Montag, 4. Mai 2026
Am Airstrip von Doro Nawas wartete schon ein Guide mit Geländewagen auf uns und die drei Mitreisenden aus LA. Nachdem das Gepäck verstaut war, ging es auch gleich. Die Fahrt zum Doro Nawas Wilderness Camp dauert nur ca. 5 Minuten.



Angekommen in der Lodge, wird man zunächst mit einem kalten, feuchten Handtuch und einem Willkommensdrink (ein Getränk aus einer hier einheimischen Beerenart) am Auto willkommen geheißen. Anschließend wird man zur Rezeption gebeten. Hier wird man mit einem Willkommensgesang der Mitarbeiter begrüßt (wiederholt sich für jeden neu angereisten Gast). Da steht dann schon ein Chor mit acht oder neun Personen parat und die haben alle sehr schöne Stimmen! Dann erfolgt der Check-In. Keine großen Meldezettel zum Ausfüllen, man muss nur noch unterschreiben für die Formalitäten und man muss die „Hausordnung“ auch noch abzeichnen. Aber jetzt nichts Dramatisches, man bestätigt eigentlich nur, dass man weiß wo man ist, also z.B. in einer Umgebung mit wildlebenden Tieren. Die haben wir auch schon beim ersten Rundgang gesehen, einmal raus auf die Terrasse getreten, stand schon eine ganze Gruppe Elefanten in vielleicht 100m Entfernung am Wasserloch, das war ein atemberaubender Anblick und eine wunderschschöne Anlage!



Gut, dass es auf dem Flug nichts zu essen gab. Wir kamen direkt zum Mittagessen. Einen gab einen Salat, gebratenes Fischfilet mit Gemüse und ein Karamelleis zum Schluss. Wir waren schließlich ausgehungert nach den ganzen Entbehrungen der letzten Tage. Begleitet wurde das Essen von der Elefantengruppe, die sich langsam aber stetig auf das Camp zubewegt hat und dann schön an den Hütten vorbeispaziert ist. Einer der Jungbullen hat es anscheinend auf die Wasserleitung an Zimmer 15 abgesehen und zerstört diese immer wieder um dort zu trinken. Aus Sicherheitsgründen wird die Hütte auch nicht vermietet, die Wasserleitung wird einfach immer wieder repariert, man befindet sich schließlich in der Heimat der Elefanten und diese haben „Hausrecht“.
Wir konnten schnell mal auf unser Zimmer und haben alles erklärt bekommen (innen Dusche, Außendusche, kaltes Wasser erst in den Eimer laufen lassen, das wird dann zum Putzen verwendet…), inklusive den 3 „Flaschen“ auf dem Regal, ein Doom-Spray für größere Insekten wenn man es denn benutzen wollte), ein Mosquito-Spray und eine laute Tröte, wenn wirklich was Schlimmes sein sollte, z.B. Feuer. Dann 3 mal tröten, das Licht im Zimmer anmachen und dann würde auch gleich jemand kommen. Haben wir nicht gebraucht, war aber beruhigend. Auf Wunsch hätten wir uns auch das Bett nach draußen auf die Terrasse zum Übernachten schieben lassen können, aber wir wollten erst einmal abwarten wie sich die Temperaturen so entwickeln hier in dieser Steppenlandschaft.






Nach dem Mittagessen (Gemüsesalat, Fisch, Karamell-Eis) wurde mit uns das Programm der nächsten zwei Tage besprochen. Das sind die Hauptattraktionen, für den dritten Tag gäbe es dann noch optionale Aktivitäten. Unsere erste Tour soll uns zum „Petrified Forest“ führen, einem Gebiet mit versteinerten Bäumen. Da die Tour schon um 15 Uhr startet und das Mittagessen bis 14 Uhr ging, war nicht mehr viel Zeit zum Zimmer beziehen, Kleidung wechseln etc.



