Donnerstag 14.5.2026
Nach einer kurzweiligen Fahrt mit ein paar Caches unterwegs, u.a. am größten roten Stuhl Afrikas, sind wir gegen Abend in Swellendam eingetroffen und haben unser Domizil „Schoone Oordt Country House“ grandios verfehlt, weil uns das Navi vom Auto „das Ziel ist rechts“ angesagt hat, es war aber links. Also sind wir zunächst in die nächste Straße eingebogen, um das Auto zu wenden. Das war gar nicht so einfach, da auch hier der Sturm ganze Arbeit geleistet und einige Bäume beschädigt hat. Die Straße war zwar wieder frei, aber alle Bäume, Äste und Grünzeug lagen am Straßenrand und man musste erst einmal eine Stelle finden, die breit genug war zum Wenden.



Endlich angekommen im „Schoone Oordt“, einem Gebäude aus dem vorletzten Jahrhundert, wurden wir von den Mitarbeitern herzlich begrüßt und auf unser Zimmer begleitet. Dabei wurden wir auch mit „Fat Cat“ bekannt gemacht, die genauso heißt wie sie aussieht und die uns auch gleich mit bis in unser Zimmer begleitet hat. Sie musste dann von der Dame vom Hotel aus dem Zimmer getragen werden und stand dann noch ein paar Minuten vor der Zimmertür. Als wir uns soweit eingerichtet hatten, ging es zum Check-In. Dazu gab es eine Kanne Schwarzen Tee mit Sahne und Scones mit Butter und Konfitüre. Dabei hat uns Fat Cat noch mal begrüßt und sich ausgiebig kraulen lassen, bis wir genug verhaart waren, danach war erst mal Fellpflege angesagt, ist vermutlich besser, wenn die losen Haare erst mal alle an den Gästen hängen, dann hat man die als Katze nicht mehr auf die Zunge, viel angenehmer.



Das „Small Country Hotel“, wie es sich selbst beschreibt, verfügt über 8 Zimmer und die „Honeymoon Suite“, die wir mit unserem 3-Tagespackage, beziehen durften. Für heute Abend war ein Abendessen im Package inkludiert im hoteleigenen Restaurant. Auf die Frage wann wir denn Essen wollten, hatten wir zurückgefragt, wann denn die anderen Gäste so kommen würden. Es hieß „um 18:30 Uhr“ und da die Zeit ganz gut passte mit noch ein wenig im Zimmer frisch machen, haben wir auch 18:30 Uhr gewählt. Das Zimmer ist sehr schön mit großem Bett, Kamin und einem schönen großen Badezimmer mit Badewanne und großer Dusche. Die Toilette hatte einen echten (!) alten Wasserkasten, also einen von denen knapp unter der Decke mit Schnur zum ziehen, Ansonsten gab es noch frische Blumen auf dem Schreibtisch, einen Couchtisch mit Sofa und Sesseln. Alles sehr schön und stimmig eingerichtet. die Frage, ob wir den Kamin angezündet haben möchten, haben wir allerdings verneint. Wenn wir Essen gehen, wäre es schade das Holz zu verbrennen, ohne den Kamin wirklich zu nutzen.



Um 18:30 Uhr waren außer uns natürlich keine Gäste im Restaurant. Zumindest konnten wir uns so den Tisch aussuchen, also den mit dem Gasheizstrahler. Die Menükarte war klein, es las sich aber alles so gut, dass man trotzdem Probleme hatte sich zu entscheiden, weil es nicht möglich war einfach alles zu essen. Wir konnten uns dann doch für ein Tartar und ein Risotto (mit Pilzen) als Vorspeise entscheiden. Das Tartar war einfach grandios. Obwohl es viel gröber geschnitten war als bei uns zu Hause, war es total zart und zerging auf der Zunge. Das Risotto bekommt man in Italien auch nicht viel besser, cremig und ein bisschen bissfest, wie es sein soll. Als Hauptspeise hatten wir dann #makeSCHWEINEBAUCHgreatagain mit Bitterballen (eine holländische Spezialität) und lokalen Hasen. Das Essen hier im The Conservatory kann man empfehlen. Die Portionen waren zwar nicht besonders groß, aber nach all dem Essen der letzten Tage habe wir uns lediglich auf eine Limoncello Pannacotta zum Teilen eingelassen.






