Donnerstag, 7.5.2026

Die Landung auf einer Sandpiste mit so einem kleinen Hoppser ist schon einmalig. Man sitzt ja keine 2m über dem Boden.

Auf dem Airstrip hat der dortige „Flughafenbeauftragte“ (da gibt es tatsächlich jemanden, der sich um die Abfertigung der Maschinen kümmert) geholfen das Gepäck auszuladen und wieder unter uns zu verteilen. Wir, inklusive Fluffy, haben uns von Collin, unserem Piloten im Cessna-Anzug verabschiedet und weiter ging es.

Auf uns wartete Nahas aus Camp Sossus am Rande des Airstrips, hat uns begrüßt und unsere Taschen in sein Fahrzeug geladen. Auch hier ist der Weg zum Camp eine holprige Schotterpiste. Diese „Straßen“ wurden auch schon im Damaraland „free massage“ genannt, weil es einen ganz schön durchrütteln kann. Auf dem Weg zum Camp erklärte uns Nahas, dass er unser Guide sein wird während unseres Aufenthaltes. Und dann noch, dass wir die einzige Gäste sind. Nicht nur heute, sondern bis zu unserer Abreise. Neue Gäste würden erst anschließend eintreffen. Wir waren uns nicht so sicher, ob das nicht zu viel Aufmerksamkeit bedeuten würde. Auf dem Weg zum Camp haben wir unsere Lunchtüte mit Nahas geteilt und auch schon ein paar Tiere sehen können, wie eine Gruppe Springböcke, die über die Straße gesprungen sind. Die Hüpfen mit allen vieren in die Luft, um Räubern zu zeigen, dass sie gut genährt und kräftig sind. Da sieht man, wie die Tiere zu ihrem Namen gekommen sind. Leider ging das alles zu schnell und wir haben keine Bilder von diesem „pranking“. In Afrikaans heißen die Tiere wohl auch Gemsbok. Die meisten Tiere waren aber weit weg, wie z.B. eine Oryx-Antilope. Doch kurz vor unserem Camp, stand dort gerade eine Gruppe Hartmann-Bergzebras. Da die so selten in die Nähe von Menschen kommen, haben wir gestoppt, um ein paar Fotos schießen zu können.

Das Camp ist nur durch zwei Tore zu erreichen, da es sich um Privatbesitzt handelt. Kurz vor dem zweiten Tor befindet sich rechter Hand noch ein Campingplatz und links sind zwei überdachte Parkplätze für Gäste, der Pick-Up-Point. Ab hier dürfen nur noch Autos vom Camp fahren. Unterwegs kommt man am „Swimmingpool“ vorbei, ein altes Wasserreservoir, das zur Farm gehört hat, die hier früher stand. Die Tourismus-Gruppe, der das Gebiet jetzt gehört, hat das Reservoir instandgesetzt und zum Swimmingpool umgebaut. Gehört alles zum Nachhaltigkeitskonzept, dem man sich hier verschrieben hat. Neben dem Swimmingpool steht noch ein altes Windrad, mit dem früher das Wasser gepumpt wurde. Jetzt ist es nur noch Deko, das Wasser wird mittels elektrischer Pumpen und dem selbst erzeugten Solarstrom gefördert.

Der Solarstrom ist auch der Grund, dass es nur möglich ist seine Mobilgeräte zu laden. Großverbraucher wie Fön oder ähnliches kann man gar nicht betreiben.

