Der Flug war ruhig, es gab (wie immer bei Airlink) beim Essen die Auswahl zwischen Huhn mit Nudelsalat und Rind mit Nudelsalat und eine begrenzte Anzahl einer nicht näher definierten vegetarischen Option. Wir hatten jetzt zum vierten Mal in knapp 5 Wochen Rind und Huhn von Airlink, jedes Mal ein wenig anders, jedes Mal schmeckten die Beilagen anders, immer andere Soßen, aber immer richtig gut. Das Rind auf diesem Flug kam als Bobotie, einem scharf-süßen, würzigen Hackfleischauflauf auf den Klapptisch. Das hätte auch eine große Portion sein dürfen.

Wir wissen nicht, wie sich Airlink selbst sieht und positioniert auf dem Markt, aber sicher nicht als Billigfluglinie. Es gibt immer was zu trinken, inkl. Wein, Bier und Softdrinks, es gibt immer was zu essen, mit unserem Economy(!) Ticket mit der 30kg Gepäckerlaubnis gäbe es sogar Zugang zu den Slow-Lounges, die richtig gut sind (siehe Kapitel 1, leider gab es nur eine in Johannesburg. Kapstadt besitzt nur eine für nationale Flüge, Maun und Windhoek sind einfach zu klein, die haben keine). Airlink ist laut Internet seit 2021 die zweitgrößte Fluggesellschaft in Afrika nach Anzahl Flügen und die drittgrößte, wenn es um Passagierzahlen geht. Wir können sie nur empfehlen.

Die Landung in Johannesburg war sanft und der Flieger wurde auf dem Vorfeld geparkt und die Passagiere mit dem Bus abgeholt. Bei den kleinen Fliegern passen alle problemlos in einen der großen Flughafenbusse. Dieser fuhr dann zum Terminal und hat uns vor der Einreisekontrolle ausgespuckt. Die Fluggäste trennten sich dann auf in zwei Bereiche, den für einheimische und welche die dort dauerhaft wohnen und die „mit anderem Pass“. Hier haben wir schon zweimal in unserem Leben gestanden. Einmal in 2012, da waren vor uns eine 747 aus Hong Kong gelandet und alle standen vor uns, mit den normalen Problemen die dann so auftreten, Sprachbarriere und Visumprobleme und vor fast 5 Wochen, als wir hier in Afrika für diese Reise eintrafen und Menschenmassen hier anstanden. 2012 mussten wir geduldig warten, am 3.5. haben sie uns durch die Diplomatenpasskontrolle gelotst. Jetzt kamen wir wieder ganz normal zum Anstehen in der allgemeinen Schlange hier an. Und diese richtig große Halle mit vielen Schaltern, in die Passagiere von mehreren Überseefliegern passen, war absolut leer. Wir 14 Personen mit „anderem“ Pass standen verloren in den Anstehbarrieren, die die Leute im Zick-Zack leiten sollten. Ein Schalter war besetzt und gleich kam ein Grenzbeamter hat die hinteren sieben Passagier (da standen auch wir) abgezählt und gesagt: mitkommen!. Dann sind wir zu seinem Schalter gegangen und die Einreise hat nur ganz wenige Minuten gedauert (Stempel in den Pass), schneller als der Bypass durch den Diplomatendurchgang vor ein paar Wochen. Als wir dann am Gepäckband ankamen, hatte ein Flughafenmitarbeiter schon alle Gepäckstücke vom Band genommen und sauber aufgereiht. Wir mussten nur noch zugreifen und alles auf einen Gepäckwagen laden. Bei der Zollkontrolle wurden wir direkt zum Ausgang geschickt und mussten nichts durchleuchten lassen. Hat noch mal Zeit gespart.