Anschließend sind wir noch an die Bar und haben einen lokalen Brandy und einen lokalen Grappa mit einem Espresso genossen, ein Betthupferl gab es später auch noch. Eine Wärmeflasche lag auch noch im Bett.



Zu erwähnen ist noch, dass an einem Tisch am Rand zwei Paare saßen. Mit den beiden Männern hatten wir schon mal kurz Kontakt am Abend draußen am Parkplatz. Beim Abendessen haben wir erfahren, dass die vier beim Unwetter alles (also wirklich alles) verloren haben. Dagegen ist unsere „Evakuierung“ also tatsächlich richtig harmlos und unbedeutend.
Freitag 15.5.2026
Wie hier üblich war das Bad nicht besonders warm. Das Wasser in der Dusche war aber richtig, richtig heiß dafür. Man musste das Wasser aber beherzt sehr weit aufdrehen, damit es überhaupt angefangen hat zu fließen, d.h. man musste es hinbekommen eine angenehme Temperatur zu erzielen und sich nicht zu verbrühen. Aber mit kurzer Übung gelang auch das Auf- und Zudrehen des Duschwassers (man will ja nicht zu viel verbrauchen. Wir hatten unterwegs auf der Fahrt hierher Banner über der Straße gesehen mit dem Inhalt „Spare Wasser, damit du in Zukunft noch etwas hast, was du sparen kannst“). Nach dem Abendessen von gestern waren wir auf das Frühstück gespannt. Als wir den Frühstückraum betreten haben, waren alle Tische gedeckt, aber auf drei Tischen befand sich Butter, Konfitüre und eine Karaffe mit Orangensaft. Wir haben uns den Tisch vom Vorabend, mit dem waren wir inzwischen vertraut, ausgesucht. Auf dem Tisch befand sich noch ein „Frühstücksmenü“, auf dem neben dem Hinweis „das Gourmet-Frühstück wird in drei Gängen serviert“ auch die Gänge aufgelistet waren. Gang eins war fest, ein Müsli mit Joghurt und frischen Früchten, danach Scones und Käsekräcker mit Wurst, Schinken und Käse. Danach konnte man im zweiten Gang zwischen einem Smoothie und noch was Süßem wählen, als drittes gab es noch diverse Eiergerichte und vegetarische Alternativen. Wir mussten Gang zwei auslassen und uns bei Gang drei ein Omelette teilen. Nach all dem Essen der letzten Tage ist ein so großes Frühstück eine Herausforderung. Und dabei ist es so gut, dass man am liebsten alles probieren möchte.



Während wir drinnen gemütlich gefrühstückt haben, wurden draußen einmal alle Autos der Gäste gewaschen, und zwar ordentlich mit allem drum und dran. So sauber hatten wir das Auto nicht mal von der Vermietungsfirma bekommen!

Für heute hatten wir uns einen Fahrer organisieren lassen. Geplant waren Besuche auf einem Weingut mit Mittagessen (auch dafür musste man beim Frühstück schließlich Platz lassen) und eine Verkostung von Brandy. Links fahren und Alkohol trinken passen nicht so zusammen, so dass uns die Vorstellung jemanden zu haben, der uns herumfährt, als eine sehr gute Idee erschien. Abfahrt war um 11:30 Uhr, damit konnten wir noch das schöne Zimmer nutzen, einen Berg Wäsche zum waschen abgeben und endlich die ersten zwei Seiten Blog fertig machen zum veröffentlichen.
Unser Fahrer, Dewald, war pünktlich hier. Er ist in Swellendam geboren und auf einer Farm aufgewachsen. Für ihn war es zum Glück kein Problem bei Geocaches auf dem Weg anzuhalten, damit wir danach suchen konnten. Die Strecke war sehr schön und führte und über den Tradouw Pass, einer landschaftlich tollen Strecke, an einem grandiosen Canyon entlang. Dewald hat uns erzählt, seine Tochter, hätte hier im Canyon mit den Pfadfindern eine Fünftagestour gemacht. Kajak, Rucksack, Essen für fünf Tage mitnehmen… Ein echtes Abenteuer, das oben am Pass beginnt und den Fluss abwärts zum Ausgang führt. Wir haben an landschaftlich schönen Stellen (und Geocaches) halt gemacht und an ein paar anderen Punkten die uns Dewald zeigen wollte. Es gab zwei Stellen mit Quellen, die reines, bestes Bergquellwasser geliefert haben. Wir haben auch Leute gesehen, die sich das Wasser abgefüllt haben für zu Hause. Bei uns rennen ja auch schon mal Hasen oder andere Tiere über die Straße. Hier sind es Paviane… Auch wenn vieles an Europa erinnert, spätestens jetzt merkt man, dass man in Afrika unterwegs ist. Dewald hat noch an einem Gedenkstein angehalten. An dieser Stelle wurde Marleen Konings ermordet aufgefunden. Der Mordfall der 24-jährigen Studentin aus den Niederlanden war auch bei uns damals in den Nachrichten. Dewald war bei der Polizei und beim Auffinden der Leiche und der Suche nach dem Täter beteiligt. Man hat gemerkt, dass ihn die Geschichte auch nach so vielen Jahren sehr beschäftigt und keine Ruhe lässt. Es ging um ein Handy und ein paar wenige Tausend Rand. Der Täter wurde gefasst und sitzt immer noch im Gefängnis.