Im Camp angekommen, wurden wir mit Eistee und vom Campmanager begrüßt, der uns alles gezeigt und erklärt hat. Im allgemeinen Bereich in der Lodge gab es alles, Softdrinks, Gin, Wein getrennt in zwei eigenen Kühlschränken nach weiß und rot, die Leseecke etc. Weil es schon so spät war, haben wir zwei Gin Tonic als Sundowner genommen und es uns an der Feuerstelle vor der Lodge zusammen mit dem Manager gemütlich gemacht. Der Sonnenuntergang ist in diesem Fall nicht zu sehen vom Camp aus, da das Camp vor einem Berghang gebaut wurde und der Berg schon sehr früh die Sonne abschirmt. Ansonsten ist das Camp sehr auf Nachhaltigkeit ausgelegt. Die Hütten bestehen aus einem Zelt, welches mit einem Dach und Wänden aus alten Ölfässern versehen wurde. Für die Wände des Nassbereichs (Dusche, Toilette, Waschbecken) wurden die Steine des angrenzenden Berges, zusammengehalten von Armierungsgittern, aufgestapelt. Durch die rote Farbe der Steine und des verrostenden Stahls, ist der Camp von weitem nur zu erkennen, wenn man weiß, wo es sich befindet, da es mit der dahinterliegen Felswand verschmilzt.

Das Camp hat auch Wifi, im Damaraland war es nur in der Lodge… Hier war es eigentlich nur draußen zu empfangen. Es gab eine eigene „Wifi-Lounge“ mit Router und Satellitenschüssel. Überdacht (so ähnlich wie eine Bushaltestelle) mit zwei Stühlen, einem Tisch (alles aus Eisen), aber zwei Steckerleisten, im Tisch eingelassen. Das WLAN war im Haupthaus schlecht, in den Hütten gar nicht vorhanden, aber bis zum Lagerfeuer hat es ganz gut gereicht. Hier konnte man auch, bisschen grisselig, Videoanrufe per App führen.

Im Doro Nawas Camp war das Feuer noch aus echtem Holz, so dass wir uns dort gar nicht lange aufgehalten haben, damit die Kleidung nicht zu sehr den Geruch annimmt. Hier im Camp Sossus war das Feuer ein Gasfeuer mit Lavasteinen. Nach einiger Zeit hat es auch gewärmt und es war komplett geruchlos. Damit musste man sich keine Gedanken machen, was man anzieht. Für uns hatten sie drei Stühle aufgestellt, zwei für uns, einen für den Camp Manager. Als Tischchen dienten runde Holzstämme. Stefan hat einen GinTonic in „klassisch“ mit normalem Tonic-Water bekommen, Katja ihren mit rosa Tonic. Sieht cool aus, ist aber ganz schön süß. Ein paar leckere Häppchen gab es auch gleich noch dazu.

Am Feuer wurde uns dann der Plan für den nächsten Tag eröffnet. Abfahrt in die Namib-Sand um 6:30 Uhr in der Früh, kurzer Stopp zum Sonnenaufgang und dann weiter an Düne 1 und Düne 40 + 45 vorbei. An den Dünen 40 und 45 kann man direkt parken, um diese zu besteigen, alle anderen Dünen darf man auch besteigen, muss aber erst von einem Parkplatz aus hinlaufen. Auf die Frage, wann wir geweckt werden wollen und wir gesagt haben, wenn wir 6:30 Uhr los fahren, dann um 6 Uhr, wurde uns mitgeteilt: zu spät. Sie wecken uns dann 5:30 Uhr. Wir werden eine Kanne heißes Wasser bekommen und Kaffee. 6 Uhr leichtes Frühstück, 6:30 Abfahrt. Wenn es so sein soll, dann ist es halt so.

Um 19:15 Uhr gab es Abendessen. Erst ein sehr geschmackvolles Oryx-Carpaccio, dann gegrilltes Schweinenackensteak mit guter dunkler Soße, dazu einen guten Cabernet Sauvignon. Nach dem Dessert, einer wunderbaren Rotweinbirne mit Vanillesauce und Nusscookiekrümel, haben wir uns verabschiedet und sind sehr zeitig schlafen gegangen, denn der nächste Morgen würde früh werden. Da lag dann auch schon jeweils eine Wärmeflasche in den getrennten Betten, das war erst ein bissel heiß am Hintern, aber nach unten geschoben und an den Füßen dann gar nicht so schlecht.