In der Ankunftshalle vom O. R. Tambo International Airport gibt es an einem Denkmal von Oliver Reginald Kaizana Tambo. An diesem Denkmal gibt es einen Virtualcache und man muss ein paar Fotos dort machen, um zu beweisen, dass man auch dort war. Wir mussten ein wenig warten, da drei Nonnen erst noch Bilder von sich mit der Statue machen wollten. Nachdem wir unsere Bilder schießen konnten, ging es mit dem Aufzug hinauf in die Abflugebene. Während wir in Maun, in dem kleinen Flughafen Hilfe hatten, den nicht übersehbaren Check-In Schalter zu finden, war das hier eine ganz andere Größe. Hier kann man minutenlang an Reihen von Checkin-Schaltern vorbei laufen und ist immer noch nicht am Ende der Halle angekommen. Nachdem wir schon einige Minuten in eine Richtung gelaufen sind, haben wir einen Flughafenmitarbeiter gefragt, wo denn der Checkin für Swiss ist und er hat gemeint, immer weiter, kurz vor dem Ende. Zumindest waren wir grundsätzlich richtig, mussten aber unsere Taschen noch ein Stück weiter schieben. Wir haben aber unterwegs noch mal nach dem Weg gefragt, aber die Antwort war praktisch die gleiche: immer weiter bis zum Ende. Aber wir sind dann doch irgendwann endlich angekommen und haben den richtigen Eingang bei dem Bänderwirrwarr, der die einzelnen Anstehreihen trennt, gefunden. Hier konnten wir unser Gepäck umsortieren und das bei Airlink noch aufgegebene Gepäck in Handgepäck zur Mitnahme an Bord und dem Fotostativ trennen. Damit waren wir wieder bei vier Gepäckstücken, eins wurde halt ziemlich klein. Die Dame war zum Glück sehr erfahren und für sie war es kein Problem unser Gepäck bis Frankfurt durchzuchecken. In Frankfurt hatten wir jemanden in Ausbildung erwischt und wir mussten in Budapest unser Gepäck abholen und neu aufgeben, wieder durch die Sicherheitskontrolle… Das wollten wir auf dem Rückweg vermeiden und es hat soweit auch funktioniert, was das aufgegebene Gepäck angeht. Nachdem wir zuletzt die Tasche mit dem Stativ auf die Wage gelegt haben, hat die nette Dame am Schalter noch mal nachgefragt, ob wir wirklich nur 4 Gepäckstücke aufgeben wollten, ja das kleine da ist das letzte. Dann bekam die Stativtasche (ganze 2,5kg schwer) noch ihren Gepäckanhänger und verschwand im Bauch des Flughafens.

Ein Herr von der Gesellschaft, die den Checkin für die Lufthansa Gruppe in Johannesburg abwickelt, hat uns zur Sicherheitskontrolle gebracht und uns einen Weg an den Massen an Leuten vorbei gebahnt. Ebenso bei der Ausreisekontrolle (wieder Stempel), damit waren wir schon mal im Abflugbereich angekommen. In Maun hatten wir noch im Internet geschaut, was der Okavango Gin in Deutschland kostet. Dabei kam auch eine Seite, dass es den Gin auch in Südafrika im Big Five Duty Free zu kaufen gäbe. Preis war zwar ein Stück höher wie in Botswana, aber immer noch sehr viel billiger als bei uns in Deutschland. Da wir nicht mehr Flaschen in das aufgegebene Gepäck bekommen hätten und keine Flasche im Handgepäck mitnehmen dürfen, war die Idee in Johannesburg im Duty Free noch zwei Flaschen zu kaufen, das ist nach der Sicherheitskontrolle und man hat nicht dieses „max. 100ml in einem Zip-Lock-Beutel“ Problem. Wir haben den Herrn, der uns durch die ganzen Kontrollen geführt hat, darauf angesprochen, dass wir gerne noch den Gin kaufen würden. Er meinte „kein Problem“ und ist mit uns in den Duty Free und hat gleich einen dortigen Mitarbeiter angesprochen, so hatten wir in kürzester Zeit unsere Flaschen. Jetzt wäre noch ein echtes Biltong gut… Auf die Frage, ob die auch Biltong haben hier, meinte er, da gibt es einen besseren Laden, der das anbieten würde. Also erst mal die Flaschen bezahlt, die wurden in einer dieser Duty Free-Tüten versiegelt und wir sind dem Herrn weiter gefolgt zu einem kleinen Eckladen, der eine große Auswahl an Biltong angeboten hat. Wir haben einige Sorten mitgenommen und mussten noch eine Tasche dazu kaufen, um alles zu transportieren und schon hatten wir noch ein Handgepäckstück mehr dabei.

