Dienstag, 02.06.2026
Keine Sorge, das Kapitel wird kurz, da wir hier keine 20h verbracht und auch nicht viel erlebt haben.
In Maun gelandet hat unser Pilot den Abstellplatz für die Buschflieger angesteuert. Dort standen in mehreren Reihen dutzende Cessna 208B Gran Caravan von diversen Fluggesellschaften geparkt. Hier hatten wir keinen Airstrip, sondern, wenn auch klein, einen internationalen Flughafen. Unser Gepäck wurde auf einen Pickup geladen und die Passagiere wurden von einem Minivan vom Flugzeug zum Terminal gefahren. Die Fahrt dauerte vielleicht zwei Minuten, ist alles nicht weit. Gepäck gab es dann in der Gepäckausgabe. Das es parallel zu unserem Bus gefahren wurde, mussten wir auch nicht warten.



Wir hatten unsere großen Reisetaschen in Kasane zum Weitertransport hierher bei der Fluggesellschaft abgegeben und hatten dafür eine Quittung bekommen. Jetzt mussten wir nur noch herausfinden, wie wir wieder an die Taschen kommen. Laut Beschreibung der Reiseagentur sollte draußen ein Agent einer örtlichen Agentur auf uns warten, wegen dem Transfer zur Lodge hier. Beim Verlassen der Gepäckausgabe haben wir schon ein Dame mit Schild mit unserem Namen gesehen und daneben stand eine Dame in Bekleidung von MackAir mit unseren beiden Reisetaschen. Das war mal gut organisiert. Wir haben dann unsere Quittung abgegeben die Dame von MackAir hat Quittung und Anhänger an den Taschen verglichen, uns die Taschen übergeben und wir sollten die Taschen noch kontrollieren auf eventuelle Beschädigungen. War aber alles in Ordnung. Die Dame von der Reiseagentur hat uns dann noch gesagt, dass sie am nächsten Tag uns helfen wird uns am Flughafen zurechtzufinden… … … Hier? Wenn man nicht weiß wo man hin muss, ist man vermutlich in weniger als 3 Minuten den ganzen Check-In Bereich abgelaufen. Da sollte man sich auch alleine zurechtfinden können, wusste sie auch, ist aber ihr Job. Wir hatten noch ein Restaurant bemerkt, dass wir empfohlen bekommen hatten, das direkt gegenüber vom Flughafen lag. Aber unser Flug ging ja schon um 13:15 Uhr, Boarding so gegen 12:50 Uhr und dann muss man vorher durch die Sicherheitskontrolle, ausreisen muss man auch noch, das wäre dann doch knapp geworden und hektisch. Sie meinte, dass wir gegen 11:00 Uhr am Flughafen sein würden zum Gepäckaufgeben, dann können wir uns das doch noch überlegen.
Die Stadt war ein richtiger Kulturschock nach all der Stille und der Weite die letzten Tage. Hier war es laut, voll und mit viel Gehupe auf der Straße. Unser Fahrer hat da auch gut mitgemacht. Zebras und Giraffen standen nur als Plastiken an der Straße, dafür standen Kühe und Ziegen (lebende) gerne mitten auf dem Weg. Es war hektisch und durcheinander. Die Fahrt dauerte über eine halbe Stunde, weil auch noch Berufsverkehr war um die Zeit und unsere nächste Unterkunft sehr weit draußen aus der Stadt. Uns kamen auch Safari-Autos entgegen, offensichtlich werden hier auch entsprechende Tierbeobachtungsfahrten angeboten, was nach den kleinen, einsamen Camps hier in der Stadt widersprüchlich wirkte. Die Lodge in der wir für diese Nacht untergebracht waren, hat wohl auch solche Fahrten im Angebot, ebenso Bootsfahrten auf dem Fluss, der so hieß wie die Lodge, Thamalakane River. Aber im Gegensatz zu den Lodges und Camps der letzten Wochen, bei denen alles inklusive war, gibt es hier nur ein Frühstück, alles andere, Essen, Ausfahrten etc. kostet extra.



