Mittwoch, 27.5.2026
Der Grenzübertritt in Kasane zwischen Simbabwe und Botswana: erst muss das Auto durch eine Grube mit Desinfektionsmittel gefahren werden. An einer nächsten Station muss man anhalten und aussteigen und mit den Schuhen in eine Wanne mit Desinfektionsmittel treten. Die Brühe war so braun und dreckig, dass man sich fragt, ob die desinfiziert oder man danach erst recht alles an Keimen am Schuh hat, was es so gibt. Anschließend fährt man wieder ein Stück weiter und muss dann zur Einreisekontrolle von Botswana. Erst war die Schlange sehr lang, dann haben die aber mehr Schalter mit Grenzschutzbeamten besetzt und es wurde zügig weniger. Am Schalter muss man angeben, wo man als nächstes hin fährt, also die Lodge und wie lange man bleiben möchte. Bei uns waren es 8 Tage, wir haben vorsichtshalber mal für 10 Tage angefragt. Und es gibt wieder einen Stempel in den Pass. Mit einem fast vollen Pass braucht man hier gar nicht erst her zu kommen, das gibt schnell Platzprobleme. Dann wieder zurück zum Wagen, wieder eine kleine Wegstrecke weiter und dort muss man dann alle Schuhe (also wirklich alle inkl. Schlappen, Flip-Flops etc.) auspacken und alle Schuhe einzeln mit der Sohle in ein Desinfektionsbad tauchen. Hier stand ein Beamter, der immer wieder Desinfektionsflüssigkeit nachgefüllt hat. War viel sauberer als das Bad zum Durchlaufen von vorhin. Aber eigentlich hat keiner wirklich kontrolliert was wir hier tun. Die vertrauen vermutlich darauf, dass die Fahrer und Tourguides aufpassen, dass die Touristen alle ihre Schuhe eintunken. Aber die nehmen das tatsächlich ernst und passen auf, dass wir das auch richtig machen. In Botswana gibt es (noch) keine Maul- und Klauenseuche. Daher der ganze Aufwand mit den Desinfektionsmitteln. Kann man nur hoffen, dass es auf Dauer hilft. Bilder davon haben wir leider keine, dafür waren wir schon zu spät dran wegen der langen Schlange an der Einreise. Unsere Fahrer hat auch andauernd Anrufe bekommen wie es zeitlich aussehen würde, am Flughafen von Kasane wartete ja schon der nächste Fahrer für die Übernahme Richtung Chobe Game Lodge im Chobe Nationalpark.


Was aber direkt auffällt ist, dass es hier etwas gepflegter aussieht als in Simbabwe. Die Gebäude von der Grenze wirken sauberer und scheinen in einem besseren Zustand zu sein, als die auf Simbabwe Seite. Die Prozedur für Ein- und Ausreisen mit Stempeln und Zetteln ist aber die gleiche in allen drei Ländern (Sambia, Simbabwe, Botswana).
Nach kurzer Fahrt haben wir den Flughafen von Kasane erreicht. Dort erwartete uns schon „Miss T“, die unser Guide sein würde für die nächsten Tage. Am Eingang der Chobe Game Lodge nahm uns die Guest-Relations-Managerin (zuständig für die Gästebetreuung) in Empfang und wir durften wieder ein Formular unterschreiben, dass wir selbst schuld sind, wenn wir uns fressen lassen und erklärte uns die Einrichtungen und den Plan für die nächsten Tage. Als erstes gab es Mittagessen. Dann Freizeit (1,5h), dann um 15 Uhr Teatime, 15:30 Uhr Ausfahrt mit dem Boot bis zum Sonnenuntergang, dann ab 19 Uhr Abendessen. Sie nannte es den „busy-busy-Plan“.




Außerdem: im Dunkeln darf man niemals unbegleitet zwischen Haupthaus und Zimmer unterwegs sein, weil der Zaun nur Elefanten und Giraffen abhält, aber keine Raubtiere (was auch immer der Begleiter tun wird, wenn wirklich mal ein Löwe vor den Gästen stehen sollte, haben wir nie erfahren). Okay….
Dann das Programm für morgen: 6 Uhr Ausfahrt. Wann möchten wir geweckt werden? Bei 6 Uhr reicht uns 5:30 Uhr? Nein! Zu spät, weil um 5:30 Uhr gibt es doch schon Kaffee! Hatten wir zwar schon geahnt, aber noch nicht gesagt bekommen. Also dann werden sie uns um 5 Uhr wecken. Die Ausfahrt endet so gegen 8:45 Uhr, dann Frühstück bis 10 Uhr. 11 Uhr Mittagsbootstour (da kann man dazwischen hoffentlich mal duschen…) bis ca. 12:45 Uhr, dann Mittagessen bis spätestens 14:00 Uhr. Dann Freizeit (das ist jetzt keine Interpretation von uns, sondern dies wurde uns so gesagt) bis 15 Uhr, da gibt es dann Tee vor der Ausfahrt um 15:30 Uhr, anschließend Abendessen. Nachtruhe war das Einzige, dass keine Zeit gesetzt bekommen hatte… Wir merkten schon, Safari ist kein Urlaub, sondern harte Arbeit.
Nachdem alles geklärt war, wurden wir auf unser Zimmer begleitet. Wir haben (warum haben wir nie erfahren) eine von vier existierenden Suiten bekommen. Wir kamen aber erst einmal nicht hinein, da unsere Zimmerkarten, die wir bekommen hatten, nicht funktionierten. Die Gästemanagerin hat per Funk einen Kollegen beauftragt und der kam gleich angesprintet, um die Karten zu tauschen. Die Suiten verfügen über einen eigenen Infinitypool mit Liegen, einem Tisch für 6 Personen und 2 Schlafzimmern, eins mit Doppelbett und eins mit getrennten Betten. Beschweren wollten wir uns jetzt auch nicht darüber. War irgendwie sehr nett. Die Zimmer haben alle eine Minibar, die inkludiert ist und jeden Tag aufgefüllt wird. Neben Wasser und Softdrinks fand man dort auch Bier und Wein (weiß und rot), also keine schlechte Ausstattung.