Nachdem wir alles zusammen hatten, was wir noch mitnehmen wollten, wurden wir in die Lounge von South African Airways geführt. Die hatte schöne Plätze in gemütlichen Sesseln mit Blick auf das Vorfeld, mit dem ganzen Treiben um die Flugzeuge, die abgefertigt wurden. Ein Herr aus der Lounge kam sofort, um zu fragen, was wir trinken möchten. Die Lounge verfügte über eine sehr große und schöne Bar in der Mitte des Raumes. Inzwischen war es schon spät genug für zwei Gin und Tonic. Es war sehr angenehm hier zu sitzen und der ganzen Logistik rund um die Flugzeuge zuzuschauen. Es gab auch ein Buffet mit kalten und waren Speisen, Salaten und vielem mehr. Wir haben ein paar Kleinigkeiten durchprobiert, war ganz gut, was es hier gab. Als „Nachspeise“ war dann noch ein Kaffee mit Amarula recht, das war hier ein Cappuccino mit einem kräftigen Schuss Amarula. Die Mischung aus Espresso, Milch und Amarula kann man sich merken, das passt sehr gut zusammen. Haben wir schon erwähnt, stimmts?

Als es dann Zeit wurde für das Boarding, wollten wir in Richtung Gate gehen, sind aber von der Rezeption der Lounge aufgehalten worden, unser Abholer wäre noch nicht hier, würde aber gleich kommen. Es hat auch wirklich nicht lange gedauert, bis eine Dame kam und uns und noch zwei Gäste abgeholt und uns den Weg zum Gate gezeigt hat. Das praktische war, dass wir so nicht lange im Terminal rumstehen und warten mussten, bis wir einsteigen durften. Wie wir an unseren Plätzen angekommen sind, haben wir ein vertrautes Gesicht gesehen. Ein Flugbegleiter hier an Bord, der auch schon auf dem Hinflug mit dabei war und wir hatten uns damals schon ganz nett unterhalten. Welch schöne Überraschung am Ende des Urlaubs, bekannte Gesichter wieder zusehen. An Bord gab es erst mal ein Glas Wasser und ein Glas Sekt, dazu ein paar Blätterteigstängelchen, die sehr gut geschmeckt haben und wir uns haben sagen lassen, die wären von Sprüngli. Anschließend gab es noch einen Happen zu Essen, irgendwas aus Gemüse mit Spargel, ein kleines Stückchen Roastbeef und ein Ministück Hummer. Der Flieger war sehr pünktlich, das hieß wir mussten schnell machen, da die Türen schon geschlossen wurden und wir dabei waren zurückgeschoben zu werden. Auch die Flugbegleiter mussten sich sputen alle Teller und Gläser noch schnell vor dem Start einzusammeln und dann ging es auch schon los. Fluffy durfte mit vor ins Cockpit. Die nette Flugbegleiterin, die das ermöglicht hat, hat sich unser Smartphone ausgeliehen, um noch ein Foto von ihm zu machen, da waren wir schon auf knapp 10.000 m Höhe. Hat der immer ein Glück, wir dürfen nie ins Cockpit (das letzte Mal durften wir 2002 auf einem Flug Wien-Montreal, aber wegen 9/11 wurde das bei allen Airlines verboten).

Die Abflugzeit kurz vor 20 Uhr ist zum Essen im Flieger wesentlich angenehmer als die in Frankfurt kurz nach 23 Uhr. Auf dem Herflug haben wir nichts mehr gegessen in der Nacht (außer einem Stück Lachs), weil es einfach viel zu spät war. Da hatten wir das Essen auf das Frühstück verschoben. Heute war es zeitlich perfekt und wir konnten uns was schönes aus der Speisekarte aussuchen. Ohne den Swiss-Lachs geht es gar nicht, der ist einfach immer wieder gut, dazu ein Salat und als Hauptspeise Fisch und Tortellini. Nicht umsonst gewinnt Swiss immer mal wieder den Preis für das beste Essen an Bord eines Flugzeugs. Es gab zwar eine Weinkarte, aber es war gerade Weinwechsel und die Weine aus der Karte waren nicht auf dem Rückflug geladen, so gab es noch die Weine, die wir vom Hinflug kannten, das war aber nicht weiter tragisch. Es hätte auch noch einen Malva-Pudding gegeben (südafrikanische Spezialität), aber außer ein paar wenigen Pralinen passte einfach nichts mehr in uns hinein. Nicht mal mehr ein Digestif hatte noch Platz. Wir mussten auch schlafen gehen, schließlich war die Landung schon für kurz nach 6 Uhr vorgesehen. Auf die Frage, wann wir geweckt werden wollen, wegen Frühstück, haben wir dankend auf das Frühstück verzichtet. Sonst wäre wecken irgendwo zwischen 4 Uhr und 4:30 Uhr gewesen, aber das ist nicht unsere Frühstückszeit.