In der Thamalakane River Lodge angekommen, mussten wir zuerst den üblichen Zettel (wenn sie sich fressen lassen sollten u.s.w.) unterschreiben und wurden darauf hingewiesen, dass man nachts nur auf den Wegen in der Lodge bleiben und auf gar keinen Fall am Fluss spazieren gehen darf. Es gibt zwar keine Löwen hier, aber dafür fressen einen die Flusspferde (?) und die Krokodile. Dann durften wir aus zwei Abfahrtszeiten zum Flughafen auswählen, 11 Uhr oder 11:15 Uhr. Hatte die Dame am Flughafen nicht gesagt, sie erwartet uns um 11 Uhr?!? Überrumpelt haben wir die 11 Uhr-Fahrt gewählt. Checkout ist übrigens um 10 Uhr. Super, was machen wir denn die Stunde dazwischen? Der Fahrer, der uns hierher gefahren hat, hat uns auch zu unserem Zimmer gebracht. Das Zimmer war eine gemauerte Hütte mit schilfgedecktem Dach und einer großen Glasfront mit Schiebetür, die auch als Eingang genutzt wurde, genannt Babbler Chalet. Nachdem er uns das Zimmer erklärt hatte, konnten wir uns erst einmal umsehen. Wie schon die letzten Camps in den Zelten, war das hier auch „ein Raum“, heißt, zwischen Badezimmer mit großer Dusche, zwei Waschbecken und Toilette und Schlafraum stand eine dreiviertelhohe Mauer mit einem Durchgang links vom Bett und einem Durchgang rechts vom Bett. Türen gab es keine. Wirkte etwas komisch, aber wir konnten auch die letzten Tage damit gut leben und es war ja auch nur eine Nacht.



Da der Sonnenuntergang eh schon vorbei war, ging es erst mal ans umpacken. Eine Safaritasche sollte Handgepäck werden, da musste Safari raus und Reisekleidung und Waschsachen hinein und der Rest in die großen Reisetaschen. Mit viel Gestopfe und Gedrücke hat das auch funktioniert. Dann fehlte wieder was, was man nicht gefunden hat, also wieder alles komplett rausräumen, feststellen, dass das was man sucht auch dort nicht drin war und wieder alles zusammenpacken. Aber am Ende war allen gefunden und die Taschen fertig gepackt.



Jetzt war die nächste Frage: wo gibt es Abendessen? Die uns vom Fahrer unterwegs empfohlenen Restaurants lagen alle so 20-30 Minuten Fahrzeit weit weg. Uns war nicht bewusst gewesen, dass die Lodge so weit außerhalb des Stadtzentrums liegt. Daher haben wir uns für die einfache Variante, dem Restaurant in der Lodge entschieden. Begonnen haben wir mit einem Tisch am Fluss, der schon für uns reserviert war (die wissen vermutlich, dass sich keiner mehr die Mühe macht ein anderes Restaurant zu suchen, wenn man nur ein paar Stunden da ist), aber wir sind dann wegen der Mücken und weil es irgendwann plötzlich auch echt kalt wurde, mehr in den oberen Teil der Anlage umgezogen, Richtung Bar. Beim Essen brauchten wir auch jetzt zum ersten Mal Mosquito-Schutzmittel. Die ganze Zeit vorher war es sehr ruhig und die Stechviecher haben sich zurückgehalten.

Irgendwie waren in der Lodge nur deutschsprachige Gäste anwesend. So lange hatten wir kein Deutsch mehr gehört… Aber jetzt dafür geballt aus allen Winkeln. Die Speisekarte war sehr international gehalten, es gab irgendwie von allem etwas. Wir haben uns für Seswaa vom Kudu entschieden (Seswaa von der Ziege hatten wir schon mal in Gomoti bei der Vollmondparty am Pool) mit Bogobe, einem Maisbrei, ähnlich einer Polenta und eine Pizza. Das Essen war gar nicht schlecht, die Pizza hatte genau die richtige Schärfe zwischen, es ist scharf genug und kann man nicht mehr essen. Die Weine waren okay, da ist noch ein wenig Luft nach oben.



Beim gehen haben wir noch gefragt, ob wir nicht schon früher zum Flughafen fahren könnten, denn erstens kam uns 11 Uhr schon spät vor, die Airline sagt eigentlich, bei internationalen Flügen zwei Stunden vorher das Gepäck aufgeben und außerdem wussten wir nicht, was wir zwischen 10 Uhr, wenn wir aus dem Zimmer müssen und 11 Uhr machen sollten. Es hieß, das ginge nicht, da wären noch andere Gäste mit im Auto und die würden auch erst um 11 Uhr fahren wollen. Na gut, dann ist es halt so.
Das Internet war hier noch langsamer als draußen in den Camps im Nirgendwo. Und so sind wir ins Bett gegangen, wir mussten morgen ja noch die Sachen von heute einpacken, Frühstücken und Auschecken.
Mittwoch, 3.6.2026
Das erste Mal seit über einer Woche konnten wir ausschlafen, was wir auch ausgenutzt haben. Das Frühstück war jetzt nicht weltbewegend und recht klein und an der optischen Darbietung kann man auch noch feilen. Es gab aber auch hier noch zusätzlich frisch zubereitete Eierspeisen, wie Rührei, Omelette und das allgegenwärtige „Full English Breakfast“, dass man überall auf unserer Reise zum Frühstück hätte bestellen können. Wer es mag und wer es anschauen kann in der Früh… Omelette ist ganz okay, man konnte sich aus einer Liste von Zutaten drei aussuchen.