Hier starten die Touren pünktlich. Also sollten wir auch schnell wieder bereit stehen. Auf der Fahrt zur ersten Aktivität wurden wir von einem sehr netten Paar aus der Steiermark begleitet. Zunächst mussten wir aber auch erst einmal zu den versteinerten Bäumen hinkommen. Auf dem Weg wurde schon kurz nach Start an einer Farm die Straße von Ziegen und Schweinen blockiert, um die unser Guide herumfahren musste. Da Straße und der Bereich daneben alles flach und sandig ist, ging das zum Glück ganz einfach.


Beim Petrified Forest handelt es sich um ein Nationales Monument, welches man nur in Begleitung eines dort angestellten Guides betreten darf. Das Mitnehmen von versteinertem Holz wird übrigens mit Gefängnis bestraft, sollte man also besser nicht versuchen. Es war eine sehr interessante Tour mit Anblick von Urwaldriesen, die vor ca. 280 Millionen Jahren, also zu Zeiten von Gondwana, aus Zentralafrika angeschwemmt und hier unter Sedimenten begraben wurden. Durch den Druck und die umgebenden Mineralien hat ein Versteinerungsprozess eingesetzt, so dass die Baumstämme noch komplett erhalten, aber hart und schwer sind wie Stein. Die Stämme sind wohl bis zu 45m lang, der größte am Stück freiliegende Teil misst so ca. 32m. Die Stämme, die zu sehen sind, wurden rein durch Erosion freigelegt, es gibt bewusst keine Ausgrabungen, da die Stämme, einmal freigelegt, anfangen durch Hitzeschwankungen zu zerbrechen und noch viele Stämme für die Nachwelt erhalten bleiben sollen.



Neben den versteinerten Bäumen gibt es hier auch viele Exemplare von Welwitschia Mirabilis zu sehen, Pflanzen, die aus einer Wurzel, einem kleinen Stamm und nur zwei Blättern bestehen und auch sehr alt werden können.



Nach der Tour konnten wir uns entscheiden: Entweder schnell auf der (sehr unspektakulären) „Hauptstraße“ (Straße ist hier so eine holprige Sand- und Schotterpiste) zurück zum Camp oder über eine „scenic route“ auf einem Weg durch die Berge zurück mit Natur und schöner Landschaft. Zum Glück waren unsere Mitreisenden entspannt und hatten nichts gegen die „lange“ Version zurück. Auf diese Weise haben wir einen schönen Einblick in die Natur und die Landschaft bekommen, mit einigen Stopps an schönen Stellen zum Fotografieren oder um uns Pflanzen erklären zu lassen, inkl. wie man einen bestimmten Kaktus essen kann (wir haben nichts zum Probieren abbekommen… Vermutlich für verweichlichte Europäer nicht so einfach genießbar und auch leicht bitter). Unterwegs sind wir auch noch Straußen und Springböcken begegnet, inkl. einem Schakal.






Kurz vor Sonnenuntergang hat Athan, unser Guide (eigentlich Athanasius) den Jeep eine Anhöhe hinaufgefahren (im zweiten Anlauf, beim ersten war er zu langsam…) und wir hatten einen supertollen Blick. Während wir vom Sonnenuntergang abgelenkt waren, hat er schnell eine kleine Bar am Jeep aufgebaut, mit Gin und Tonic, Bier, Softdrinks und Weißwein. Wir haben uns für ein Glas Weißwein als „Sundowner“ entschieden.