Freitag 8.5.2026

Der Wecker klingelte pünktlich um 5:30 Uhr und eine Minute später kam schon Nahas mit einem Tablett mit der Kanne warmen Wassers (das Wasser aus der Wasserleitung ist morgens sehr frisch), zwei French Press Kaffeekannen mit Kaffeepulver und Thermoskannen mit heißem Wasser.

Wir haben uns dann frisch gemacht, im wahrsten Sinne des Wortes, denn Toilette, Waschbecken und Dusche waren außen an die Hütte angebaut und es hatte so was wie 5-8°C und es war windig, dafür hatte man einen tollen Blick auf den Sternenhimmel. Also sehr schnell fertig gemacht, einen Kaffee gekocht und getrunken und dann war es auch schon 6 Uhr und wir mussten zum Frühstück eilen. Es gab Joghurt mit Müsli und frische Früchte und einen Heizstrahler.

Danach sind wir gleich ins Auto und auf dem Weg hinaus aus dem Camp hat Stefan dann festgestellt, dass er das GPS im Zimmer hat liegen lassen! Fürchterlich, ein Unesco Welterbe und wir würden keinen Cache finden!


Zum Umdrehen war es schon zu spät und so mussten wir uns damit abfinden, dass wir nicht wissen, was es vor Ort für Caches geben würde. Nach einer längeren Anfahrt kamen wir zu einem ersten Checkpoint. Hier werden alle Nummernschilder der einfahrenden Autos mit Anzahl Insassen registriert, damit auch keiner zurück bleibt, wenn der Park am Abend geschlossen wird, weder bewusst noch unbewusst.
An einem zweiten Kontrollpunkt muss man dann den Eintritt in den Park bezahlen. Der Eintritt war in unserem Reisepreis schon enthalten, also mussten wir uns um nichts weiter kümmern, außer die letzte feste Toilette zu besuchen, die super sauber war und dauernd geputzt wurde.

Internet- und Telefonempfang ist in Nambia nicht so einfach, aber an der Bezahlstelle hatte Nahas Empfang und konnte uns einen Wifi-Hotspot mit seinem Handy aufmachen. Er musste noch Datenvolumen aktivieren… Er meinte, da es am Camp keinen Empfang hat und er das dortige Wifi nutzt, verfällt sein Datenvolumen regelmäßig, das wäre also kein Problem für ihn. Damit konnten wir uns die wichtigsten Caches aufs Handy laden und wenigstens den Earth-Cache am Unesco-Gedenkstein versuchen zu lösen. Das war wenigstens etwas. Die übrigen Caches lagen sowieso nicht am Weg sondern irgendwo in den Dünen mit entsprechendem Besteigen der Dünen oder längeren Anmärschen.

Nach dem Besuch vom UNESCO-„Denkmal“ ging es weiter an den Dünen vorbei, wobei Nahas immer wieder einmal anhielt, um uns etwas über die Dünen, Entstehung und die „Feenkreise“ zu erzählen und damit wir Fotos schießen konnten von den Farben und der tollen Landschaft. Zu ein paar Straußen, die wir auf der Ebene am Straßenrand gesehen haben, hat uns Nahas erklärt, dass die bis zu 60-65 km/h schnell laufen können. Sollten wir Lust verspüren ein Straußenei aus dem Nest klauen zu wollen, sollten wir sehr schnell laufen können. Die vielen schönen lila Blümchen, die die Ebene violett einfärben, heißen wohl „Straußenblumen“/Ostrich-Flowers, weil die Strauße diese gerne fressen würden.

Die Dünen sind mit die ältesten auf der Erde. Daher hatten sie lange Zeit, damit das im Sand enthaltene Eisen oxidiert und die Dünen damit nicht im bekannten gelb, sondern in ihrem besonderen Rostrot erstrahlen. Mit einem Magneten hat uns Nahas gezeigt, wieviel Eisen in den Dünen ist. Man muss nur mit einem Magneten darin herumrühren, um die Eisenpartikel zu extrahieren. Das geht ganz schnell und einfach.

