schon geschlossen. Im Restaurant gab es eine große Auswahl an Wein und Tapas, aus denen wir uns unser Abendessen zusammengestellt haben. Es war brechend voll und man saß dicht gedrängt an der Bar. Ein Glück für uns, weil man von hier aus einen perfekten Blick in die Küche und auf die Zubereitung der warmen Gerichte hatte. Für Gruppen und Familien gab es auch Tische. Einer war ein mit Glasplatte ausgestatteter Kicker. Wenn es mal wieder etwas länger dauert? Aber Service und Küche waren sehr fix und das Essen wirklich empfehlenswert. 

Gut gesättigt haben wir uns auf den Rückweg gemacht. Auf dem Hinweg sind wir google gefolgt und über die Straßen zum Restaurant gelaufen. Jetzt in der Nacht bemerkten wir eine Treppe und eine eiserne Brücke, die hübsch beleuchtet war, und auf der man grüne Sträucher erkennen konnte. Neugierig haben wir die Treppe erklommen und fanden uns auf einer grün bewachsenen, mit einem reinen Gehweg und vielen Bänken ausgestatteten U-Bahn-Brücke wieder. Eine Tafel hat uns darüber aufgeklärt, dass das Gebiet Hudson Yards, zu dem auch unser Hotel gehört, früher ein hässlicher Abstell- und Abladeplatz der New Yorker Metro war und dort die alten und kaputten U-Bahn-Züge abgestellt wurden, damit sie in Ruhe vergammeln können. Dieses Gebiet wurde geräumt, es wurde dort in den letzten zwei, drei Jahren begonnen ein komplett neues Stadtgebiet zu bauen, mit Kaffees, Restaurants, Hotels, Firmengebäuden, renovierten Wohnungen und viel Platz für Fußgänger, sowie dem Herzstück The Vessel. So wurden die alten U-Bahntrassen stillgelegt und zu Fußwegen oberhalb der Straßen ausgebaut, genannt The High Line, die auch an die neu geschaffenen Fußgängerzonen angeschlossen waren. So konnten wir von dem Restaurant ohne Autos, ohne Lärm und ohne eine Straße überqueren zu müssen, bis zur Plaza hinter unserem Hotel laufen. 

Und so konnten wir gut gesättigt und zufrieden ins Bett sinken. 

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