Dieses Kapitel ist recht kurz… Unser Aufenthalt war ja auch keine 24h lang.

Sonntag, 3. Mai 2026

Im Fritz Manor wurden wir von Rose herzlich in Empfang genommen und sie hat uns mit dem Haus vertraut gemacht.

Rose hat noch einen Mitarbeiter „Ruben“, der für alles unangenehme zuständig ist. Rose kümmert sich um alles angenehme, wie sie uns augenzwinkernd mitgeteilt hat. In Deutschland hatten wir noch die Info bekommen, wir müssen unser Gepäck, das nach Windhuk transferiert werden soll, bis 19 Uhr bereit stellen. Zum Glück hat Rose kurzfristig die Info bekommen, dass die Abholung erst am nächsten Tag um 8 Uhr geschieht, so konnten wir uns für das geplante Abendessen noch aus der „normalen“ Kleidung bedienen, ansonsten wären wir im Safari-Look zum Essen gegangen. Da wir auch nicht sofort die Taschen umpacken mussten, konnten wir noch eine kleine Runde durch die Stadt drehen und einen Cache suchen und auch finden. Für einen weiteren Cache wurde es dann leider schon langsam zu dunkel.

Swakopmund ist schon wirklich besonders, man fühlt sich wie in einer etwas skurrilen Version Deutschlands, da gibt es Bäckereien und Floristen und alles ist sehr aufgeräumt, aber irgendwie halt auch anders…

Sonnenuntergang gab es auch keinen. Es war ausgesprochen bewölkt oder nebelig hier, durch den Ozean. Um nicht zu sagen, dafür, dass wir uns in Afrika befinden, ist es ganz schön kalt und feucht! Wir haben es uns aber nicht nehmen lassen wenigstens einmal ans Meer zu gehen und den Wellen zu zu schauen, vorbei an dem schönen Leuchtturm, dem Museum und der Seebrücke.

Danach haben wir uns den Weg zurück gesucht zum Restaurant im „Hansa Hotel“. Das Restaurant hatte uns Barbara gebucht. Barbara ist Künstlerin in Windhuk, aber ihre Mutter lebt in Swakopmund und sie meinte, wir sollten dort zum Abendessen gehen. Rose war davon nicht so begeistert. Das Hotel wäre zu „deutsch“, aber es wäre anders als in Deutschland, die meisten wären dann enttäuscht, weil es nicht so schmeckt wie in Deutschland. Aber wir hatten nun mal die Reservierung und waren gespannt, was die namibische Interpretation von „Deutschem Essen“ sein würde.

Am Nachbartisch saß schon mal eine Gruppe Deutsche. Wir haben versucht uns unauffällig zu benehmen. Die Speisekarte besteht aus einer Mischung typisch deutscher Gerichte, wie Schnitzel (allerdings vom Hühnchen) und vermeidlich namibischen Grundzutaten mit Europäischer/Deutscher Machart. Wir haben uns für das „Fusion Food“ entschieden. Ein Süppchen aus Kalahari-Trüffeln (die gibt es tatsächlich und sind Knollen, die in der Erde wachsen) und namibische, gefüllte Datteln als Vorspeise und Springbock und Kapseehecht als Hauptspeise. Der Springbock war sehr gut und in einer Parmesankruste gebacken mit Rotkraut und Kartoffelgratin. Der Kapseehecht war paniert und frittiert (als „echter“ Fisch, also kein „Blockfisch“), mit Remoulade und Kartoffelsalat. Es war wirklich Fusion… wobei man sagen muss, das Rotkraut war perfekt gegart und der Kartoffelsalat mit einer hervorragenden Senfvinaigrette angemacht. Springbock hat so einen Geschmack zwischen Rind und Lamm und war sehr zart.

Als Nachspeise haben wir einen (angeblich typisch namibischen) „Don Pedro“ genommen, ein Vanilleeis aufgemixt mit hauseigenem Kaffeelikör und einem Kumquatsorbet.

War alles ein bisschen sehr schnell, aber so kamen wir früher zurück zu unserem Bett, denn wir mussten ja noch die Sachen fertig packen und um 8 Uhr die Taschen fertig vor die Tür stellen.

