Samstag, 9.5.2026
Der Flug zum Windhoek International Airport hat knapp über eine Stunde gedauert und hat wieder tolle, letzte Ausblicke auf die herrliche Landschaft geboten. Am Flughafen angekommen, hat uns ein Flughafenmitarbeiter die Taschen auf einen Kofferwagen aufgeladen und uns nach draußen ins Terminalgebäude begleitet. Dort hat Wilderness Air eine Lounge in der wir auf unseren Fahrer warten konnten. In der Lounge hat ein amerikanisches Pärchen gewartet. Diese waren auch aus San Francisco, kamen gerade aus Kapstadt und wollten weiter nach Sossusvlei. Vermutlich dann wieder mit Collin.



Unser Fahrer verspätete sich ein wenig, da Windhoek zwei Flughäfen hatte und seine Agentur ihn zum falschen geschickt hat. Da wir seine letzten zwei Fahrgäste für heute waren, hat er einen kleinen Umweg durch die Stadt gedreht, um uns wenigstens kurz Windhoek-Downtown zu zeigen.



Im Galton House angekommen, haben wir das Zimmer bezogen und uns schnell frisch gemacht.



Heute Nachmittag waren wir mit Barbara verabredet, eine Künstlerin, die als Kind deutscher Eltern in Namibia geboren wurde. Barbara und ihre Mutter haben wir 2006, auf einer Reise nach Ägypten kennen gelernt. Wir hatten schon mehrfach darüber nachgedacht nach Namibia zu fliegen, um sie zu treffen, aber sie war dann immer unterwegs oder bei uns kam wieder was dazwischen. Auch heute hatte sie nur kurz Zeit, da sie (eigentlich mit ihrer Schwester, der namibischen Botschafterin in Frankreich) nach Paris fliegen wollte. Sie hatte ihren Flug, ihre Schwester musste aber erst noch zum Arbeiten nach Kenia. Aber ein paar Stunden blieben und Barbara hat uns von unserem Hotel abgeholt und zu sich nach Hause mitgenommen. Lag zum Glück nicht weit auseinander. Dort gab es einen Gin Tonic, kleine Snacks (Biltong, Salzbrezeln, namibische Datteln, alles ganz hervorragend!). Die Snacks mussten wir vor ihren beiden Hunden sichern, die versucht haben an das Biltong zu kommen. Die Hunde waren beide aus dem Tierheim und sehr nett und anhänglich. Barbara hat uns ein paar von ihren Bilder gezeigt, die in ihrem Atelier hängen und uns ihre Maltechnik erklärt. Sehr interessant und nur von ihr genutzt und gemeistert. Das war ein sehr netter Nachmittag. Hoffentlich sehen wir sie mal wieder und wenn es in Paris sein sollte.
Kurz vor 18 Uhr hat uns Barbara dann zu einem Restaurant gefahren, dass sie für uns gebucht hatte, um den Sonnenuntergang nicht zu verpassen. Das Windhoek Sky Restaurant ist oben auf dem Independence Museum untergebracht, hoch oben über der Stadt mit einem guten Rundumblick und zwei Außenterrassen. Wir haben einen Tisch am Fester zur Terrasse mit Blick auf den Sonnenuntergang zugewiesen bekommen. Wir haben die Bedienung gefragt, ob wir kurz rausgehen dürfen und sie meinte ja, sie könnte uns einen Sundowner servieren, draußen und anschließend könnten wir uns dann um die Essensbestellung kümmern. Die nette Dame hat uns ihren Special-Sundowner-Cocktail empfohlen. Er kam leuchtend blau und mit Bubbles (genau wie im Bubbletea). Schmeckte sehr gut, sehr alkoholisch und süß. Beim Beobachten des Sonnenuntergangs haben wir dann noch Deutsche getroffen aus Essen, die gerade heute Vormittag angekommen sind und morgen mit dem Mietwagen selber auf Tour gehen wollten.