Nach dem Frühstück hieß es, den Rest noch zusammenzupacken und zu verstauen, so dass aufgegebenes Gepäck und Handgepäck passten. Die Handgepäck Regeln bei Airlink waren andere als bei Swiss/Lufthansa. So mussten wir bei Airlink was aufgeben, dass wir dann bei Lufthansa später mit an Bord nehmen konnten. Das musste dann alles passen, damit wir nicht in Johannesburg anfangen müssen umzusortieren. Außerdem brauchte Fluffy noch ein neues Logbuch, da musste der Chefmaler nochmal ran.

Ganz knapp vor 10 Uhr sind wir dann zur Rezeption zum Auschecken, wir mussten noch das Abendessen bezahlen. Vor der Rezeption stand der Herr, der uns gestern gefahren hat und hat uns gefragt, ob wir nicht um 10:30 Uhr fahren wollten, sein Kollege würde gleich kommen und könnte uns mitnehmen. Das war ein Angebot, dass wir nicht ausschlagen konnten, schließlich wollten wir ja früher fahren.
Und jetzt sind wir der ersten unfreundliche Mitarbeiterin einer Lodge begegnet. Die war ungehalten, dass wir uns nicht an den Zeitplan halten wollten mit 11 Uhr. Schließlich gab es noch andere Gäste, mit denen 11 Uhr ausgemacht war und das ginge ja gar nicht. Den netten Herrn, der das mit dem 10:30 Uhr organisiert hatte, hat sie ganz schön böse angeblafft. Wir haben uns dann bei ihm entschuldigt, dass er Ärger wegen uns bekommt, der schien das aber nicht so ernst zu nehmen. Keine Ahnung, ob er das kannte oder die Dame einen ganz besonders schlechten Tag heute hatte. Er meinte nur, wir sollen uns keine Gedanken machen, egal was sie sagt, das mit den 10:30 Uhr passt.
Wir saßen dann in der Rezeption auf einem großen Sofa, uns gegenüber saß auch ein Pärchen. Wir haben dann herausgefunden, das es sich um Deutsche handelt, die inzwischen in der Schweiz leben und die heute noch nach Frankfurt fliegen, um dort die Familie zu besuchen und außerdem haben sie das Auto dort geparkt, sind noch zwei Tage dort und fahren dann zurück in die Schweiz. Das waren im Übrigen die anderen Gäste, die um 11 Uhr den Transfer zum Flughafen hatten. Die wollten aber viel lieber um 10:30 Uhr fahren, ihnen wurde aber gesagt, das geht nicht, weil zwei andere Gäste auch um 11 Uhr mit dem gleichen Minivan zum Flughafen fahren sollen. Ah ja. Wir haben uns dann gefragt, warum die Dame von der Rezeption so einen Aufstand macht, wenn wir alle um 10:30 Uhr und nicht um 11 Uhr fahren wollen und ein Fahrer dafür vorhanden ist. Wird uns immer ein Rätsel bleiben, ansonsten waren wirklich immer alle, die wir auf der gesamten Reise getroffen haben total freundlich. Zum Teil war das schon fast übertrieb freundlich gewesen, in den Machaba Camps z.B. haben uns immer alle mit Vornamen angesprochen, das war direkt unheimlich wie die sich alle Gästenamen merken konnten. Aber eine Ausnahme muss es wohl immer geben. Schade nur, wenn das genau der letzte Eindruck bleibt, muss nicht sein und war auch völlig unnötig, wie sich herausstellte.
Die Wahlschweizer wollten etwas früher fahren, um noch in die Stadt gehen zu können, eigentlich wollten sie den Okavango Gin kaufen. Wir haben dann auch überlegt und gedacht, eine Flasche passt noch irgendwie in die überfüllten Reisetaschen. Ein Blick ins Internet hat uns gesagt, kann man auch in Deutschland bestellen, ist aber sehr, sehr teuer. Also wenn man den im Supermarkt (also hier im speziellen Liquorshop) bekommt, ist das erstens original(er) und zweitens sicher preisgünstiger. Der Fahrer hat uns erst zur Okavango Brauerei gefahren. Er hatte gedacht die Schweizer wollten Bier kaufen. Aber als er verstanden hat, dass es um den Gin geht und irgendwo ein Markt am besten wäre, wo man den kaufen kann, hat er gemeint, ja das geht auch und ist weitergefahren. Wir kamen dem Flughafen immer näher und wir dachten schon, das wird nichts mehr. Doch dann ist er vor einem Gebäude mit einem großen, offenen Rolladentor stehen geblieben, hat geparkt und uns die Tür aufgemacht und bedeutet mitzukommen. Wir sind in eine große Lagerhalle gegangen, die recht dunkel war, überall waren Hochregale und es standen Paletten mit großen Mehlsäcken und