Anschließend ging es zurück zum Camp, an dem wir (inzwischen im Dunkeln) angekommen sind. Wir wurden wieder mit kalten, nassen Tüchern empfangen, um ein wenig den Sandstaub los zu werden und einem Gläschen Apfelsaft.
Weil wir erst nach Sonnenuntergang (nach 19 Uhr) zurück gekommen sind, konnten wir uns nur noch schnell duschen, da dann auch schon das Abendessen gegen 20 Uhr startete. Duschen am Abend deswegen, weil a) das Wasser nur per Sonne aufgeheizt wird und wir Bedenken hatten, es könnte über Nacht auskühlen und b) die Zimmerwände nur aus Zeltplanen bestehen und es nachts und damit auch morgens, ganz schön frisch wird im hier beginnenden Winter.
Aufgefrischt und umgezogen zum Abendessen, waren wir gespannt was wir bekommen würden. Heute Abend gab es erst eine super Linsensuppe und dann „alles vom Grill“: Rind, Hähnchenschlegel, Würstchen, Gemüse (auch gegrilltes), dazu Soße (Chakalaka und auch eine Chilisoße des Typs „die kann was!“, die war echt „herausfordernd“) und noch ein paar Kleinigkeiten. Als süßen Abschluss noch einen Blaubeer-Crumble. Und zu allem dazu ein paar prima Weine.





Zum Abschluss des Abendessens gab es noch eine Gesangsdarbietung durch die Mitarbeiter. Zunächst in der hisingen Heimatsprache, einer Art Klicksprache, die von der hier einheimischen Volksgruppe im Damaraland gesprochen wird und dann noch auf Englisch einen Dank an die Gäste, bei dem die Mitarbeiter eine Polonaise bilden und mit den Gästen „High-Five“-Abklatschen.
Eigentlich war unser Plan am Blog zu schreiben, aber wir sind dann erst kurz noch auf das Dach der Anlage auf die Sternenterrasse gegangen und dann erschöpft ins Bett gefallen.

Dienstag 5.5.2026
Nach dem Aufwachen haben wir uns darin bestätigt gesehen, nicht in der Früh duschen zu wollen. Es hatte so ca. 10°C draußen und im Zimmer war es nur unwesentlich wärmer. Also nur eine kurze Wäsche am Waschbecken, angezogen und es ging auf zum Frühstück. Uns wurde gestern Abend noch mitgeteilt: Schuhe zum Laufen, Hut, Sonnencreme nicht vergessen, wir werden ein ganzes Stück laufen. Also haben wir alles schon mitgenommen, es sollte um 8 Uhr losgehen, natürlich pünktlich. Neben vielen deutschen Vornamen (Stephan, Heinrich, usw.) hat man wohl auch die Pünktlichkeit übernommen.
Das Frühstück war wunderbar, es gab Saft, Wurst, Käse, frisches Obst, Nüsse, Müsli, Yoghurt, Eierspeisen, Scones, Croissants und hervorragenden Kaffee.
Außerdem ging gerade die Sonne auf und das Licht war wunderschön. Etwas weiter entfernt hat man die Berge und die Feuchtigkeit gesehen, die ausreicht um hier alles am Leben zu erhalten und zum Teil urweltlich anmutende kleine grüne Oasen zu erschaffen. Das Meer ist etwa 150km weit entfernt, aber der Wind treibt die Wolken und das Wasser bis hierher.



Heute haben sich unsere steirischen Mitreisenden von gestern einen Vormittag „Auszeit“ genommen und wir wurden dafür mit der Gruppe aus L.A., die wir im Flieger schon kennen gelernt haben, für den Ausflug nach Twyfelfontein. zusammengestellt. Das stellte sich abermals als Glücksfall heraus. Zum einen waren die echt nett und lustig, zum anderen hatten die keine Probleme damit, als wir beim ersten Stopp am heutigen Tag einen Cache auf dem GPS entdeckt haben und den suchen wollten. Wir haben versucht zu erklären was „Geocaching“ ist und sie waren gleich so begeistert, dass sie sofort auch noch nach einem zweiten Cache gefragt haben. Unser zweiter Halt war am „verbrannten Berg„, einer Lavaansammlung, die aber nicht von einem Vulkanausbruch stammt, sondern unter der Erdoberfläche erstarrt ist und durch natürliche Erosion übrig blieb. Dort hat uns Athan eine Landkarte von Namibia in den Sand gezeichnet und uns die Volksstämme und ihre Wanderungen und Re-Lokalisationen erklärt, die einerseits durch natürliche Vorgänge hervorgerufen worden, wie Wasser/Wetter, zum anderen aber auch die sehr unrühmliche Geschichte der Kolonisierung.