Die Feenkreise, also kreisrunde Stellen in der Vegetation, am Fuße der Dünen, bei denen keine Pflanze wachsen, kann keiner erklären, daher auch der Name. Es gab Theorien über Termiten, die dort leben würden, die hat aber keiner gefunden. Eine andere Theorie war, dass dort eine giftige Pflanze wächst/gewachsen ist und damit keine anderen Pflanzen überleben können, aber wenn man den Boden aus diesen Stellen nimmt, in einen Topf füllt und dort etwas einpflanzt dann wachsen diese Pflanzen problemlos. So wird es weiterhin ein Mysterium bleiben, warum es hier kreisrunde, vegetationslose Stellen gibt. Dafür sind wir aber nochmals einer wunderschönen Oryx-Gazelle begegnet.

Überhaupt waren die Dünen und die Flächen dazwischen sehr grün und farbig durch Blumen. Und so ging es weiter am Parkplatz für die Zweirad-Fahrzeuge (angeblich gäbe es von dort aus einen Shuttle weiter nach hinten) vorbei durch sehr lockeren Sand auf dem Weg bis hinter zum Parkplatz für die 4×4-Fahrzeuge. Dort hätten wir dann die Möglichkeit gehabt, die Düne „Big Daddy“ zu besteigen. Für gut trainierte so ca. 1.5-2h. Wohl mit einem „Slide“ zum Deadvlei. Wir haben uns die Menschenmassen, die sich auf dem Kamm hochgearbeitet haben angeschaut, das untere Drittel, welches wirklich einen sehr steilen Aufstieg verspricht, und haben nach kurzem Überlegen gefragt, ob wir da hoch müssen? Zum Glück nicht. Das indische Paar, welches wir im Damaraland getroffen haben, hatte uns von dem anstrengenden Aufstieg berichtet und dass sie nicht so begeistert waren…

Also haben wir uns nur für die direkte Tour zum Deadvlei entschieden. Das war schon anstrengend genug, die Düne und den losen Sand ein ganzes Stück hinaufzulaufen. Oben angekommen, eröffnete sich ein Tal mit weißem, harten Boden und vielen toten Bäumen. Vor ca. 900 Jahren haben die Dünen das Tal, durch welches damals ein Fluss floss, auf zwei Seiten abgeschnitten und das Tal fiel trocken. Dabei hat sich angewehter Kalksandstaub abgesetzt und eine betonharte Oberfläche erschaffen, die jetzt weiß aus dem Rot der Dünen herausleuchtet. Durch den festen Kalkstaubboden konnten die Bäume nicht umfallen. Und durch die große Trockenheit hier im Deadvlei war es auch nicht möglich, dass die Bäume sich zersetzen, da hierfür Wasser notwendig gewesen wäre. Damit steht hier ein kleine Gruppe von toten Bäumen seit über 900 Jahren. Es ist eine Attraktion und so gibt es hier viele Touristen und es sieht so aus, als würde sich jeder seinen Lieblingsbaum aussuchen, um sich mit diesem fotografieren zu lassen. Wir sind auch Touristen, also haben wir uns auch unseren Lieblingsbaum ausgesucht.

Ein paar Bäume weiter gab es ein (vermeintlich) asiatisches Pärchen, welches versucht hat Aufnahmen von sich zu machen. Sie in einem schönen weißen Kleid… und beide barfuß. Wir haben die zwei ein wenig beobachtet, vor allem der Freund/Mann/Bräutigam, der seine Kamera eingerichtet hat, barfuß über den Boden gerannt ist, was sichtlich nicht einfach war, dabei schnell zu sein, dann haben sie in die Kamera gegrüßt noch einmal ein wenig hin und her stolziert und dann ist er wieder zurück gerannt, um die Aufnahme zu kontrollieren. Dieses Schauspiel hat sich einige Male wiederholt.