Der Flug war ruhig und man konnte gut schlafen.

Um 5 Uhr waren wir dann wach und die Flugbegleiterin meinte, wenn wir Frühstück haben wollten, sollten wir uns beeilen, wir wären fünf Minuten zu früh. Das „zu früh“ hat sie sehr betont. Es wirkte ein wenig aufgebracht, als wenn „zu früh“ auch unpünktlich ist und Unpünktlichkeit ist nichts für Schweizer. Später haben wir erfahren, ein Problem der zu früh eintreffenden Interkontinentalflüge ist, dass diese erst nach 6 Uhr in Zürich landen dürfen. Sind die zu früh, müssen die kreisen und warten bis es spät genug ist und das Nachtflugverbot nicht mehr gilt. Wir haben uns auf eine Tasse Tee und einen Orangensaft beschränkt, denn der Sinkflug begann tatsächlich bald und wir mussten auf unseren jeweiligen Sitz zurück und uns anschnallen. Dazu muss man wissen, Swiss hat hier einen „Gästesitz“ gebaut, damit man sich zu zweit beim Essen gegenübersitzen kann. Man hat zwar den Bildschirm vom Entertainment-System im Rücken, statt einem Polster, aber dafür einen Sicherheitsgurt und kann bei Turbulenzen dort sitzen bleiben. Die haben sogar die Anzeigen für Rauchverbot und Anschnallen in beide Richtungen eingebaut in das Deckenpanel, so dass man auch auf dem Gästesitz diese sehen kann, ebenso wie eigenen Leselampen.

Wir sind dann doch richtig pünktlich um 6:15 Uhr gelandet. Am Gate wurden wir abgeholt und mit einem kleinen Bus zur Passkontrolle gefahren. 2022 aus den USA kommend, brauchten wir nur die Passkontrolle zu durchlaufen. Den afrikanischen Flughäfen traut man wohl nicht so richtig, obwohl in Johannesburg nichts zu beanstanden gewesen wäre bei der Sicherheitskontrolle, die schienen geschult und streng zu sein. Auf jeden Fall mussten wir mit unserem ganzen Handgepäck erst mal durch eine Sicherheitskontrolle. Das heißt auch, mit unseren zwei Flaschen Gin. Die Frage „haben sie Flüssigkeiten dabei“ mussten wir bejahen (Zahnpasta und Duschgel waren sowieso mit im Handgepäck), auch die Sache mit „Gebinde über 100ml“. Die Sicherheitsleute haben sich aber zum Glück nur die Tüte und den Kassenzettel angeschaut, die war immer noch versiegelt und somit erlaubt. Puh, das war so nicht geplant und ein bisschen aufregend, ob das funktioniert oder Ärger gibt. Zwei Flaschen Gin (ohne Tonic) schnell noch auszutrinken in der Früh wäre hart geworden.

Danach hat uns ein weiterer Mitarbeiter von Swiss in die Lounge geführt, diesmal die A-Lounge, die vor allem für Schengen-Flüge vorgesehen ist. Wir bekamen einen Zettel mit Zeitpunkt, wann wir uns wieder an der Rezeption für den Weiterflug einzufinden hätten. Danach haben wir uns einen Platz gesucht, da wir nicht im Flieger gefrühstückt haben, wollten wir das jetzt hier nachholen. Die Lounge verfügt auch über fünf Duschen. Da diese ggf. belegt oder reserviert sind oder erst wieder gereinigt werden müssen, wollten wir uns frühzeitig anmelden. Es waren gerade zwei Duschen noch frei. Wir haben uns dann eine geteilt, damit noch jemand die Chance hat die letzte, verbliebene Dusche zu nutzen. Es war auch kein Problem ein zweites Handtuch zu bekommen. Das war angenehm nach dem ganzen Kofferschleppen und den zwei Flügen sich frisch zu machen und frische Sachen anzuziehen, die wir extra dafür im Handgepäck mitgenommen haben.