Am ersten Stopp, dem „Wondergat“, einem sehr tiefen Loch in der Erde, bei dem man den Boden nicht sieht, Steine aber sehr tief fallen (vermutlich ist hier das „Dach“ eines unterirdischen Höhlensystems eingebrochen), hatten wir noch 60m den Abhang hinauf zur Dose. Zum Glück war die Koordinate auf 1m genau und die Dose war schnell unter einem kleinen Steinhaufen zu finden.



So waren die gleich Feuer und Flamme und bei unserem nächsten Stopp den „Orgelpfeifen„, einer Basaltformation, die lange senkrechte Basaltsäulen hat entstehen lassen, konnten wir gleich noch einen Cache finden. Athan ist uns mit dem GPS vorausgegangen, ist aber erst einmal am Versteck vorbeigelaufen, obwohl er direkt daneben stand. Das ist beim ersten Cache normal.



Nachdem sich alle (also wirklich alle) mit der Dose fotografiert haben, ging es dann weiter an das eigentliche Ziel, wegen dem wir hierhergekommen sind, Twyfelfontein oder /Ui-//aes mit den Petroglyphen der „San“ (Buschleute), Felsgravuren, die vor (Angaben schwankend) 1.000-10.000 Jahren entstanden sind und mittels Quarzstein in Sandstein geritzt wurden. Man nimmt an, dass es sich um eine Art „Erzählung“ handelt oder für den Schulunterricht genutzt wurden. Man erkennt einige Darstellungen, wie Giraffen, Zebras, Nashörnern, die Bewegung von Straußen u.v.a.m., also Informationen, die gut geeignet sind Kindern etwas beizubringen, aber auch Darstellungen von Seehunden und Pinguinen. Letztere gibt es in einer Wüste eher nicht. Die Erklärung ist hier, dass die San Nomaden waren und auch bis zum Meer gekommen sind und daher die Tiere kannten und die Informationen aufzeichneten oder weitergaben. Unter anderem gibt es auch eine Landkarte der aktuellen Gegend, die die permanente Quelle (die Twyfelfontein) verzeichnet, so wie temporäre Wasserlöcher. So wusste man, wenn man hier wieder herkam sofort, wo man Wasser finden kann. Ein doch recht anspruchsvoller Rundweg, da die Felszeichnungen weiter oben am Berg angebracht sind und der Weg nicht gut ausgebaut ist, da muss man schon mal über Felsplatten balancieren. Besuche sind auch nur mit zugelassenen Führern erlaubt, um das Welterbe zu schützen.









Nach den Felszeichnungen haben wir uns noch ein Museum über das Volk der Damara angesehen. Es gab dort keine Exponate wie man diese von gewöhnlichen Museen kennt, sondern die Damara haben selbst über ihre Bräuche und Lebensweisen erzählt, ein „Living Museum„. Das Museum wurde nicht nur für die Touristen gebaut, sondern auch für die Kinder, die etwas über das Leben ihrer Vorfahren erfahren sollen, damit die alten Bräuche und handwerklichen Techniken nicht verschwinden. So wurden wir eingeführt in die Medizinpflanzen in der Steppe, die Schmuckfertigung, das Herstellen von Eisen für z.B. Pfeil und Speerspitzen und in Tanz und Gesang. Im Camp von Doro Nawas haben wir schon bemerkt, dass die Damara sehr gerne singen und tanzen. Sie sagen von sich selbst, dass ihre Sprache schon so eine Art Gesang ist und ihnen damit das Singen schon im Blut liegt. Interessant war ein altes Brettspiel, dass auch vorgeführt wurde. Wenn es Streitigkeiten zwischen zwei Stämmen gab, dann haben die Kontrahenten dieses Spiel gespielt, anstatt zu kämpfen und der Verlierer hat alles verloren, der Gewinner alles bekommen. Alles = Haus, Land, Tier, Frau, Kinder etc. und er musste das Gebiet verlassen. Der Ausgang ging ganz modern durch den Museumsshop. Hier gab es viele schöne Sachen zu sehen, leider ist kaum mehr Platz in unserem Gepäck. So haben wir uns einen kleinen Elefanten zum Andenken mitgenommen, ein Armband aus Straußenei und eine Halskette aus einem bestimmte Pflanzensamen, Jacaranda.
Feuer spielt natürlich auch hier eine große Rolle und wir haben auch gezeigt bekommen wie das Feuer entfacht wird. Wichtig: man muss mit dem Feuer sprechen, es ermutigen zu entfachen, sonst klappt das nicht!
Ein paar Tiere haben wir unterwegs natürlich auch gesehen, z.B. Strauße und Springböcke.