Nach dem Besuch der Bäume sind wir am Rand der Ebene an einer Tafel vorbeikommen, auf die Touristen ihre Aufkleber geklebt hatten. Neben dem obligatorischen „Nett hier“-Aufkleber der Baden-Württemberger, konnten wir auch einen von einem 1.FCK-Fanklub finden. Später noch einen Riesling-Aufkleber mit Dubbeglas. Wenn man die Aufkleber zählt, sind die meisten Besucher offenbar Köln-Fans.

Wir mussten erst einmal wieder ein Stück die Düne hoch, bis wir uns an den Abstieg zum Parkplatz hin aufmachen konnten. Zurück am Auto sind wir noch zu einem See gefahren, der dem Tal den Namen gegeben hat. Aktuell, nach den Regenfällen letzten Monat, ist dort tatsächlich ein See mit Wasser.

Unter einem Baum hat Nahas das Auto in den Schatten geparkt und unter dem Baum angefangen einen Brunch aufzubauen. Mit Handwaschbecken (warmes Wasser und Flüssigseife hatte er auch dabei), zwei Tischen, bequemen Stühlen, Wurst und Käse, Salat, Nudelsalat, Hähnchenkeulen, frischen Früchten, Brot, Butter, Kaffee, Tee, Saft, Joghurt mit Müsli und, jetzt kommts, einen Gaskocher. Auf dem hat Nahas ein perfektes Rührei zubereitet aus frischen Eiern und dann Würstchen gebraten. Speck wäre auch noch dabei gewesen… Aber das was er alles auf den Tisch gestellt hat, war so schon viel, viel zu viel. Zur Krönung gab es noch eine Flasche Sekt aus der Kapregion. Sehr, sehr gut gekühlt. Die Flasche ließ sich ganz normal öffnen. Nach dem ganzen Geruckel und Geschaukel auf den Straßen und Sandpisten hatten wir erwartet, dass es beim Öffnen erst mal so richtig rumspritzt. Noch nie in einer Wüste so ein reichhaltiges Frühstück erlebt. Ein paar Vögel haben uns beobachtet und sich über die runtergefallenen Krümel gefreut.

Ein Bus mit Touristen aus Südafrika hat hier auch halt gemacht und die Gäste sind ein wenig am See herumgelaufen. Eine Dame aus der Gruppe hat dann noch eine ganze Weile mit uns erzählt, sie hat einfach angefangen. Sie musste aber dann irgendwann gehen, weil die Gruppe weiterfahren wollte. Ansonsten hätten wir vermutlich die ganze Lebensgeschichte der Dame erfahren. Irgendwie nett, wie freundlich hier alle sind.

Nachdem wir alles wieder ins Auto verladen hatten ging es weiter. Wir hatten da noch einen Tradi im Blick. Als wir an dem 2×4-Parkplatz vorbeigekommen sind, war der aber noch mehr als 2km entfernt hinter den Dünen. Aber wir haben noch einen gelösten Whereigo entdeckt auf der Karte, der mit 500m Entfernung zum Parkplatz noch in der Ebene liegen musste. Nahas hat noch mal gewendet und ist zum Parkplatz zurückgefahren und ist dann mit uns auf die Suche gegangen. Wir konnten die Dose tatsächlich in einem großen Baum am „Wegesrand“ finden. Wobei das Wort „Weg“ es nicht so richtig beschreibt. Auf dem GPS war ein Weg eingemalt. Gesehen hat man aber nur Sand und grüne Pflanzen. In weiten Abständen waren gelb markierte Stöcke, ca. 1,5m lang, in den Boden geschlagen, an denen man sich orientieren konnte, in welche Richtung man zu gehen hatte. Den Pfad in dieses Hidden Valley durfte man laut Schild am Parkplatzrand auch nur zu dritt begehen, vermutlich aus Sicherheitsgründen.