Wir haben uns erst mal kurz in der Suite eingerichtet und umgesehen und sind dann zum Mittagessen gegangen. Es gab ein Vorspeisenbuffet mit diversen Salaten, Vorspeisen, Wurst, Schinken. Käse, von dem man sich bedienen konnte und ein Nachspeisenbuffet mit Mousse, Kuchen und noch einigem anderen. Die Hauptspeise konnte man sich auf einer Karte aussuchen. Wir haben uns für einen panierten und gebackenen Fisch entschieden mit Pommes. Die Pommes Frites waren zwar etwas besser, aber von „knackig“ waren sie dennoch ein Stück entfernt. Als Wein gab es einen 2025 Chenin Blanc von Beaumont… Da hat der Einkäufer einen guten Geschmack. Das war Zufall, dass wir ausgerechnet den Wein erwischt haben. Die Weinauswahl umfasste 4-5 Weißweine, 4 Rotweine und einen Rosé. Das waren die Weine, die inklusive waren, Premium hätte man extra zahlen müssen, bei der Auswahl ist das aber echt nicht notwendig. Das waren schon alles keine schlechten Tropfen.






Auch hier gab es noch eine Gesangs- und Tanzeinlage der Beschäftigten. Die bunten Röcke, die man hier sieht, sollen Pfauen symbolisieren.
Bis zur Nachmittagsausfahrt mit dem Boot hatten wir jetzt unsere anderthalb Stunden Freizeit. Diese haben wir genutzt, um die Anlage ein wenig zu erkunden. Am Wasser entlang war ein Weg aus Holz auf Stelzen gebaut, der (laut Lodge) eine Gesamtlänge von 250m hatte, vom Bootsanleger auf der einen Seite des Geländes bis zu einer Plattform mit einer potentiellen Bar für Veranstaltungen auf der anderen Seite. Dazwischen sind immer mal wieder vereinzelte Bereiche, die etwas breiter sind und auf denen einzelne Tische mit Stühlen stehen. Mit den Bäumen am Fluss, die unterwegs ein wenig Schatten spenden, ein schöner Weg um ein wenig herumzuschlendern. Am östlichen Ende des Weges, der mit der Eventplattform, war Schluss mit dem Boardwalk und man musste umdrehen. Dort haben wir zwei total begeisterte Amerikaner getroffen, die gerade eine Schlange neben dem Weg gesehen hatten und total aufgeregt waren über ihre Sichtung. Auf dem Weg zurück kam uns noch eine Dame der amerikanische Reisegruppe entgegen und die zwei haben ihr begeistert von der Schlange erzählt, auf die Frage hin, wo die ist, haben die beiden in entgegengesetzte Richtungen gedeutet… Die waren richtig witzig und gut drauf die zwei.



Zurück in unserem Zimmer mussten wir natürlich den Pool ausprobieren. Nachts ist es zwar ganz schön kalt hier, aber tagsüber ist es auch ganz schön warm. Das Wasser im Pool war kühl, aber nicht unangenehm. Aber aus der heißen Luft in den kalten Pool zu steigen war herausfordernd. Ging aber am Ende aber doch schneller als erwartet. Umlaufend um den Pool gab es (außer an der Inifinity-Seite mit dem Wasserüberlauf) eine Stufe, auf der man auch gut sitzen konnte. Wenn man drauf stand, war das Wasser so etwa knietief. Da konnte man sich dann schon mal daran gewöhnen. Der erste Schritt von der Stufe runter war dann überraschend tief. Es gab keine Angabe und eigentlich hätten wir vielleicht so 1,20m Wassertiefe erwartet, so dass jeder gut stehen kann. Der Pool hatte aber eine Tiefe von 1,60m damit machte es „flutsch“ und die „ich versuche mich langsam an die Wassertemperatur zu gewöhnen und tauche langsam unter“-Idee war hinfällig. Einmal im Pool war es angenehm. Man konnte sogar 3-4 Schwimmzüge machen, bis man an der nächsten Wand anstieß. Über die Infinity-Kante hat man allerdings vor allem die Büsche und Bäume am Fluss gesehen, den Fluss nur durch die Lücken, die die Blätter in den Bäumen gelassen haben.



Hier in dieser Lodge haben übrigens Liz Taylor und Richard Burton zum zweiten Mal geheiratet. Damals konnte man von den Zimmern aus vermutlich noch mehr vom Fluss sehen, inzwischen ist das ganz schön zugewachsen hier. Anzumerken ist, dass wir (wirklich!) zufällig auch schon in dem Hotel in Montreal gewohnt haben, in dem Richard Burton und Liz Taylor das erste Mal geheiratet haben. Die zwei hatten wenigstens eine gutes Händchen in der Wahl ihrer Heiratsorte. Leider haben sie nur zweimal geheiratet, sonst gäbe es sicher noch mehr Hotelempfehlungen. Und, zugegebenermaßen, war das tatsächlich ein Grund, dass Katja auch dieses Hotel auf die Liste für die Reise hat setzen lassen, von „alleine“ wäre es vermutlich nicht mit im Plan gewesen.
Kurz nach 15 Uhr kamen wir dann zum High Tea. Es gab Eistee, selbstgemachte Limonade und Eiskaffee. Der Gesundheitstrend setzte sich auch hier fort. Die Getränke waren zuckerfrei und dementsprechend erfrischend. Dazu gab es natürlich was zu Essen, Hühnerbeine, Cupcakes und so was ähnliches wie Windbeutel. Zu uns hat sich dann eine Auszubildende als Guide gesetzt, die sich ein wenig mit uns unterhalten hat.