Anschließend ging es zurück ins Camp zum Mittagessen. Das Mittagessen heute bestand aus Rote-Bete-Salat und einem Schweinesteak bzw. frittierten Gemüsepuffern, gefolgt von einem Limetten- und Zitronen-Sorbet.



Viel Zeit zum Ausruhen blieb uns nicht, das wir dann schon wieder auf die Nachmittagsausfahrt „gebucht“ waren, begleitet wieder von dem netten Paar aus Österreich und einem Pärchen aus Indien. Athan wollte versuchen die Giraffen zu finden. Die Spuren konnte er in einem ausgetrockneten Bachbett finden, aber die Giraffen haben sich irgendwo in der Ebene hinter Bäumen versteckt und so wurde es eine schöne Rundfahrt mit tollen Ausblicken auf die Landschaft und die Weite. Dafür haben wir aber nochmals eine Gruppe Elefanten gesehen mit ein paar spielenden „Jugendlichen“.






Zum Sonnenuntergang hat Athan seinen Wagen einen Hügel hinauf gesteuert, aber als wir fast oben waren, war der Platz, auf dem er sein Auto abstellen wollte, schon von einer anderen Gruppe eines weiteren Camps besetzt, so haben wir nur ein paar Bilder von dort geschossen und sind weitergefahren auf einen anderen Hügel. Hier haben wir den Sonnenuntergang schon knapp verpasst und es gab keine Drinks. Es war sehr windig und Athan und das Paar aus Indien haben gefroren. Ist halt Spätherbst hier und wenn man Mumbai bzw. Wüste gewohnt ist, sind 20°C mit windchill einfach zu kalt.



So ging es zurück ins Camp zu einer Dusche und einem Buffet-Abendessen, bei dem wir nicht geschafft haben alles zu probieren, weil es einfach zu viel Essen gab.



Nach dem Abendessen gab es wieder die Gesangsdarbietung der Campcrew mit einem sehr lustigen Koch, der offensichtlich sehr viel Spaß am Tanzen hatte.

Anschließend haben sie noch ein Happy Birthday für ein Mitglied der L.A.-Gruppe gesungen und getanzt. Er hat zwar erst morgen Geburtstag, aber da wollten die drei schon weiterfliegen in den Norden. Nach dem Abendessen haben wir uns an ein paar Bildern vom Sternenhimmel versucht, sind aber an der Kamera gescheitert, die wir noch nie für solche Zwecke ausprobiert hatten. Hier nur ein Handy-Foto, aber man kann das Kreuz des Südens erkennen.

Mittwoch, 6.5.2026
Beim Frühstück hat uns die Dame aus der L.A.-Gruppe noch einmal angesprochen zum verabschieden und wegen diesem „Geocaching“. Wir haben ihr die Caches in L.A. gezeigt. Einen gibt es gleich bei ihr ums Eck, an einer Stelle, an der sie täglich mit dem Hund beim Gassigehen vorbeikommt. Nach dem reichhaltigen Frühstücksbuffet (von dem wir inzwischen nur noch echt wenig essen konnten, weil wir noch satt waren vom Vortag) haben wir eine Ausfahrt durch die Berge unternommen, zu einem alten Canyon. Begleitet wurden wir von einem Paar aus Lyon. Er kannte irgendwoher Bilder von dem (oder einem ähnlichen) Canyon und Athan meinte er kennt so eine Stelle und wir können versuchen dort hinzukommen. Unterwegs gab es wieder wundervolle Landschaften und viele tolle Felsformationen zu bestaunen, vor allem verwitterten und ausgewaschenen Sandstein. Und wir haben auch nochmals eine Gruppe der hier vorkommenden Wüstenelefanten (oder besser: dem Leben in der Wüste angepassten Elefanten) gesehen nachdem wir erst ein Stück das Flußbett entlang gedüst und dann in die Berge abgebogen sind.