Danach ging es frisch geduscht zum Frühstück. Auch hier gab es ein Egg Benedict, allerdings eher als Egg Florentine, denn man konnte das mit ein paar kleinen Stücken vom Swiss-Lachs und Spinat bestellen. Dazu noch ein Bircher Müsli, ist schließlich gesund und eine Schweizer Spezialität. Hier ist es aber auch besonders gut.

Um an diesem Blog weiter zu arbeiten, sind wir dann umgezogen in eine Sitzgruppe mit Stromanschluss. Leider hat das mit den Steckdosen und Adaptern nicht so richtig funktioniert und damit fehlte dem Notebook der Strom und wir sind nicht so weit gekommen, wie gedacht. Damit hatten wir etwas Zeit und konnten uns auf dem Flughafen die Beine vertreten. Wir hatten auf dem Flug hierher diese genialen Sprüngli-Stängelchen und hatten gedacht, dass es die vielleicht hier gibt. Mitten im Beriech mit den Geschäften gab es hier tatsächlich einen Sprüngli Laden und die hatten auch die Gebäckstangen. Wir haben ein paar mitgenommen, der Preis ist aber schweizerisch und astronomisch.

Da das Essen hier in der Schweiz richtig gut ist, haben wir noch ein schnelles Mittagessen eingeschoben. Mittagessen gab es erst ab 11 Uhr und wir mussten aber um 11:50 Uhr schon wieder weg. Aber die Küche hat das exzellent hinbekommen mit Vor- (Tartar und Salat) und Hauptspeise (Risotto und Burger) und alles vor 11:50 Uhr.

Knapp vor 11:50 Uhr sind wir wieder zur Rezeption und wurden dann zusammen mit einem weiteren Fluggast zu unserem Flieger nach Budapest gefahren. Eigentlich hätte heute Helvetic mit einer Embraer 195 fliegen sollen, aber wir hatten vor ein paar Tagen schon eine merkwürdige „Ihre Sitzplätze haben sich geändert“ Meldung bekommen mit den gleichen Sitzplatznummer wie vorher. Das Rätsel um die gleichgebliebenen Sitzplätze löste sich auf, als wir an der Maschine, die eine Parkposition auf dem Vorfeld hatte, ankamen. Die hatten das Fluggerät getauscht. Statt Helvetic flog nun Swiss selbst nach Budapest mit einem Airbus A220 (kein Schreibfehler, den gibt es wirklich). War unser erster Flug mit einem A220, wir wussten gar nicht, dass es diesen Typ überhaupt gibt. Bei der Embraer von Helvetic waren die Sitze mit zwei links und zwei rechts angeordnet. Bei der A220 waren es zwei links und drei rechts. Daher ergaben sich wohl die Sitzplatzänderungsmeldungen und da wir links saßen und sich damit die Sitzanzahl nicht geändert hat, kam diese komische Meldung ohne eine wirkliche Änderung. Auch auf diesem Flug durfte Fluffy als einziger mit ins Cockpit und hat auch wieder ein Foto davon bekommen.

Für diesen Flug hatten wir uns ein Essen vorbestellt. Weniger weil wir Angst hatten zu verhungern, mehr weil Swiss per Emails genervt hat, man soll das machen. Eigentlich hatten wir genug gegessen, aber jetzt hatten wir das schon vorbestellt und konnten nicht aus. Es waren zum Glück nur kleine Portionen und die waren auch noch sehr gut. Die Sicht war nicht so gut wie beim Hinflug, aber gut genug, um die Landschaft zu erkennen. Wir waren etwas weiter südlich unterwegs als vor einem Monat, damit hatten wir eine gute Sicht auf die landschaftlichen Details, die wir auch auf dem Hinflug gesehen haben, Bodensee, die Seen südlich von München, Wendelstein, Wilder Kaiser, Königssee und vieles mehr. Die Landung in Budapest war überpünktlich (war ja auch eine Schweizer Fluglinie).