Die Guides sind alle weiblich in dieser Lodge und die Namen setzten sich aus ‚“Miss“ und dem ersten Buchstaben des Vornamens zusammen. Unsere Guide war „Miss T'“, es gab auch „Miss „E“ (Ellie) u.s.w. Man wurde irgendwie an den Film „Man in Black“ mit Agent J und Agent K erinnert.
Danach ging es auf zum Bootsanleger, an dem die Guides schon warteten. Hier lernten wir die übrigen Mitglieder der Gruppe kennen, zwei Paare aus Spanien und ein Paar aus Australien. Das mit den Spaniern war Zufall, die kannten sich vorher auch noch nicht und sie haben auch in unterschiedlichen Landesteilen gewohnt. Eigentlich standen die Stühle am Rand des Bootes so dass alle einen guten Blick nach vorne hatten, einer der Spanier, der größte und breiteste, hat sich den Stuhl ganz vorne am Bug in die Mitte des Bootes gestellt und damit allen anderen die Sicht genommen. Die Guides haben es aber drauf geschickt die Boote in der Strömung drehen zu lassen, so dass jeder mal von seiner Seite aus einen guten Blick auf die Tiere hat.



Zuerst ging es raus Richtung Osten zu einer kleinen Insel. Dort sonnen sich gerne die Krokodile und wärmen sich für den nächtlichen Beutezug auf, Flusspferde haben es sich gemütlich gemacht und außerdem war gerade eine Familie Elefanten auf der Insel zum baden. Diese Familie hatte auch einen ganz kleinen Baby-Elefanten mit dabei. Wir haben gelernt, dass Elefanten gut schwimmen können, auch schon die ganz kleinen. Der Fluss ist nämlich ganz schön tief. Die kleinen werden von den großen Elefanten beim Schwimmen in die Mitte genommen, damit sie vor den Krokodilen geschützt sind. Die Guides haben die Boote sehr gut umeinander kreisen und dann in der Strömung an den Tieren vorbei treiben lassen. Zusammen mit den verwendeten Elektrobooten, war es angenehm ruhig und man konnte die Elefanten beim baden und spielen sehr gut und lange beobachten.






Im Laufe der Zeit kam noch eine zweite Familie Elefanten durch den Fluss geschwommen und es gab ein wenig Geschiebe zwischen den zwei Gruppen auf der Insel, aber keinen ernsthaften Kampf.



Es kam dann noch ein Motorboot von einer anderen Lodge dazu, das hatte lauter Männer mit Fotoapparaten mit Riesenobjektiven an Bord. Es hatte nur eine Stuhlreihe und an jedem der Stühle ein festverankertes Stativ in dem die Kameras montiert werden konnten. Was es nicht alles gibt…

Nachdem wir eine ganze Zeit lang den Elefanten beim baden und spielen zugeschaut hatten, sind wir weiter gegen Westen gefahren, um ein wenig die Landschaft zu genießen und ein paar Tiere am Wasser zu beobachten. Es gab noch mehr Krokodile, viele Vögel, Kormorane, die sich zum Trocknen aufgestellt haben, einen Seeadler (sieht aus wie der von den USA, nur ein bisschen kleiner) und einen Leguan, von dem es hier zwei Arten geben soll. Der am Flussufer entlanglief ist einer, der sich auf das Fressen von Krokodileiern spezialisiert hat und damit die Menge an Krokodilen in und am Fluss reguliert. Jedes Tier hat hier eine wichtige Funktion inne. Selbstverständlich waren auch Kudus und Impalas am Wasser. Impalas, eine Gattung der afrikanischen Antilopen. Impalas werden auch „McDonalds of Africa“ genannt, hier mit der Begründung: Die sind einfach überall im südlichen Afrika. Dass sie eine Zeichnung am Hintern haben, die wie ein geschwungenes „M“ aussieht und sie eine der Hauptbeuten von Löwen sind, eine andere. Beim Jagen von Antilopen bekommt „Fast Food“ eine ganz neue Bedeutung, ihr wisst schon…







Zum Sonnenuntergang wurden die Boote dann in die Mitte des Flusses gesteuert, so dass die Strömung diese langsam zurück Richtung Lodge treiben konnte und dann wurde die große Getränkekiste geöffnet. Es gab eine große Auswahl an Softdrinks, Wein und Spirituosen. Wir haben uns für einen Gin and Tonic entschieden. In der Box war auch alles dabei, inkl. extra Eiswürfel (obwohl alle Getränke in einer großen Menge Eiswürfel steckten) und Zitrone. Die Sonnenuntergänge auf dem Breitengrad hier in Afrika sind sehr viel schöner und bunter als bei uns. Die Sonne geht zwar schneller unter, aber die Farben und das Rot bleiben wesentlich länger am Horizont stehen.