Nachdem es dunkel wurde haben wir uns hinein zum Essen begeben. Die Karte war einfach zu groß, um schnelle Entscheidungen zuzulassen. Wir haben uns dann für eine Vorspeise, Pulled Lamb Mini Pita Bites und Garnelen mit Spinat und einer Creamsoße entschieden und als Hauptgang Wagyu-Burger (so preisgünstig bekommt man den kein zweites Mal, obwohl das Restaurant sicher teuer ist für lokale Verhältnisse) und ein Oryx-Gulasch. Alles wirklich sehr gut. Eine Nachspeise haben wir uns dann noch geteilt. Die Aussicht über die Stadt bei Nacht mit all ihren funkelnden Lichtern ist schön von hier oben aus anzusehen.






Der Fußweg zurück zum Hotel wäre über eine Stunde gewesen, aber man sollte das wohl aus Sicherheitsgründen sowieso nicht machen. Das Hotel hatte uns eine Visitenkarte gegeben von einem Fahrer „Benny“, den wir anrufen (lassen) sollten. Unsere Bedienung hat das dankenswerter Weise für uns erledigt (schon in Ermangelung einer hiesigen Telefonkarte) und Benny hat erst noch zwei weitere Gäste von einem Restaurant und dann uns abgeholt. Die beiden anderen waren auch frisch angekommen, im gleichen Hotel wie wir untergebracht und wollten morgen auf Selbstfahrsafari gehen. Nach kurzem Austausch in Englisch, haben wir festgestellt, dass sie Schweizer und wir Deutsche sind und uns einfacher auf deutsch unterhalten können.
Zurück im Hotel sind wir eigentlich dann auch gleich ins Bett gefallen, schließlich stand morgen schon wieder packen und die Fahrt zum Flughafen, Abfahrt 10:40 Uhr, an.
Sonntag, 10.5.2026 – Muttertag
Es gab ein reichhaltiges Frühstück. Toast durfte man sich selber nehmen, ansonsten standen Konfitüre und Joghurt+Müsli auf dem Tisch. Wurst, Käse, frisches Obst wurde auf einer Etagere serviert. Wir haben uns zu einem Rührei mit Würstchen breitschlagen lassen, aber zum teilen. Hier nichts zuzunehmen ist kein leichtes Unterfangen. Kaffee gab es aus einem Jura Kaffeevollautomaten. Im Damaraland und in Camp Sossus waren die Kaffeemaschinen auch von Jura. Der Juraverkäufer in Namibia muss echt gut sein.



Nachdem wir alles übrige zusammengepackt haben, haben wir uns in den Gemeinschafts-Aufenthaltsraum begeben, um an diesem Blog zu schreiben und auf unseren Transfer zu warten (Check-Out-Zeit war 10 Uhr). Unser Fahrer war aber ein wenig früher da, wir hätten noch warten können, aber, da es evtl. Schlangen am Check-In geben sollte, sind wir gleich losgefahren. Was einem auffällt, sind die relativ vielen Menschen, die am Rande der 2-spurigen Autobahn joggen und Fahrrad fahren. Laut unserem Fahrer ist es ganz normal am Wochenende. Die würden zum Teil die 35 km zum Flughafen joggen oder fahren und wieder zurück. Wirkt irgendwie verrückt. Irgendwann auf dem Weg haben wir einen Jogger gesehen, der auf der Gegenfahrbahn Richtung Windhoek lief. Unser Fahrer meinte, den hätte er erst vorhin am Flughafen gesehen… 35km hin und zurück. Die Luft war zwar noch nicht so warm, aber die Sonne brennt auch um diese Jahreszeit ganz schön vom Himmel.
Am Flughafen angekommen hat uns unser Fahrer noch die Taschen bis zum Check-In gebracht. Am Band sollten wir erst mal unsere Taschen stapeln und der Herr am Schalter meinte, das würde jetzt Übergepäck kosten (die Zahl haben wir uns nicht gemerkt). Auf einen Hinweis hin, wir haben da einen Tarif mit mehr Gepäck gebucht, hat er noch mal in seinen Computergeschaut, gemeint, oh tatsächlich, dann wäre ja alles in Ordnung und hat unsere vier Taschen angenommen und auf die Reise geschickt. Hinter uns muss eine Reisegruppe angekommen sein, denn plötzlich hatte sich am Check-In eine Schlange gebildet. Zum Glück waren wir ein paar Minuten zu früh losgefahren.
Nach Verabschiedung von unserem Fahrer haben wir uns zur Sicherheitskontrolle begeben. Dort befand sich ein einzelner Herr, der alles alleine erledigt hat. Er hat uns geholfen die Taschen richtig auf Band zu legen und hat sein Durchleuchtergerät bedient. Noch war nichts los und es ging alles ganz schnell. Unser Handgepäck hat keine Aufmerksamkeit erregt und der Metalldetektor hat nicht gepiept. Es gab eine Lounge an dem Flughafen, den man in weniger als 5 Minuten komplett gesehen hat (nur 6 Gates). Jetzt waren wir vom Frühstück noch satt. In der Lounge sah das Essen echt gut aus und es gab auch diverse kalte und warme Speisen. Wir haben uns für eine Sprite und ein lokales, alkoholfreies Bier entschieden. In der Lounge war eine Frau, die mit ihrer Mutter unterwegs war. Die konnten auch deutsch, sprechen aber wegen ihrem Vater zu Hause eher englisch. Die beiden Damen waren auf den Weg nach Johannisburg zu Verwandten.