Der Flieger parkte direkt am Terminal und der Fluggaststeig wurde angedockt. Obwohl man auch ins Terminal hätte aussteigen können, wie auf dem Hinflug, mussten wir in der Fluggastbrück die Treppe nach unten gehen und in einen Bus steigen. War irgendwie komisch. Dann ist der Bus zur Gepäckausgabe gefahren. Hier gab es nur einen Ausgang durch die Gepäckausgabe, aber keinen Ausgang zum Transit zu den Gates für den Weiterflug. So mussten wir hier aus dem Ausgang raus aus dem Sicherheitsbereich und erst mal den Abflugbereich des Terminals suchen, um dort wieder durch die Sicherheitskontrolle in den Bereich mit den Gates zu kommen. Das war jetzt überhaupt nicht unser Plan, da wir die zwei Flaschen Gin im Handgepäck hatten und Flüssigkeiten in Flaschen über 100ml auf Flügen „ungern“ gesehen werden. Aber uns blieb jetzt nichts anderes übrig, als zu versuchen uns rauszureden. Unser einziger Vorteil könnte sein, dass die Flaschen in einer versiegelten Duty Free Tüte aus Johannesburg steckten. Also alles auspacken und auf das Band legen… Natürlich sind die Flaschen sofort aufgefallen. Der Herr am Röntgengerät wirkte unglücklich. Er hat einen weitern Herrn hinzugerufen, der hat sich die Tüte und die Verklebung genau angesehen, aber noch nichts gesagt. Dann hat er die Tüte aufgerissen! Da wurde es und anders und wir hatten schon Angst unseren Gin zu verlieren, einfach nur, weil wir nicht, wie üblich, umsteigen durften, sondern aus nicht erfindlichen Gründen aus dem Ausgang raus mussten. Dann wurde der nächste Herr an der Sicherheitskontrolle hinzugezogen… Der hat dann als erster auch mal mit uns gesprochen und uns erklärt, er würde die Flaschen jetzt prüfen und wenn alles in Ordnung ist, diese in einen neue Duty Free Tüte verpacken und versiegeln und verschwand mit unseren beiden Flaschen Gin. Nachdem er damit irgendwas, was wir nicht sehen konnten, gemacht hat, kam er wieder und hat die Flaschen in eine Budapest Duty Free Tüte verpackt. Uns fiel ein riesiger Stein vom Herzen.

Unsere Annahme war, dass in Frankfurt keiner vom Zoll am Ausgang steht, weil wir im Schengen Bereich ankommen. Aber eigentlich ist eine Budapest Duty Free Tüte unauffälliger, da man aus Budapest viel größere Freimengen einführen darf, als aus Afrika (wir hatten 3 Falschen insgesamt dabei, 5 hätten wir ohne Diskussion einführen dürfen, aber wenn die erst gar nicht erst auf die Idee kommen Fragen zu stellen, ist das natürlich noch besser). Wir suchten wieder die Lounge auf, in der wir schon auf dem Hinweg waren. Leider gibt es hier max. zwei Lounges, daher sind die ganz schön überfüllt und das Personal kommt mit dem Aufräumen kaum hinterher. Wir hatten Zeit und konnten in die Lufthansa-App schauen. Die Gepäckverfolgung hat von unseren vier Gepäckstücken bei dreien angegeben, diese wären auf den Flug nach Budapest verladen worden. Bei dem vierten, dem Stativ, stand eine Zeit lang, für Zürich „in transit“ und irgendwann wechselte der Zustand auf „unbekannt“. Sollten die das Stativ irgendwo verloren haben in Zürich? Das gibt dann Ärger und Zeitverlust in Frankfurt. Das war so auch nicht in unserer Planung.