Montag, 4. Mai 2026

Am nächsten Morgen hat uns der Wecker geweckt. Wir mussten früh aufstehen, wegen der Koffer… Rose hatte uns zwar gesagt, wir dürfen auch noch nach 9 Uhr zum Frühstück kommen und sollen uns erst einmal ausruhen, aber die Koffer… Also haben wir die normale Frühstückzeit (7:30-9:00) nutzen können.

Kaffee und Saft gab es auf einer Anrichte. Zuerst kam ein Joghurt mit Müsli und frischen Früchten. Als wir dieses aufgegessen hatten gab es eine Etagere mit Schinken, Bratwürstchen, Rührei, eingelegten Tomaten, Baked Beans und einen großen Brotkorb. Der Essensfluss riss nicht ab. Wir konnten das alles gar nicht aufessen.

Beim Frühstück hat uns Rose gesagt, die Reiseagentur hätte ihr eine Nachricht geschrieben, wir sollen, wegen des trüben Wetters schon um 9:20 Uhr abgeholt werden. Dann kam aber keiner und Rose hat den Fahrer angerufen. Sie meinte, wenn es doch 10:20 Uhr wird könnte man doch noch mal in die Stadt gehen. Der Fahrer meinte wohl, sie kann uns in die Stadt schicken, aber sie soll uns sagen, wir sollen spätestens bis 10:05 Uhr wieder zurück sein, weil die Abholung wäre zwischen 10:20 und 10:30 Uhr. Verstehe die Logik wer will.

Wir waren dann nicht mehr weg und haben ein wenig Blog geschrieben und uns mit Rose unterhalten, die im Januar ihr B&B schließen möchte, um sich dem Designen einer eigenen Kleiderkollektion widmen zu können. Außerdem will sie erst mal, nach all dem Stress vier Monate durch Europa reisen. Sie war bisher erst einmal in Europa und das war wohl ein echtes Trauma. London: mieses Wetter und schlechtes Essen. Ihrem Vater hat sie bei der Rückkehr nach Namibia gesagt, sie braucht erst mal ein kaltes Bier (obwohl sie eigentlich kein Bier trinkt) und ein Steak und ihr Vater stand wohl mit der Box am Flughafen und hatte Bier und Steak dabei. Aber Verwandtschaft und einige Freunde von ihr leben in Europa verteilt und die will sie dann alle besuchen gehen.

Um 10:20 Uhr kam unser Abholer und hat uns und noch ein anderes Paar zu einem Airstrip irgendwo zwischen Swakopmund und Walvis Bay gefahren. Dort wartete eine Cessna Grand Caravan 208B von Wilderness Air auf uns. Der Pilot (also genau einer, nicht zwei wie man das von den großen Flugzeugen her kennt), ein Neuseeländer, hat zunächst unser Gepäck in den Gepäckfächern unter dem Flugzeug verstaut und dann eine Sicherheitseinweisung gegeben, wo findet man ein Sattelitentelefon und wie öffnet man die Türen vorne und hinten in der Maschine. Insgesamt waren wir sieben (3x Los Angeles, 2x San Francisco und wir zwei) Fluggäste. Fünf für die Lodge in die auch wir wollten, die zwei aus Frisco hatten dann noch einen Weiterflug mit einer anderen Maschine vor sich.

Ist schon spannend mit einer so kleinen Maschine zu fliegen. Man sieht ja alles, weil man Pilot und Instrumente sehen kann und man fliegt nur so ca. 2000-2500m über Grund und hat eine gute Sicht auf den Boden. Zuerst recht kahl und dann wurde es plötzlich erstaunlich grün für eine Wüste. Hier gab es mal kein Catering, nichts zu essen, nichts zu trinken. Aber der Flug von einer Stunde ist wegen der ganzen Eindrücke und wechselnden Landschaften unter uns „wie im Flug“ vergangen. Und dann haben wir auch schon unsere Unterkunft für die nächsten drei Nächte entdeckt. Der Pilot hat eine Platzrunde gedreht und ist dann sicher und sanft auf dem Airstrip unweit der Lodge gelandet.

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