Unser erster Stopp in Barrydale führte uns zu einer Weberei „Nest at Mud„, die lokale Produkte und auch welche aus nahegelegenen afrikanischen Staaten angeboten hat. Schöne Sachen, wenn man nur Platz hätte noch irgendwas mitzunehmen…



Danach ging es erst kurz an der Kirche vorbei und dann weiter auf ein Weingut (Joubert-Traudauw), das neben einer Weinprobe auch Essen angeboten hat.



Zunächst gab es mit dem ersten Wein eine Platte mit Leberpastete, Hummus, Tapenade und einer Marmelade mit geröstetem Brot. Richtig gut und eigentlich schon wieder zu viel zum essen. Wir hatten nicht geahnt, dass es noch mehr zum essen geben wird. Neben den weitern Weinen kam noch eine Platte mit zwei verschiedenen Pies, Kartoffeln, Süßkartoffeln, Samosas, Birnen, Äpfeln und noch mehr. Wir waren zu dritt, das Essen hätte problemlos aber auch für sechs gereicht. Wir haben dann den Rest für Dewald und seine Frau einpacken lassen. Die Weine waren gut, aber jetzt nicht so umwerfend, dass wir uns für zu Hause hätten etwas bestellen müssen.



Anschließend sind wir weitergefahren, um noch Brände zu probieren. Vor unserer Reise hatten wir eigentlich „Weinbrand“ als Ziel angegeben gehabt. Die Brennerei Metanoia macht aber auch lokalen Gin mit den lokalen Kräutern und Pflanzen. Da wir in Namibia gelernt hatten, dass Gin and Tonic hier schmeckt (muss so ein Effekt sein, wie mit Bärwurz im Bayrischen Wald, der auch und einzig und allein nur dort schmeckt, nie mit nach Hause bringen!) haben wir Brandy und Gin probiert. War ganz gut, leider haben wir keinen Platz zum mitnehmen und die Brennerei exportiert leider (noch) nicht nach Europa.



Auf der Rückfahrt haben wir noch einen Cache versucht zu finden, der an einem sehr schönen Wasserfall hätte liegen sollen. Leider haben wir den nicht gefunden, aber der Wasserfall war einen Stopp wert. Dewald hat uns noch eine Stelle gezeigt an der das ganze Jahr über Wasser heruntertropft, selbst im Hochsommer, wenn alles trocken ist. Außerdem hat er uns noch sein Elternhaus und Häuser seiner Verwandten, wie z.B. von der Großmutter auf dem Weg gezeigt und ist daran vorbeigefahren.



Zum Sonnenuntergang sind wir zurück nach Swellendam gekommen. Es war ein toller Tag mit vielen Eindrücken.