Wenn man zu viel Zeit hat, fängt man sich an komische Gedanken zu machen. Haben die uns bei der Gepäckausgabe rausgeworfen, weil man das Gepäck entgegennehmen und wieder aufgeben muss? Budapest ist eigentlich kein Internationaler Hub, wie Frankfurt, München, Amsterdam u.s.w. Funktioniert hier das Durchchecken von Gepäck überhaupt? Das Internet hat uns auch nicht beruhigt, die Angaben waren widersprüchlich. Damit wir nicht noch mal Stress an der Sicherheitskontrolle bekommen, mussten wir uns auftrennen, einer wartet mit dem ganzen Handgepäck in der Lounge, einer geht schauen, ob bei der Gepäckausgabe unser Gepäck rumsteht. Vom Gatebereich zur Kofferausgabe zu kommen, war kein Problem. Unser Gepäck stand nicht rum. Eine Frage bei der Gepäckermittlung brachte als Antwort: nein, wir können unser Gepäck hier nicht bekommen, da müssen wir bis Frankfurt warten, erst da werden wir unsere Taschen wiederbekommen. Vielen Dank, das war genau das war wir wissen wollten. Also wieder zurück zur Sicherheitskontrolle. Jetzt waren wir aber schon einmal an der Sicherheitskontrolle… Der Barcodeleser am Eingang wusste das natürlich und hat die Sperre nicht geöffnet. Zum Glück saß daneben eine Dame an einem Computer und konnte die Bordkarte zurücksetzen, so dass man wieder hinein kommt. Die Sicherheitskontrolle geht recht schnell, wenn man kein Gepäck und keine Jacken dabei hat und nur die Hosentaschen leeren muss.

Wir haben noch versucht an diesem Blog weiter zu schreiben, aber das Internet hat mit so vielen Gästen hier einfach versagt. Da konnten wir nur was trinken und nach unseren Flügen schauen. Die Abflugzeit von dem Flieger auf dem Weg nach Budapest verschob sich nach hinten. Die Begründung war schlechtes Wetter in Frankfurt. Die Familie zu Hause meinte aber, so schlecht ist es gar nicht. Heißt nicht, dass es nicht doch in Frankfurt Gewitter hat. Langsam verbreitete sich unter den Fluggästen hier in Budapest die Information, dass es einen Unfall mit einem Flieger in Frankfurt gegeben hat. Es gab auch schon erste Videos und Bilder von einer Boeing 787-Dreamliner, die mit der Nase am Boden vor dem Terminal steht. Anscheinend hat der Flieger an Gate A15 stehend das Fahrwerk eingezogen und ist mit der Nase auf dem Boden gelandet, es gab zum Glück noch keine gemeldeten Tote, aber einige Verletzte, die ins Krankenhaus mussten. Wahrscheinlich war es das alles irgendwie zusammen, was zu den Verzögerungen beim Abflug geführt hat. War jetzt fraglich für unseren Transfer in Frankfurt nach Hause, wenn wir eine unbestimmte Verspätung haben werden. Wir hatten überoptimistisch nur 45 Minuten angenommen, die wir nach Landung zum Aussteigen und Gepäckholen benötigen werden. Die Hoffnung ist, die Fahrer kennen die Flugnummer und schauen, ob die Flieger Verspätung haben. Inzwischen hat sich die Gepäckverfolgung in der App aktualisiert… Das Stativ wurde verladen, die Taschen nicht. Das wäre jetzt der Schlussgag geworden, das verloren geglaubte Stativ ist in Frankfurt, die Taschen nicht… Aber einige Minuten später wechselten auch die Status der übrigen Taschen auf „verladen“ auf den Flug nach Frankfurt.

Der Flieger kam aber dann an und hatte schon ein paar Minuten eingeholt. Mit Verspätung konnten wir an Bord gehen. Hier durfte Fluffy nicht ins Cockpit, willkommen bei Lufthansa. Auch das Essen an Bord war okay, aber nicht so gut, wie bei Swiss. Es war eine gute Entscheidung den Flug über Zürich zu wählen. Nach dem Start ist der Pilot erstaunlich steil nach oben gestiegen, normal wird flacher gestartet, da das Kraftstoff spart. Man hatte den Eindruck, die wollen rechtzeitig Feierabend machen. Es hat auch geholfen, nach einem recht ereignislosen Flug sind wir tatsächlich pünktlich in Frankfurt gelandet. Das haben die Piloten richtig gut hinbekommen.