sonstigem rum. Es wirkte wie eine Mischung aus Großhandel für Gastro und Getränkemarkt mit Wasser, Softdrinks und Bier, aber nirgends hat man Hochprozentiges gesehen. Unser Fahrer ging sehr schnell in eine der hintersten und finstersten Ecken der Halle, hinter uns versuchte ein Mitarbeiter des Marktes Schritt zu halten. Und dann kamen wir hinten an… Hier war ein eigener Raum in die Halle gebaut worden als Quader, vorne ganz schick mit einer kompletten Wand aus Glas. In dem Raum befanden sich sehr schöne, rot lackierte Regale mit Fächern für liegende Flaschen und Nischen, in denen jeweils eine Flasche als Präsentation aufrecht stand. Hier gab es die hochprozentigen Gins, Brandys, Whiskeys zu kaufen. Auch von dem Okavango gab es noch einen Brand aus Kräutern. Außerdem hatten die eine irre Weinauswahl, auch alles toll präsentiert. Das ganze war zu verblüffend und unerwartet, so dass wir ganz vergessen haben ein Bild zu machen. Wir haben uns unsere Flasche Gin geschnappt und sind zur Kasse. Hier wurde in einem Computer die Rechnung auf DinA4-Papier gedruckt. Dann hat man per Kreditkarte bezahlt und bekam einen Stempel auf den Zettel. Mit Flasche und Rechnung musste man zu einer Dame am Ausgang, hat alles gezeigt, sie hat die Rechnung kontrolliert und darauf unterschrieben. Erst danach durften wir ins Auto steigen und die letzten paar hundert Meter zum Flughafen fahren.
Uns hat die Dame von gestern erwartet, um uns zum Airlink-Schalter zu begleiten. Auf großen Flughäfen mit vielen Terminals kann es verwirrend und schwierig sein, seinen Schalter zu finden. Der Flughafen hier ist aber recht klein und übersichtlich und die Anzahl an Fluggesellschaften, die hier fliegen ist überschaubar. Das würde man zur Not auch alleine hinbekommen. Airlink hat zudem alle Schalter nebeneinander und je einen Schalter pro Flugziel. Wir haben unsere vier Taschen abgegeben, die Dame am Schalter hatte auch gleich gesehen, dass wir 30kg Gepäck gebucht hatten, so dass es diesmal keine Diskussion über die Menge gab (das hat nur beim ersten und beim letzten Flug selbstständig funktioniert, bei Flug zwei und drei mussten wir bitten noch mal im Computer nachzusehen). Nachdem wir unser Gepäck los waren, hat uns die Dame von der Reiseagentur noch Zettel gegeben, die man zur Ausreise ausfüllen und bei der Passkontrolle mit abgeben muss. Auf den Zetteln stand „Auszufüllen für Ein- und Ausreise“. An der Grenze auf der Straße haben wir sowas nicht ausgefüllt. Und man fragt sich bei allen Ländern, die so was haben, wofür diese Ein-/Ausreise-Zettel eigentlich gut sind. Die Pässe werden jedes mal eingescannt und das Computersystem der Grenzbehörde weiß alles. Die Zettel schaut doch sicher keiner an, nicht mal der Beamte, der einem den Pass stempelt. Aber man kennt das von vielen Ländern und wundert sich immer wieder. Vielleicht eine Art Ausfallkonzept, wenn das Computersystem mal ausfallen sollte?
Anschließend wurde es anstrengend, denn die Dame hat uns über unsere Aufenthalte in Botswana ausgefragt und sich vieles davon notiert. Wo wir waren (Chobe, Gomoti, Monachira). Was hat uns gut gefallen, wer war unser Guide, wie waren die, wie waren die Lodges und Camps. Dann wurde es richtig kompliziert… sie ist dann die drei Aufenthalte nacheinander mit uns durchgegangen und wollte wissen, welche Tiere wir dort jeweils gesehen haben. Wir haben uns ja schon von vielen Vögeln und manchen Tieren die Namen nicht bis zum Abendessen merken können. Das ging oft zu schnell und die englischen Namen sind uns auch nicht geläufig. Eigentlich müsste man jetzt die Hunderte von Bilder durchschauen, damit man nichts vergisst. Für was das gut sein soll, haben wir nicht erfahren. Das hat einiges an Zeit in Anspruch genommen. Wir wollten dann in die Lounge, damit wir an diesem Blog ein wenig weiter arbeiten können und vielleicht einen Kaffee trinken. Die Lounge hier ist nicht besonders groß aber ganz nett und es gibt ein paar leckere Kleinigkeiten zum essen. Internet war ortsüblich „vorhanden“, aber wie üblich nicht so besonders schnell.