Am Abend sollte es nur noch einen Kleinigkeit zum Essen geben. Eine Wurst- und Käseplatte, welche so „nur ein bisschen was“ sein sollte. Von der konnte man gut satt werden, auch wenn es keine Butter dazu gab und kein Brot. Es waren auch Gurken und Erdbeeren und geröstete Nüsse dabei. Dazu haben wir den Sekt getrunken, den wir gestern auf dem Zimmer stehen hatten. Gestern war keine Zeit auch noch eine Flasche Sekt zu trinken, heute hat es zum zum Abendessen gut gepasst. Dazu haben wir uns zum Aufwärmen den Kamin anzünden lassen. Dafür kommt extra Charlie mit einem Set zum Anzünden. Holz zum Nachlegen lag mit im Kamin. Wir haben dann etwas gegessen und uns um unseren Blog gekümmert.



Samstag, 16.5.2026
Heute Morgen hatten wir zum Glück wieder etwas Hunger. Nach dem Müsli mit Joghurt und frischen Früchten gab es eine pochierte Vanillebirne, ein Signature Dish vom Hotel. Es wäre zu schade gewesen diese auslassen zu müssen. Die Küche war so nett und hat uns das Rezept zum abfotografieren überlassen. Anschließend haben wir uns ein Rührei geteilt, mit dem Vorsatz diesen Mittag wirklich nichts zu essen.



Nach einem kleinen Verdauungsspaziergang durch den Hotelgarten am Koi-Teich und Pool vorbei, ging es dann langsam los.



Der Plan sah vor nach Kap Agulhas zu fahren, der südlichsten Stelle Afrikas und der Punkt an dem indischer und atlantischer Ozean zusammentreffen. Mit dem von gestern frisch geputzten Auto ging es los und auf der Nationalstraße gen Süden wurden wir erst Mal wieder aufgehalten durch eine Polizeikontrolle. Die wollten aber nur den Führerschein sehen, haben irgendwas abgeschrieben, den Führerschein fotografiert und die Zulassung vom Auto gescannt. Hier hat man nicht wie bei uns aufwendig Fahrzeugschein per Papier oder als App dabei, hier klebt in der Windschutzscheibe ein PDF417-Barcode und der wird einfach abgescannt und schon durften wir weiterfahren. Die Dame von der Polizei war bestimmt, aber sehr höflich.
Auf dem Weg haben wir auch mal ein bisschen was von der Landwirtschaft hier gesehen, es wurde gerade ein Feld neu eungepflanzt, aber mit Maschinen in einer Größe, die man bei uns auch eher selten in der Pfalz sieht. Die Flächen sind bei uns dafür zu klein.



Unterwegs haben wir noch ein paar Cachedosen gesucht und u.a. auch das Shipwreck Museum in Bredasdorp besucht. An der Küste hier gab es im Laufe der Zeit sehr viel Schiffsunfälle und viele Menschen haben ihr Leben dabei verloren. Das Museum zeigt in einer alten Kirche eine Sammlung von Stücken, die zu diesen Unfällen gehören, wie z.B. der HMS Birkenhead oder der Arniston, sowie auch Kutschen, ein Feuerwehrauto, Anker und das alte Pfarrhaus mit Einrichtungsgegenständen.









Etwas später sind wir dann am Cape Agulhas angekommen. Wir hatten erwartet, dass hier am Wochenende bei schönen Wetter die Hölle los ist. Erstaunlicher Weise war auch der kleine Parkplatz ganz vorne nicht voll und wir mussten nicht suchen, wo wir unser Auto stehenlassen konnten. Es gab auch kein Anstehen am „Monument“, also dem Stein mit Inschrift und der Trennlinie für die beiden Ozeane. Eigentlich hat die Besucherfrequenz gerade so gepasst, dass man immer eigene Bilder gemacht bekommen hat und dann die Bilder für die nächste Gruppe aufgenommen hat. Eigentlich ein guter Ort für Völkerverständigung, da hier alle Nationen gemischt zusammen kommen.



Erstaunlich ist auch, das der südlichste Punkt und die Trennung der Meere genau auf dem Ost 20° Meridian liegt. Der Nullmeridian ist ja in Greenwich UK, also hier ein wirklicher Zufall, dass es so genau trifft. Gleich dabei ist auch noch das „Map of Africa Monument„, eine riesige begehbare Landkarte des ganzen Kontinents.