Beim Fahrt zum Terminal sind wir an dem auf der Nase gelandeten Flieger vorbeigekommen (leider nur ein sehr unscharfes Bild). War nicht schwer zu erkennen, nicht nur, dass der echt schräg da stand, es war auch Unmengen Blaulicht drum herum aktiv.

Vielleicht auch deswegen haben wir nicht irgendwo an Terminal A geparkt, sondern an Terminal C. Da Terminal C nur Internationale Flüge abfertigen kann, wir aber aus einem Schengen-Staat kamen, konnten wir nicht ins Terminal aussteigen, sondern es dauerte ein paar Minuten bis Treppen herangefahren wurden, damit wir in aus dem Flieger aus und in einen Bus einsteigen konnten. War tatsächlich besser als bei A40 anzukommen… Der Bus ist direkt zur Gepäckausgabe gefahren. In Frankfurt kann man von hier aus in den Transitbereich wechseln und muss nicht, wie in Budapest, komplett raus aus dem Fluggastbereich. Jetzt kommt die spannende Frage, wie lange müssen wir warten? Die Gepäckausgabe hat ca. 25 Minuten angegeben. Wir haben hier auch schon mal 1,5h gestanden und gewartet. Aber dann ging es nach der angezeigten Zeit tatsächlich los und unsere Taschen kamen auch gleich mit als erste heraus. Zumindest drei davon, ohne Stativ. Wir standen da, die Gepäckausgabe hatte ja erst angefangen. Wir ließen unseren Blick durch den Raum schweifen. Hinter uns war die Sperrgepäckausgabe. Und da lag plötzlich die Stativtasche. Somit hatten wir alles zusammen und konnten raus gehen und waren viel früher als gedacht schon abholbereit.

Es dauerte noch ein paar Minuten, bis sich unser Fahrer meldete. Wir haben mitgeteilt, wo wir uns befinden und er hat versucht zu uns zu kommen. An dem Flughafen hier war die Hölle los und unser Fahrer musste sich durch den Stau erst einmal zu uns durchkämpfen. Wir haben uns aber auf Anhieb gefunden, konnten das Gepäck im Auto verladen und los fahren. Die Straßen waren angenehm leer und wir kamen schnell nach Hause. Der Fahrer hat uns noch geholfen die Taschen ins Haus zu tragen und so kamen wir nach einer wunderschönen und ereignisreichen Reise wohlbehalten und gesund wieder zu Hause an.

Wir hoffen das Lesen und Anschauen der Bilder hat Spaß gemacht und wir bedanken uns für das Interesse und freuen uns schon auf die nächste große Reise irgendwann in der Zukunft zu einem noch unbekannten Ziel.

Noch eine Kleinigkeit zu Pinto… wir sind da mit gemischten Gefühlen unterwegs. Mal abgesehen davon, dass wir die Reise ja schon mal gebucht und auch bezahlt haben und uns über ein kleines bissel Entgegenkommen gefreut hätten (ist natürlich kein Muss…), hatten wir auch jetzt den Eindruck, dass man bis zur Buchung und Überweisung des Geldes recht aufmerksam behandelt wird. Nachher dann eher nicht mehr so…. keine Frage, die Reise hat bis auf die eine falsch ausgestellte Bordkarte wirklich gut funktioniert. Wir wurden überall pünktlich abgeholt und auch wieder abgeliefert, die von Pinto vorgeschlagenen Hotels, Camps und Lodges waren alle gut (Maun), ziemlich gut (Camp Sossus, Pioneers), echt nett (Fritz Manor) bis sehr, sehr gut (Doro Nawas, Gomoti Plains und Monachira, die Lodge im Chobe hatten wir uns selbst gewünscht), aber wir wurden weder während der Reise, noch bis heute, auch nur ein einziges Mal gefragt ob alles in Ordnung ist oder war. Klar will man nicht genervt werden, aber (gefühlt) praktisch nicht mehr wahrgenommen zu werden nach der Zahlung, das ist auch komisch. Wir wollen von Pinto nicht abraten, bitte nicht falsch verstehen, aber wir haben wie schon erwähnt, da eher einen komischen Eindruck im Moment. Bei weiteren Fragen dazu, gerne melden.

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