Jetzt ging es zurück in Richtung Camp, mit einem kleinen Abstecher zum Sesriem-Canyon, ca. 2km lang, 20m breit und 30m tief. Der Name bedeutet übersetzt so etwas wie „sechs Seillängen“. Das kommt von den San, die früher hier gelebt haben. Weil es zu viel Kraft gekostet hätte das Wasser über Umwege zu Fuß aus dem Fluss am Grunde des Canyons hinauf zu tragen, um Wasser für die Tiere und sich selbst zu bekommen, haben die Buschleute sechs Seile zusammengeknotet und mit einer Tierhaut das Wasser aus der Tiefe nach oben gezogen. Clever gemacht und daher der Name.

Nahas hatte für uns zum Erfrischen und um den Sand abzuwischen noch zwei kalte, feuchte Tücher dabei. Es war etwas schwierig diese auseinanderzufalten, da sie eingefroren waren. Damit waren sie aber auf jeden Fall erfrischend kühl.

Jetzt ging es aber wieder zurück ins Camp mit „kostenloser Massage“ und einem Tankstopp inklusive. In diesen Wagen geht einiges rein…der hat auch zwei Tanks, die gefüllt werden wollen, das dauert schon mal ne kleine Weile und ist dann auch entsprechend gar nicht so preiswert, es wurden dann knapp 4000N$, so ca. 200€.


Die Buckelpiste ist schon recht buckelig… Auf dem Weg kam uns ein alter 911er Porsche entgegen. Der hatte zwar viele Ralley-Aufkleber, aber irgendwie passt ein Auto mit so wenig Bodenfreiheit und so harter Federung nicht recht zu den Sand- und Schotterpisten hier. Im Camp angekommen habe sie uns erst mal einen Schokoladenkuchen angeboten. Einen ganzen… Wir waren aber noch vom Brunch so abgefüllt, dass wir ihn nicht mal haben probieren können. Das tut einem echt leid, wenn die sich so viel Mühe mit uns zwei geben und wir können das nicht mal kosten. Zeitgleich haben die netten Mitarbeiter schon begonnen uns eine Dusche vorzubereiten. Es war auch noch ganz angenehm warm und der Wind hatte noch nicht begonnen zu wehen. Die Dusche besteht hier aus einem Sack mit einer Art Gießkannentülle und einem Hebel mit Kugelventil. In den Sack wird von oben warmes Wasser per Eimern eingefüllt, dann kann man duschen. Die Angst eingeseift ohne Wasser unter der Dusche zu stehen, die duscht aber immer mit. Am Ende war der Sack aber, nachdem wir beide geduscht hatten, immer noch zur Hälfte gefüllt. Hätte man gar keine Angst haben müssen. Aber wir hatten ja bisher noch keine Erfahrung mit einer solchen Dusche.

Endlich (nach zwei Tagen ohne Dusche) fühlten wir uns wieder einigermaßen frisch. Wir hatten nicht viel Zeit uns auszuruhen, denn es stand schon der „Sundowner“ auf dem Programm. Wir wurden an die schon vorbereitete Stelle gefahren, mit ein paar Erklärungen über die Büsche und Gräser am Wegesrand. Das Gras besteht aus „Kalahari Sauergras“ (grün und kleiner) und einem Buschmann-Gras, etwas größer und mit hellem Samenwedel an der Spitze. Angekommen am Ort, an dem man den Sonnenuntergang beobachten konnte, befand sich ein eingeebneter Bereich, umgeben von Lampen im Stil von Petroleumlampen, ein Baum, zwei Stühle für uns, in Richtung Sonnenuntergang ausgerichtet und eine feste, aus Holz gebaute Bar, die mit allen möglichen Alkoholika (harte wie Gin, Whiskey etc. und Wein rot, weiß, rosé) und Softdrinks bestückt war. Es gab auch wieder ein mobiles Handwaschbecken mit einer Kanne warmen Wassers . Wir haben uns für das heimliche Nationalgetränkt „Gin and Tonic“ entschieden (single shot… Es gab auch „double shot“ zur Auswahl). Eigentlich ist Gin Tonic jetzt nicht unser Getränk, aber es ist wie in jedem Urlaub: Luft, Gerüche und Umgebung verändern den Geschmack und was im Urlaub schmeckt, muss zu Hause nicht unbedingt gleich gut sein oder eben umgekehrt. Was daheim nicht schmeckt, das kann dort wo es „hin gehört“ dann einfach toll sein. Dazu gab es sehr gute Chips, Wurst-und-Käse-Spieße, Pistazien und Obst, auch hier scheint Liebe durch den Magen zu gehen.