Tiere waren rar in der Gegend. Angekommen am Canyon hat man auch gesehen warum. Hier gab es mal eine dauerhaft fließende Quelle, die allerlei Wildtiere, wie z.B. Zebras und auch Löwen, angezogen hat. Nachdem die Quelle vor ein paar Jahren versiegt ist, mussten die Tiere sich eine neue Gegend zum Überleben suchen. Von dieser Geschichte des Canyons zeugt auch ein mumifizierter Gepard, der dort am Rand liegt. Verhungert, weil das Futter „weggezogen“ ist. Die Feuchtigkeit reicht hier nicht mal für eine Verwesung aus und gefressen wurde der verendete Gepard auch nicht, er liegt noch vollkommen erhalten inkl. Fell auf einer Terrasse des ehemaligen Wasserfalls.
Es gibt hier auch große Büsche aus der Wolfsmilchfamilie, die haben zwar viel Feuchtigkeit, aber sind hochgiftig. Nur ganz wenige Tiere haben sich so entwickelt, dass sie die Dornenbüsche gefahrlos beweiden können und die milchige Flüssigkeit, die die Pflanzen absondern auch überleben können.





Während wir die Schlucht aus alles Winkeln fotografiert haben, hat Athan den Wagen umgeparkt und es gab eine Runde Kaffee und Kekse für die Gruppe. Anschließend haben wir uns auf den Rückweg zum Camp begeben, schließlich wurde es langsam schon wieder Zeit für das Mittagessen, Vorspeise, Rindersteak und ein Sahne-/Vanilleeis zum Nachtisch. Auf dem Weg zu Doro Nawas sind wir dann aber noch einer Gruppe Paviane im Flußbett begegnet.






Den Nachmittag haben wir uns „freigenommen“. Eigentlich dachten wir Athan kann die neu angekommen Gäste dann zum Petrified Forest fahren, aber anscheinend hatte auch er damit den Nachmittag einmal frei und konnte ausspannen. Wir haben uns den Tag am Pool gemütlich gemacht, zusammen mit dem französischen Pärchen von heute Vormittag und dann noch weiteren Gästen, auch aus Frankreich, zwei Männer, welche vermutlich die Mutter mit dabei hatten. Eine sehr resolute, ältere Dame, die genau gesagt hat, was zu tun ist.
Zur Tea-Time gab es Eiskaffee, der seinem Namen echt Ehre gemacht hat, eiskalt und es war Kaffee, ungesüßt und „natur“. Selbst zwei Löffel Zucker und Milch haben nur bedingt geholfen. War aber erfrischend.



Leider kamen keine Tiere vorbei, wir hatten auf die Giraffen gehofft, die gestern wohl, wie die Elefanten am ersten Tag, einfach erst zum Wasserloch und dann an der Lodge entlang spaziert sind. Gegend Abend kam dann die Abendgruppe Elefanten zum Wasserloch. Zum Sundowner kam ein Herr der Camp-Crew und hat alle am Pool gefragt, was sie gerne für einen Sundowner-Drink haben möchten. Kurze Zeit später wurden die gekühlten Drinks serviert, ganz hervorragende Rock Shandy. Da die Elefanten in Richtung der Hütten gelaufen kamen, sind wir dann kurz vor Sonnenuntergang zu unserem Zimmer zurück gegangen, um die Möglichkeit zu haben einen Elefanten vor unserer Terrasse zu fotografieren. Leider machte er uns nicht die Freude zu schauen, ob die Wasserleitung bei Zimmer 15 wieder repariert wurde. Wir haben dann die Zeit bis zum Abendessen genutzt zum Duschen und um den Sonnenuntergang zu beobachten.




