18.06.2022/19.06.2022

Wir wurden mit einem Kleinbus zum Flieger gefahren und haben uns dort erst mal auf unseren Plätzen eingerichtet. Der Flieger war am Vortag (und dann auch einen Tag später) pünktlich. Nur heute natürlich nicht, weil die Flugsicherung in Brüssel wohl irgendwie ein Chaos veranstaltet hat und sie die Slotvergabe für die Transatlantik-Flüge nicht mehr auf die Reihe gebracht hat. Also haben wir erst mal im Flieger gesessen und was getrunken und gewartet

und ein wenig alle Knöpfe ausprobiert.

Nach über einer Stunde warten ging es dann endlich los. Und, wie immer auf Flügen, egal wann sie starten, gibt es erst mal was zu essen. Irgendeine Ziegenkäsemousse mit Paprika (oder Tomate?) und Basilikumöl. Letzteres war eindeutig. Nach einem Happs Kaviar hatte sich Katja für einen Burger entschieden. Der Flugbegleiter stammte aus Texas und hat sich fürchterlich darüber aufgeregt, was Lufthansa als „Burger“ anbietet, weil: das wäre kein Burger. Den mitfliegenden US-Bürgern hat er den Burger erst gar nicht serviert und ihnen andere Speisen angeraten. Stefan hatte eine Hühnerbrust mit „jungen Gemüse“ und ein Kartoffelgratin. Nach kurzer Suche hat man letzteres auch auf dem Teller finden können.

Anschließend konnte man sich ein wenig hinlegen und ausruhen, was für die spätere Reise echt gut war, da der Tag sonst schon sehr lange geworden wäre.

Kurz vor der Landung gab es dann noch einen Snack. Salat, eine Suppe (Tom Ka Gai) und eine kleine Auswahl an spanischer Wurst und Schinken.

 

 

Anflug auf Washington, D.C.

Anflug auf Washington-IAD linke Seite.

Anflug auf Washington-IAD rechte Seite.

mobile lounges bei Nacht
„mobile lounge“

Da wir viel zu spät waren um unseren Anschlussflug zu erwischen, hatten wir uns natürlich gedacht, es wird uns schon jemand umgebucht haben und uns die Daten für den neuen Flug zukommen lassen. Falsch gedacht. Lufthansa ist nicht Swiss (obwohl es formal der gleiche Konzern ist). Und so hat sich niemand um unseren Anschuss gekümmert. Wir mussten erst mal aussteigen, dann ging es in die „mobile lounge“, ein mehr als merkwürdiges Gefährt, das  aussieht wie ein Eisenbahnwaggon auf Stelzen, zum Terminal für die Weiterflüge und zu Einreise und Zoll. Da die meisten Einreisenden US-Bürger waren, standen an der Einreise für nicht US-Bürger nur sehr wenige Personen an und die Einreise ging ganz schnell. Dann weiter zum Zoll. Der besteht darin, das aufgegebene Gepäck von einem Band auf das nächste Band zu wuchten. Über den Sinn dieser Aktion kann keiner eine vernünftige Aussage treffen.