Anstatt die Stühle zu nutzen, sind wir einfach an der Bar stehen geblieben und haben uns mit Nahas unterhalten. Er hat uns dann noch zeigen wollen, dass da irgendwo am Horizont Oryx-Antilopen und Springböcke zu sehen wären… aber selbst mit Fernglas waren für uns nicht mehr als schwarze Punkte zu erkennen, die sich bewegt haben. Er hat sich sehr amüsiert, dass wir das nicht als die genannten Tiere erkannt haben.

Es gab einen sehr schönen und wie immer, schnellen Sonnenuntergang. Nachdem es dunkel wurde, hat uns Nahas wieder zurück zur Lodge gefahren, zum Abendessen. Es gab eine Vorspeise, Antipasti mit „Black Forest Ham“ (Schwarzwälder Schinken). Da fliegt man Stunden durch die Welt, um Schwarzwälder Schinken zu bekommen. Es war natürlich kein Schwarzwälder wie wir ihn kennen, sondern eine Art Kochschinken, schwarz geräuchert, aber sehr gut. Als Hauptspeise gab es ein sehr zartes Rindersteak mit Pilzsauce bzw. einer schönen sämigen und intensiven Demiglace. Und Pommes! Eine fleischfreie Variante fürs Abendessen hätte es hier auch immer gegeben.

Für den Nachtisch sind wir ans Feuer gewechselt. Dort war ein kleiner Barwagen aufgebaut, es gab Sherry oder Portwein zur Auswahl und diverse Käse, Haselnuss-Schoko-Tarte, frische Früchte und Pekannüsse (die von unserem Gastgeber auf Wunsch geknackt wurden).

Nach dem wir abgefüllt und kugelrund satt gegessen waren, haben wir uns auf unser Zimmer begeben, um noch ein paar Fotos vom Sternenhimmel zu schießen. Über dem Badezimmer befindet sich eine Plattform mit einem Bett im Freien. Dort haben wir versucht das Stativ aufzubauen, da man hier einen guten Rundumblick hat. Aber die Plattform wackelte leicht bei jeder Bewegung von uns, daher sind wir dann noch vor die Hütte gewechselt, auf den Betonboden. Zu schade, dass wir das Sternenbett nicht auch um Übernachten nutzen konnten, aber dafür war es definitiv zu kalt, da hätten auch die Wärmeflaschen, die wir schon in den Betten unten in der Hütte bekommen haben, vermutlich nicht für die ganze Nacht ausgereicht. Hier Bilder vom Außen-Tagesbett und vom Sternenbett auf dem Dach, aufgenommen im Hellen.

Aufgenommen mit dem Handy:

Aufgenommen mit „richtigen“ Kamera:

Anschließend sind wir früh ins Bett gefallen, da der Tag dann doch ein langer geworden ist, wenn man schon um 5:30 Uhr aufstehen muss.

Samstag, 9.5.2026

Heute geht es schon wieder weiter, leider recht früh, so dass wir gar nichts weiter hier unternehmen konnten. Daher haben wir uns für ein Frühstück gegen 8:30 Uhr entschieden und haben uns frisch gemacht und unsere Sachen wieder verpackt für den nächsten Flug.