Zum Abendessen gab es wieder eine gute Auswahl aus einer Kürbis-Kokos-Orangensuppe und einem Schweinesteak bzw. Lamm Tagine (es gab auch immer noch eine vegetarische Option, das wäre heute Abend z.B. Auberginen-Zucchini-Moussaka gewesen, auch vegan hätte es heute Abend gegeben). Das Essen ist hier echt gut und vor allem reichlich. Hierzu hatten wir einen Pinotage Rotwein und als Nachspeise gab es einen Sticky Toffee Pudding. Wir waren diesmal die ersten beim Abendessen und irgendwie dann auch wieder die letzten Gäste. Weil wir die letzten zwei Abende immer die letzten waren und die Nachspeise (als einzige) erst nach dem Gesang der Crew serviert bekommen haben, wollten wir mal früher sein, so dass wir nach der Verabschiedung für den Abend gleich in unsere Hütte gehen konnten. Aber die ganzen anderen Gäste sind sehr schnell verschwunden, so saßen wir wieder zuletzt hier und die Gesangsdarbietung fiel aus. Eigentlich schade, weil die sind wirklich eine gute Gesangstruppe.



Was für dafür aber noch bekommen haben, das war eine kurze Einführung in die Klicksprache der Damara. Wir haben es auch versucht, aber wer weiß was wir da geklickt haben, es schien allerdings recht komisch zu sein, da sich Elerie fast kaputt gelacht hat 🙂
Dafür haben wir die Zeit noch mal genutzt für ein paar Bilder von den Sternen und der Milchstraße. Leider ist es hier nicht so dunkel wie erhofft, da das Hauptgebäude und alle Wege zu den Hütten sehr gut ausgeleuchtet sind. Mal kann man die Sterne schön sehen, dann die Milchstraé, aber dafür etwas verwackelte Sterne…


Donnerstag, 7.5.26
Heute mussten wir schon mal alle unsere Sachen packen, denn es geht leider weiter. Für uns war noch eine Ausfahrt geplant und anschließend der Transfer zum Flughafen. Die Ausfahrt war super. Wir waren diesmal alleine mit Athan und er ist eine Strecke durch die Berge gefahren, die er zuletzt vor 7 Jahren einmal gefahren ist. Man hat den Spuren auf den Wegen angesehen, dass hier schon lange kein Fahrzeug mehr entlang gekommen ist. Manchmal musste Athan aussteigen und schauen, ob der Weg noch befahrbar ist (vor allem an Hängen) oder ein paar Felsbrocken aus dem Weg räumen. Es war eine herrliche Landschaft, es gab frische Zebra-Spuren, das Gebiet ist aber so groß, dass wir die leider nicht gesehen haben. Aber die Landschaft war trotzdem überwältigend. Die Weite ist einmalig und es war total ruhig. Kein Handygebimmel, keine Autos, kein Flugzeuglärm, nur Ruhe und ein paar Vögel.












Nach ein paar Stunden kamen wir dann an einer Farm vorbei, bei der Athan meinte, er war schon lange nicht mehr hier, aber er wusste noch, dass er an dieser Farm herauskommen wollte. Von hier aus konnte man dem trockenen Flussbett zurück Richtung Camp folgen. Nur ein kleines Stückchen weiter gab es dann auch Wasser in dem Fluss! Etwas oberhalb gibt es wohl natürliche Quellen, die nicht versiegen und so gibt es hier einiges an Leben. Vögel, Fische und Katja hat eine Wasserschildkröte entdeckt… Leider nur kurz, so gibt es kein Bild. Auf die Aussage von uns hin, dass es doch sicher eine gute Lage für die Farm wäre, mit dem Wasser in der Nähe, meinte Athan „nicht so wirklich“. Das Wasser zieht viele Tiere an und so haben die ein paar Mal im Jahr ein Problem mit Löwen auf der Farm. Keine 2 km weiter war es mit dem Wasser auch schon wieder vorbei. Der Fluss ist einfach im Flussbett versickert und man hatte wieder das trockene Flussbett vor sich, auf dem es weiter ging zu unserem Abschied aus der Lodge.