Beim United Ticketschalter
Am Gate zum Flug nach Atlanta

Danach standen wir dann erst mal da und wussten nicht weiter. Erste Anlaufstelle war eine United Lounge, schließlich hatten wir den United Flug verpasst. Die haben aber nur gesagt, das wäre ja nicht ihre Schuld gewesen und sie könnten da nichts machen. Außerdem wären alle nächsten Flüge ausgebucht und wir sollen zu Lufthansa. Bei Lufthansa haben wir erst mal lange angestanden… Vor uns waren noch andere Fluggäste nach Atlanta, die natürlich auch erst mal gestrandet waren und den Anschluss erst auf den Flug am nächsten Tag um 17:00 Uhr umgebucht bekommen haben. Uns hat man, nach einem ewigen Telefonat der Lufthansamitarbeiterin mit irgendeiner Buchungsstelle, erst mal nur einen Platz noch auf der letzten Maschine nach Atlanta angeboten. Wir hatten das auch angenommen, da die Mietwagenfirma sonntags um 14:00 Uhr schließt und wenn nicht zumindest einer von uns vor Ort ist, wir dann ein Problem mit dem ganzen weiteren Plan bekommen. Nach ein wenig hin und her hat uns die Dame von Lufthansa zum Ticketcounter von United gebracht. Dort waren zwei Mitarbeiter beschäftigt. Wir haben uns durch Zufall bei Danny angestellt. Er war gerade mit zwei Kanadiern beschäftigt, die ihren Anschlussflug verpasst hatten. Die Dame von Lufthansa hat ihm nebenbei schnell erklärt, was das Problem ist, wir einen Platz auf dem Nachtflug haben und gerne einen Person auf Warteliste gesetzt haben möchten. Nach einer gefühlten Ewigkeit (ca. 1/2h) waren wir dann an der Reihe und er hat sich unser Problem angehört und sich das ganze in seinem Computer angeschaut. Nach eigentlich recht kurzer Zeit, konnte er uns zwei Plätze in der Maschine anbieten, zwar nicht in der gebuchten Klasse, aber immerhin zusammen nach Atlanta. Dann kam das nächste Problem. Das United Computersystem hat immer zwei Bordkarten ausgedruckt mit der gleichen Buchungsnummer, aber eine als E-Ticket und eine als Papierticket (welches wir ja durch die Onlinebuchung der Flüge nicht haben). Viele Telefongespräche später hatte es immer noch keiner von United geschafft, die Daten in ihrem System zu korrigieren. Nun wurde die Zeit langsam knapp. Danny meinte es wäre kein Problem, vom Ticketcounter durch die Sicherheitskontrolle zum Gate wären es keine 15 Minuten… Dann hat er beim Gate angerufen und denen erklärt, dass da welche mit komischen Tickets kommen, aber im System alles in Ordnung wäre und sie uns an Bord lassen sollen. Das hat zum Glück auch funktioniert und wir waren endlich auf dem Weg nach Atlanta!

18.06.2022

Jetzt haben wir den Blog leichtsinniger Weise „von Geistern, Hummern und Grundsauen“ genannt. Aber los geht es erst mal mit Lachs, Kranichen und Enten.

Der Reihe nach… Wegen des angesagten heißen Wetters, haben wir uns von einem Flughafen-Transferdienst nach Frankfurt an den Flughafen bringen lassen. Die Fahrt war noch unspektakulär. Besser wurde es nach der Ankunft, als erst mal ein netter Herr unser Gepäck aus dem Auto ausgeladen hat um es aufzugeben. (Warum das ausgerechnet „aufgeben“ heißt, erschließt sich uns nicht so richtig… Man will es schließlich unbedingt wiederhaben. Zum Glück heißt es nicht „Gepäckverabschiedung“. Dachten wir. s.u.)

Dann hat uns eine nette Dame in Empfang genommen, die Pässe und Impfung kontrolliert und uns durch die Sicherheitskontrolle begleitet. Da kam der erste Schreck… Bei der obligatorischen Sprengstoffkontrolle hat das Gerät angeschlagen! Ohgott, ohgott. Aber nach dem kompletten Ausräumen des gestern erst neu gekauften Rucksacks, haben sie uns geglaubt, dass alles harmlos ist, was wir dabei haben. Ein großes Ufff…..

 

Nach der Sicherheitskontrolle wurden wir über die Lounge und was dort wo ist informiert. Eigentlich wollten wir erst mal einen Milchkaffee trinken und wurden an einen Tisch geleitet. Hunger hatten wir noch keinen, bis wir einen Blick in die Speisekarte geworfen haben. Eggs Benedict (mit Lachs)! Okay, also genau richtig hier, dann halt erst mal frühstücken.

 

Eindrücke vom Buffet und dem Essen:

Während wir auf unser Frühstück gewartet haben, kam dann auch die nette Dame wieder und hat uns unsere Bordkarten (noch mal in Papierform, damit man den Gebäckabschnitt irgendwohin kleben konnte) vorbeigebracht. UND (also ein ganz großen UND) das wichtigste von allem: Die Ente! Also nicht irgendeine… Sondern die Badeente, die man nur hier bekommen kann.

 

 

 

Und die Farbe so passend…

Jetzt warten wir auf unseren Flug und darauf, dass wir abgeholt und zum Flieger gebracht werden. Vielleicht noch ein kleines Mittagessen vor dem Flug, um frisch gestärkt an Bord zu gehen.

 

Wieder einmal: bald ist es soweit

So ähnlich fing auch unser letzter Reiseblog zu China, HongKong, Macau an…lange ist es her…2018, eine kleine Ewigkeit für Leute wie uns, die so gerne Reisen, andere Kulturen kennenlernen, sich gerne auf anderes Essen und andere Gewohnheiten einlassen.