Nachdem die Sonne untergegangen war, ging es rasch zurück zum Anleger. In Safaribeschreibungen findet man viel zu den Themen „was zur Safari anziehen“ und „was am Abend anziehen“. Da steht immer, man soll sich wenigstes ein wenig was Schickes, z.B. ein weißes Hemd und eine passende Hose, einpacken, weil man froh sein wird, nach dem ganzen Staub auf den Ausfahrten etwas Sauberes, Sandfreies anziehen zu können. Da sich die Chobe Game Lodge insgesamt als schicker und toller für uns (vielleicht wegen Liz und Richard?) dargestellt hat, haben wir uns extra etwas zum Umziehen für das Abendessen gekauft und eingepackt. Ausgestiegen vom Boot wurde uns gesagt, wir sollten doch bitte jetzt zum Abendessen gleich da bleiben, denn es wäre schon 19 Uhr und ansonsten müsste uns jemand zum Zimmer begleiten und nach dem Umziehen wieder abholen, da wir nicht alleine gehen dürfen. Gesagt hat das tatsächlich niemand, aber es hat sich so angefühlt. Naja gut, dann halt in Safari-Outfit mit den festen, hohen Schuhen, wenn es nicht stört. Hat es auch nicht, die meisten, die jetzt nicht direkt ein Zimmer im Hauptgebäude hatten, konnten sich auch nicht umziehen.
Zum Essen gab es einen Salami-Melonen-Salat (spannende Kombination, aber würzig), Schweinebauch (#makeschweinebauchgreatagain) und Gemüse-Korma und als süßen Abschluss ein Tiramisu. Dazu haben wir ein Gläschen sehr guten Spätburgunder und ein Gläschen Pinotage getrunken.






Für die Essen bekommt bekommt man seinen persönlichen Restaurantmitarbeiter zugewiesen, der sich bei allen Essen um einen kümmert. Schon beim Mittagessen wurde uns Mary vorgestellt, eine Auszubildende, die das schon ganz hervorragend gemacht hat, sie war nur noch ein wenig schüchtern und hat etwas leise geredet. Bei der Menge an Menschen hier musste man sich ein wenig konzentrieren, um alles zu verstehen. Im Restaurantbereich gab es für alle Gäste gleichzeitig Tische. Diese waren immer so zusammengestellt, wie die Gruppengrößen sich zusammensetzten, also zweier Tische, wie für uns, aber auch dreier, vierer und große Gruppen. Bei den Gruppen war klar, welche Tische gemeint waren, bei den zweier Tischen konnte man sich einen der freien aussuchen, der einem gerade am Besten gefiel.
Nach dem Abendessen haben wir uns noch die obere Bar (es gab derer zwei, eine im Erdgeschoss zwischen Eingang und Terrasse und eine im ersten Stock) angesehen. Diese hatte einen Innenbereich mit Snooker-Tisch und zwei Sätzen Kugeln: den kompletten Snookersatz und die üblichen 15 + weiße Kugel für Pool (auf dem Riesentisch mit den kleineren Löschern sicher auch nicht einfacher zu spielen). Wir haben uns für einen After-Dinner-Cocktail und ein Glas eines lokalen Brandys entschieden. Ein großer Teil der Spirituosen waren hier auch inklusive, nur ein paar Premiumprodukte, wie teure Whisk(e)ys wären extra zu bezahlen gewesen. Aber warum sollte man in Afrika Whiskey aus Schottland oder Japan trinken wollen, wenn es auch interessante einheimische Produkte zu entdecken gibt? Man muss trotzdem einen 0 Pula-Beleg unterschreiben, für die interne Abrechnung der verbrauchten Mengen.




Wir sind dann ins Bett gefallen, denn morgen klingelt der Wecker um 5:00 Uhr.
Donnerstag, 28.6.2026
Der Wecker klingelte auch um 5:00 Uhr. Den haben wir nur nicht gehört, weil er dummerweise auf „lautlos“ stand. Eine echt dämliche Einstellmöglichkeit auf dem Smartphone. Zum Glück hatten wir ein Backup um 5:05 Uhr eingestellt, das hat uns dann aus dem Schlaf gerissen. Für eine kurze Wäsche und zum Anziehen reicht die Zeit trotzdem locker. Wir mussten dann noch ein wenig warten, bis Miss T vorbei kam, um uns abzuholen. Sie hatte uns auf dem Boot gestern Abend gesagt, dass es in der Früh ungefährlich wäre selber zum Frühstück zu laufen, aber die Guest Relations Managerin am Vorabend hat uns nur gefragt „wann“ wir abgeholt werden wollen zum Morgenkaffee, nicht „ob“. Diese Option war nicht verfügbar. Am Kaffee herrschte großes Gedränge. Außerdem war der Kaffee irgendwie dauernd leer. Wir haben uns dann einfach einen Saft gegönnt. Wenn man gewollt hätte, hätte man gleich wieder anfangen können zu essen. Es gab kalte Hühnchenbeine und Muffins. Man sollte nicht auf die Idee kommen eine Diät zu machen und gleichzeitig auf Safari zu gehen. Das wird nicht gut gehen.
Als wir kurz vor 6 Uhr zu den Autos gelaufen sind, saßen zwei der Spanier schon im Safariwagen in der ersten Reihe (also die gleichen Beiden, die auch gestern schon im Boot ganz vorne gesessen haben, um den Blick zu verstellen), wir haben uns dann die zweite Reihe ausgesucht. In die Reihen eins, zwei und vier kommt man ohne Hilfe, Reihe drei ist genau über dem Hinterrad und damit fehlt einem eine Trittstufe zum Erklimmen des Wagens und man benötigt Klettergeschick oder eine externe Treppe (die gibt es natürlich, aber man benötigt Hilfe von außen zum ein- und aussteigen). Die Australier hatten Reihe 3 und das zweite Paar aus Spanien Reihe 4. Für jeden gab es eine Dose Wasser und eine Decke (sehr gut bei den morgendlichen Temperaturen). Die Ausfahrt war schön bei Sonnenaufgang, es gab jetzt aber keine spektakulären Tiere zu sehen und die, die wir gesehen haben, die wirkten selbst noch ein bisschen verschlafen. Ein paar Giraffen, Warzenschweine, Mungos, jede Menge Impalas und viele Vögel.