Nach einer Weile Fotos machen, das Meer beobachten und einen Cache finden, ging es dann weiter, am Leuchtturm vorbei und über kleine Straßen (nicht mehr geteert, aber bis auf ein paar Schlaglöcher zügig befahrbar). Wir hatten gestern von Dewald noch den Tipp bekommen, in Struisbaai gäbe es große Stachelrochen im Hafen. Die haben dort extra Tafeln aufgestellt „Parrie the Stingray Welcomes You“. Genau heute hat aber die Wasserrettung im Hafen mit mehreren Booten geübt. Beim dem Krach war kein Stachelrochen zu sehen und wir sind weiter nach Arniston, einem alten Ort (benannt nach dem untergegangenen Schiff), in dem es alte, weiße Fischerhäuser gibt, die unter Denkmalschutz stehen, aber immer noch bewohnt sind. Die Einwohner damals haben angeschwemmtes Parafin benutzt, um ihre Häuser zu bauen. Langsam wurde es Abend und wir mussten zurück für das Abendessen.









Eigentlich war ein anderes Restaurant im Package, aber das hat um diese Jahreszeit geschlossen. Das Hotel hatte uns ein paar Alternativvorschläge gemacht und wir haben uns für Christell’s Bistro entschieden. Laufzeit wären so ca. 20-25 min gewesen, aber da es wohl nachts sehr menschenleer sein soll auf der Straße, haben wir uns zu einem Transfer überreden lassen. Das Hotel hat einen Fahrer empfohlen, der wohl viele Fahrten innerhalb der Stadt durchführt. Dieser war auch überpünktlich vor dem Hotel und wir sind ein wenig zu früh los, was jetzt auch nichts ausgemacht hat, denn wir waren zur Abwechslung tatsächlich ein wenig hungrig.
Vor Ort angekommen durften wir uns einen Tisch aussuchen. Wir haben einen Tisch im Raum mit Kamin gewählt, aber auf der gegenüberliegenden Seite, warm, aber nicht zu heiß. Noch bevor wir überhaupt eine Speisekarte bekommen haben, gab es erst einmal den Gruß aus der Küche, eine sehr würzige Kürbiscremesuppe. Ein gelungener Einstieg.



Wir haben uns dann für Peri-Peri Hühnerleber und Ziegenkäseschaum entschieden. Als Hauptspeise gab es einmal Hühnchencurry und einmal drei Sorten Wild. In dem Fall war das Wild Kudu, Strauß und Springbock. Jedes Stück Fleisch wurde mit einer eigenen Soße versehen. Von der Soße zum Strauß haben wir das Rezept verraten bekommen. Die anderen Soßen waren auch hervorragend, aber Kudu und Springbock zu Hause zu bekommen ist eher schwierig. Straußenfarmen gibt es auch ein paar wenige bei uns. Zum Essen gab es einen guten Cabernet Sauvignon von 2024.





Nachspeise ging zum Glück auch noch… Pochierte Birne mit Sorbet und Käsekuchen mit Vanilleeis.


Nach dem Essen haben wir uns noch einige Zeit mit dem Koch unterhalten. Er und seine Frau besitzen ein Haus im Norden von Frankreich und dort sind sie immer im hiesigen Winter. Von dort aus unternehmen sie auch Ausflüge in andere europäische Länder und so waren sie auch schon Mal in Deutschland unterwegs, genauer in Ulm auf dem Weihnachtsmarkt. Und wie der Chef meinte: nach der dritten Feuerzangenbowle wäre ihm richtig schön warm gewesen. War ein schöner Abend und unser Transfer hat funktioniert und hat uns gut wieder im Hotel abgeliefert.
Da es erst so gegen 21 Uhr war, haben wir uns noch an die Bar begeben zwei einheimische Brandys verkostet mit einem Espresso und sind dann glücklich und zufrieden in unser Zimmer, an den Kamin und ins Bett.


Sonntag, 17.5.2026
Zum Abschied aus dem Schoone Oordt gab es erst Mal wieder ein üppiges Frühstück. Müsli mit Joghurt und Früchten haben wir genommen, auf die Wurst- und Käseplatte mit den Scones jedoch verzichtet. Denn heute gab es auf der Frühstückskarte „Signature Eggs Benedict“. Für die mussten wir unbedingt noch Platz lassen. Dazwischen gab es noch gebackenen Apfel und eine Art Müsli-Smoothie. Der schmeckte gut, aber auch sehr gesund. Während des Frühstücks wurde unser Auto wieder frisch geputzt. Das letzte Putzen hatte auf der Fahrt etwas gelitten, da die Straßen nicht immer geteert sind und dann ganz schön stauben.