Wir hatten beim hereinkommen schon gefragt, wie viel Vorlauf wir brauchen für Ausreise- und Sicherheitskontrolle. Die Dame am Empfang der Nthula Lounge meinte, nicht mehr als 10 Minuten. Wir haben unser Flugzeug auf dem Weg von Johannesburg nach Maun im Internet verfolgt. Es sah so aus, als wäre der Flieger ein paar Minuten zu spät. Mitten auf der Strecke war dann plötzlich die Anzeige über die Position ganz weg. Wir wurden unruhig. Die eigentlich Boardingzeit rückte näher und wir wollten nach unten zum Gate gehen, in der Hoffnung die wissen mehr dort. Die nette Dame vom Empfang meinte, wir sollten noch bleiben, der Flieger hätte Verspätung. Sie konnte ihn noch etwas länger auf dem Smartphone tracken, aber dann verschwand er auch bei ihr. Sie wusste auch nicht mehr so genau, was jetzt ist und meinte, sie holt uns und bringt uns zum Eingang zur Sicherheitskontrolle, wenn es soweit ist. Wir hofften nur, dass es ein Fehler beim Tracking ist und die Maschine nicht abgestürzt ist. Sie kam dann irgendwann und meinte, der Flieger müsste gleich kommen. Auf dem Weg hat sie aus dem Fenster geschaut und irgendwann gesagt, da kommt er. Wir sind dann runter, die Passkontrolle ging schnell, auf die komischen Ausreisezettel hat keiner geschaut, reicht, wenn man ihn hat. Die Sicherheitskontrolle kannten wir noch von Kasane, ganz, ganz langsam durch den Metalldetektor gehen, sonst piepst der. Hat alles geklappt und der Flieger ist dann tatsächlich gelandet. Es hat gar nicht so lange bis zum Einsteigen mehr gedauert. Man läuft auch auf dem Flugfeld am Terminal entlang, bis zu einem Flughafenmitarbeiter und geht hinter (ganz wichtig, damit man keinen Mecker kassiert) dem Mitarbeiter herum und biegt ab zum Flugzeug.



Der Flieger war wieder eine kleine Embraer 170, die ist sehr schmal und hat links nur eine Sitzreihe und rechts eine Doppelreihe. Die Reihen 1A und 2A sind Notausgangsreihen. D.h. nicht, dass sich dort ein Notausgang befindet, sondern, dass die Passagiere auf diesen Sitzen jeweils für einen Notausgang zuständig sind. Der Passagier 1A für den vorne links, der auf 2A für den Notausgang vorne rechts. Und gemeinsam, um die Flugbegleiterin aus dem Flugzeug zu evakuieren, falls sich diese verletzen sollte und nicht mehr aus eigener Kraft die Maschine verlassen kann. Wir saßen 2 A und 3 A. Also gab es eine Einführung in „wie bediene ich die Tür“ und was mache ich im Falle einer Notlandung. Also erst mal rausschauen und die Tür nur öffnen, wenn draußen keine Gefahr besteht durch Wasser, Feuer, Trümmerteile. Wenn es zu gefährlich ist, die Tür zu öffnen muss man die Passgiere zu einem anderen Notausgang umleiten. Hoffen wir mal, dass wir diese Informationen nie brauchen. Notwendig ist das ganze, da in dem kleinen Hopser nur eine Flugbegleiterin für die ganze Maschine an Bord ist und deswegen im Notfall Unterstützung benötigt.