Das Ereignisreichste war noch ein Stopp an einer Toilette mitten im Park. Dort gab es eine Gruppe Vervet Monkeys (Südliche Grünmeerkatze), die sich diesen Platz ausgesucht haben, da hier die Safari-Fahrzeuge halten und die Lodges von außerhalb des Parks ihre Morgenpause mit den Gästen mit Kaffee und Snacks machen. Die Affen waren flink, um sich von dem aufgebauten Essen was zu klauen oder sich irgendwelche Tüten und Sachen aus den Autos zu greifen, um zu schauen, ob was Essbares dabei ist. Wir haben aber hier nur kurz einen Halt wegen der Toiletten eingelegt und sind dann danach zurück gefahren, in die Lodge, zum Frühstück.




Das Frühstück war schon fast ein Brunch, denn es war ein großes Buffet aufgebaut mit Früchten, Joghurt, Süßspeisen, geräuchertem Lachs, Wurst, Käse, Salat und dann dazu noch warme Gerichte, diverse Würstchen, Speck und eine Station mit Eierspeisen. Brot gab es dort keines, das hat man sich am Tisch bestellt. Kam dann aber auch in „zu viel“. Bei der Bestellung von einer Scheibe Toast „braun“, kamen vier Scheiben, 2 weiß, 2 braun. Die wollen nicht, dass man nicht zunimmt…



Nach dem Frühstück hatten wir kurz Zeit uns zu duschen und uns der ganz warmen Sachen zu entledigen. Denn um 11 Uhr ging es schon wieder weiter auf die Mittagsausfahrt mit dem Boot. Auf der kleinen Insel, auf der gestern die Elefanten standen, hatte sich heute die Familie Nilpferd eingefunden, auch mit einem kleinen Hippo dabei. Bei Nilpferden muss man anscheinend sehr aufpassen, wenn die übel gelaunt sind, greifen die auch schon mal die Boote an und die Tiere sind wohl sehr schnell. Auch auf Land… 40 km/h dauerhaft, da kann man als Mensch nicht weglaufen, nur auf Bäume klettern. Auch die Guides mit den Booten müssen wohl aufpassen, damit sie ggf. schnell das Weite suchen können, wenn so ein Nilpferd meint, es müsste im Wasser angreifen.






Nilpferde haben eine empfindliche Haut und können sich nicht so lange in der Sonne aufhalten. Daher schlafen sie meist tagsüber im Wasser und kommen dann in der Nacht an Land, um zu fressen. Wir sind dann noch mal in Richtung Westen gefahren, es waren aber weniger Tiere zu sehen als am Vorabend. Ein paar Krokodile dösten am Ufer, ein paar Vögel waren zu sehen, ansonsten war es einfach nur eine sehr entspannte Fahrt. Die Elektroboote sind schön leise, da kann man die Landschaft genießen, die an einem vorbei zieht. Auf der einen Seite ist Botswana, auf der anderen Flussseite im Norden ist schon Namibia, was auf den ersten Blick etwas komisch wirkt, da Namibia eigentlich viel weiter im Westen liegt. Aber auf Grund irgendwelcher Absprachen und historischen Verträge hat Namibia einen schmalen Korridor zwischen Chobe River und Sambesi, bis knapp an die Viktoria Fälle. Auf dem Rückweg gab es natürlich noch ein Getränk… Vormittags für uns noch ohne Alkohol. Spanier sind da nicht so wählerisch. Wir wissen nicht, ob Gin mit an Bord gewesen wäre, Weißwein auf jeden Fall.




Auf dem Weg vom Boot zum Zimmer sind wir gleich im Restaurant hängen geblieben. Mary hatte jetzt ihre freien Tage und Kenny hat übernommen, um uns am Tisch zu umsorgen. Heute war italienischer Mittag, in der Früh wurde schon ein großer, gemauerter Pizzaofen angeheizt und nun gab es eine Liste mit Zutaten, aus denen man sich seine individuelle Pizza zusammenstellen konnte. Da wir uns inzwischen mit den Portionsgrößen hier zurecht gefunden haben, haben wir nur eine Pizza zum teilen bestellt. Es gab ja auch noch Vorspeisenbuffet, ein Nudelbuffet mit verschiedenen Soßen und ein Nachspeisenbuffet und wenn man nicht satt geworden ist, spätestens um 15 Uhr die Teatime mit wieder was zu essen. Zur Pizza haben wir uns einen Rosé ausgesucht, der sich sehr gut trinken ließ.



Eine Familie Mungos huschte während des Mittagessens unablässig durch den Restaurantbereich und hat nach heruntergefallenem Essen Ausschau gehalten. Sie haben aber nicht gebettelt und haben auch einen Sicherheitsabstand zu uns eingehalten. Auf dem Weg vom Restaurant zum Zimmer stand dann eine Familie Warzenschwein auf dem gepflegten Rasen und hat von den kurzen Grashalmen noch ein Stück abgefressen. Der Gärtner der in der Nähe stand und sich das angeschaut hat, meinte nur, dass seine Helfer gerade den Rasen pflegen. Wir haben dann gesehen, dass am nächsten Tag alle Löcher im Rasen, die die Warzenschweine gegraben haben, wieder aufgefüllt waren.