Wir kamen pünktlich wieder zurück (was bei den vorherigen Ausfahrten nicht immer so war und wir die Mittagsessenzeit oft überzogen haben) und haben uns noch einen Rock Shandy (eigentlich eines der namibischen Nationalgetränke neben Gin und Tonic) geteilt. Geteilt, weil wir noch einen Flug vor uns hatten und die Flieger keine Toilette an Bord haben. In der Rezeption beim Check-Out haben wurden wir mit einem „Aufwiedersehenslied“ verabschiedet. Bei dem wieder jeder von der Camp-Crew, der gehört hat dass gesungen wird, herbeigeilt kam, um mit einzustimmen. Wir hatten Tränen in den Augen und es ist uns schwergefallen Abschied zu nehmen von all den herzlichen Menschen im Damaraland und im Doro Nawas Wilderness Camp.



Athan hat uns noch zum Airstrip (mit Lounge!) gefahren. Wir hatten auch noch unser Lunchpaket an der Rezeption stehen lassen. Wir wollten darauf verzichten, aber Athan hat noch schnell die Lodge angefunkt und es hat uns noch einer die Tüten mit einem Sandwich, Studentenfutter, Keksen, selbstgemachten Müslirigel und einem O-Saft gebracht. Auf dem Flugfeld standen ein paar Maschinen. Unser Gepäck wurde aber nicht auf eine Cessna 208B Grand Caravan verladen sondern in was ganz kleines (Cessna 210). Wir wurden von Collin, unserem Piloten, begrüßt. Eine imposante, große Erscheinung, der sich die Cessna eher anzieht als einsteigt. Unser erster Flug für heute ging nach Windhoek, um dort noch zwei (!!!) Passagiere aufzunehmen. Der Flug war schon spektakulär in einer so kleinen Maschine, die eigentlich nur 6 Plätze (2 + 4) insgesamt (ohne Gepäck) hat. Das modernste in der Maschine war ein Garmin-Flug-GPS. Die Tafel mit den Sicherungen hat man besser nicht angeschaut. Über den Bergen wurde es etwas wackelig, aber Collin hat das alles sehr gut gemeistert.



In Windhoek angekommen mussten wir aussteigen und Collin hat die Sitze umgebaut, damit auf der ganz hinteren Sitzreihe noch eine Person Platz nehmen konnte. Beinfreiheit war nicht mehr gegeben. Ein Sitz wurde für das Handgepäck verwendet, so dass alles besetzt war, inkl. dem Copilotensitz. Das Pärchen, das zustieg war aus South Carolina. Collin hat uns dann im Flugzeug verteilt. Vor unserer Reise mussten wir unsere Körpergewichte angeben und so mussten wir strategisch einsteigen. Katja durfte neben Collin ganz vorne sitzen. Sie hatte allerdings Angst irgendwas zu berühren, ein- oder auszuschalten oder am Steuerhorn, das sich vor ihr in alle Richtungen bewegte, hängen zu bleiben. Es ist aber alles gut gegangen und irgendwann während des Fluges konnte sich auch Katja entspannen und den Flug genießen. Gestartet sind wir auf der großen Startbahn, auf der auch die großen Ferienflieger starten und landen. Der Flug dauerte ca. 1:05 h und ging eigentlich ganz schnell vorbei. Aus der geringen Höhe (3000m üNN. / ca. 2000-2300 m über Grund) hat man einen spektakulären Blick auf die Landschaft, die zur Zeit außergewöhnlich grün ist, selbst Richtung Sossusvlei, einer der weltweit ältesten Dünenlandschaften der Welt.