Nachdem wir unsere Sachen gepackt und im Auto verstaut hatten, haben wir ausgechecked. Wir wollten noch das lokale Museum besuchen und wir durften unser Auto stehen lassen. Wir wollten wegen einem Cache eigentlich auch noch die Fairy Sanctuary besuchen, uns wurde aber geraten den Hidden Dragon Garden zu besuchen, da könnte man nach dem Museum einfach hinlaufen und bräuchte das Auto nicht.
Das Drostdy Museum besteht auch hier, ähnlich dem in Stellenbosch, aus mehreren Gebäuden, die sich über den Ort verteilen. Mit dem Eintritt kann man aber alles besuchen. Begonnen haben wir, weil es am nächsten zum Hotel lag und am einfachsten zu finden war, mit dem Gefängnis. Hauptsächlich für Sklaven, die widersprochen haben oder ohne Pass und Laterne auf der Straße aufgegriffen wurden. Sklaven durften nur mit Erlaubnis in die Stadt und wenn abends eine Glocke geläutet wurde, mussten sie so schnell wie möglich aus der Stadt verschwinden. Die Sklaven aus dem Gefängnis mussten auch den Tradouwpass mit bauen, das wird auf dem Pass selbst z.B. gar nicht erwähnt, dort gibt es nur ein Schild, das den tollen Baumeister lobt.



Die Wohnhäuser, die man besichtigt, waren natürlich alle von weißen Kolonialisten, hauptsächlich aus Deutschland und den Niederlanden. Auch dieses Museum ist auf das Leben der Sklaven eingegangen und wie diese systematisch unterdrückt wurden.






Anschließend sind wir zum Dragongarden gegangen. Eigentlich wollten wir nur einen Cache suchen. Aber das Grundstück hat eine ältere Dame vor einigen Jahren gekauft, um daraus eine große Fantasiewelt, mit einer überdimensionalen Drachenskulptur in der Mitte, zu erschaffen. Sie hat alles selbst getöpfert und gestaltet. Es gibt einen Weg, der einem an vielen detailverliebten Bauten rund um Zwerge, Mäuse und Vögel und andere Fantasiegestalten vorbeiführt, inklusive Fußspuren der kleinen Wesen, die man mit Lupen suchen gehen kann. In allen Ecken findet man neue lustige Stellen. Das ist alles mit sehr viel Herz und Liebe gestaltet.






Es gibt auch einen Audioguide der einen führt, damit man nichts übersieht. Inklusive einen Stück Monty Pythons Ministry of Silly Walks.


Wir haben uns hier viel länger als geplant aufgehalten, weil es so viel zu entdecken gab. Nach dem Rundgang gab es noch ein kleines Café, in dem Tee und Kaffee und kleine Kuchen gibt. Ganz passend zum Gesamtkonzept kommt der Tee in Reagenzgläsern zum Selberbrühen und auch der Kaffee kommt als Pulver mit Kaffeefilter und einem Kännchen heißem Wassers zum selber aufgießen. Wenn schon, dann wenigstens gleich komplett richtig, ohne Abstriche. Hat uns sehr gut gefallen.






Jetzt waren wir aber ganz schön weit hinter unserem Zeitplan zurück und nicht ganz sicher, ob wir noch was zum Essen bekommen. In Botrivier / Bot River haben alle Essenmöglichkeiten sonntags geschlossen oder machen schon um 16 oder 17 Uhr zu.
Wir wollten auch noch ein Stück die Route 62 fahren, eine landschaftlich sehr schöne Strecke, die aber ein wenig mehr Zeit in Anspruch nimmt. Wir haben uns dann für die lange Route entschieden mit der Option „wir kaufen uns was an der Tankstelle zum mitnehmen“. Nach eine Fahrt durch Berge und Täler (und ein paar Caches später) sind wir dann auch an einer Tankstelle vorbeigekommen und haben das Auto vollgetankt und uns was zum Knabbbern mitgenommen. Das es Wein geben sollte auf einem Weingut haben wir einfach vorausgesetzt.