Jetzt hatten wir wieder unsere 1,5 Stunden Freizeit am Tag. Die waren gut zu nutzen, um noch einmal im Pool zu plantschen, etwas aus der Minibar zu trinken und schon mal unsere Weiterreise vorzubereiten. Als nächstes ging es wieder auf Fly-in-Safari. Das bedeutete wieder alles umpacken, da wir wieder nur max. 20 kg Gepäck (15 kg für die Tasche, die im Gepäckfach verladen wird + 5 kg Handgepäck) mitnehmen konnten und die Taschen die Vorgaben (max. Größe, keine Rollen, kein harten Kanten, kein Metallgestell) erfüllen mussten. Alles was wir jetzt nicht mehr brauchten, musste in große Tasche, die als Fracht nach Maun gebracht werden sollte, und die Safari-Sachen in das kleine Gepäck zum mitnehmen. Zum Glück bekommt man hier in allen Lodges, die wir ansteuern, kostenlos die Sachen gewaschen. Damit kann man sich auf ein Mindestmaß an Anziehsachen beschränken. Allerdings haben wir schon gemerkt, alles was warm ist, muss mit auf Safari.
Um 15 Uhr gab es wieder Tee und was zu essen. Safari ist an der Stelle schon anstrengend, aber es gibt erstaunlicherweise Leute, die trotzdem schon wieder essen konnten. Die Sachen sehen alle so gut aus, aber auch die halbe Pizza war schon viel und wir waren noch richtig satt. Aber: hier in der Lodge würde es auch einen Fitnessraum geben, mit tollem Blick auf den Chobe, man könnte also tatsächlich versuchen wieder ein paar der Kalorien abzutrainieren, wenn man nur auch Zeit dafür hätte.

Heute Nachmittag um 15:30 Uhr stand noch einmal eine Ausfahrt an. Wir waren diesmal schnell und haben die erste Sitzreihe im Auto ergattert vor den Spaniern, gefolgt von den Australiern auf Reihe zwei. Für eine gute Sichtung von Tieren sprechen sich die Guides von einer Lodge ab, wer welchen Weg durch den Park nimmt, und über Funk wird kommuniziert was man gefunden oder eben nicht gefunden hat, damit die Autos dann schnell zu einer interessanten Stelle kommen können, wenn jemand was gesehen hat. Immer wenn ein Auto einer anderen Lodge entgegen kommt, wird kurz angehalten und die Guides tauschen sich über ihre Sichtungen aus. Auf diese Weise kann man viele Tiere sehen, weil die Guides gezielt einzelne Punkte anfahren können. Außerdem wird immer auf Spuren geachtet, die die Tiere im Sand hinterlassen haben, um zu versuchen diese aufzuspüren. In Chobe dürfen dabei (wie in Namibia, wo wir waren) die Wege nicht verlassen werden. Wenn eine Tierspur dann ins Gelände führt, hat man Pech gehabt und muss sich was neues suchen. Heute Nachmittag hatten wir mehr Glück und es gab mehr Tiere zu sehen, wie Elefanten, Giraffen, Kudus, Paviane, ein paar Vögel und die anderen Leguanart im Vergleich zu heute Vormittag.
Das Highlight der Sichtungen war ein Gepard, der gerade ein Impala erwischt hatte und dabei war dieses zu verspeisen. Dabei war gut zu erkennen, dass er sich immer wieder umschauen musste, ob nicht ein Löwe ankam. Löwen sind nicht so wählerisch, die fressen auch Geparden. Normalerweise sind solche Sichtungen hier angeblich sehr, sehr selten. Der letzte Gepard, der gesehen wurde, war wohl schon 5-6 Jahre her, laut Miss T.



Geparden sind die schnellsten Läufer im Busch und rennen ihrer Beute hinterher. Im Gegensatz zu Löwen, die nicht weit laufen können und sich daher verstecken müssen vor der Beute, bevorzugt ein Gepard ein offenes Gelände mit kurzem Gras und ohne oder nur wenigen Versteckmöglichkeiten. Von den „Big Five“ in Afrika, Löwe, Nashorn, Elefant, Wasserbüffel und Gepard, hatten wir nun in unserem Leben damit die Nummer vier auf der Liste gesehen. Löwe und Nashorn hatten wir 2012 auf einer kurzen Safari zu Gesicht bekommen, damals und diesmal auch den Elefant. Nashörner gibt es hier nicht (mehr). Die sind entweder getötet worden oder sind ausgewandert. Jetzt fehlt nur noch ein Wasserbüffel und ein Löwe auf dieser Reise zum Komplettieren der Liste. Aber hier auch noch ein Bild wie das aussieht, wenn sich dann alle Wagen in der Nähe um eine solche Sichtung scharen.

Zwei Wasserbüffel fanden die Guides heute am späten Nachmittag auch noch, allerdings standen die im Schatten unter einem Baum. Man musste schon genau hinschauen, um die schwarzen Tiere im Schatten hinter den vielen Blättern ausmachen zu können. Egal, wenigstens einmal einen Wasserbüffel gesehen bzw. wenigstens erahnt. Auf den Fotos sind die Tiere kaum zu erkennen, auf denen sind die noch schwerer auszumachen als in der Realität, wenn man nur ein paar Meter mit dem Auto entfernt steht.









Zum Sonnenuntergang wurde ein sicheres Gelände angefahren. Sicher ist es, wenn außen kurzes Gras herum ist. Löwen können weder besonders weit springen, noch besonders ausdauernd laufen. Daher reicht es, wenn man ein passendes, übersichtliches Stück Land findet. Jetzt war auch wieder Zeit für einen Gin and Tonic.