An unserem Gate, beim Warten auf das Boarding, kamen wir mit zwei US-Amerikanern ins Gespräch, die irgendwo aus der Mitte von Amerika waren und niederländische Pässe hatten. Er war Niederländer, einer seiner Elternteile war aus Deutschland, seine Frau war zwar in Amerika geboren, aber ihre Vorfahren waren beide deutschstämmig (ausgewandert irgendwann so Ende 1800). Er war sehr kommunikativ und hat sich mit jedem am Gate unterhalten, der dort in unserer Nähe stand. Seine Frau war sehr viel ruhiger. Sie hoffen wohl bei den Midterms auf einen Sieg der Demokraten, haben wir noch herausgehört.
Der Flieger war diesmal eine Embraer 190 mit Zweier-Sitzreihen auf jeder Seite und ziemlich voll. Auf dem Weg zum Flugzeug, man musste ein Stück über das Vorfeld laufen, standen Aufpasser, die einem gesagt haben, wo man langzulaufen hat. An der Abzweigung vom Fußweg zum Flieger stand eine Dame mit einem „Cape Town“-Schild, damit man auch nicht den falschen Flieger erwischt… Es kam schon zu Begegnungen mit Passagieren anderer Flieger auf dem Weg, die kreuzten. Beim Einsteigen ins Flugzeug wird auch die Bordkarte noch mal kontrolliert, damit da auch wirklich nichts schief geht.



Nach dem Getränkeservice gab es wieder die Auswahl zwischen Hühnchen mit Couscous und Rind mit Nudeln. Wir dachten schon das wären die Gerichte des Monats, weil wir das ja schon auf dem Hinflug hatten. Es klang zwar gleich, war aber doch ein klein wenig unterschiedlich zum Flug nach Walvis Bay. Das Rind war gezupft mit Soße anstatt in Scheiben und statt Cracker gab es einen Biskuit mit Sahne und einem Tropfen Erdbeersoße und einem Caramel-Fudge. War auch gut. Da isst man nichts in der Lounge, die viel zu essen zu bieten hat, aber dann das Flugzeugessen…



Wir hatten einen angenehmen Flug, das Flugzeug wurde kurz vor der Landung „desinfiziert“ (also es lief eine der Flugbegleiterinnen mit einer Spraydose durchs Flugzeug und hat etwas versprüht, das keinerlei Schaden am Menschen anrichten sollte… aber man wurde gebeten die Luft anzuhalten, wenn sie vorbei kommt… ahja….). Das Wetter beim Anflug auf Kapstadt sah nicht so toll aus, aber es war ja auch schlechtes Wetter angesagt.