Aber, da war sie, die Pandemie, ein kleines Etwas, das man nicht sieht und das doch so viel Wirkung hat. Kleine Reisen wie gleich Anfang 2020 auf die Kanaren mit der Familie, im Spätsommer ins geliebte Trentino und 2021 nach Wien haben uns nicht verrückt vor Reisesehnsucht werden lassen.

Man darf aber auch nicht alles schlecht reden, Corona hat uns irgendwie auch entschleunigt. Der erste Lockdown war, man mag es vielleicht nicht glauben, für uns eine wirklich schöne Zeit. Abends und am Wochenende mit Familie in der Corona-Lounge, das war schön. Keine Hin-und Herpendelei zur Firma und zurück, die Ruhe ohne den sonst doch vielen Verkehr…das hat geholfen auch die stressigsten Phasen bei der Arbeit abzufedern.
So viel zu diesem Thema, wir sind 4 mal geimpft, uns geht es gut und der Urlaub kann kommen!

Einen passenden Zeitrahmen zu finden, das war fast das größte Problem diesmal, neben der Frage: wohin soll es gehen?
Durch viele Urlaubsvertretungen war die Zeit bei Stefan diesmal extrem knapp, aber eigentlich hätte sie, nachdem wir uns für die USA entschieden hatten, für einen Roadtrip West-Ost-Nord reichen sollen. Den ersten Plan hatten wir schon aufgestellt, vorbei an einigen alten Geocaches zum Auffüllen unserer Matrix  (ihr erinnert euch…Mingo 2012…), hätte es grob gesehen von San Diego durch hauptsächlich die südlichen Staaten nach New York gehen sollen. Aber…es kam natürlich wieder einmal anders…eine überraschende  Firmenveranstaltung hat die Reise erheblich gekürzt, das lang herbei gesehnte Grillen bei Freunden musste leider abgesagt werden und es blieben nur noch knappe 3 Wochen Reisezeit übrig. Die Reise musste entsprechend geändert werden, es bleibt nur noch ein kurzer Süd- und ein kurzer Nordteil mit etwas weniger „Road“ und einem zusätzlichen Flug übrig. Also ein bissel Südstaaten mit Atlanta, Savannah, Charleston und dann der Norden mit Maine, NYC und Pennsylvania.

Georgia, South Carolina, ja, das kann man sicher verstehen, Maine (Hummer!) und NYC bestimmt auch, aber – vielleicht fragt ihr euch das jetzt – was wollen die beiden denn in Pennsylvania?
Haha, wir wollen gar nicht nach Pennsylvania, wir wollen nach Pensilfaanien! Ein krasser Unterschied!
Pensilfaanien hat nix mit Transsylvanien zu tun, sondern ist der Begriff der deutschstämmigen Bevölkerung, die vor ca. 300 Jahren aus Europa nach Amerika ausgewandert ist, für das Gebiet in dem man sich damals angesiedelt hat. Eine spannende Geschichte.
Mit der wollen wir euch nicht langweilen, bei Interesse empfehlen wir aber den Film Hiwwe wie Driwwe und den dazu passsenden Reiseverführer von Michael Werner. Auch diese Webseite hier ist sehr interessant.

Kurz noch der Kern warum das UNS, also mal wieder im speziellen Katja interessiert:
die Auswanderer kamen zu einem großen Teil aus dem Süden, der Pfalz, Hessen, Baden-Württemberg und der Schweiz (auch wenn das damals alles noch nicht genau so hieß) und man hat bis heute die Sprache der damaligen Zeit bewahrt, soll bedeuten: man spricht dort noch einen Dialekt, den man als Deutscher oder vielleicht spezieller noch als Pälzer, möglichweise ganz gut verstehen kann. Das wollen wir mal ausprobieren und besuchen dafür das Lancaster County und das Kutztown Folk Festival
Wer sich das mal anhören möchte, wie das Pennsylvania Dutch klingt, der kann gerne mal bei Doug Madenford reinhören, z.B. hier beim Sauerkrauthobel oder gar hier im ganzen Sprachkurs.

Jetzt müssen wir nur noch ein paar Tage arbeiten, einen Kundenbesuch hinter uns bringen und dann kann es los gehen. Auch wenn natürlich die Angst vor einer Coronainfektion mit uns mitfährt, wir freuen uns darauf wieder einmal in die große, weite Welt zu verreisen!