Nach dem Sonnuntergangs-Cocktail ging es zurück zur Lodge. Wir wurden schon im Restaurant begrüßt, aber da es noch ein bisschen hell war, wollten wir uns noch schnell was anderes anziehen und zurück kommen, zu Abend essen und den letzten Abend an der Bar ausklingen lassen. Als wir die Tür zu unserer Terrasse aufmachten, um zum Zimmer zu gelangen, fanden wir eine weiß gedeckte Tafel mit Kerzenleuchter und eine Flasche Rosé in einem Weinkühler vor.



Wir waren sehr überrascht und hatten zuerst die Vermutung, dass uns jemand von der Familie oder Freunden eine Freude machen wollte. Es hat sich aber dann keiner dazu bekannt und wir haben an der Rezeption nachgefragt und die meinten, das wäre nicht von außerhalb, sondern eine Aufmerksamkeit des Personals. Sie würden jemanden vorbeischicken für die Bestellung, wir sollten es uns gemütlich machen. Also haben wir uns erst mal umgezogen und gewartet. Nach einem zweiten Anruf kam dann Kenny, hat die Kerzen alle angezündet und die Bestellung aus der Menükarte vom Abend aufgenommen. Die Flasche Wein war schon bereit gestellt, weil uns der am Mittag geschmeckt hätte, die könnte man aber auch noch tauschen. Beim Essen haben wir uns für den Fisch-Kuchen und dann das gegrillte Babyhühnchen und den Fisch und zum Dessert für einen traditionellen Malva Pudding (zumindest der Beschreibung auf der Karte nach wenigstens ein traditionelles Gericht) und ein Sorbet entschieden. Das war ein ungeplanter, aber dafür um so schöner Abend!






Kenny hat dann abgeräumt und gesagt er kümmert sich um alles, inklusive der Kerzen, und wir sind ins Bett gefallen, denn in weniger als 7 Stunden mussten wir schon wieder aufstehen für die Morgenausfahrt. So eine Safari ist kein Urlaub. Das ist harte Arbeit. Haben wir das schon erwähnt?
Freitag, 29.5.2026
Heute stand die Weiterreise in das Okavango-Delta an. Abfahrt war angegeben mit 10:20 Uhr. Die Camps und Lodges geben die Check-Out Zeit meist mit 10 Uhr an, richten sich aber dann zum Glück nach den Flugzeiten der Gäste. Wir mussten also nicht Punkt 10 Uhr aus dem Zimmer und konnten somit noch nach der Ausfahrt mit Frühstück und dem Zusammenpacken planen. Eigentlich plant die Lodge für die Gäste die abreisen am letzten Tag morgens eine Sonnenaufgangsfahrt mit dem Boot. Die beginnt erst um 6:30 Uhr und endet auch schon um 8 Uhr, damit man etwas mehr Zeit hat. Das war der Plan, den man uns zu Beginn mitgeteilt hatte. Gestern Nachmittag wurden wir aber gefragt, ob wir die Sonnenaufgangsfahrt mitmachen wollten oder lieber noch einmal die Morgensafari durch den Park. Da gäbe es Tiere zu sehen, auf dem Boot nur den Sonnenaufgang, sonst gibt es da nichts was erwähnenswert wäre. Da sich das mit der Ausfahrt bis ca. 8:45 Uhr und dem Frühstück mit der Abfahrt um 10:20 Uhr ausgehen würde, haben wir uns für die Ausfahrt entschieden.
Das war auch gut so, nachdem wir erst einem wunderschönen Schakal begegnet sind, haben heute die Guides die Löwen aufgespürt und weil die Chobe Game Lodge als einzige im Park selbst drinnen liegt, waren deren Wagen auch alle rechtzeitig zur Stelle, bevor die Gruppe weitergezogen in ein Gebiet weitergezogen ist, das nicht befahren werden darf.

Die Gruppe umfasste etwa ein Dutzend Tiere, weibliche und mind. zwei junge männliche Löwen, die vorbeizogen und ganz nah an den Fahrzeugen vorbei und zwischendurch gelaufen sind. Das war schon aufregend, da man nicht durch ein Gitter oder Graben von den Tieren getrennt ist und wenn die wollten, dann könnten die auch ins Auto springen. Die laufen nur so 1-2 m entfernt an einem vorbei und man hat das Gefühl, die schauen einen dabei auch an.







Später sind wir noch einmal einer einzelnen Löwin begegnet, die von der Gruppe getrennt war und hinterher zog, hier waren wir mit unserem Wagen recht alleine unterwegs.

Wir sind dann noch ein Stück den Chobe entlang gefahren und haben den Fluss und seine Bewohner im schönen Morgenlicht bewundern können.



Wer sich übrigens schon immer mal gefragt hat was für Töne Nilpferde so von sich geben…
Noch einmal ein wenig später gab es noch eine Löwin mit zwei kleinen Löwenbabys. Die Mutter hinkte und man merkte, dass sie eine Verletzung an der rechten Vorderpfote oder dem Bein hatte und nicht mehr richtig auftreten konnte. Damit kann sie auch nicht mehr jagen und ohne Futter gibt es keine Milch mehr für die Kleinen. Sehr, sehr traurig. Miss T meinte, dass es schlecht aussieht und die Löwen nur eine Chance hätten, wenn die Mutter vom Rudel etwas zu fressen abbekommen könnte. Das kann funktionieren, weil auch ein verletztes Tier immer noch Teil des Rudels ist, aber so wirklich eine Chance haben sie für die Löwenbabys nicht gesehen. In dem Nationalpark sind die Tiere auf sich selbst gestellt, es wird nicht eingegriffen, wenn ein Tier krank oder verletzt ist. Die Aussage dazu war „that’s the circle of life“ (der Lauf des Lebens). Sehr traurig, muss man aber so akzeptieren. Was eigentlich noch schlimmer war, waren die Massen an Autos, die sich um die Mutter mit den Kleinen gedrängt haben. Das waren nicht nur die paar Wagen der Chobe Game Lodge, sondern hier waren auch diverse Autos anderer Lodges und Camps im Gewühl und dazu haben sich auch noch die Privatfahrer mit ihren Mietwagen gedrängt, die wenig Abstand hielten. Die Guides wissen wenigstens wie man sich verhält und haben sich alle nach einer kurzen Weile wieder zurückgezogen.