Das Frühstück war wieder viel zu viel zu essen. Das hätte auch locker für 3 oder 4 Personen gereicht. Wir wurden gefragt, ob wir noch Rührei oder Omelette haben möchten. Aber das was jetzt schon auf dem Tisch stand mit Wurst, Käse, Joghurt,Müsli, frischen Früchten war schon zu viel zum Aufessen. Die ganzen Zutaten und vor allem das frische Obst wird täglich in Windhoek geholt und per Auto ins Camp gefahren. Welch ein Aufwand in der Wüste. Diesen müssen ja auch alle anderen Camps und Lodges leisten. Die nächste Stadt war mit ca. 120km Entfernung auf den Straßenschildern ausgeschrieben. Google versucht einem einzureden, es wären ca. 4h Fahrzeit nach Windhoek, aber es gibt keine ausgebauten Straßen, nur Schotterpisten. Ein ganz schöne Leistung von den Mitarbeitern, die hier jeden Tag und aktuell nur für uns zwei alleine, bewältigt wird.

Nach dem Frühstück haben wir uns noch eine ganze Weile die Landschaft von der Terrasse des Hauptgebäudes aus angeschaut. Beim Check-Out haben wir dann noch erfahren, dass heute gar kein Gast mehr kommt, morgen (Sonntag) kommt noch jemand und am Montag ist dann voll. Zum Abschied haben wir noch zwei kleine Fläschchen mit Dünensand geschenkt bekommen. Angeblich darf man den mitnehmen, sie hätten genug davon. Mal sehen wir weit wir kommen und wann die Dünen weg oder viel einfacher zu besteigen sind (weil flacher).

Einfach noch ein paar Eindrücke vom Camp Sossus, wo man sich z.B. auch Mountainbikes hätte ausleihen können bzw. wohl geführte Touren für Sportliche gemacht werden würden.

Nahas hat uns dann zum Airstrip gefahren mit ein paar Zwischenstopps, da Springböcke und eine richtig große Herde Oryx-Antilopen ganz nah an der Straße standen.

Vor Ort landete gerade eine 208B Gran Caravan und wir freuten uns auf ein großes Flugzeug, aber das war von einer anderen Fluggesellschaft, hat einen Haufen Leute ausgespuckt und ist dann leer wieder abgeflogen. Der (also der einzig und alleinige) Airportmitarbeiter hat uns dann gesagt, dass es eine 208B sein würde und wir wären die einzigen Passagiere nach Windhoek. Die Maschine hat aber Verspätung. Sofern man ca. 8 Minuten wirklich als Verspätung werten möchte.

Die Maschine kam an, spuckte viele Leute aus, die sich auf zwei große Geländewagen verteilten. Als der Pilot ausstieg erkannte Katja sofort, dass der aussieht wie Collin von unserem Flug hierher. Und er war es tatsächlich. Er meinte dann, heute fliegt er uns mit einer größeren Maschine und dann hat er gleich gefragt, ob wir unseren „lucky charm“ (er meinte Fluffy) dabei hätten. Aber klar doch! Die Cessna 208B ist viel gemütlicher, weil man einfach mehr Beinfreiheit hat als in der 210 und wir uns so schön einer rechts, einer links an die Fenster setzen konnten.

Über der Namib-Sand werden Ballonfahrten angeboten. Eigentlich eine Stunde lang. Von den Steirern haben wir erfahren, dass die je nach Witterung und Wind auch mal viel kürzer ausfallen können, nur so 20-30 min, bei vollem Preis. War uns etwas suspekt, vor allem das mit der Landung. Gestern hatten wir auch einen gelandeten Ballon gesehen, bei dem die Gondel umgekippt war und auch das indische Pärchen hatte uns erzählt, dass auch sie fast umgekippt wären bei der Landung. Wenn man mit dem Auto hier anreist, ist ein zusätzlicher Blick aus der Vogelperspektive sicher toll und lohnenswert, da wir die Landschaft aber schon von oben aus dem Kleinstflieger gesehen haben, haben wir auf eine solche Tour gerne verzichtet.

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