Ein paar Giraffen und Vögelchen später war es dann auch schon wieder Zeit in die Lodge zum Frühstück zurückzukehren und uns von Miss T zu verabschieden.



Wir trafen so gegen 8:45 Uhr ein und bekamen die Nachricht, der Flug wäre vorverlegt worden, Abfahrt wäre schon um 10:00 Uhr. Damit wird es mit duschen und packen schon knapp, wenn man noch frühstücken möchte. Wir hatten zum Glück das meiste schon fertig gemacht gestern Nachmittag und mussten nur noch die restlichen Sachen verstauen. Das hat ganz gut geklappt und wir konnten nach der Dusche sogar noch stressfrei ein letztes Frühstück in der Lodge genießen, bevor es los ging zum Flugplatz.
Am Flugplatz in Kasane angekommen, hat uns eine Dame von der Lodge bis zum Check-In begleitet und dort abgeliefert. Der Check-In war kein Schalter zur Gepäckaufgabe, wie man ihn bei uns kennt, sondern da stand ein Herr der Fluggesellschaft im Terminal, der ein Tablet hatte und das Gepäck entgegen genommen und zur Seite gestapelt hat. Bei ihm bekamen wir die Bordkarten für die nächsten drei Flüge, nach Gomoti, Monachira und Maun. Über unseren Gepäcktransfer war er nicht so wirklich informiert, aber wir hatten die Ausdrucke von unserem Reiseveranstalter dabei, da stand der Gepäcktransport mit Airline-Buchungscode drauf, damit konnte er was anfangen und hat uns unsere großen Reisetaschen abgenommen und eine Quittung für die Abholung in Maun ausgestellt. Dabei hat er auf die letzte Bordkarte wegen dem Abholdatum geschaut und den 31.5. als letztes Flugdatum notiert. Irgendwie kam uns das komisch vor, weil wir am 3.6. von Maun nach Hause fliegen wollten und nur eine Nacht in Maun gebucht hatten. Da passte irgendwas mit dem 31.5. nicht. Wir haben einen Blick auf die Bordkarten geworfen und festgestellt, dass wir eine Bordkarte am 31.5. von Gomoti nach Monachira hatten, aber direkt danach auch eine weitere Bordkarte am 31.5. von Monachira nach Maun. Das machte rein logisch keinen Sinn, da man eigentlich eine Bordkarte von Gomoti nach Maun hätte, wenn man diese Strecke fliegen möchte. Die Flüge sind alle Charter und keine Linie, d.h. welchen Weg das Flugzeug nimmt um von A nach B zu kommen, ist nicht beeinflussbar und jeden Tag anders. So war unser Flug von Kasane nach Gomoti mit ca. 50 Minuten zum ersten Stopp, dann 10 Minuten zu Stopp 2 und dann noch mal 10 Minuten nach Gomoti geplant. Uns wurde auch gesagt: Bitte unbedingt erst am dritten Stopp aussteigen, nicht zu früh! Wir haben den Herrn vom Check-In darauf angesprochen und er hat gesagt, er kuckt mal, wir sollen schon mal durch die Sicherheitskontrolle gehen, er kommt dann nach wegen der falschen Bordkarte.
Auf den Airstrips im Landesinnere ist keiner. Da befindet sich nur eine Schotterpiste in der Wildnis, ohne Haus, ohne Wartesaal, ohne Sicherheitskontrollen. Da ist dann auch egal was man im Handgepäck dabei hat, Flüssigkeiten spielen z.B. auch keine Rolle. Plötzlich hat man hier einen Kasane International Airport und den ganzen normalen Sicherheitswahnsinn. Was man wissen muss ist, dass man durch den Metaldetektor sehr sehr langsam durchgehen muss, sonst piepst der immer. Haben wir aber spätestens im zweiten Anlauf geschafft. Dann haben wir gewartet auf den Herrn von der Airline. Es kam ein anderer, dem wir unsere Bordkarte gezeigt und das Problem damit erläutert haben. Er hat Fotos geschossen mit seinem Smartphone und gesagt er kümmere sich drum. Wir haben noch schnell im Flughafen WLAN eine Email an unseren Reiseveranstalter geschrieben, damit der sich um die Fehlbuchung kümmern kann. Dann mussten wir aber auch schon einsteigen, d.h. erst mal wieder über das Vorfeld zum Flieger laufen. Es handelte sich um eine Cessna 208B Gran Caravan, wie wir sie so ähnlich von Air Wilderness schon kannten, nur hier von Mack Air. Unterschied zu Namibia war, dass hier tatsächlich ein Pilot und Copilot an Bord waren. In Namibia gab es nur einen Piloten. Die Machine war recht voll und nachdem man sein Gepäck identifiziert hat zum Verladen, hat der Pilot die Gäste nach Reisezielen auf die Sitzreihen verteilt. Die, die zuerst raus mussten in die letzte Reihe u.s.w. Wir mussten erst bei Landung Nr. 3 aussteigen, der nächste Stopp wäre dann Maun gewesen. Was jetzt mit unseren falschen Tickets ist, haben wir in Kasane nicht mehr erfahren.


